Hallo! Elfriede hat heute ihre dritte Infusion bekommen und es geht ihr immer besser. Die frisst seit Sonntag ohne Appetitanreger, ist wieder wacher und scheint die Infusionen mittlerweile gut wegstecken. Ich habe sogar den Eindruck dass sie direkt danach besonders gut drauf ist. Ich bin optimistisch.
Nächste Woche findet der nächste Ultraschall statt und ich bin gespannt, wie es weiter geht. Anhand ihres Befindens denke ich dass der Ultraschall positiv ausfällt.
Ich hoffe dass dann die "Erhaltungsphase" auch wirklich beginnen kann und wir nur noch alle drei Wochen kommen müssen.
Was mich gerade immer wieder ein bisschen ärgert ist dass man sich (bevorzugt vor Leuten ohne Haustier) rechtfertigen muss, warum man die Katze nicht einfach einschläfert und sich eine neue holt. Gerne wird einem auch vorgeworfen, man würde sie nur quälen aus reinem Egoismus.
Ich finde dieses Verhalten sehr unsensibel. Ich und die Tierärzte versuchen Elfriede so gut es geht zu helfen und den Stress für sie so gering wie möglich zu halten, was uns bis auf die Fahrt recht gut gelingt. Ihr geht es immer besser und wäre die Chemo nicht, wäre sie verhungert oder der Tumor wäre mitsamt Magen aufgerissen. Das hieße Einschläfern und nicht immer läuft das Einschläfern unproblematisch ab, zB wenn die Tiere sich wehren/ sträuben. Ich hätte ihr natürlich bis zum Schluss beigestanden, wenn das Einschläfern unumgänglich gewesen wäre, aber ich denke Elfriede hat momentan noch Lebensqualität und holt sie sich Stück für Stück zurück. Sie einfach aufgeben, obwohl sie eine gute Chance noch ein paar schöne Katzenjahre auf dieser Welt zu verbringen, finde ich nicht richtig, auch wenn Elfriede natürlich nicht weiss, warum wir das alles machen.
Bei dem Wort "Chemo" denken immer alle sofort an Harrausfall, permanentes Erbrechen und Schmerzen. Kann ich verstehen, aber kann man nicht erstmal nachfragen, bevor man immer gleich dem Gegenüber vorwirft, er würde nur sein Tier quälen? Ich mein, die Leute kennen mich und wissen, dass ich kein Tier quälen oder leiden lassen würde.
Dass nicht jeder finanziell das stemmen kann oder würde, kann ich nachvollziehen. Für mich ist es auch nicht leicht, aber man würde doch auch seinem Angehörigen nicht einfach sterben lassen (ausgenommen der Angehörige lehnt Hilfe ab und die Prognose ist mies), wenn es die Möglichkeit gibt zu helfen. Wenn ich mich dazu entscheide es zu versuchen und glaube, dass ich das finanziell schaffe und ich ihr das zumuten kann, dann sollte man das nicht schlecht reden. Das kann ich nun gar nicht gebrauchen.
Ich kann manchen Argumenten durchaus zustimmen, aber im Moment ist das für mich der richtige Weg.
So, das wollte ich nochmal loswerden.
