Hallo soapy,
Falls du noch mit dir haderst würde ich dich gerne von meiner kitten Erfahrung erzählen. Das was du geschrieben hast hört sich nach einer milderen Form von mir vor fast 5 Jahren an.
Wir hatten immer Katzen und nachdem ich meine Lady nach fast 18 Jahren einschläfern lassen musste war für mich klar, dass ich wieder Katzen haben möchte.
Monatelang habe ich mich informiert, belesen und gesucht. Irgendwann kam ich dann über Freunde zu zwei putzigen 8 Wochen alten Katern.
Alles vorbereitet und voller Vorfreude die Racker abgeholt und dann kam recht schnell die harte Realität.
Ich war es nicht gewöhnt kitten zu haben und habe mich da ganz schön mächtig überschätzt.
Die zwei Rowdys, Max und Moritz, kamen natürlich auch mit dem gesamten krankheits Paket. Schnupfen, verklebte Augen, Erbrechen, Durchfall - alles was kostenlos war wurde mitgenommen. Stubenrein waren sie natürlich auch nicht.
Plötzlich fühlte sich alles komisch an. Alles musste kitten sicher gemacht werden und ich habe mich zunehmend unwohl zuhause und auch in ihrer Nähe gefühlt. Ich konnte die Nähe einfach nicht so recht zulassen.
Da bist du ja schon mal einen Riesen Schritt weiter, denn du genießt die Gegenwart der kleinen Mäuse.
Ich war ständig unter Stress und hatte enorme innere Unruhe. Dann kam natürlich noch das „Problem“ des stubenrein werden dazu. Da wurde halt vielleicht 2/3 mal auch aufs Sofa gepieselt und das war dann mein breakdown Moment.
Meine alte Katze war erst in den letzten 2-3 Lebensjahren stubenrein. Davor hat sie uns alles zugepieselt. Und das auch noch auf so eine freche Art und weise. Sie war freigänger und da hat es gereicht sie 10 Minuten nach dem ersten „Ich will raus“ maunzer erst raus zu lassen… hatte sie schon woanders erledigt.
Ich hatte solche Angst, dass ich nun zwei piesel Kater habe.
Ich hatte mich dann dazu entschlossen sie abzugeben. Hatte auch schon mit einer netten Familie Kontakt. In letzter Minute habe ich das ganze abgeblasen und mir gesagt, dass ich einfach in erster Linie an mir arbeiten muss und nicht die kleinen das Problem sind.
Es hat viel Zeit und Nerven gekostet. Manchmal ist es immer noch nervenaufreibend, wenn einer wieder Mist baut, krank ist oder so wie kürzlich mehrere Tage wegbleibt (sind beides nun freigänger).
Aber ich würde mich nicht anders entscheiden. Es ist so eine schöne Bindung entstanden und ich liebe die beiden über alles. Sogar zu Max, der recht distanziert ist, ist mittlerweile eine gute Beziehung entstanden.
In ein paar Monaten werde ich zu meinem Freund ziehen und kann die beiden leider nicht mitnehmen. Die Wohnung ist zu klein für zwei Katzen, die Gegend zu unruhig für Freigang. Ich kann die beiden nicht trennen und ihnen nach knappen 5 Jahren auch den Freigang nicht verbieten.
Also werde ich sie schweren Herzens hier, bei meinem Bruder lassen müssen.
Der Gedanke daran tut weh aber so ist es eben, man möchte nur das Beste für seine Fellnasen.
Lange Rede kurzer Sinn. Es lohnt sich meiner Meinung nach dran zu bleiben. Die Liebe und Zuneigung die man zurückbekommt sind so viel mehr wert.
Zwecks ruhiger werden im Alter: Max und Moritz haben mir die halbe Bude auseinander genommen. Das alles hat sich aber beruhigt als sie ca. 1 1/2 Jahre alt waren.