Vergesellschaftung...schwerer als gedacht?

Diskutiere Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? im Mehrkatzenhaushalt Forum im Bereich Katzen allgemein; Hallo zusammen,vor ca. Monaten zog Minnie (3 Jahre) bei uns ein. Eine ängstliche und total kranke Main-Coone, die wir ordentlich aufgepäppelt...
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #1

Gast51195

Gast
Hallo zusammen,vor ca. Monaten zog Minnie (3 Jahre) bei uns ein. Eine ängstliche und total kranke Main-Coone, die wir ordentlich aufgepäppelt haben, die jedoch ihren chronischen Katzenschnupfen behalten wird. Minnie traut sich eigentlich gar nichts und verlässt sich in allem auf unsere Tochter, die sie nach draußen trägt und wieder hereinholt, da Minnie Angst vor unserem Hund hat. Da sie deswegen eher in der oberen Etage lebt und dadurch oftmals alleine ist (Schule, Hobbys meiner Tochter), haben wir uns entschieden, eine Kumpanin ins Haus zu holen.Somit zog Elli (1 Jahr, EKH) frohen Mutes ein. Sie wurde für eine Woche separiert, dann haben wir die Beiden durch ein Gitter bekannt gemacht. Da wurde sich beschnuppert, Minnie fauchte und Elli zog sich geduckt zurück.

Ein paar Tage später wurden dann die Türen geöffnet. Ab da ging das emotionale Chaos los: Minnie hatte nur noch panische Angst, knurrt und faucht und versteckt sich. Elli ist neugierig und erst mal friedlich. Mit Rücksprache mit einer Tiertherapeutin sind wir dann erst mal einen Schritt zurück gegangen, haben die Beiden wieder räumlich getrennt (wobei beide Katzen zu unterschiedlichen Zeiten „frei“ waren im Haus, was aber eigentlich nur Elli genutzt hat) und behandeln Minnie mit Bachblüten und Zylkene.

Jetzt nach 4 Wochen sind alle Türen wieder auf...Minnie faucht und knurrt immer noch und heute ist es zum Schlagabtausch gekommen, als wir gerade kurz das Zimmer unserer Tochter verließen. Bemerkt haben wir es eigentlich nur, dass Minnie am Ohr blutete aufgrund eines Kratzers. Leider reagiert meine Tochter dann immer extremst emotional und hat furchtbare Angst um ihre Minnie. Großes Drama!!! Sie hat immer vor Augen, dass, sobald „Blut“ fließt, die Vergesellschaftung gescheitert wäre. Dabei lernen sich die Beiden ja eigentlich erst seit gestern so richtig kennen, da es vorher ja durch die räumliche Trennung gar nicht möglich war. Machen wir etwas falsch? Sollte Elli vielleicht nicht ins Zimmer meiner Tochter (aber da Minnie dieses ja nicht verlässt, kommt dann ja auch kein Kontakt zustande ‍♀️). Wir wollen alles richtig machen...nur jetzt herrscht wieder Verunsicherung, da ja Minnie „blutet“. Ist aber nur ein kleiner Kratzer.

Ich versuche unserer Tochter zu sagen, dass man die Katzen einfach mal machen lassen muss. Das ist so natürlich kaum möglich.Habt ihr Tipps? Oder ist doch schon alles verloren??? Das Problem ist auch, dass Minnie sich immer in einer kleinen Katzenhöhle verkriecht und Elli daraus anfaucht. Elli bleibt aber ruhig, will da aber dann hin. Ich versuche sie dann abzulenken, was auch gut gelingt. Minnie sitzt ja eigentlich in Falle und es würde so bestimmt zur Konfrontation kommen. Was meint ihr?
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #2
Erst einmal ein Herzlich Willkommen hier im Forum.

Ich hatte vor einigen Jharen hier auch eine sehr langwierige Zusammenführung, nachzulesen .

Bei uns waren die Katzen drei Monate lang durch das Gitter getrennt, weil ich keinesfalls "Blut" sehen wollte.
Ich würde die Katzen sich noch für einige Zeit durch eine Gittertür trennen, gerade weil Minnie soviel Angst hat.

Du kannst nach und nach versuchen, die Katzen gemeinsam zum Gitter zu locken (natürlich jede auf ihrer Seite), indem Du ihnen dort Leckerchen gibst.

Dann lernen sie sich kennen, ohne dass es zu Kämpfen kommt.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #3
Hallo, Willkommen hier :-)

Was wisst ihr denn von Minnies Vergangeheit? Da scheint ja einiges nicht so gut gelaufen zu sein!?
Vor wie viel Monaten zog sie bei euch ein?


Gast51195 schrieb:
Minnie traut sich eigentlich gar nichts und verlässt sich in allem auf unsere Tochter, die sie nach draußen trägt und wieder hereinholt, da Minnie Angst vor unserem Hund hat.

Das heißt, sie wird von der oberen Etage in den Garten getragen, am Hund vorbei? Hat sie richtig Freigang?
Wie habt ihr versucht, sie erstmal mit dem Hund zu vergesellschaften?

Ich denke das ist alles recht viel für Minnie, sie fühlt sich so noch nicht sicher und wohl im neuen Zuhause, Angst vor dem Hund...Und dann noch eine neue Katze, wobei ich dies eigentlich richtig fände. Aber eben ggf. erst, wenn sie die anderen Ängste abgelegt hätte...
Zylkene ist gut, wie viel gebt ihr? Einmal/Tag?

Wie alt ist eure Tochter?

Wie lange versucht ihr die Vergesellschaftung schon mit beiden Katzen?

LG Jo
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #4
Elli ist seit 4 Wochen bei uns...über Minnie wissen wir nicht viel, nur, dass sie von einem Züchter mit anderen Katzen ausgesetzt wurde und dann mit mehreren im Tierheim gehalten wurde. Witzigerweise war es gerade so, dass ich Minnie mit Malzpaste gefüttert habe, Elli dazu kam, Minnie einmal fauchte, aber dann haben beide mit einem halben Meter zueinander friedlich geschleckt. Ich habe ja immer noch Hoffnung, da wir Elli so extrem ins Herz geschlossen haben. Minnie natürlich sowieso. Aber vielleicht möchte Minnie einfach alleine leben...wer weiß das schon. Manchmal habe ich das Gefühl wir gehen einen Schritt voran und 2 zurück.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #5
Minnie bekommt 6 Tropfen Bachblüten und 2 Kapseln Zylkene pro Tag.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #6
Unsere Töchter sind 13 und 10. Minnie hat sich die Ältere „ausgesucht“, Elli ist mehr bei der Jüngeren. Wir wohnen ländlich mit einem großen Garten, wo Minnie gerne rumstreunert. Wir haben Elli aus dem Tierschutz und noch keinen Vertrag. Das setzt uns so ein wenig unter Druck, da eigentlich keiner mehr daran glaubt, dass eine Vergesellschaftung mit Minnie noch klappen kann. Wir haben jetzt noch eine Frist von 3 Wochen bekommen 😞
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #7
Ich antworte morgen genauer...

Gast51195 schrieb:
Wir haben jetzt noch eine Frist von 3 Wochen bekommen

Das finde ich doof, bei Katzen kann es dauern und was du heute Abend berichtest, klingt doch gut! So macht man sich nur innerlich Stress und überträgt dies womöglich unterbewusst auf die Katzen. Würde mit dem TSV darüber reden...
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #8
Hallo Bibilieb, herzlich willkommen hier im Forum! ::wgelb

Gast51195 schrieb:
ist doch schon alles verloren???

Das sehe ich auf keinen Fall so. ……. ihr habt vielleicht nur den Anfang etwas "zu einfach" gestartet ….. und ja, wenn man es so sagen möchte, es sind sicher auch einige Abläufe falsch gelaufen.
Aber es ist daher nicht schon "alles verloren"...… ihr solltet vielleicht noch mal neu und das etwas anders anfangen.

Wenn wir dir hier mit Tipps vielleicht helfen und raten sollen, dann werden wir sicher noch viel fragen und erklärt bekommen müssen, nicht aus Neugier, sondern damit wir uns eure Situation einfach besser vorstellen können.

Ich fange einfach erstmal so in etwa der Reihe nach mit Fragen an …..

Wie lange ist Minnie jetzt schon bei euch..... du hast die "Zahl" vergessen einzusetzen...??

Wie alt ist euer Hund, welche Rasse und wie lange lebt er bei euch?

Kennt euer Hund Katzen und wie verhält er sich zu Katzen allgemein und wie konkret der Minnie gegenüber?

Wie kann ich mir eure Wohnsituation vorstellen …. hält sich der Hund nur unten auf, oder im ganzen Haus?
Gibt es überhaupt bei euch ein "oben und unten", oder sind alle Räume auf einer Etage?

Darf Elli auch bereits nach draußen und begegnen sich da Minnie und Elli?


Wenn du uns darüber etwas sagen möchtest, dann ist es besser vorstellbar, um über neue und weitere Wege der Zusammenführung nach zu denken.



Wir haben hier im Forum im Moment auch eine Userin, mit der wir auch gerade eine Zusammenführung erleben ….. hier mal der Link des Threads ….https://www.netzkatzen.de/threads/neuer-kumpel-fuer-cathy-wann.174076/

und in einem anderen Thread geht es momentan um die Eingewöhnung einer extrem scheuen Katze, von der nichts über ihre Vergangenheit bekannt ist ….. auch hier mal der Thread als Link.....https://www.netzkatzen.de/threads/ueberaengstlicher-kater.174103/

Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und liest in diesen genannten Themen ….. es könnte durchaus sein, das du da manche Situationen beschrieben findest, die dir auch für eure Zusammenführung helfen können.

Es wäre schon, wenn du zunächst diese o.g. Fragen uns beantworten und erklären könntest, dann kann dir hoffentlich so manch guter Tipp gegeben werden.

LG Waltraud
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #9
Moin Bibilieb, und herzlich Willkommen!
Ich möchte nur generell zu Deiner wohl wichtigsten Frage etwas beitragen: "kann das überhaupt noch gut werden"?

Ich hab hier bei uns im Ort ein paar heimatlosen und größtenteils gehandicapten Katzen unsere Tür geöffnet. Mit dabei eine zuerst recht scheue Katze, bei der sich herausstellte, dass ihre Scheu sich auf jede andere Katze bezog und in Aggression umschlug. Während ich oft regelrecht belagert wurde, ist sie auf jede andere Katze losgegangen, besonders ein flotter, sie gern zum Spielen einladender Kater war Ziel ihrer Attacken. Regelmäßiges Geschrei und nachsetzen, sobald er ihr näher als 1 Meter kam. Das war vor ca. 14 Monaten. Und was soll ich sagen? Das hat sich aufgelöst. Saba kuschelt zwar immer noch mit keiner anderen Katze. Aber Zinnie hat sich mit Bibi angefreundet (die zwei putzen sich schon mal gegenseitig) und wenn Prinz Peter einen guten Tag hat, dann tobt Zinnie um ihn herum und wird von ihm freundlich begrüßt. Er ignoriert jetzt auch einfach Sabas Gemaule und es gab schon Momente, wo beide auf der Couch schliefen, Abstand 20 cm.

Ich will damit sagen: es pendelt sich mit der Zeit ein. Fauchen wird irgendwann langweilig und jedes Tier findet irgendwann seinen Platz in der Gruppe. Also zu Deiner Frage: ja, das wird! Allerdings hat es auch bei uns eine lange Zeit gedauert bis die Streitigkeiten nachließen. So lange würde ich vermutlich Minnie weiterhin öfter mal zusammen mit Deiner Tochter das Haus erkunden lassen, sicher findet sie dort dann etwas, das sich zu erobern lohnt. Ich finde es wichtig, dass sie sich auch außerhalb ihres Zimmers sicher fühlt und dann ihren Radius erweitern kann.

Interessant finde ich noch das Verhältnis zwischen eurem Hund und den Katzen. Der ist bestimmt ein wesentlicher Faktor im tierischen Spiel.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #10
MinjaundJimmy schrieb:
Ich antworte morgen genauer...



Das finde ich doof, bei Katzen kann es dauern und was du heute Abend berichtest, klingt doch gut! So macht man sich nur innerlich Stress und überträgt dies womöglich unterbewusst auf die Katzen. Würde mit dem TSV darüber reden...

Ja, das macht mir auch Sorge...
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #11
Pat schrieb:
Hallo Bibilieb, herzlich willkommen hier im Forum! ::wgelb



Das sehe ich auf keinen Fall so. ……. ihr habt vielleicht nur den Anfang etwas "zu einfach" gestartet ….. und ja, wenn man es so sagen möchte, es sind sicher auch einige Abläufe falsch gelaufen.
Aber es ist daher nicht schon "alles verloren"...… ihr solltet vielleicht noch mal neu und das etwas anders anfangen.

Wenn wir dir hier mit Tipps vielleicht helfen und raten sollen, dann werden wir sicher noch viel fragen und erklärt bekommen müssen, nicht aus Neugier, sondern damit wir uns eure Situation einfach besser vorstellen können.

Ich fange einfach erstmal so in etwa der Reihe nach mit Fragen an …..

Wie lange ist Minnie jetzt schon bei euch..... du hast die "Zahl" vergessen einzusetzen...??

Wie alt ist euer Hund, welche Rasse und wie lange lebt er bei euch?

Kennt euer Hund Katzen und wie verhält er sich zu Katzen allgemein und wie konkret der Minnie gegenüber?

Wie kann ich mir eure Wohnsituation vorstellen …. hält sich der Hund nur unten auf, oder im ganzen Haus?
Gibt es überhaupt bei euch ein "oben und unten", oder sind alle Räume auf einer Etage?

Darf Elli auch bereits nach draußen und begegnen sich da Minnie und Elli?


Wenn du uns darüber etwas sagen möchtest, dann ist es besser vorstellbar, um über neue und weitere Wege der Zusammenführung nach zu denken.



Wir haben hier im Forum im Moment auch eine Userin, mit der wir auch gerade eine Zusammenführung erleben ….. hier mal der Link des Threads ….https://www.netzkatzen.de/threads/neuer-kumpel-fuer-cathy-wann.174076/

und in einem anderen Thread geht es momentan um die Eingewöhnung einer extrem scheuen Katze, von der nichts über ihre Vergangenheit bekannt ist ….. auch hier mal der Thread als Link.....https://www.netzkatzen.de/threads/ueberaengstlicher-kater.174103/

Vielleicht nimmst du dir mal die Zeit und liest in diesen genannten Themen ….. es könnte durchaus sein, das du da manche Situationen beschrieben findest, die dir auch für eure Zusammenführung helfen können.

Es wäre schon, wenn du zunächst diese o.g. Fragen uns beantworten und erklären könntest, dann kann dir hoffentlich so manch guter Tipp gegeben werden.

LG Waltraud
Hallo Waltraud,

dann arbeite ich mal deine Fragen ab ;-)

Minnie ist seit ca. 4 Monaten bei uns. Unser Hund ist ein Labrador, kennt Katzen (wir hatten vorher schon eine Katze) und freut sich leider immer viel zu sehr, wenn sie eine Katze sieht. Davor hat Minnie wohl große Angst. Mit Elli verhält es sich dagegen völlig anders: wenn sich unser Hund zu stürmisch über sie freut oder ihr das "Babysitting" unseres Hundes auf den Zeiger geht, dann gibt´s eine schnelle Ohrfeige und es ist Ruhe im Karton. Die Beiden haben schon eine dicke Freundschaft geschlossen. Laufen synchron, spielen und werden sicherlich auch mal den Platz teilen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das mit Minnie irgendwann funktioniert, da Minnie (auch im Garten) immer panisch wegrennt und unser Hund dann hinterher will. Sie müsste nur einmal stehen bleiben und fauchen, dann würde der Hund das sofort kapieren.

Wir wohnen ländlich in einem EFH mit einem großen Garten. Minnie hat einen großen Drang herauszugehen. Wenn sie merkt, dass unser Hund in der Box oder nicht zu Hause ist, dann kommt sie auch runter und huscht schnell raus. Oder meine Tochter trägt sie eben raus und dann auch wieder rein. Elli würde auch gerne raus, traut sich aber noch nicht. Das ist mir auch noch zu unsicher, da sie uns ja auch noch nicht offiziell gehört.

Elli nimmt komplett am Familienleben teil und sicherlich riecht es in der unteren Etage nur noch nach ihr 8-) Sie wird am späten Vormittag aber immer schon sehr müde und jetzt gerade habe ich es genutzt und Minnie nach unten geholt. Unser Hund ist in der HuTa und Elli im Zimmer unserer jüngsten Tochter. Zuerst war sie sehr ängstlich, jedoch bleibt sie nun tatsächlich bei uns unten und verströmt hoffentlich auch mal ihren Geruch. Das Zimmer unseren älteren Tochter musste ich aber dafür schließen, ansonsten wäre sie wohl am liebsten wieder dahin geflüchtet. Jetzt erkundet sie alles...

Die Zusammenführung am Gitter haben wir in den letzten 2 Wochen immer wieder versucht. Aber sobald sie Elli sieht, verkriecht sich Minnie oder ist wie erstarrt und lässt sich weder durch Spielen, noch durch Leckerli ablenken. Bis auf den kleinen Erfolg gestern Abend.

Die Frage ist, ob man daran wieder anknüpft oder wieder auf Anfang geht. Allerdings müssen wir in drei Wochen Fortschritte liefern, weil sonst Elli weitervermittelt wird. Das macht uns alle echt fertig.

Sollte Elli nun gehen müssen, dann wird sich trotzdem an unserer Situation mit Minnie nicht viel verändern: sie wird dann ihr Leben eher einsam und verschlafen im OG verbringen oder eben draußen (obwohl das auch schwierig ist, da wir unseren Hund dann immer anleinen müssten). Aus dem Bauch heraus würde ich sagen, dass es Minnie durch ihre Angst bei uns immer schwer haben wird. Trotzdem haben wir großartige Fortschritte mit ihr gemacht und auf einmal traut sie sich Dinge, die wir uns im Traum nicht hätten vorstellen können. Auch jetzt läuft sie ohne Angst durch unser Haus. Elli wird es sicherlich leichter haben, wieder eine neue Familie zu finden. Aber wir möchten wirklich alles dafür tun, dass das nicht passiert. Dieser kleine und mutige Wirbelwind würde bestimmt auch Minnies Alltag bereichern, wenn sie es nur zulassen könnte.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #12
Gast49814 schrieb:
Moin Bibilieb, und herzlich Willkommen!
Ich möchte nur generell zu Deiner wohl wichtigsten Frage etwas beitragen: "kann das überhaupt noch gut werden"?

Ich hab hier bei uns im Ort ein paar heimatlosen und größtenteils gehandicapten Katzen unsere Tür geöffnet. Mit dabei eine zuerst recht scheue Katze, bei der sich herausstellte, dass ihre Scheu sich auf jede andere Katze bezog und in Aggression umschlug. Während ich oft regelrecht belagert wurde, ist sie auf jede andere Katze losgegangen, besonders ein flotter, sie gern zum Spielen einladender Kater war Ziel ihrer Attacken. Regelmäßiges Geschrei und nachsetzen, sobald er ihr näher als 1 Meter kam. Das war vor ca. 14 Monaten. Und was soll ich sagen? Das hat sich aufgelöst. Saba kuschelt zwar immer noch mit keiner anderen Katze. Aber Zinnie hat sich mit Bibi angefreundet (die zwei putzen sich schon mal gegenseitig) und wenn Prinz Peter einen guten Tag hat, dann tobt Zinnie um ihn herum und wird von ihm freundlich begrüßt. Er ignoriert jetzt auch einfach Sabas Gemaule und es gab schon Momente, wo beide auf der Couch schliefen, Abstand 20 cm.

Ich will damit sagen: es pendelt sich mit der Zeit ein. Fauchen wird irgendwann langweilig und jedes Tier findet irgendwann seinen Platz in der Gruppe. Also zu Deiner Frage: ja, das wird! Allerdings hat es auch bei uns eine lange Zeit gedauert bis die Streitigkeiten nachließen. So lange würde ich vermutlich Minnie weiterhin öfter mal zusammen mit Deiner Tochter das Haus erkunden lassen, sicher findet sie dort dann etwas, das sich zu erobern lohnt. Ich finde es wichtig, dass sie sich auch außerhalb ihres Zimmers sicher fühlt und dann ihren Radius erweitern kann.

Interessant finde ich noch das Verhältnis zwischen eurem Hund und den Katzen. Der ist bestimmt ein wesentlicher Faktor im tierischen Spiel.
Ja, Zeit spielt sicherlich ein große Rolle. Wir hätten es gerne bis Ende Juli versucht, aber nun wurden uns ja nur noch die 3 Wochen gegeben, weil man der Meinung ist, dass Minnie anscheinend zu sehr traumatisiert ist und man ihr langfristig keinen Gefallen damit tut. Unser Hund ist einfach nur zu stürmisch und die Freude über die Katzen grenzenlos. Elli hat sich mit dem Hund angefreundet und muss nur noch ihre Pfote heben, dann weiß "Stella" sofort Bescheid. Unser Hund ist überhaupt nicht aggressiv - ganz im Gegenteil: Elli ist ganz klar der Chef von den Beiden, da Minnie jedoch immer panisch reißaus nimmt, kommt dann doch der Jagdinstinkt (das ist aber bei fast allen Hunden der Fall - auch leider bei Elli - die rennt Minnie auch hinterher) durch.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #13
Hallo!

Wieso "müsst" ihr Fortschritte liefern? So wie du das beschrieben hast finde ich, dass Elli die perfekte Partnerin für Minnie ist. Sie lässt sich nämlich von dem Gefauche anscheinend nicht abschrecken. Ich habe auch so eine Katze, Ilvy. Wir haben sie mit 6 Monaten grenzwertig unterernährt eingefangen, bis dahin hatte sie eher garkeinen Kontakt mit Menschen gehabt. Dann war sie auchnoch schwer krank weshalb sie knapp 3 Wochen in einem Hasenkäfig sitzen musste, die erste Zeit konnten wir sie nur mit Lederhandschuhen herausnehmen und versorgen. Sie ist immernoch eine sehr ängstliche kleine Katze, die sich auch viel versteckt, bei jeder Kleinigkeit davonläuft, faucht und auch öfter mal kratzt und beißt.

Aber sie hat einen Kumpel gefunden und dieser Kumpel ist genauso wie Elli - unerschrocken, aber nicht dominant. Er konnte sich mit Ilvy anfreunden, weil ihm ihr ängstlich-aggressives Gehabe egal war. Bei uns hat es zwar nicht so lange gedauert wie bei euch, aber es wurde langsam besser und irgendwann haben sie sich angefreundet. Jetzt spielen sie den ganzen Tag miteinander. Wir haben ja insgesamt 6 Katzen, aber Ilvy versteht sich nur mit dem einen Kater richtig gut. Vor den anderen fürchtet sie sich immernoch die meiste Zeit.

Bei Ilvy haben wir in letzter Zeit auch gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Vielleicht wollt ihr das auch mal ausprobieren. Es kam eine weitere Katze dazu (eigentlich Ilvys Mutter, sie konnte sich aber nicht an sie erinnern bzw. hat schlechte Erinnerungen mit ihr verknüpft). Ilvy war derart gestresst, dass sie irgendwann nurmehr gebrochen hat. Also ab zur TÄ und die gab und CBD-Tropfen. Das war wirklich goldrichtig, es hat ihr sehr geholfen mutiger zu werden.

Ich würde Minnie keinesfalls als "zu traumatisiert" abschreiben. Vielleicht wird sie nie ganz so werden wie eine normale Katze, vielleicht werden sie und Elli einander irgendwann zwar akzeptieren, aber aneinander vorbeileben. Das ist übrigens öfter der Fall als man denkt, für viele Katzen ist die Zweitkatze mit der sie leben wohl anscheinend nicht der richtige Kumpel. Aber das ist immernoch besser als Einzelhaltung, weil sie dadurch zumindest ein gewisses Sozialverhalten haben müssen.

Traumatisierte Katzen brauchen halt länger. Das bisschen Kratzen ist harmlos, auch wenn ein kleines bisschen Blut fließt. Dass sie hingekratzt hat, ist eigentlich schon ein richtig gutes Zeichen, das musste sie sich ja erstmal trauen.

Ich würde Elli nur weggeben, wenn es wirklich mehrmals zu richtigen Rauferein kommt (also mit Beißen usw.) oder wenn man merkt, dass eine der beiden Katzen durch die Anwesenheit der anderen wirklich dauerhaft wesentlich beeinträchtigt ist. 1x kurz mit ausgefahrenen Krallen hinhauen ist keine Rauferei, das ist Kommunikation.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #14
2kittenmami schrieb:
Hallo!

Wieso "müsst" ihr Fortschritte liefern? So wie du das beschrieben hast finde ich, dass Elli die perfekte Partnerin für Minnie ist. Sie lässt sich nämlich von dem Gefauche anscheinend nicht abschrecken. Ich habe auch so eine Katze, Ilvy. Wir haben sie mit 6 Monaten grenzwertig unterernährt eingefangen, bis dahin hatte sie eher garkeinen Kontakt mit Menschen gehabt. Dann war sie auchnoch schwer krank weshalb sie knapp 3 Wochen in einem Hasenkäfig sitzen musste, die erste Zeit konnten wir sie nur mit Lederhandschuhen herausnehmen und versorgen. Sie ist immernoch eine sehr ängstliche kleine Katze, die sich auch viel versteckt, bei jeder Kleinigkeit davonläuft, faucht und auch öfter mal kratzt und beißt.

Aber sie hat einen Kumpel gefunden und dieser Kumpel ist genauso wie Elli - unerschrocken, aber nicht dominant. Er konnte sich mit Ilvy anfreunden, weil ihm ihr ängstlich-aggressives Gehabe egal war. Bei uns hat es zwar nicht so lange gedauert wie bei euch, aber es wurde langsam besser und irgendwann haben sie sich angefreundet. Jetzt spielen sie den ganzen Tag miteinander. Wir haben ja insgesamt 6 Katzen, aber Ilvy versteht sich nur mit dem einen Kater richtig gut. Vor den anderen fürchtet sie sich immernoch die meiste Zeit.

Bei Ilvy haben wir in letzter Zeit auch gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Vielleicht wollt ihr das auch mal ausprobieren. Es kam eine weitere Katze dazu (eigentlich Ilvys Mutter, sie konnte sich aber nicht an sie erinnern bzw. hat schlechte Erinnerungen mit ihr verknüpft). Ilvy war derart gestresst, dass sie irgendwann nurmehr gebrochen hat. Also ab zur TÄ und die gab und CBD-Tropfen. Das war wirklich goldrichtig, es hat ihr sehr geholfen mutiger zu werden.

Ich würde Minnie keinesfalls als "zu traumatisiert" abschreiben. Vielleicht wird sie nie ganz so werden wie eine normale Katze, vielleicht werden sie und Elli einander irgendwann zwar akzeptieren, aber aneinander vorbeileben. Das ist übrigens öfter der Fall als man denkt, für viele Katzen ist die Zweitkatze mit der sie leben wohl anscheinend nicht der richtige Kumpel. Aber das ist immernoch besser als Einzelhaltung, weil sie dadurch zumindest ein gewisses Sozialverhalten haben müssen.

Traumatisierte Katzen brauchen halt länger. Das bisschen Kratzen ist harmlos, auch wenn ein kleines bisschen Blut fließt. Dass sie hingekratzt hat, ist eigentlich schon ein richtig gutes Zeichen, das musste sie sich ja erstmal trauen.

Ich würde Elli nur weggeben, wenn es wirklich mehrmals zu richtigen Rauferein kommt (also mit Beißen usw.) oder wenn man merkt, dass eine der beiden Katzen durch die Anwesenheit der anderen wirklich dauerhaft wesentlich beeinträchtigt ist. 1x kurz mit ausgefahrenen Krallen hinhauen ist keine Rauferei, das ist Kommunikation.
Oh danke für deine Antwort! Das lässt mich weiter hoffen. Die vom Tierschutz meinen, dass es nach 4 Wochen schon zu Fortschritten hätte kommen müssen. Aber wir haben sie ja gute 2 Wochen komplett (bis auf ein paar Ausnahmen) voneinander separiert, Decken getauscht (das macht weder der einen noch der anderen Katze etwas aus) und eben mit Bachblüten und Zylkene behandelt. Das Öl werde ich mir zusätzlich bestellen. Danke für den Tipp!!!

Ich denke, dass es bei dem Schlagabtausch eher ein Missverständnis war. Als mein Mann im Zimmer war, lag Minnie auf dem Bett und Elli davor. Da Elli ja durchaus Kontakt aufnehmen möchte, hat sie sicherlich die kurze Abwesenheit meines Mannes genutzt und ist aufs Bett gesprungen, wo Minnie sicherlich den ersten Tatzenhieb getan hat. Da hat Elli sie unglücklich am Ohr erwischt. Aber das war´s dann auch wieder. Normalerweise faucht Elli noch nicht mal. Jagd aber Minnie auch gerne...das hatten wir leider auch schon, wenn eines der Kinder gedankenverloren eine Tür aufgemacht hat und die Zwei sich dann begegnet sind. Dann rannt Minnie ins Badezimmer unter den Schrank, Elli hinterher und legte sich davor. Räkelte sich und ging auch nicht näher ran, lässt sich immer sofort ablenken und dann entschwindet Minnie wieder.

BTW: Minnie streift hier relativ selbstbewusst durchs Haus und hat sich nun in Ellis Körbchen oben im Flur gelegt!!! So schlimm kann der Geruch dann ja auch nicht sein.

Elli ist einfach unerschrocken und wahrscheinlich zu distanzlos. Ich nehme Elli oft ans Geschirr und an die Leine, damit sie Minnie nicht jagt oder auf sie zuprescht...
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #15
Hei Bibilieb, und herzlich Willkommen auch von mir!
Es gibt hier ja schon viele versierte ruhige Damen, die dir Tips geben aber eines ist mir von deinem ersten Post noch im Kopf geblieben:

Gast51195 schrieb:
Wir wollen alles richtig machen...nur jetzt herrscht wieder Verunsicherung
Wie schön, mit wie viel Emotionen und Herz ihr beiden Katzen begenet.
Katzen sind Lebewesen und ihr Menschen ... also keiner von euch ist eine Maschine. Daher gibt es kein Rezept oder einen Knopf, den man drücken kann um alles perfekt oder auch nur richtig zu machen.
Aber das tolle ist .. Menschen wie auch Katzen können adaptieren und sich der Situation anpassen. Ich habe auch eine Zusammenführung im letzten Jahr hinter mir und bewundere immer noch meine beiden Vierbeiner, wie sie sich, trotz unserer Fehler miteinander arrangiert haben.
Beide werden sich nie heiß und innig lieben, wir haben auch noch keine 12 Monate "durch" ... aber beide ertragen sich gegenseitig Hintern an Hintern im Bett liegend.

Dass der Tierschutz euch Druck macht, finde ich gelinde gesagt, ungünstig. Allein weil es Druck auf euch ausübt und ihr somit emotional negativ angespannt jede Begegnung der beiden Katzen bewertet.
Könnt ich euch dieses Drucks vielleicht entledigen?
Gefühlt, so aus der Ferne wäre es für mich noch viel zu früh die Flinte ins Korn zu werfen.
Gerade weil ihr ja durch Minnie eine kompliziertere Ausgangssituation habt. Was ist wenn ihr einen Pflegevertrag mit dem Tierschutz macht? Dann wäre die Katze fürs Erste bei euch.
Ich finde es unfair euch Druck zu machen, weil man die junge Katze anscheinend schnell und gut vermitteln kann.
Gast51195 schrieb:
Bis auf den kleinen Erfolg gestern Abend.
So klein finde ich den Erfolg gar nicht.
Beide haben etwas Positives erlebt.
Sie haben etwas leckeres zu Essen bekommen im Beisein der anderen Katze und sie sind trotz erstem Fauchen mit einem guten "Gefühl" aus der Sache rausgekommen.
Das ist ein positives Erlebnis für beide. ... Wenn das klappt mach weiter so.
Muss ja nicht unbedingt immer Malzpaste sein es geht auch gekochtes Hähnchen oder ander Leckerchen.
Du kannst das mit deiner Tochter zusammen machen, jede füttert eine Katze und ihr guckt, dass beide in einem gewissen Abstand zusammen sind.
Das klappt eventuell auch mit spielen. Allerdings müsste man da Minnie beobachten ob sie nicht bei zu ungestümen Spiel von Ellie zurückzuckt.
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #16
Gast51195 schrieb:
Elli ist einfach unerschrocken und wahrscheinlich zu distanzlos. Ich nehme Elli oft ans Geschirr und an die Leine, damit sie Minnie nicht jagt oder auf sie zuprescht...
Das habe ich damals mit unserem Rønnie auch so gemacht. Er war unegstüm und wollte spielen, unser Tom hat das aber als Angriff aufgefasst.
Mit der Zeit hat Rønnie dann gelernt, sich zu bremsen und heute klappt das Zusammenleben sehr gut.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #17
Harlith schrieb:
Hei Bibilieb, und herzlich Willkommen auch von mir!
Es gibt hier ja schon viele versierte ruhige Damen, die dir Tips geben aber eines ist mir von deinem ersten Post noch im Kopf geblieben:


Wie schön, mit wie viel Emotionen und Herz ihr beiden Katzen begenet.
Katzen sind Lebewesen und ihr Menschen ... also keiner von euch ist eine Maschine. Daher gibt es kein Rezept oder einen Knopf, den man drücken kann um alles perfekt oder auch nur richtig zu machen.
Aber das tolle ist .. Menschen wie auch Katzen können adaptieren und sich der Situation anpassen. Ich habe auch eine Zusammenführung im letzten Jahr hinter mir und bewundere immer noch meine beiden Vierbeiner, wie sie sich, trotz unserer Fehler miteinander arrangiert haben.
Beide werden sich nie heiß und innig lieben, wir haben auch noch keine Monate "durch" ... aber beide ertragen sich gegenseitig Hintern an Hintern im Bett liegend.

Das der Tierschutz euch Druck macht, finde ich gelinde gesagt, ungünstig. Allein weil es Druck auf euch ausübt und ihr somit emotional negativ angespannt jede Begegnung der beiden Katzen bewertet.
Könnt ich euch dieses Drucks vielleicht entledigen?
Gefühlt, so aus der Ferne wäre es für mich noch viel zu früh die Flinte ins Korn zu werfen.
Gerade weil ihr ja durch Minnie eine kompliziertere Ausgangssituation habt. Was ist wenn ihr einen Pflegevertrag mit dem Tierschutz macht? Dann wäre die Katze fürs Erste bei euch.
Ich finde es unfair euch Druck zu machen, weil man die junge Katze anscheinend schnell und gut vermitteln kann.

So klein finde ich den Erfolg gar nicht.
Beide haben etwas Positives erlebt.
Sie haben etwas leckeres zu Essen bekommen im Beisein der anderen Katze und sie sind trotz erstem Fauchen mit einem guten "Gefühl" aus der Sache rausgekommen.
Das ist ein positives Erlebnis für beide. ... Wenn das klappt mach weiter so.
Muss ja nicht unbedingt immer Malzpaste sein es geht auch gekochtes Hähnchen oder ander Leckerchen.
Du kannst das mit deiner Tochter zusammen machen, jede füttert eine Katze und ihr guckt, dass beide in einem gewissen Abstand zusammen sind.
Das klappt eventuell auch mit spielen. Allerdings müsste man da Minnie beobachten ob sie nicht bei zu ungestümen Spiel von Ellie zurückzuckt.
Ja, ehrlich gesagt bin ich richtig traurig darüber, dass es so schnell vorbei sein könnte. Aber ich werde jetzt jeden Tag für mich protokollieren, da ich selbst auch dazu neige, negative Erlebnisse höher zu bewerten als positive. Wir sind auch mittlerweile nicht mehr anspruchsvoll, was die Vergesellschaftung angeht: es wäre nur schön, wenn Minnies Katzenklo irgendwann aus dem Zimmer meiner Tochter käme und sie ohne Angst im Badezimmer ihr Geschäft macht.

Vielleicht ist es dem Tierschutz aufgrund unserer Unsicherheit auch zu viel "Drama" bei uns :-) Ich habe mir jetzt erst mal selbst Bachblüten verordnet.

Zum richtigen Kampf ist es derzeit ja noch gar nicht gekommen. Zur richtigen Annäherung aber eben auch noch nicht. Geduld ist eben eine Tugend...
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #18
Eroica schrieb:
Das habe ich damals mit unserem Rønnie auch so gemacht. Er war unegstüm und wollte spielen, unser Tom hat das aber als Angriff aufgefasst.
Mit der Zeit hat Rønnie dann gelernt, sich zu bremsen und heute klappt das Zusammenleben sehr gut.
Ja...ich habe mir gerade eure Geschichte durchgelesen! Wow - ich bin wirklich beeindruckt. Bei uns sind nur leider ganz viele Emotionen mit dabei. Wenn die Katze faucht, dann fauchen wir uns hier auf einmal alle an!
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #19
Gast51195 schrieb:
Ich denke, dass es bei dem Schlagabtausch eher ein Missverständnis war. Als mein Mann im Zimmer war, lag Minnie auf dem Bett und Elli davor. Da Elli ja durchaus Kontakt aufnehmen möchte, hat sie sicherlich die kurze Abwesenheit meines Mannes genutzt und ist aufs Bett gesprungen, wo Minnie sicherlich den ersten Tatzenhieb getan hat.
So ein kleiner Schlagabtausch ist ganz normales Sozialverhalten. Ich hab bei meinen ganzen Katzen beobachtet, dass sie auch erst lernen müssen, was dem anderen wehtut und was nicht. Ilvy, die ja quasi keine "Kindheit" hatte und vermutlich auch alle Geschwister früh verloren hat, hat erst mit der Zeit im Rauf-Spiel mit Muck gelernt, was wehtut. Das können sie nicht anders lernen als am eigenen Leib und da gibt es schon mal den einen oder anderen Schmerzensschrei und sogar blutige Schrammen. Das ist alles nicht schlimm. Wir achten bei den beiden natürlich darauf, dass aus einer Schramme kein Abszess wird, aber das sollte man merken. Jungkatzen müssen spielerisch lernen ihre Krallen und Zähne zu benutzen und dabei darf es auch einmal ein bisschen wilder zugehen. "Normale" Kitten lernen schon mit 5 oder 6 Wochen mit den Geschwistern was weh tut und was nicht. Wenn sie es zu diesem Zeitpunkt nicht lernen, müssen sie es später lernen.

Gast51195 schrieb:
Jagd aber Minnie auch gerne...

Ich nehme Elli oft ans Geschirr und an die Leine, damit sie Minnie nicht jagt oder auf sie zuprescht...
Jagen ist normales Spielverhalten von Kätzinnen ab ca. 1/2 Jahr. Dadurch lernen sie ihrer Beute aufzulauern. Für mich ist die Grenze zwischen spielerischem Jagen und Mobbing-Jagen auch oft schwer zu erkennen, ich habe auch gerade zwei, die in dieser Phase sind wo man nicht ganz genau weiß, ob sie jetzt spielen oder ob es ein Dominanzverhalten ist. Da wird auchnoch dabei gefaucht und hin und wieder gekratzt. Hexi und Karmen sind das. Hexi ist eine Handaufzucht, hat in ihrem Leben (bis auf einen Klinikaufenthalt mit kurzer, schwerer Krankheit und Verlust ihres Handaufzucht-Bruders) noch nicht viel schlechtes erlebt. Sie ist sehr selbstbewusst und dominant, für Ilvy komplett die falsche Partnerin und zwischen den beiden funktioniert es auch nur weil Ilvy Distanz hält. Karmen ist die Mutter von Ilvy, hat sich 1 1/2 Jahre draußen durchgeschlagen und hatte wenig Kontakt mit Menschen. Wir mussten sie kürzlich wegen einer Verletzung ein wenig überstürzt ins Haus holen. Karmen ist sehr neugierig, halbwegs selbstbewusst und 0% ängstlich, aber gleichzeitig auch überhaupt nicht dominant. Das scheint die richtige Freundin für unsere dominante Drama-Queen Hexi zu sein, die beiden freunden sich immer mehr an. Die Zusammenführung geht noch nicht sehr lange, dementsprechend geht es auch immer wieder ziemlich rabiat zu. Wir haben aber noch nie eingegriffen, solange niemand in eine Ecke gedrängt und zerlegt wird, ist es ok.

Harlith schrieb:
Das der Tierschutz euch Druck macht, finde ich gelinde gesagt, ungünstig.
Ich würde das ganz offen ansprechen und die Hintergründe erfragen.
 
  • Vergesellschaftung...schwerer als gedacht? Beitrag #20
Hallo,

danke für deine Ausführungen, dadurch kann man sich jetzt wirklich ein besseres Bild machen.
Du hast ja durch 2kittenmami schon viele gute Hinweise bekommen, die auf euer Problem eingehen.

Ich denke auch, das die beiden Katzen auf jeden Fall mal "vernünftig" miteinander umgehen werden, dieses kleine gerangele um vielleicht eine Rangordnung ist ohne große Bedeutung und gehört auch im normalen Katzenverband immer mal wieder dazu.
Es klingt für mich so, das euer Problem nicht zwischen den Katzen besteht, sondern durch Minnies Angst vor dem Hund ausgelöst wird.
Vielleicht hat sie mal in der Zeit, in der sie ausgesetzt draußen sich behaupten musste, schlechte Erfahrungen mit einem Hund gemacht...… dann muss sie jetzt erst wieder lernen, das euer Hund ihr nichts tut, dabei ist das stürmisch begeisterte Verhalten erstmal keine große Hilfe.

Wir hatten früher auch immer Hunde, davon war der eine ein Münsterländer-Mix, also mit viel Jagdhund Instinkt , da hatte es dann auch jede Katze als Neuzugang erstmal schwer, sich zu behaupten...…überhaupt die ehemaligen Streuner mit schlechten Erfahrungen.
Das bekommt man aber trotzdem hin ….. bei solch einer Kombination ist es ratsam, zunächst erst auf den Hund hin einzuwirken, das er nicht gleich stürmisch auf die Katze zu läuft...… das klappt bei Hunden eigentlich recht schnell, denn die gehorchen ja ihrem Herrchen schneller als es eine Katze je tun würde.
Katzen und Hunde verstehen selten von Anfang an die Signale des anderen, dafür sind die zu unterschiedlich ….. und Minnie muss daher erst lernen, das euer Hund Freude zeigt und ihr nichts tut...….. vielleicht wurde sie ja mal von einem Hund verfolgt, oder sogar gebissen?
Ihr solltet daher erst mal versuchen zwischen Minnie und Hund die Annäherung zu schaffen...… dann wird sie auch nicht mehr auf Elli ängstlich reagieren, sondern bald in ihr eine verbündete sehen.

Ich würde euch auch raten, das ihr Minnie immer wieder zu euch nach unten holt ….. dieser erste Ansatz heute war schon genau der richtige Weg, dann sollte sie sich auch nicht wieder in das obere Zimmer immer gleich ausweichen können.
Dazu müsstet ihr Minnie aber auch nicht so viel nach draußen gehen lassen, sie sollte sich mehr im Haus mit allem mehr vertraut machen, damit es auch unten für sie zur Selbstverständlichkeit wird.

Du schriebst, das ihr unten zunächst mit einer Gittertür angefangen habt ….. wäre das eine Möglichkeit, das ihr immer mal für 1 Stunde, oder auch etwas länger, euren Hund in diesem Raum hinter der Gittertür lasst, damit sich Minnie besser an die Anwesenheit des Hundes gewöhnen kann …. durch das Gitter könnte er sie ja nicht gleich freudig beschnüffeln wollen, was sie dann als bedrängen oder Angriff werten würde.
Minnie sollte dann aber weder raus gehen, noch ins Kinderzimmer ausweichen können ….. einfach damit sie sich von der Harmlosigkeit überzeugen lernt.

Durch diese "Gehorsamsübungen" bei unserem Hund, wurde dann in kurzer Zeit erstmal eine Akzeptanz zwischen neuer Katze und dem Hund hergestellt ….. und nach weiterer kurzer Zeit dann eine Freundschaft fürs Leben.
Wir hatten gleichzeitig als 2. Hund einen Collie, der war total anders im Charakter und ging von alleine ruhig und vorsichtig auf alle Katzen zu, dadurch gab es bei diesem Hund nie Probleme mit Zusammenführungen.

Wie will denn eigentlich das Tierheim kontrollieren, ob es bei euch mit einer Zusammenführung geklappt hat, oder nicht?
Kommen die zu euch zur Überprüfung?
Oder müsst ihr das Verhalten nur beschreiben?
Oder geht es dabei nur darum, das nach dieser Frist keine Rückgabemöglichkeiten mehr angeboten werden?

Wenn es dabei nur um die Rückgabe geht, dann solltet ihr einfach euer Gefühl sprechen lassen …… ihr habt erlebt, das Elli kein Problem mit dem Hund hat, sie hat sofort ein gutes Verhältnis zu euch.... und ganz wichtig, sie ist nur neugierig auf Minnie und sie greift sie nicht von alleine an, oder verfolgt sie.
Die Probleme kommen einzig allein durch die Angst von Minnie ….. und die kann man nicht einfach im Hand umdrehen wieder los werden, aber das kann man mit Liebe und Geduld und vielen vielleicht hilfreichen Tipps wieder abbauen.

Es gibt also bei elli kein Problem, warum sie zurück ins Tierheim sollte …. sie kommt mit dem Hund zurecht und sie beißt und kämpft nicht mit Minnie …… selbst wenn Elli zurück gegeben würde, dann würde sich nur dadurch an Minnies ängstlichen Verhalten nichts ändern ….. das ändert sich erst, wenn sie sich mit eurem Hund arrangiert hat.

Ich denke, wenn ihr dem Tierheim eure endgültige Entscheidung mitteilt, das ihr Elli behalten werdet, dann könnt ihr in ruhe auch die weitere Zusammenführung in angriff nehmen …… das ist bestimmt nicht "hoffnungslos", sondern wird bestimmt mit mehr Zeit und Geduld gut klappen.

Eine gute Hilfe dabei kann unter anderem auch die von 2kittenmami genannten Erfahrungen mit CBD-Öl sein...… der Versuch wäre es wert, da ja Zylkene offensichtlich nicht ausreicht (ich selbst kenne mich damit nicht aus und habe es noch nie ausprobiert, aber da kann dir dann 2Kittenmami sicher weiter helfen.

Zu Zylkene …. wiegt eure Minnie über 5 Kilo, das ihr für sie 2 Kapseln täglich braucht? Und achtet ihr darauf, das sie die Dosis nicht übern den Tag verteilt, sondern die nach ihrem Gewicht berechnete Menge mit einem mal als Gesamtdosis ihr gebt?
Nur durch die gesamte Dosis in einer Gabe kann sich der Wirkungsspiegel richtig aufbauen ….. und da Minnie ja am Tage an eurem Alltag teilnehmen soll, ist es auch ratsam, das Zylkene gleich am Morgen gegeben wird, da dann nach einigen Stunden ja bereits die Wirkung wieder etwas nach lässt und nicht mehr unterstützend bei ihrem Verhalten wirken kann …..manchmal dauet es auch sehr lange, bis man eine Veränderung bemerkt.
Wenn aber die Dosierung für das Körpergewicht zu hoch ist, dann werden viele Katzen zu Anfang schnell "schläfrig" und ziehen sich dazu dann zurück.

Vielleicht wäre es eine Überlegung, das ihr nicht nur Minnie, sondern auch eurem Hund während der aneinander Gewöhnugsphase Zylkene oder halt diese CBD-Öl gebt.....das lässt dann vielleicht beide gelassener aufeinander zu gehen?

Es wäre schön, wenn du hier weiter über alle Veränderungen oder neue auftauchende Fragen berichtest.

Und Fotos werden auch begeistert geguckt!

LG Waltraud
 
Thema:

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