Zusammenführung - konkrete Tipps gesucht

Diskutiere Zusammenführung - konkrete Tipps gesucht im Mehrkatzenhaushalt Forum im Bereich Katzen allgemein; Hallo zusammen, bei uns steht demnächst eine (Wieder-)Zusammenführung der etwas spezielleren Art an, und ich hätte ganz konkrete Fragen. Aber...
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
Hallo zusammen,

bei uns steht demnächst eine (Wieder-)Zusammenführung der etwas spezielleren Art an, und ich hätte ganz konkrete Fragen.

Aber erst mal zum Sachverhalt:

In den nächsten Wochen wird mein Freund zu mir ziehen. Er hat einen ca. 10 Jahre alten Kater (ehemals ein Wildling) Kasper, der sehr auf ihn fixiert ist.
Vor einigen Monaten ist dann bei ihm noch eine junge Katze (4 Jahre) Lina eingezogen, die schräg gegenüber bei Nachbarn wohnte, dort aber aus verschiedenen Gründen nicht mehr sein wollte und konnte.
Sein Kater hat darauf sehr beleidigt reagiert und hat nur noch draußen gewohnt (Garten, Hof etc.). Das war während der Sommermonate auch nicht weiter
tragisch, zumal er ohnehin ein leidenschaftlicher Freigänger ist.
Die Katze hat ihn anfangs immer wieder mal "attackiert", wobei es nie zu wirklichen "Handgreiflichkeiten" kam - es war eher ein kurzes Jagen. Er, der sich gegen jeden anderen Kater vehement zu wehren weiß, hat jedes Mal Reißaus genommen :roll:. Deshalb vermutlich auch sein Nicht-mehr-reinkommen-wollen. Die "Attacken" der Katze haben nach einigen Wochen aufgehört, das Verhalten des Katers hat sich aber nicht verändert. Er hat definitiv geschmollt.
Jetzt ist die Katze, nachdem mein eigener Kater Simba an CNI gestorben ist, schon mal zu mir gezogen, weil sie auch aus gesundheitlichen Gründen schnell ein neues Zuhause brauchte. Die Vorbesitzer waren gottseidank einverstanden. Der Umzug hat super geklappt (siehe hier), Katze ist glücklich, Kater auch - weil er ja jetzt sein Herrchen wieder für sich hat. Er ist sofort auch wieder in die Wohnung gekommen, als wäre nie was gewesen.
So weit so gut. Aber nun wird mein Freund zu mir ziehen und natürlich seinen Kater mitbringen. Die beiden werden also - wieder - aufeinandertreffen.
Von der Katze erwarte ich eigentlich keine allzugroßen Schwierigkeiten, denn sie ist sehr lieb. Ihre früheren "Attacken" lagen meines Erachtens daran, dass sie Angst hatte, dass sie nicht bei meinem Freund wohnen bleiben darf. Als sie gemerkt hat, dass sie nicht weggescheucht wird, war das nämlich schnell vorbei.
Der Kater wird vermutlich schwieriger sein - zumal er als notorischer Freigänger nicht begeistert sein wird, dass er erst mal drinnen bleiben muss.

Habt Ihr bitte, bitte Tipps?

Außerdem wüsste ich gern, welche Sorte Bachblüten genau hier eventuell Sinn machen könnten (da gibts bestimmt Erfahrungen).

Zylkene hab ich auch da, und Feliway-Stecker werd ich installieren (gibts da irgendwelche bestimmten, die besonders wirksam sind, oder ist das alles das selbe?).

Dann habe ich immer wieder von "Gittertüren" gelesen. Wie sieht sowas aus, bzw. wie stelle ich sowas her :wink: (vielleicht gibts irgendwo ein Bild von sowas)?

Ich wäre super dankbar für hilfreiche Ideen. Danke schon mal!
 
Zuletzt bearbeitet:
08.11.2012
#1

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Zusammenführung - konkrete Tipps gesucht . Dort wird jeder fündig!

Simpat

Registriert seit
13.09.2010
Beiträge
5.615
Gefällt mir
21
Da kenne ich mich nicht wirklich aus, wird für den Kater natürlich heftig, weil er nicht raus darf, allerdings könnte es auch die Zusammenführung beschleunigen, weil er jetzt nicht nach draußen ausweichen kann, sondern sich mit ihr auseinandersetzen muss.

Wie gut dass klappt, wird euch keiner sagen können, weil ich fürchte, dass er ja schon ziemlich lang allein gelebt hat, da ist er vermutlich nicht so übermässig sozialisiert, auch wenn er Freigang hatte. Allerdings ist es jetzt auch nicht mehr seine Wohnung sondern ein neues Zuhause.

Mit Bachblüten, Zylkene usw. habe ich keinerlei Erfahrung, keine Ahnung wie effektiv so etwas ist.

Aber vielleicht sollte man hier es wirklich mit der langsamen Zusammenführung probieren, wenn ich auch sonst eher für die Hau-Ruck-Methode bin.

Ganz wichtig, ihr müsst Ruhe bewahren, damit sich eure Anspannung nicht auf die Katzen überträgt.

Ansonsten brauchen die Katzen viele Ausweich- und Rückzugsmöglichkeiten, damit sie sich gut aus dem Weg gehen können.
 

Schnubbel

Registriert seit
16.10.2005
Beiträge
3.111
Gefällt mir
0
Ich hab nun schon 3 zusammenführungen mit geschlagenen Katern, Tierheim Miezen und Katzenbaby hinter mir und kann nur sagen...


Setzt euch gemütlich nen Tee auf und wartet ab.
Die machen dat schon. ::bg

Man macht sich vorher immer extrem viele Gedanken, rennt bei jedem Quäcker panisch los und am Ende war alles um sonst.
So lang sich im Anfang nur angefaucht und mal angepatscht wird und kein Blut fließt ist alles easy :-)

Den Freigänger würde ich eine gewisse zeit drin lassen.

Wenns nach nem Monat noch gezicke gibt .. Nich aufgeben, sowas kann schon mal wat länger dauern.

Unterstützend kannste beide mit dem gleichen Kleidungsstück einreiben (schlafanzug eignet sich super) dann riechen sie schon mal gleich.
Dazu Rescuetropfen auf die Stirn und alles wird gut :-)
 
Rüsselspinne

Rüsselspinne

Registriert seit
31.07.2010
Beiträge
3.102
Gefällt mir
0
Das hört sich nach einer ganz schön schwierigen bevorstehenden Zusammenführung an... drei erwachsene Katzen, die ein bewegtes Vorleben und einen jeweils sehr ausgeprägten Charakter haben, zu vergesellschaften, ist schon eine Aufgabenstellung!
So richtig raten kann ich Dir da im Vorfeld leider auch nichts!
Ihr werdet da alles auf Euch zukommen lassen müssen.
Vielleicht verhält sich der Kater ja sowieso anders, wenn er in einem komplett anderen Revier ist. Und die Katze vielleicht auch, weil noch eine weitere Katze im Haus ist.
Ich würde auf jeden Fall auch eine langsame Zusammenführung vorschlagen... jede Katze in einem separaten Zimmer, dort erstmal ankommen lassen (vielleicht wenn möglich mit Gittertür?), und dann erst langsam zusammenbringen, zwischendurch Gerüche austauschen (Decken, Bettchen etc.).
Du hast ja nach Meinungen/Erfahrungen gefragt: meine Meinung ist, dass dieser ganze Hokus-Pokus von wegen Bachblüten oder Pheromon-Steckern überhaupt nix bringt (außer vielleicht für den Besitzer, der dran glaubt)... Entweder, die Katzen mögen und akzeptieren sich, oder nicht - daran wird kein Feliway-Stecker oder gar eine Bachblüten-Mischung (deren tatsächliche Wirkung ja ohnehin umstritten und nicht nachweisbar ist) etwas ändern.
Wichtiger ist in meinen Augen, dass jede Katze genug Rückzugsmöglichkeiten hat, zu nichts gezwungen wird und dass das Ganze langsam und mit Geduld vonstatten geht.
 
Zuletzt bearbeitet:

dagi

Registriert seit
20.01.2004
Beiträge
1.058
Gefällt mir
4
Zylkene würde ich auf jeden Fall auch nutzen.
Schon etwa eine Woche vor dem Umzug (oder durch das Umzugsgewusel noch früher) beginnen.
Und dann auch noch (am besten bis zum "Wiederrausdürfen" des Kater´s ) eine ganze Weile weiter.

Ich habe damit gute Erfahrungen gemacht, und bei drei von vier Katzen merkbare Veränderungen erziehlt.
Bachblüten würde ich auch geben, aber da hab ich eine Hotline, weil ich einfach keine Ahnung von den Blüten habe.

Würdet ihr in eine neue Wohnung ziehen, könnte jedem Tier ein eigenes Zimmer, quasi ein Schutzraum, zugewiesen werden.
Da es nicht so ist, wäre es eine Überlegung wert für den Zuziehenden jetzt schon ein eigenes Zimmer auszusuchen und dieses auch für für die Katze zu sperren.
Somit könnte jeder seinen Raum mit seinem Menschen als Rückzug nutzen und Ausgeglichenheit tanken.
Ansonsten bin ich auch eher jemand der zu "solange kein Blut fliesst machen die schon alles selber klar" neigt.

Schnuffeldecken und Bettchen austauschen, damit es nicht so fremd riecht ist auf jeden Fall sinnvoll.
Aber es werden sicher noch mehr Tipps kommen...
 

Schnubbel

Registriert seit
16.10.2005
Beiträge
3.111
Gefällt mir
0
Vorsorglich Zylkene? Wozu??? :roll:
Abwarten und Tee trinken .

Kannst ja hier mal bessl due sufu nutzen. Ich hatte meine 3 Großen mit beim Geisti, der selbst 2 Kater hatte. Dauerte ne Woche und dann wars selbst bei 5 erwachsenen kein Problem . Meine 3 sind wirklich Problemkinder, da Salem sich 2 Jahre nicht hat anfassen lassen.. Also setzt sie zusammen und wartet ab, was passiert!
Dann ist es früh genug, um nach heftigeren Mitteln zu greifen.:roll:
 
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
Vorsorglich Zylkene? Wozu??? :roll:
Abwarten und Tee trinken .

Kannst ja hier mal bessl due sufu nutzen. Ich hatte meine 3 Großen mit beim Geisti, der selbst 2 Kater hatte. Dauerte ne Woche und dann wars selbst bei 5 erwachsenen kein Problem . Meine 3 sind wirklich Problemkinder, da Salem sich 2 Jahre nicht hat anfassen lassen.. Also setzt sie zusammen und wartet ab, was passiert!
Dann ist es früh genug, um nach heftigeren Mitteln zu greifen.:roll:
Ich bin vermutlich etwas schwer von Begriff, aber was ist "due sufu" und was ist "Geisti"??? ::?
 

Schnubbel

Registriert seit
16.10.2005
Beiträge
3.111
Gefällt mir
0
Die Sufu= SUCHFUNKTION und Geisti ist ein Mitglied hier im Forum.
Wir waren mal zusammen und haben die Katzis übers WE oder mal für 1-2 Wochen mit zu mir oder zu Ihm genommen.

Temporärer Wochenendumzug oder so hies das Thema damals.
 
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
Danke :lol:.

Und danke für eure Tipps. Ich denke, wir werden es wirklich einfach wagen und schauen, was passiert und dann reagieren.
Falls es euch interessiert, werde ich dann berichten, aber es wird noch ein paar Wochen dauern, bis es soweit ist - vermutlich um Weihnachten rum.
Deshalb wollt ich mich einfach frühzeitig informieren.

Könnte mir jemand eventuell noch verklickern, wie so eine Gittertür aussieht bzw. gemacht wird, denn ich vermute, dass man sowas nicht bei Fressnapf kaufen kann :wink:? Vielleicht gibts irgendwo ein Foto?
 
Lio

Lio

Registriert seit
07.06.2008
Beiträge
3.873
Gefällt mir
1
Hallo Ashgrove,
ich finde es gut, dass Du Dir vorher so viele Gedanken machst und nicht erst hinterher...Von dem was man erwarten kann, dürfte es tatsächlich nicht so einfach werden.
Allerdings habe ich mir gedacht, vielleicht ist es von Vorteil, dass der Kater Deines Freundes Deine Katze schon kennt, weil ihm das in der neuen, ihn vielleicht verunsichernden Situation Sicherheit gibt?


Auf jeden Fall sanfte, langsame Zusammenführung, ich habe selbst leider noch keine Gittertüre gebastelt, aber es müssten hier im Netz eigentlich einige Leute was dazu sagen können.

Was Feliway angeht, muss ich widersprechen, ich würde es unbedingt einsetzen, möglichst zwei, drei Tage vorher, ich habe hier bei uns die Wirkung immer wieder beobachten können. Es ist auch kein Hokuspokus, sondern die Pheromone werden ja tatsächlich in die Luft abgegeben. Es macht aus Feinden keine Freunde aber es unterstützt.

Bea
 
Rüsselspinne

Rüsselspinne

Registriert seit
31.07.2010
Beiträge
3.102
Gefällt mir
0
Vielleicht liest Du Dir ja ´mal *diesen* Thread durch... Wally (Eroica) hat sicher ein paar gute Tips bezüglich Gittertür für Dich...:wink:
 
Trulla-la

Trulla-la

Registriert seit
09.07.2012
Beiträge
12.390
Gefällt mir
1.977
Nicole hat dir ja schon einen Thread verlinkt, steure ich mal noch´n Bild bei............

Die Aldi´s haben für ihre Pflegemäuse eine Gittertür gebaut.
Anschauen hier https://www.katzen-links.de/forum/katzen-verhalten/katzen-hyperaktiv-t157345-p3.html in Beitrag #24 möglich.

Weis nicht mehr wo, aber irgendjemand gab mal den Hinweis................

  • Günstige Tür aus dem Baumarkt holen
  • Loch reinsägen
  • mit Gitter (kann auch Kaninchendraht o.ä. sein) versehen
  • evtl. Leisten über die Drahtkanten um Verletzungen zu verhindern
  • einhängen + gut
Die o.g. Aldi´s waren sich nicht sicher das hinzubekommen und schau dir mal an wie toll die wurde.
Das schafft ihr auch.


Viel Glück bei der Zusammenführung. Mit entspannten Dosis die den Mäusen Zeit lassen klappt es bestimmt. ::bg ::r
 
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
Ja super, danke ihr zwei, genau sowas hab ich gesucht ... jetzt weiß ich auch, wie - ich denke, das kriegen wir hin :wink:.
 
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
So, der Kater ist vor zwei Wochen eingezogen.

Es sieht momentan so aus, als sei und bleibe die Kätzin der Chef. Es gibt noch einiges Gefauche, auch mal kurze Attacken, aber im großen und ganzen können sie in einer Wohnung gemeinsam existieren - mehr allerdings auch nicht. Der Kater hat im Bad ein Körbchen an der Heizung und unter dem Bett eins, die er beide aufsucht. Ansonsten darf er sich in der Wohnung nicht allzuviel blicken lassen, ohne dass sie darauf reagiert. Er sitzt an milderen Tagen auch gern auf dem Balkon - das ist überhaupt nicht ihr Ding, insofern gibt es da wenig Stress.

Ich hoffe nur, dass sich die Animositäten noch etwas mehr legen, denn ich glaube, der Kater leidet schon, dass sie ihm immer wieder auflauert und er sich nicht so frei bewegen kann, wie er möchte. Was mir unverständlich ist, ist, dass er sich das von ihr gefallen lässt. Bei anderen Katern (da wo er vorher wohnte) hat er nie lange gefackelt. Aber bei Lina lässt er alles zu. Bisher ist es gottlob noch zu keinen schlimmen Kämpfen gekommen, aber Geknurre, Gefauche und ein paar Ohrfeigen von ihr für ihn gab es schon. Ich denke, wenn er sich einmal wehren würde, wäre die Sache ganz schnell geklärt, aber er tut es nicht.

Ist es besser, das so weiterlaufen zu lassen in der Hoffnung, dass sie sich irgendwie dann doch noch arrangieren, oder können wir irgend etwas tun?
Ist das alles noch im vertretbaren Rahmen?

Ich habe mir überlegt, ob es vielleicht Sinn machen könnte, Bachblüten zum Einsatz zu bringen, hab das aber keinerlei Erfahrung. Welche? Die gleichen für beide oder unterschiedliche? Vielleicht kann mir da jemand etwas dazu sagen.
 
Lio

Lio

Registriert seit
07.06.2008
Beiträge
3.873
Gefällt mir
1
Hi Ashgrove,

schön, dass Du Dich meldest.
Das klingt ja zumindest nicht nach Katastrophe. Allerdings wäre eine Verbessserung schon noch wünschenswert.

Kannst Du noch ein bisschen mehr dazu sagen, wie die Zusammenführung vonstatten ging? Hast Du eine Gittertüre und Feliway eingesetzt? Haben sie sich schon angenähert, oder war es von Anfang an so, wie Du es jetzt beschreibst?

Wie verhalten sich Katze und Kater genau?
Gibt es gemeinsame Aktivitäten wie spielen? Fütterst Du getrennt? Faucht sie immer, wenn sie ihn sieht oder nur manchmal?

Zu Bachblüten kann ich Dir nichts sagen.

Bea
 
ashgrove

ashgrove

Registriert seit
18.08.2008
Beiträge
393
Gefällt mir
0
Wir haben sie die ersten zwei Tage ganz separiert und dann langsam angenähert mit sowas ähnlichem wie einer Gittertüre.

Es ist auch nicht so, dass sie, wenn sie ihn sieht, immer angreift oder faucht. Oft liegt sie irgendwo und reagiert gar nicht, wenn er im Flur am Zimmer, in dem sie liegt, vorbeiläuft, obwohl die Türe offen ist. Aber wenn er dann das Zimmer betritt und sich ihr nähert, dann wird sie oft giftig, oder wenn sie sich zufällig im Flur begegnen. Er faucht auch durchaus von seiner Seite aus und brummt sie an, aber er wehrt sich nicht gegen ihre Attacken, sondern rennt dann weg, was sie, glaub ich, ganz prima findet. Dann saust sie hinterher.

Feliway haben wir an zentraler Stelle im Einsatz, bisher habe ich aber den Eindruck, so wirklich viel bringt es nicht.

Er geht immer sehr vorsichtig durch die Wohnung, sie sehr selbstbewusst. Wenn ich es auf den Punkt bringen müsste, würde ich sagen, dass es täglich zu 2-3 Fauchereien (auf beiden Seiten) und zu einer Attacke von ihr gegen ihn kommt. Es ist also nicht ein pausenloses Gekämpfe und Gestreite, aber eben doch tägliche Nicklichkeiten. Sie ist aber auch dort, wo sie vorher war, so gewesen - hat sich viel mit den anderen Katzen, die dort leben, gestritten.
Gemeinsames Spielen findet gar nicht statt - das ist definitiv nicht sein Ding - er spielt nicht, kennt das gar nicht. Gefüttert werden sie an verschiedenen Orten in der Wohnung. Noch ist Freigang ja nicht möglich, das wird dann erst in ein paar Wochen der Fall sein. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch etwas Entspannung bringt, meine Sorge ist nur, dass er dann gar nicht mehr reinkommt. Momentan bleibt ihm ja nichts anderes übrig, als da zu sein ::?.
Ich hatte bisher noch nie mehrere Katzen auf einmal (hatte immer so Einzelgängerkatzen aus Notfällen, die nicht mit anderen zusammensein wollten), so dass ich gar nicht beurteilen kann, was da normal ist. Unter Menschen gibts ja auch mal Streit, vermutlich ist das bei Tieren nicht anders. Ich selbst finde das Ganze nicht dramatisch, bin mir aber einfach unsicher, ob man dem seinen Lauf lassen kann, bzw. weiß einfach nicht, ob nach zwei Wochen noch die Chance auf Veränderung besteht, oder ob zwei Wochen noch zu kurz sind, wir eben einfach zu ungeduldig sind.
 
mortikater

mortikater

Registriert seit
30.06.2006
Beiträge
17.969
Gefällt mir
192
Hallo Anne,

eine Chance auf Veränderung besteht definitiv, das glaube ich schon. Bei mir hat es letztlich drei Jahre gedauert, bis so was wie Harmonie einkehrte.

Das Problem war lange Zeit Tom. Tom gefiel es gar nicht, in einen Mehrkatzenhaushalt zu kommen. Bei mir lebten damals nur Rassekatzen, Mika, Marnie, Janni, Naomi (Maine Coons) und Perserseniorin Mandy. Alle diese Katzen waren sehr selbstbewußt und hatten keine Angst vor Tom. Tom hat sich sofort Mika als Prügelknaben ausgesucht, weil der auf seine sanfte Art der Chef war. Alle anderen Katzen mögen Mika. Tom klebte ihm täglich eine, aber Mika nahm das nicht schwer. Mehr traute sich Tom nicht, sie waren in etwa gleich groß und Tom will keine wirklichen Kämpfe, er lebt eher davon andere einzuschüchtern, was ihm bis dahin auch wohl gelungen war, weil er für einen EKH sehr groß ist.

Mette (EKH) war mit Tom eingezogen, sie war in seiner Gruppe im Tierheim und laut Tierheim versteht sich Tom gut mit Katzendamen.:roll:

Tatsächlich war es so, daß er Mette zu seinem Prügelknaben machte. An die anderen traute er sich nicht richtig ran, Mette war Prügel gewöhnt und kreischte und flüchtete und das törnte ihn dann so richtig an. Gebissen oder sonst wie verletzt hat er sie nie, so weit geht er nicht.

Ich bin also jedes Mal, wenn ich anwesend war, dazwischen gegangen und habe Tom isoliert im Badezimmer. Manchmal nur 10 Minuten, bis seine Aggression verpufft war, manchmal auch eine Stunde, wenn ich mal einfach meine Ruhe haben wollte. Auch mit Anbrüllen, so wenig artgerecht das sein mag. Tom ist ein sehr robuster Geselle, man muß ihn wirklich kennen, um das einordnen zu können. Er hat irgendwie viel von einem Hund, braucht im Gegensatz zu allen anderen Katzen die ich habe und hatte unbedingt das Gefühl einer höheren Autorität.

Es war wirklich so, wenn ich zum Schluß "Tom" rief, rannte er schon allein ins Badezimmer.

Er hatte aber auch depressive Momente, lag oft unglücklich allein im Schlafzimmer. Ich habe viel Zeit mit ihm dort verbracht und ihm dann auch viel Privilegien gegeben. Er darf mehr als die anderen. Ist der einzige, der abend spät noch in den Garten darf und ihn dann für sich hat. Das ist ihm auch wichtig. Tom und ich haben eine sehr enge Beziehung. Ich liebe ihn wirklich aus tiefster Seele und er mich auch, das war auch ein Teil des Problems, er wollte mich für sich haben.

Dann starben bei mir Janni (4) und Mandy (18 Jahre). Und Kimi und Keke, beide sechs Monate zogen ein. Ich habe irgendwie wenig über Tom nachgedacht, ich war so untröstlich über Jannis Tod, daß ich unbedingt noch einmal einen kleinen Kater haben wollte. Kimi war nicht geplant, der war die Zugabe, weil er und Keke dicke Kumpel waren, die nicht getrennt werden sollten. Es war natürlich auch viel besser, zwei kleine Katzen zu dem Haufen älterer Katzen zu holen.

Tom haßte Keke vom ersten Tag an mit einer Intensität, gegen die seine Attacken gegen Mette harmlos gewesen waren. Zähnefletschend stürzte er sich manchmal auf den armen Keke. (Die Zusammenführung hatte ich eine Woche mit einer Gittertür gemacht. Da war gar nichts, an einer Seite standen die Kleinen und staunten, auf der anderen Seite standen die Großen und staunten). Aber Keke wehrte sich von der ersten Sekunde an, er hat keinen Fluchtreflex, er schlägt zurück. Das wiederum ist nicht nach Toms Geschmack, Katerkämpfe will er nicht, dann hört er sofort auf.

Und letztlich war das die Lösung bei uns. Tom hat sich arrangiert. Er greift Keke eigentlich nicht mehr an, zieht sogar Leine, wenn der auf seinem Stammplatz im Bett liegt. Beim Fressen macht Tom manchmal sogar einen auf bester Kumpel, wenn er mit Keke aus einem Napf fressen möchte. Nach dem Fressen war es das dann wieder.

Hin und wieder jagt er Mette mal ein bißchen, aber die springt inzwischen auf Kratzbäume und verhöhnt ihn dann von oben.

Eine lange Geschichte mit wenig Relevanz für Zusammenführungen allgemein.

Ich glaube aber, dadurch, daß Ihr zwei Menschen seid und jede Katze einen Menschen für sich haben kann, habt Ihr schon mal ein Plus.

Angriffe der Katze würde ich versuchen zu unterbinden durch Ablenkung in irgendeiner Form, ihr zeigen, daß dieses Verhalten nicht erwünscht ist.

Eine dritte Katze könnte bei dieser kleinen Zicke wahrscheinlich nicht hilfreich sein, sie lebt nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung.

Irgendwie muß sie lernen, daß sie sicher ist und nichts verteidigen muß.
 
Zuletzt bearbeitet:
Lio

Lio

Registriert seit
07.06.2008
Beiträge
3.873
Gefällt mir
1
Wir haben sie die ersten zwei Tage ganz separiert und dann langsam angenähert mit sowas ähnlichem wie einer Gittertüre.

Es ist auch nicht so, dass sie, wenn sie ihn sieht, immer angreift oder faucht. Oft liegt sie irgendwo und reagiert gar nicht, wenn er im Flur am Zimmer, in dem sie liegt, vorbeiläuft, obwohl die Türe offen ist. Aber wenn er dann das Zimmer betritt und sich ihr nähert, dann wird sie oft giftig, oder wenn sie sich zufällig im Flur begegnen. Er faucht auch durchaus von seiner Seite aus und brummt sie an, aber er wehrt sich nicht gegen ihre Attacken, sondern rennt dann weg, was sie, glaub ich, ganz prima findet. Dann saust sie hinterher.

Feliway haben wir an zentraler Stelle im Einsatz, bisher habe ich aber den Eindruck, so wirklich viel bringt es nicht.

Er geht immer sehr vorsichtig durch die Wohnung, sie sehr selbstbewusst. Wenn ich es auf den Punkt bringen müsste, würde ich sagen, dass es täglich zu 2-3 Fauchereien (auf beiden Seiten) und zu einer Attacke von ihr gegen ihn kommt. Es ist also nicht ein pausenloses Gekämpfe und Gestreite, aber eben doch tägliche Nicklichkeiten. Sie ist aber auch dort, wo sie vorher war, so gewesen - hat sich viel mit den anderen Katzen, die dort leben, gestritten.
Gemeinsames Spielen findet gar nicht statt - das ist definitiv nicht sein Ding - er spielt nicht, kennt das gar nicht. Gefüttert werden sie an verschiedenen Orten in der Wohnung. Noch ist Freigang ja nicht möglich, das wird dann erst in ein paar Wochen der Fall sein. Ich könnte mir vorstellen, dass das auch etwas Entspannung bringt, meine Sorge ist nur, dass er dann gar nicht mehr reinkommt. Momentan bleibt ihm ja nichts anderes übrig, als da zu sein ::?.
Ich hatte bisher noch nie mehrere Katzen auf einmal (hatte immer so Einzelgängerkatzen aus Notfällen, die nicht mit anderen zusammensein wollten), so dass ich gar nicht beurteilen kann, was da normal ist. Unter Menschen gibts ja auch mal Streit, vermutlich ist das bei Tieren nicht anders. Ich selbst finde das Ganze nicht dramatisch, bin mir aber einfach unsicher, ob man dem seinen Lauf lassen kann, bzw. weiß einfach nicht, ob nach zwei Wochen noch die Chance auf Veränderung besteht, oder ob zwei Wochen noch zu kurz sind, wir eben einfach zu ungeduldig sind.
Hm, immer schwierig zu beurteilen, von außen. Kommt mir aber vor, als wäre die "Annäherung", Du schreibst ja nicht genau wie, vielleicht ein wenig schnell erfolgt.

Ich denke, nach zwei Wochen sind die Würfel längst nicht gefallen, aber es können sich natürlich schon so Sachen einschleifen, z.B. dass die Kätzin erwartet, dass er vor ihr davonzurennen hat.

Ich weiß, das ist hier umstritten, aber vielleicht versuchst Du eine Annäherung übers Füttern. Wenn sie mit fressen beschäftigt sind vergessen sie gerne ihre Animositäten. Ich habe damit ganz gute Erfahrungen.
Verstehe das aber bitte nicht als konkreten Tipp, eher als Anregung. Im Prinzip geht es darum, dass in Gegenwart des Katers ein positives Ereignis für die Kätzin stattfindet. Unerwünschtes Verhalten wird ignoriert, erwünschtes verstärkt. Macht ihr irgendwas, wenn sie ihn anzickt?
Auch würde ich dem Kater phasenweise einen Raum zur Verfügung stellen, in dem er sich aufhalten kann und die Kätzin nicht. Damit sich nicht einbürgert, dass er seine Berechtigung nur im Bad und unter dem Bett hat. Sondern dass die Reviere einigermaßen gleichberechtigt sind, später können sie das ja unter sich aufteilen. Das finde ich wichtig, wenn er ohnehin nicht so selbstbewusst ist. Dass ihr ihn da in seiner Daseinsberechtigung unterstützt.
Wenn Du wirklich Bedenken hast, dass der Kater sich nicht wieder reintraut, wenn er Freigang kriegt, würde ich schon ein paar Sachen zu seiner Unterstützung unternehmen.
Auch das ist umstritten, aber wenn sie sich anzicken, kann man versuchen, abzulenken (Laserpointer geht auch nicht?), oder deutlich machen, dass das unerwünscht ist.
Das ist jetzt alles ein bisschen flüchtig, aber ich denke, du verstehst die Intension...

Bea
 
Thema:

Zusammenführung - konkrete Tipps gesucht

Zusammenführung - konkrete Tipps gesucht - Ähnliche Themen

  • Neue Katze auf was testen ?

    Neue Katze auf was testen ?: In ein paar Wochen zieht zu unserem Kater ein weitere Kater aus dem Tierschutz (ca. 6 Monate) dieser wird vorher auf FiV und FelV getestet. Unsere...
  • Zusammenführung 2 Kitten zu 2 5-Jährigen

    Zusammenführung 2 Kitten zu 2 5-Jährigen: Hallo, hatte jemand schon mal die Situation, dass eine Zusammenführung zweier Kitten zu zwei erwachsenen Tieren misslungen ist? Ich war der...
  • Hilfe, Zank und Streit zwischen alten und neuen Katzen

    Hilfe, Zank und Streit zwischen alten und neuen Katzen: Im Juni wurde mir eine junge Katzenfamilie auf's Auge gedrückt, Papa, Mama, Baby Yoda. Bis sie komplett geimpft und kastriert waren, hatte ich sie...
  • Unsicherheit - bei Frauchen und Herrchen

    Unsicherheit - bei Frauchen und Herrchen: Hallo Zusammen, in meinen ersten Thema ging es ja um allgemeine Fragen wegen der Zusammenführung (Zusammenführung 2er Kitten mit älteren Kater)...
  • Alte Katze terrorisiert neue katze

    Alte Katze terrorisiert neue katze: Hallo Katzenfreunde Erstmal paar Eckdaten Luna 4.5jahre kastriert Luke 4.5 Jahre kastriert Lilly 1.5 Jahre noch unkastriert.(Termin steht) Ich...
  • Ähnliche Themen
  • Neue Katze auf was testen ?

    Neue Katze auf was testen ?: In ein paar Wochen zieht zu unserem Kater ein weitere Kater aus dem Tierschutz (ca. 6 Monate) dieser wird vorher auf FiV und FelV getestet. Unsere...
  • Zusammenführung 2 Kitten zu 2 5-Jährigen

    Zusammenführung 2 Kitten zu 2 5-Jährigen: Hallo, hatte jemand schon mal die Situation, dass eine Zusammenführung zweier Kitten zu zwei erwachsenen Tieren misslungen ist? Ich war der...
  • Hilfe, Zank und Streit zwischen alten und neuen Katzen

    Hilfe, Zank und Streit zwischen alten und neuen Katzen: Im Juni wurde mir eine junge Katzenfamilie auf's Auge gedrückt, Papa, Mama, Baby Yoda. Bis sie komplett geimpft und kastriert waren, hatte ich sie...
  • Unsicherheit - bei Frauchen und Herrchen

    Unsicherheit - bei Frauchen und Herrchen: Hallo Zusammen, in meinen ersten Thema ging es ja um allgemeine Fragen wegen der Zusammenführung (Zusammenführung 2er Kitten mit älteren Kater)...
  • Alte Katze terrorisiert neue katze

    Alte Katze terrorisiert neue katze: Hallo Katzenfreunde Erstmal paar Eckdaten Luna 4.5jahre kastriert Luke 4.5 Jahre kastriert Lilly 1.5 Jahre noch unkastriert.(Termin steht) Ich...
  • Schlagworte

    wann kater frühestens kastrieren

    ,

    wie 2 katzen zusammenführen im garten

    ,

    neynerin zytoplasmatisch

    ,
    zusammenführung katzen beschleunigen
    , katzenjunges in münchen gesucht, zylkene freigänger katze, bachblüten umzug und zusammenführung katzen
    Top Unten