Zucker in Katzennahrung: Ist das schädlich?

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Katzenfan

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Zucker in Katzennahrung: Ist das schädlich?
von Tim Watson

In Kürze

- Katzen haben sich zu strikten Karnivoren entwickelt, angepasst an eine proteinreiche Ernährung auf tierischer Basis mit moderatem Fettgehalt und wenigen oder ganz ohne Kohlenhydrate/n.

- Die Fähigkeit der Katze, in
der Nahrung enthaltene Zucker und Kohlenhydrate zu verdauen und zu verstoffwechseln, ist im Vergleich zu anderen Spezies begrenzt, aber ausreichend effektiv für die in gängiger Katzennahrung enthaltenen Mengen.

- Der Zuckergehalt von kommerziellem Katzenfutter liegt deutlich unterhalb des von Experten definierten sicheren oberen Grenzwertes.

- Aufgrund des karnivoren Erbes sind Katzen nicht in der Lage, die Geschmacksrichtung „süß“ zu schmecken, so dass der Zusatz von Zucker in Katzenfutter keinen Effekt auf die Akzeptanz (Schmackhaftigkeit) hat.

- Beobachtungen und experimentelle Studien zeigen, dass eine kohlenhydratreiche Ernährung bei Katzen keine Prädisposition für Adipositas oder Diabetes mellitus darstellt.

- Zahnkaries kommt bei Katzen selten vor, und es gibt keine Evidenzen eines Zusammenhangs zwischen Zuckeraufnahme und anderen Erkrankungen.


Online-Langfassung eines Artikels aus VETimpulse 15/2010
http://www.vet-impulse.com/fileadmin/user_upload/Watson_Zucker_Katzennahrung_website.pdf
 

Cécile

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... im wilden Süden
.... Aufgrund des karnivoren Erbes sind Katzen nicht in der Lage, die Geschmacksrichtung „süß“ zu schmecken, so dass der Zusatz von Zucker in Katzenfutter keinen Effekt auf die Akzeptanz (Schmackhaftigkeit) hat ....
::? und warum tut man es trotzdem ins Futter? Für uns Menschen, weils hübscher aussieht [braune Sauce]?
Wobei man da dann fragen könnte, ob sich hinter der Bezeichnung Zucker nicht doch Zuckercouleur verbirgt . . . und das wäre nun alles andere als gesund :?

LG
Britta
 
mortikater

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Das sagt Whiskas zum Thema:

Wir verwenden in unseren Produkten sehr geringe Mengen Zucker (maximal 0,5%). Er wird als Farbstoff deklariert, weil wir ihn in Form von Karamell einsetzen, denn das Auge „isst mit”. Aus genau dem gleichen Grund übrigens, aus dem die Hausfrau ihrer Bratensoße Zuckercouleur beifügt. Natürlich wissen wir, dass Katzen eine andere Vorstellung von appetitlichem Aussehen haben als wir Menschen. Aber der Tierhalter trifft nicht nur die Kaufentscheidung für sein Tier, sondern beeinflusst es auch unbewusst durch die innere Einstellung, mit der er seinem Tier das Futter reicht.
Die Zugabe von Zucker in dieser minimalen Menge ist absolut nicht gesundheitsschädlich, weder Zahnprobleme (Karies ist bei Katzen nicht bekannt) noch andere Krankheiten, wie z. B. Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), werden dadurch hervorgerufen.

http://www.whiskas.de/content/sortiment/haeufig-gestellte-fragen-zu-unseren-whiskas-produkten.html

Ich habe keine Ahnung, was "Karamell" ist (kandierter Zucker?), aber offensichtlich kein Zuckercouleur.
 

Katzenfan

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Für uns Menschen, weils hübscher aussieht [braune Sauce]?
Hallo Britta,
einen anderer Grund als das obige ist mir nicht bekannt...

Wobei man da dann fragen könnte, ob sich hinter der Bezeichnung Zucker nicht doch Zuckercouleur verbirgt . . . und das wäre nun alles andere als gesund :?
Was ist an Zuckercouleur E150 / E150a soooo schädlich oder hast du Ammoniak-Zuckercouleur (E150c) im Hinterkopf?

 
mortikater

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Karamell entspricht einer Teilmenge von Zuckercouleur. :wink:
:lol: Aha, also doch.

Mußte nun doch tatsächlich googeln, was Zuckercouleur eigentlich ist. (Keine Erfahrungen mit der Bratensoße, da ich Vegetarier bin).



Demnach kommt es darauf an, was für eine Art Zuckercouleur benutzt wird.
Ammoniumsulfit-Zuckercouleur (E 150d) führte bei Tierversuchen zu Krämpfen. E 150d ist z. B. in Cola enthalten.

Im Ammoniak-Zuckercouleur wurden bisher zwei toxische Komponenten entdeckt. Zum einen 4-Methylimidazol, welches bei Kaninchen, Mäusen und Hühnern Krämpfe auslösen kann. Für den Gehalt an 4-Methylimidazol im Ammoniak-Zuckercouleur wurde daher ein Grenzwert festgelegt. Zum anderen 2-Acetyl-4 (5)-tetrahydroxibutylimidazol, welches im Verdacht steht, bei Ratten ein Absinken der Lymphozytenzahl zu verursachen. Auch hier wurde ein Grenzwert festgesetzt: ADI-Wert (WHO, 1985): 0–200 mg/kg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zuckercouleur

Aber ich gehe davon aus, daß Whiskas diese Infos auch hat...:wink:
 
Öhrchen

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Keine so neue Erkenntnisse, oder?

Was mir etwas fehlt, da ja auch auf Adipositas/Diabetes eingegangen wurde, ist der Einfluss von kohlehydratreicher Kost auf den Urogenitaltrakt im Sinne von Blasensteinen - denn da steht das kohlehydratreiche, konzentrierte Trockenfutter ja ebenfalls in Verdacht, diese zu begünstigen.
 

ZweiBKHBaerchen

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Mal 'ne Frage, die nicht ganz OT ist: ist Gemüse, z.B. eine kleine Menge geriebene Karotten, unbedenklicher?
Meine beiden mögen gerne ein bisschen Gemüse als Leckerchen, und ich habe auch gemerkt, dass es ihrer Verdauung guttut.
Vielen Dank im voraus, falls jemand was weiss.

Liebe Grüsse,
Sabine
 
mortikater

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Keine so neue Erkenntnisse, oder?

Was mir etwas fehlt, da ja auch auf Adipositas/Diabetes eingegangen wurde, ist der Einfluss von kohlehydratreicher Kost auf den Urogenitaltrakt im Sinne von Blasensteinen - denn da steht das kohlehydratreiche, konzentrierte Trockenfutter ja ebenfalls in Verdacht, diese zu begünstigen.
In der Quelle von Whiskas geht es nur um Zucker.

Unter der Rubrik "häufig gestellte Fragen" (Warum wird Zucker zugefügt)
 
Öhrchen

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In der Quelle von Whiskas geht es nur um Zucker.

Unter der Rubrik "häufig gestellte Fragen" (Warum wird Zucker zugefügt)
Nein, ich bezog mich auf das PDF. Da fliessen Diabetes und Adipositas ein (die laut Autor/Studien beide nicht von Zucker im Futter provoziert werden), aber keinen Einfluss auf Ansäuerung bzw Alkalisierung des Harns durch Getreide/Kohlehydrate. Es ging ja nicht nur um Zucker, sondern auch um Kohlehydrate allgemein.

So wie ich das verstanden habe, geht es auch hauptsächlich um Nassfuter, oder täusche ich mich jetzt?
Da ist doch ein ganzer Absatz zu Trockenfutter, mit Grafik zum KH Anteil und Tabelle zum Zuckeranteil in Trockenfutter.
 
mortikater

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In der Langfassung des Artikels aus dem Volker zitiert hat, geht es sowohl um Zucker als auch um Kohlehydrate. Und sowohl um Trockenfutter wie um Naßfutter.

P.S.

Habe Deinen Beitrag jetzt erst gesehen - hat sich überschnitten, Stefanie.

Und ich gebe Dir Recht, Getreide alkalisiert den Harn, ich denke auch, daß nicht nur die Frage, was eine Katze verstoffwechseln kann von Bedeutung ist.
 

Kassandra24

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Danke, dass du dir die Mühe gemacht hast nach z sehen. Aber das ist , wie es immer ist.

:lol: Aha, also doch.

Mußte nun doch tatsächlich googeln, was Zuckercouleur eigentlich ist. (Keine Erfahrungen mit der Bratensoße, da ich Vegetarier bin).



Demnach kommt es darauf an, was für eine Art Zuckercouleur benutzt wird.
Ammoniumsulfit-Zuckercouleur (E 150d) führte bei Tierversuchen zu Krämpfen. E 150d ist z. B. in Cola enthalten.
Welche Tiere und in welchen Mengen? Nur wenn es Katzen waren und die Mengen so gering waren, wie sie eventuell im futter sind, wäre es aussagekräftig.

Wer hat denn schon mal nach dem Genuss von Cola Krämpfe bekommen? Kennt da jemand eine, der einen kennt?

Im Ammoniak-Zuckercouleur wurden bisher zwei toxische Komponenten entdeckt. Zum einen 4-Methylimidazol, welches bei Kaninchen, Mäusen und Hühnern Krämpfe auslösen kann. Für den Gehalt an 4-Methylimidazol im Ammoniak-Zuckercouleur wurde daher ein Grenzwert festgelegt. Zum anderen 2-Acetyl-4 (5)-tetrahydroxibutylimidazol, welches im Verdacht steht, bei Ratten ein Absinken der Lymphozytenzahl zu verursachen. Auch hier wurde ein Grenzwert festgesetzt: ADI-Wert (WHO, 1985): 0–200 mg/kg.

http://de.wikipedia.org/wiki/Zuckercouleur

Aber ich gehe davon aus, daß Whiskas diese Infos auch hat...:wink:
Das sagt ja eigentlich nur aus, dass Kaninchen, Mäusen und Hühnern beim Genuss von Ammoniak-ZuckerCouleur Krämpfe kriegen können. Und von de4r Menge steht auch nix dabei. Von Menschen oder Katzen ist nirgends die Rede.
Und es sagt auch noch aus, dass es eventuell als Rattengift eingesetzt werden kann. Wegen der sinkenden Lymphozytenzahl. Aber im Bezug auf Menschen oder katzen siehe oben.

ich finde es wird alles möglich so hochgespielt, dass man sich kaum noch traut irgend etwas zu essen oder zu füttern.
 

SusanneC

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So wie ich das verstanden habe, geht es auch hauptsächlich um Nassfuter, oder täusche ich mich jetzt?
Trockenfutter ist ja noch schlimmer, schon das enthaltende Getreide (Mais, Weizen, Reis) hat einen gewissen Anteil an Einfachzuckern, hohen Anteil von Kohlehydraten aus der enthaltenen Stärke...

oft sind auch noch "Rübentrockenschnitzel" oder ähnliches begefügt, also das was als Müll bei der Zuckerproduktion von den Zuckerrüben über bleibt.

Trockenfutter erhöht sowieso nachgewiesenermaßen den Blutzucker bei Katzen. Zwar nicht das Dabetesrisiko, aber es ist ja der erhöhte Blutzucker an sich, der Nieren, Sehkraft, Gefühl in den Extremitäten Kaputt macht. Auch ein Mensch kann gerne 50 Jahre Diabetes haben, solange dabei sein Blutzuckerspiegel im Bereich von gesunden Menschen bleibt - aber sobald sein Blutzucker öfter erhöht ist bilden sich einfach deutliche Spätschäden.

Wer sich sowas anschauen will kann mich gerne besuchen und mal schauen, wie mein Vater nach 30 Jahren Diabetes beeinander ist - ich möchte nicht mal 72 Jahren am Rollator durch die Wohnung wackeln, unfähig ohne fremde Hilfe auch nur die Wohnung zu verlassen, und mit heftigen Schmerzen in den Füßen nach 20 Metern zu Fuß. Warum sollte man sowas einer Katze antun?
 

Katzenfan

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oft sind auch noch "Rübentrockenschnitzel" oder ähnliches begefügt, also das was als Müll bei der Zuckerproduktion von den Zuckerrüben über bleibt.
Rübentrockenschnitzel sind eigendlich kein Müll sondern ein Nebenerzeugnis aus der Verarbeitung von Zuckerrüben. Aus ernährungsphysiologischer Sicht bestehen Rübentrockenschnitzel vor allem aus Zellwandkohlenhydraten, Rohproteinen und Mineralstoffen. Sie sind reich an Ballaststoffen, die die Magen- und Darmmotorik anregen und damit regulierend auf die Verdauung wirken.

Ab jetzt wird es spekulativ..

Würde ein Futter einen sehr hohen Anteil aus reinem Muskelfleisch haben würde das gleichzeitig bedeuten das der Phosphoranteil zu hoch ist und das angestrebte Phosphor-Calcium-Verhältnis von ca. 1:1 nicht erreichbar ist. Zusätze wie Knochmehl, Calcium Carbonat, Calcium Citrat etc. sind dann schon mal notwendig. Rübentrockenschnitzel bestehen ja nicht nur aus fermentierbaren und nicht fermentierbaren Fasern sondern enthalten auch Kalzium und Kalium wogegen Phosphor nur in sehr geringen Mengen enthalten ist (Ca:P-Verhältnis ca. 9:1). Ein Zusatz von Rübentrockenschnitzel "könnte" also auch den Phosphoranteil drücken..
 
SuperKitty

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Wenn möglich sollten Katzen, genau wie Menschen, möglichst natürliche Dinge zu sich nehmen. Also Pfoten weg von gezuckerter Nahrung.
 
saurier

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