Was heißt hier eigentlich "normal"?

Diskutiere Was heißt hier eigentlich "normal"? im Katzen-Verhalten Forum im Bereich Katzen allgemein; Hallo ihr Lieben. Ich weiß die Frage klingt vielleicht ein bisschen komisch, deswegen will ich gerne etwas weiter ausholen. Meine Dame wohnt...

Aluka

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Hallo ihr Lieben.

Ich weiß die Frage klingt vielleicht ein bisschen komisch, deswegen will ich gerne etwas weiter ausholen.
Meine Dame wohnt jetzt seit bald 12 Jahren bei mir und was für mich in ihrem Verhalten sonst immer "normal" war (weil ich es nicht anders kannte) wird mittlerweile, wo ich viele Bekannte mit Katzen habe, langsam aber sicher anders bewertet.

Sie kam mit ca einem halben Jahr zu mir, als Notfellchen von einer Tierschutzorganisation. Sehr scheu und ängstlich, da sie bis dahin nur auf der Straße gelebt hat. Andere Katzen konnte sie schon damals auf der Pflegestelle nicht leiden, deswegen wurde sie einzeln vermittelt - und sollte ihr im Garten doch einmal eine fremde Katze begegnen, gibt es entweder großes Geschrei, oder aber sie kommt mit einem Affenzahn ins
Haus; so verängstigt, dass diverse Körperflüssigkeiten abgehen.
Sie lebt mit mir in einem großen Haus und hat Zugang zum Garten, der sich mit dem Alter aber mittlerweile auf ungefähr eine Stunde am Tag reduziert hat, länger will sie gar nicht.
Was mir mittlerweile zu denken gibt: sie ist so völlig anders als andere Katzen. Was heißt das? Streicheln und auf den Schoß sind Dinge, die ich mittlerweile akzeptiert habe, letzteres geht gar nicht, ersteres nur wenn sie will und nur am Kopf/Nacken, maximal einmal den Rücken runter, das wars. Sie interessiert sich nicht für leere Pappkartons, nicht für auszuleckende Joghurtbecher, nur ab und an und "gnädigerweise" für ein Leckerli. Sie springt auf keine Möbel (außer ins Bett, da schläft sie auf dem Kopfkissen), nimmt keinen neuen (zusätzlichen) Kratzbaum an, liegt nicht in Wäschekörben mit wahlweise schmutziger oder sauberer Wäsche, nutzt das Holzfach am Kamin nicht, interessiert sich nicht für Klickertraining weil ja kaum für Leckerli... Wenn sie vor der Tür sitzt und in den Garten möchte... sitzt sie. Kein "Mau", kein Kratzen, kein Theater, wenn keiner kommt, geht sie wieder.
Was sie macht? Auf ihrem Platz liegen, die Welt beobachten, schlafen, meckern, bei der geringsten Veränderung (und sei es nur jemand der am Fenster vorbeiläuft) knurrend unterm Bett verschwinden. Von Besuch wollen wir nicht reden, da ist sie völlig abgemeldet. Und das nicht erst, seit sie die 10 oder so überschritten hat. Als Jungkatze war ab und an noch eine Federangel oder ein Bällchen interessant, aber schon lange gar nicht mehr.
Auf der anderen Seite: mit mir schläft sie jeden Abend im Bett auf ihrem eigenen Kissen. Würde sich nie etwas vom Tisch stehlen, und wenn ich das frische Hühnchenfleisch drei Stunden unbeobachtet lassen würde (was ich dafür schon für entgeisterte Blicke geerntet habe!), hat noch nie Gardinen oder Möbel zerstört und kommt aus dem Garten zurück wenn man ihren Namen ruft (zumindest zu 90%).

In Beobachtung fremder Katzen erscheint sie mir... ich weiß nicht. Introvertiert? Vielleicht auch nicht die hellste Kerze (was ja nicht schlimm ist!), manchmal glatt ein bisschen "zurückgeblieben" ohne damit gemein sein zu wollen.
Ich wollte mich einfach mal umhören, ob ihr auch solche Persönlichkeiten bei euch zu Hause habt, die viele, viele Verhaltensweisen, die so "typisch Katze" sind, einfach pauschal ignorieren.

Schon einmal Danke für ein mögliches Feedback!

LG
Aluka
 
16.10.2019
#1

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
Harlith

Harlith

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Hei Aluka,

Als ich mir deinen Text durchlas dachte ich mir nur, dass ihr beide eine perfekte Symbiose für euch gefunden habt. Damit ist für mich dann auch alles schon "normal".
Wenn Menschen oder Tiere miteinander leben, beeinflussen sie sich gegenseitig. Sie lernen sich und ihre positiven und negativen Eigenschaften kennen und eventuell verändern sie diese, wenn es zu sehr in der Beziehung knackst ... oder sie lernen sie zu akzeptieren oder sich damit zu arrangieren. Nach zehn Jahren Beziehung ist es mir sowas von egal wie mein Mann seine Zahnpastatube ausdrückt ... ich hab mir meine eigene hingestellt. 😉 Warum sollte es im Zusammenleben mit Katzen anders sein? Du hast dich damit arrangiert, dass deine Katze eben kein Quasselkasper ist, nicht das Schmusemonster, das in dich hineinkriechen will wenn es Kuscheleinheiten braucht und halt auch keine Wärmeflasche, die unbedingt unter die Bettdecke oder sogar den Pulli will. Dafür hast du eine Katze, die es geschafft hat sich dir zu öffnen und auch zu ihren Bedingungen deine Nähe und deine Streicheleinheiten zu akzeptieren.

Wenn ich mir die fünf Katzen meines Bruders anschaue muss ich sagen, meine drei Unterscheiden sich immer noch. Ich hab keinen Futterdemenzkater, der sich den Bauch voll schlägt ... dann einmal um die Kücheninsel schreitet und dann wieder vor dem leeren Napf steht um mehr zu fordern ... und das, wenn man es durchgehen lässt solange bis sein Magen das Stopschild hochhält und Jerry kotzen muss .. und dann steht er wieder vorm Napf. Ich hab auch keinen Kater die .. sry dumm wie Marzipan ist, aber dennoch so unheimlich niedlich und süß, dass man ihm alles verzeiht.

Meine Katze braucht mich, wenn ihr was nicht passt nur anzuschauen und ich weiß schon : "The Queen is not amused" da bedarf es keines Handtäschchens.
Der Kater ist n Schisser vorm Herrn ... wenn was fällt oder ein unbekanntes Geräusch auftaucht heißt es bei ihm "Alle Mann in Deckung!!!!!" als ob ne Granate hochgehen würde .. ach er warnt auch dabei mit einem lauten "Meeouuu" während er rennt. Aber er kann auch auf seinen Schmuseeinheiten insistieren und wenn ich ihn dann wegsetze werd ich beleidigt angemotzt. Dabei verzieht er die Nasenmuskeln, dass man genau sieht, dass er das echt scheiße findet. Ist das normal? Keine Ahnung. Keine meiner Katzen vorher hat das gemacht. Mein Sternenkater vorher hat sich einfach unter meinen Pulli geschmuggelt, hingelegt und war zufrieden. Während ich meine Katze fast schon zum Kuscheln überreden muss, indem ich sie solange streichele, bis sie sich hinlegt.
Wenn Besuch kam, war mein Sternchen direkt hinter mir an der Türe um zu schaun wer da kommt. Die Queen ... war unterm Sofa und kam vllt die nächste Stunde mal raus. Unser Motzmoppel ... flüchtet auf seinen Kratzbaum und schaut sich alles an und wehe der Besuch kommt zu ihm .. dann verschwindet er ganz weit hinters TV .. oder er faucht zur eigenen Sicherheit.

Ich leb(t)e bisher mit drei Katzenpersönlichkeiten zusammen und ich muss sagen ... ich habe keine Ahnung was normal ist.
 
Kaydee

Kaydee

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Hallo Aluka :)

Also zu allererst denke ich, bei Katzen ist gar nix normal 😅😅 darum haben wir uns ja auch Katzen ausgesucht und keine Hunde. 😍
Ich denke wie Harlith schon geschrieben hat, jedes Haustier stellt sich ja auch irgendwie auf seinen Besitzer ein und andersrum. Und solange DU mit deiner Katze Leben kannst, zufrieden bist und für euch Beide die Welt in Ordnung ist, ist doch alles normal. :)
Alle meine Katzen Die ich bisher hatte waren grundverschieden.
Der eine Kater (noch als Kind früher daheim)
Er wurde 14 Jahre alt und hat es in dieser ganzen Zeit nicht einmal geschafft Bei irgendwem auf dem Schoß zu liegen oder sich mal richtig streicheln zu lassen. Eine Katze wollte beim schmusen am liebsten getragen werden ,Einer wurde plötzlich schwul 😅😅
Meine Sternchen Kaydee war eigentlich wie ein Hund. Sie lief an die Türe wenn es geklingelt hat und hat jeden freudig begrüßt.. Ob das normal ist? :)
Ich denke mit dir und deiner Katze ist alles okay :)
 
_hannibal_

_hannibal_

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Hi,

hmm, also ich weiß nicht ob du hier auch negative Gedanken zu deiner Fragen hören möchtest, aber ich muss ehrlich sagen, ich finds befremdlich.

Was sie macht? Auf ihrem Platz liegen, die Welt beobachten, schlafen, meckern, bei der geringsten Veränderung (und sei es nur jemand der am Fenster vorbeiläuft) knurrend unterm Bett verschwinden.
Eine Katze, die sich so überhaupt für garnicht´s an ihrer Umwelt interessiert und den ganzen Tag mit rumliegen und/oder starren verbringt hat zu 90% resigniert. Gleich zu setzten mit Depressionen.
Eigentlich sind Katzen sehr aufmerksame Wesen, die Bewegungen wahrnehmen und meistens darauf reagieren. Aber das scheint ja bei der ganze Katze gänzlich zu fehlen. Kann natürlich auch sein, dass ich deine Beschreibung falsch interpretiere, was bei Texten generell ein Problem ist, aber wenn sie sich so verhält, wie ich glaube, liegt es sehr nahe dass sie resigniert hat.
 

Aluka

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Hallo!

Danke erst einmal für die bisherigen Antworten.
@Harlith
Danke für die ausführliche Antwort. Ich musste sehr lachen über den Futterdemenzkater :D dass sie alle unterschiedlich sind, ist ja auch schön und richtig so. Ich empfinde meine halt als sehr "still" in ihrem ganzen Verhalten, noch nicht einmal auf das "Reden" bezogen, sondern halt in allem, was sie so tut ;-)

@Kaydee
Plötzlich schwul o_O Auch nicht schlecht :D Danke für deine Einschätzung!

@_hannibal_ Also ich sage es mal so, wenn sie nicht schläft (was Katzen ja im Allgemeinen schon mal so einige Stündchen tun, dann "starrt" sie nicht in der Gegend herum, der Blick ist schon beobachtend und auch aufmerksam, sie kriegt alles ganz genau mit, folgt den Bewegungen mit den Augen usw. Was ich "komisch" finde ist, dass von ihr nie ein "Impuls" kommt, sagen wir es mal so. Ich meine, sie sieht mir zu, wie ich mein Fleischwurstbutterbrot esse, sie leckt sich sogar das Mäulchen aber sie würde nie von sich aus so "forsch" sein zu sagen: da geh ich jetzt hin, setze mich daneben, oder schubse und bettel. Sie beobachtet auch schnatternd Vögel vor dem Fenster und läuft mir hinterher wenn ich das Zimmer verlasse und es "zu lange" dauert bis ich wieder komme. Das Interesse an der Umwelt ist also meiner Meinung schon da - aber so ohne selbst wirklich von sich aus sich heraus zu kommen und eine Situation aktiv zu gestalten. Vielleicht ist es so ein bisschen deutlicher ;-)
 
_hannibal_

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Ist sie schon immer so? Sie kam ja noch recht jung zu dir.
 

Aluka

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Also früher war der Spieltrieb dann doch noch ausgeprägter und man konnte sie mit der Federangel recht gut animieren, aber so richtig selbstbestimmt aktiv war sie nie. Und dann wundern sich andere Katzenhalter wenn man die besucht, dass man große Augen macht, wenn die Katze in aller Selbstverständlichkeit Dinge tut, die die eigene eben in 12 Jahren noch nie getan hat ;) Wie zB über das Laptop auf dem Schoß laufen und sich mitten drauf setzen in einem "MIAUICHWILLDEINEAUFMERKSAMKEIT" ;-)
 
_hannibal_

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Es ist natürlich schwierig als Außenstehender hier überhaupt eine Meinung abzugeben, aber für mich klingt das Verhalten nicht normal.
Schau mal hier unter dem Punkt: meine Einzelkatze / die Einzelkatze von .... (weiter unten)
Verhalten
oder
Verhalten 2
Verhaltensstörungen äußern sich bei jedem Tier anders. Manche werden aggressiv ihren Haltern gegenübern, manche zerstören Möbel, manche werden einfach ruhig und still und verhalten sich extrem unauffällig. Und das letztere verkennen Besitzer leider oft falsch, indem sie denken, ihr Tier ist einfach ein ruhiges friedliches Tier.
Es kann natürlich gut sein dass ich falsch liege und ich meine das natürlich auch nicht böse.
 

Aluka

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Ist schon in Ordnung, ich wollte ja auch gerne einmal ungefilterte und ehrliche Meinungen hören ;)

Was für mich zu diesem Punkt nicht passt, ist ihr Verhalten anderen Katzen gegenüber. Wir wohnen sehr ländlich und es kann durchaus Mal passieren, dass sie draußen einer anderen Katze begegnet. Wie gesagt, sie sucht den Kontakt zu Artgenossen nicht, nicht nur aktuell nicht, noch nie. Sie flieht sofort und auch wirklich panisch, habe schon mal ein Häufchen auf der halben Treppe auf den Dachboden gefunden, wo sie sich dann versteckt hatte. Okay, vielleicht kommen die, wenn die in unseren Garten kommen in "ihr" Revier, aber wäre die Reaktion dann nicht trotzdem etwas zu heftig? Ich habe noch nie gesehen, dass fremde Katzen sie angegriffen hätten, sie kommen dazu ja auch gar nicht nah genug heran, sobald sie sie sieht, ist sie weg. Das geht so weit, dass sie einen Tag nicht raus geht, wenn eine fremde Katze auf der Terrasse war und dort Duftmarken hinterlassen hat.
 
Harlith

Harlith

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Okay, vielleicht kommen die, wenn die in unseren Garten kommen in "ihr" Revier, aber wäre die Reaktion dann nicht trotzdem etwas zu heftig?
Na ja .. du hast eine Katze mit einer vermeidenden Persönlichkeit. Sie hat gelernt, dass Flucht und Verstecken ihre Probleme löst.
Sie vermeidet Konfrontationen jeglicher Art mit anderen Katze (und vllt auch anderen Menschen). Und dabei meine ich Konfrontationen positiver, wie negativer Art, denn nicht jedes Treffen zwischen Katzen muss ja in einer agressivern Auseinandersetzung enden.
Ich habe beim Lesen des Posts zwar dieses gut aneinander angepasste herausgelesen aber irgendwie habe ich dabei nicht mitbekommen, dass dich diese Stille nun wundert. Dieses Verhalten baut sich über die Jahre immer mehr auf ... also dieses mehr schlafen .. weniger lange rausgehen etc.
 
_hannibal_

_hannibal_

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Das Verhalten draußen hat mit dem Verhalten in der Wohnung gar nichts zu tun. Das sind zwei völlig andere Leben. Sie scheint auch eine sehr ängstliche Katze zu sein?
 
xioni

xioni

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Ich finde das Verhalten jetzt nicht so "unnormal", sondern mich erinnert vieles daran an meine Motzi bzw. sogar an ihre Kinder.
Keiner von denen würde was vom Teller klauen, die gehen nicht auf den Esstisch, die Küchenzeile......
Außer Motzi kommt auch keiner so richtig zum Kuscheln, sondern sie legen sich neben mich und ich darf sie dann streicheln, was durchaus mit Schnurren und Treteln begrüßt wird.
Genau wie deine Katze kommen sie aber teilweise ins Bett zum Schlafen:giggle:

Kann das Verhalten einfach daran liegen, dass diese Katzen die ersten Monaten draußen gelebt haben? Das ist ja wahrscheinlich bei deinem Notfellchen auch so gewesen.
Meine haben ein distanzierteres Verhältnis zu Menschen als Katzen, die im Haus aufgewachsen sind. Und meine Motzi versteckt sich auch sofort unterm Bett, wenn sie nur fremde Stimmen hört!
 
_hannibal_

_hannibal_

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Keiner von denen würde was vom Teller klauen, die gehen nicht auf den Esstisch, die Küchenzeile......
Darum geht es mir zb garnicht. Katzen sind Neophob. Was sie zb nicht kennen fressen sie idR nicht. Schmusen will auch nicht jede Katze.
Ich finde die Teilnahmslosigkeit am Alltag, die herrscht, bedenklich.
Hier werden Eigenarten mit auffälligem Verhalten vermischt. Das muss getrennt werden
 
Smee

Smee

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Darum geht es mir zb garnicht. Katzen sind Neophob. Was sie zb nicht kennen fressen sie idR nicht. Schmusen will auch nicht jede Katze.
Ich finde die Teilnahmslosigkeit am Alltag, die herrscht, bedenklich.
Hier werden Eigenarten mit auffälligem Verhalten vermischt. Das muss getrennt werden
So sehe ich das auch. Eine ungünstige Mischung aus zurückhaltender Persönlichkeit, schlechten Erfahrungen am Anfang ihres Lebens und eventuell Resignation oder gar Depression.

Mein Kater gehört charakterlich auch zur "nachdenklichen" und stillen Sorte, schon immer. Ich sah ihn, seine Mutter und seine Geschwister als Kitten draußen herumlungern, und schon als kleiner Kerl saß er alleine herum und zeigte Null Interesse an seiner Mutter oder den Spielen seiner Geschwister. Ich wusste, diese Katze kann alleine nicht überleben, der verhält sich nicht "Katzig" genug um eine Chance unter Artgenossen zu haben. Deshalb ist er auch als Einzelkater bei mir, er hat sich in seinem bisherigen Leben gerade mal für eine andere Katze interessiert, alle anderem sind ihm schlichtweg egal. Selbst wenn sie draußen vor dem Fenster herumlaufen. Handelte es sich um große Kater, ging er früher in Deckung. Nun ist er ja selber ein großer Kater.
Allerdings ist er nicht lethargisch. Er beobachtet für sein Leben gerne und wirkt dabei richtig "nachdenklich", was ihm schon den Beinamen "Buddha-Katze" eingebracht hat. Er ist entspannt, zufrieden, alles in sich aufnehmend. Wenn er spielt, was selten vorkommen kann, dann tobt er sich dafür richtig aus. Er ist also nicht -nur- ruhig, er kann auch anders .... er will nur nicht, weil er ein sehr sensibles Tier ist, das tatsächlich einfach etwas ... komisch ist, und mit Sicherheit im Bezug auf andere Katzen eine Verhaltensstörung hat.
Besuch wird je nach Tagesfassung behandelt, mal aufgeschlossen und neugierig, mal zurückhaltend, mal gar nicht. An mein Essen geht er nicht ran, frißt nur, was auch für ihn bestimmt ist. Und leider Pastikfolien. So ist das halt, wenn man als Kitten im Müll herumstreunen muss.
Er ist unheimlich respektvoll und obwohl er nicht wie andere Katzen kuschelt, sucht er doch meine Nähe und wird noch immer zutraulicher im Laufe seiner Jahre. Als Kitten durfte ich ihn nicht mal bürsten, nun liebt er nichts mehr als seinen Furminator. Am besten 24 Stunden am Tag ...
Teilnahmslos war er nie, nur eben ruhiger und nachdenklicher als andere Katzen. Der schießt auch nicht durch eine offene Tür sondern legt sich erst mal daneben und wartet ab. Der fast perfekte Mitbewohner ;-) Ich durfte ihn übrigens trotz allem schon immer überall anfassen, besonders sogar an Bauch und Pfötchen. Als ich ihn damals abgeholt habe und ihn in die Transporttasche setzte, blieb er drin sitzen und fühlte sich offenbar sehr wohl darin, als wüsste er, dass ich ihn jetzt mitnehme. Zuhause dann gab's kein Verstecken, sondern der kleine Kerl rollte dich wohlig neben mir auf dem Sofa zusammen. Falls es so etwas wie Schicksal gibt, dann hatte es bei unserer Begegnung aber sowas von die Finger im Spiel...

Ach ja, eins muss ich euch noch erzählen, auch wenn ich eh schon wieder mal am Labern bin... als Kitten und als Halbstarker war mein Kater ein richtiger Angeber. Der hat sich vor allen Leuten in die Mitte des Raumes gelegt und wollte sich bewundern lassen. Er hat zum Teil auch kleine Kunststückchen und Albernheiten vollführt, wie Purzelbäume, etc, um bewundert zu werden. Schüchtern Menschen gegenüber war er nicht. Ich konnte ihn überall hin mitnehmen (da wog er ja noch nichts...), sogar in Zug und Bus. Der ist einfach chillig...

Was die TE hier beschreibt klingt schon eher nach echtem Zurückziehen in eine eigene Welt ohne äußere Einflüsse-, zumindest fasse ich es beim Lesen so auf.
 
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