Warum gute Aufzucht so wichtig ist

Diskutiere Warum gute Aufzucht so wichtig ist im Grundsatzdiskussionen Forum im Bereich Katzenzucht; Smørre und Smilla zogen im Dezember 2008 hier ein. Smørre 7 und Smilla 6 Monate alt. Smilla war aus einem „Unfallwurf“ entstanden, von dem...
AngiKr

AngiKr

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Smørre und Smilla zogen im Dezember 2008 hier ein. Smørre 7 und Smilla 6 Monate alt.
Smilla war aus einem „Unfallwurf“ entstanden, von dem mir die Züchterin bereits im September- als ich eigentlich auf Norwegersuche war- erzählt hatte.
Beim Besuch im Dezember fiel sie mir auf. Mit ihrer unglaublichen Schüchternheit. Die Züchterin konnte zu ihr gehen, dennoch drückte sie den Kopf tief in die Fensterbank beim Streicheln.
Bei den Besuchen im September war mir der „Smilla- Wurf“ nicht aufgefallen.

Smillas Verhalten blieb auch hier. Es wirkte auf mich, als ob sie gestreichelt werden wollte, aber gar nicht so recht wusste „wie“.
Sie drückte sich in Fensterbänke, an Wänden, in die Treppenstufen. Sie ließ sich anfassen, das schon. Wirkte dabei aber immer leicht „überfordert“, sie schien das nicht so recht zu kennen.

Mein Eindruck war recht schnell, dass dieser Wurf gar
nicht im Familienverband aufgewachsen war. Sondern separiert wurde.
Smørre stammt aus dem gleichen Haushalt und ist- mit Altagsgeräuschen, Besuch- VOLLKOMMEN anders. Auch vorsichtig, aber alleine Besuch reicht um Smilla panisch werden zu lassen. Beim Staubsauger ist sie schlicht „weg“.
JEDE Veränderung macht Smilla Angst. Das geht soweit, dass ich sie nicht per Ruf in s Haus bekomme, wenn mehr als 2 Personen Besuch kommt. Sie wartet dann, bis alles wieder ruhig ist.
Bei einer spontanen Garten- und Renovierungsaktion hatte ich sie dann erst Nacht s wieder drin.

Inzwischen ist Smilla meine Kuschelkatze. Ich kann sie nahezu immer streicheln und sie kommt zu mir um reell zu kuscheln. Das macht sie aber nur bei mir. Selbst Thomas kann sie nicht immer anfassen, was er sehr schade findet. Er hat sich wirklich alle Mühe gegeben.

Im Dezember 2011 kam Ida.
Ida ist bei der Züchterin in der Familie aufgewachsen und war ein normales Katzenkind. Sie wurde im August 2011 in eine Jungzucht verkauft und sollte dort Zuchtkatze werden. Die Familie kam sie mit ihren zwei Kleinkindern abholen, was Ida- vielleicht auf Grund mangelnder Erfahrung- offenbar schon nicht behagte.
Kurz nach ihrem Einzug wurde noch einmal umgezogen in eine nicht fertig renovierte Wohnung.
Diese Umstände führten dazu, dass Ida panisch wurde. Sie ließ sich nicht mehr anfassen, sie war- speziell in den Kinderbetten- unsauber und kratzte die frisch tapezierte Tapete von den Wänden. Ihr „Wohnort“ war faktisch unter dem Bett.
Und so sollte Ida noch einmal umziehen. Und kam hier her.

Hier zog allerdings eine völig andere Ida ein. Sie fuhr problemlos in der Box im Auto, sie kam hier gleich wieder heraus und ließ sich anfassen.
Es gab die eine- oder andere Unsicherheit, die sie sogar zu „überspielen“ versuchte.
Jetzt ist Ida völlig normal, ausgeglichen, schmusig und SEHR sozial mit Katzen.
Sie geht mit hinaus und kommt auf Ruf wieder herein.
Vom ersten Tag an, war Ida hier VÖLLIG anders, als im vorherigen Zuhause.

Mein Fazit:
Die erste Zeit des Aufwachsens ist so immens wichtig. Und so unglaublich prägend.
Smilla fehlt diese Phase. Ida hat sie gehabt. Und konnte deshalb wieder zu ihrer Sicherheit zurück kehren.
Ida war sicher mit dem spontan erlebten Leben überfordert. Aber nur durch ihr positives Aufwachsen konnte sie so spontan wieder „umschwenken“.



Smilla kann das nicht. Gerade die Erfahrung mit Ida hat mir gezeigt, dass ich mit der Einschätzung um Smilla vermutlich ziemlich richtig liege.



Nur mit einer guten Basis haben Katzen eine Chance trotz nicht optimaler Erfahrung wieder zu normalen Katzen zu werden.
 
13.04.2012
#1

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Gast

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GiSo

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Hallo Angela!

Das ist ein sehr interessantes Thema - und ich stimme dir völlig zu!

Meine beiden stammen zwar beide aus dem Tierschutz, sind dort aber mit wenigen Tagen bzw Wochen eingetrudelt und dann völlig unterschiedlich behandelt worden.

Gimli wurde mit Geschwistern ausgesetzt gefunden und auf einen Gnadenhof gebracht. Dort wohnte erst der Wurf in einem eigenen Zimmer, ehe sie mit ein paar Wochen dann den ganzen Hof erkunden konnten. Dort lernten sie Katzen, Hunde, Hühner, Kaninchen, Pferde usw usf kennen.
Ich habe Gimlis Geschwister leider nie kennen lernen können, er war der letzte aus dem Wurf, der ein Zuhause suchte. Aber er wurde mir von Anfang an als zutraulich und selbstbewusst beschrieben.

Sophia jedoch wurde allein gefunden und ins Tierheim gebracht. Dort wuchs sie in einem kleinen Käfig (geschätzt knapp 1m²) auf, in dem sich Futter, Bett und Klo befanden. Einmal am Tag wurde sie dort rausgelassen und lief in einem kahlen Raum (nur ein Tisch außer den Käfigen) herum, während das Klo gesäubert wurde.
Als ich sie kennenlernte, war sie schüchtern, kam aber ans Gitter, als ich sie Hand ranhielt. Bei zu viel "Fingeraktion" bein Kraulen zog sie sich aber sofort zurück.



Gimli ist heute noch sehr menschenbezogen, hält mich für Mama, lässt alles mit sich machen, ist neugierig und selbstbewusst. Er lässt sich von jedem anfassen und ist ein Sonnenschein. Da kann ich gar nichts Einschränkendes sagen. Er tretelt bei jedem, schnurrt bei jedem, ist einfach klasse ;)

Sophia jedoch hat oft Angst, lässt sich nur in ruhigen Momenten sehen. Sind nur mein Freund und ich zuhause, wird sie auch mal fordernd, indem sie einen anmaunzt, auf den Boden tretelt und sich auf den Rücken schmeißt. Dann ist aber Anfassen verboten, selbst sich Nähern ist nur bedingt erlaubt. Sie brauchte über ein Jahr, um sich von meinem Freund halbwegs so wild knuddeln zu lassen wir von mir. Überhaupt ist sie Männern gegenüber reserviert. Aber natürlich ist sie genauso klasse ^^
 

MarlonLilly

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Ja ein wirklich interessantes Thema .
Meine Beiden stammen ebenfalls aus dem Tierschutz aber aus unterschiedlichen Unterkünften und das merkt man deutlich.
Sunny kommt von einer Katzenhilfe , sie wurde im tiefsten Winter im Alter von ca. 4 Wochen zusammen mit ihren 3 Geschwistern in einem Waschmittelkarton neben einem Mülleimer gefunden. Alle machten durch lautes schreien auf sich Aufmerksam , zum Glück , so wurden sie zur Katzenhilfe gebracht , total ausgehungert und ausgekühlt , so wurden sie mühevoll im Privathaushalt der Vereinsinhaberin aufgepäppelt , alle 2 Stunden wurden sie mit der Flasche gefüttert , eine der bereits vorhandenen grossen Katzen dort kümmerte sich um den Rest , das putzen und warmhalten , sowie liebenvolle Fürsorge und die Kleinen bekamen von ihr alles beigebracht. Normale Haushaltsgeräusche bekamen sie mit , Fernseher , Radio usw. waren ebenfalls mit in dem Raum indem sie aufwuchsen , getrennt von den restlichen Räumen waren sie nur durch eine Gittertür. Mit in dem Raum befanden sich Katzen aller Altersklassen , die Gruppe harmonierte sehr gut. Die grossen durften in diesen Raum , wenn sie denn wollten , somit war immer die gleiche Gruppe dort zusammen. Im Rahmen der Möglichkeiten wurde Sunny samt Geschwister also äusserst gut sozialisiert und aus ihr wurde eine nicht schreckhafte , total liebevolle Katze , die genau weiss wer ihre Menschen sind , die aber trotzdem Fremden gegenüber keinesfalls scheu ist.

Timmi hingegen kommt aus dem Tierheim , wurde auch dort geboren , er musste in einem ziemlich kleinen Raum aufwachsen , zusammen mit seinen 4 Geschwistern , seiner Mutter und diversen anderen Jungkatzen bis zu einem Alter von einem Jahr , einzigste Ausnahme die Mütter. Dieser äusserst kleine Raum beinhaltete so etwa 10-20 Katzen je nachdem wieviele Würfe es gerade gibt , nur leider eben ohne Menschlichen Anschluss , die Tierheimmitarbeiter gehen nur zum füttern und Klos säubern rein , oder um Besucher dorthin zu bringen. Die Besucher werden dort alleine in diesem Raum gelassen.
Somit ist Timmi ein ziemlich sozialer , aber misstrauischer Katermann , fremden gegenüber ist er zwar neugierig aber auch misstrauisch , anfassen dürfen sie ihn erst nachdem er sie ausgiebig inspiziert hat , und auch uns gegenüber ist er manchmal noch misstrauisch. Ausserdem konnte er anfangs nicht wirklich springen , im Tierheim hatte er es nicht lernen können mangels Möglichkeiten.
Glücklicherweise hat er es inzwischen gelernt und sich auch viele andere Dinge von Sunny abgeschaut. Er geniesst es sichtlich soviel Platz zum rennen , springen und liegen zu haben.

Das selbe habe ich mit den Vorgängern so erlebt , Lilly war ebenfalls von der Katzenhilfe wo auch Sunny herkommt , sie war genauso sozialisiert und menschenbezogen wie Sunny es ist. Und Marlon kam auch aus dem Tierheim aus dem Timmi kommt , nur mit dem Unterschied das Marlon schon im grossen Katzenzimmer sass weil er schon älter war , dennoch auch er war zu Anfang ein misstrauischer Katermann , zum Glück legte sich das mit der Zeit.
Es ist also kein Zufall , und auch nicht auf den Charakter zu schieben sondern liegt definitiv an dem Umfeld aus dem sie kommen.

So unterschiedliche Katzen können bei so kleinen unterschiedlichen Details rauskommen.
 

cjh27

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*Schubs*

Ich würde gerne mehr über dieses Thema lesen ::w, hab aber nur Erfahrung mit Handaufzuchten oder mit Katzen, von deren Aufzucht ich nichts weiß :wink:

christine
 

Djamila

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Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht und niemals einen Notfall meiner Schwelle verwiesen.

Und ungeachtet der Sozialisierung ist es bisher bis auf einmal gutgegangen. Meine Katzen vertragen sich gut, natürlich gibt es Gruppen mit Freunden - aber nur ein einziges Mal musste ich einen Kater weitervermitteln.
 
AngiKr

AngiKr

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Darüber habe ich mir nie Gedanken gemacht und niemals einen Notfall meiner Schwelle verwiesen.

Und ungeachtet der Sozialisierung ist es bisher bis auf einmal gutgegangen. Meine Katzen vertragen sich gut, natürlich gibt es Gruppen mit Freunden - aber nur ein einziges Mal musste ich einen Kater weitervermitteln.
Mir ging es hier nicht um Notfall- contra Zuchtkatzen.

Ich hatte schon ein paar Katzen, die alle unterschiedlich- aber nie alleine gelebt haben.

Der Unterschied aber, den ich jetzt erlebe, den kann ich "nachvollziehen" (in Zeit und Entwicklung).
Und entsprechend das Verhalten erleben.

Ich hatte bei Smilla sofort den Eindruck, dass sie nicht in der Familie (aber mit Katzen) auswuchs. Sie kannte schlicht menschlichen Alltag nicht.

Ida kannte menschlichen Alltag. Aber nicht in der Form, in dem sie ihn nach Auszug bei der Züchterin erlebte. Konnte aber hier sofort zu ihren Wurzeln zurück.

BEIDE sind super sozial mit Katzen.
Smilla hat bis heute ein massives Problem mit Menschen.
Ida nicht.

Smilla kam direkt von der Züchterin.
Ida wurde von ihrer Züchterin verkauft und kam im neuen Zuhause mit viel Trouble, Umzug, Renovierungen gar nicht klar (mit Menschen).
Das hat sich hier sofort und auf der Stelle wieder gelegt. Sie hat sich vorher nicht mehr anfassen lassen und war unsauber.
Hier lässt sie sich von Besuch streicheln.

Meine zwei Tierschutzkatzen sind auch völlig unterschiedlich. Beide Fundkatzen, beide etwa 1 Jahr alt als sie zu mir kamen. Sie sind bis heute völlig unterschiedlich.
Ich bin sicher, dass Fatima nie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Mit gar nichts. Sie hat weder Angst vor Staubsaugern, Autos (aber Respekt), Treckern oder Hunden (aber etwas Respekt).
Winnie ist das Paniktier. Fremde Menschen, Geräusche- egal welche- umgestellte Möbel, ALLES macht ihr Angst.
Beide sind nun ca. 15 Jahre alt und es ist exakt so geblieben.
Aber von beiden kenne ich das erste Jahr nicht.

Und weil ich es nun erlebt habe, die ersten Monate zu "kennen", ist mir so aufgefallen, wie wichtig die ersten Lebenswochen (Ida wurde mit 13,5 Wochen das erste mal verkauft, Smilla ist mit 6 Monaten hier eingezogen) in guter, Katzen- sozialer und menschlicher Umgebung sind.
 

GiSo

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Ich wollte auch nicht alles auf dei Herkunft meiner zwei schieben, sondern nur erläutern, wie es eben zu dem kam, was sie früh erlebt haben.

Was mir noch einfiel: Sophia lässt sich bis heute nicht festhalten. Selbst beim Schmusen darf ich meine Hand nicht mal ruhig auf ihr liegen lassen. Gimli mag sowasm so eine ruhige Pause, aber Sophia fühlt sich sofort festgehalten. Einer unserer größten Fortschritte, seit ich sie habe, ist der, dass ich sie zB vom Boden auf einen Stuhl oder so hochheben kann. Mehr Festhalten wird aber, denke ich, nie wirklich gehen...
 

Elmo

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Hallo,

ich glaube natürlich auch, dass eine gute Sozialisation bei Katzen unglaublich wichtig ist - sonst würde ich mir nicht die Mühe machen. Hier steht die Wurfkiste meist neben oder in meinem Bett (hat bei einer Katze auf speziellen Wunsch auch schon mal auf dem Esszimmertisch gestanden), die Katzen leben immer mit und in der menschlichen und kätzischen Familie.

Und trozdem erlebe ich hier bei allen, quasi gleich aufgezogenen Katzen absolute Unterschiede, was zum Beispiel das "Festgehalten" werden angeht. Ich hab hier alle Extreme rumlaufen, Indigo, der sich zum Röntgen auf dem Rücken liegend von fremden Menschen (Tierarzthelfer) festhalten lässt, Nele die es genial findet wenn sie ganz fest eingequetscht wird, Bibi, die es nur schwer ertragen kann überhaupt festgehalten zu werden, Dotty die sich von niemandem anfassen lies ausser von "ihrem" Menschen (und jetzt im neuen Heim von ihrem "Neuen")...

Ihre Reaktionen auf fremde Menschen gehen von unglaublich ätzend aufdringlich (Abal, Ida) über geflissentliches "mir egal" (Ninu, Goldwyn) bis zum lieber unsichtbar werden (Inka).

Ihr Sozialverhalten gegenüber anderen Kazten reicht von "lass mich bloss in Ruhe sonst gibts heisse Ohren" (Rosie) über "du bist dort, ich bin hier und das ist gut so" (Bibi), souveränes Ignorieren von Mitkatzen (Indigo) bis zum "Liebt mich alle" (Dawn).

Ich könnte jetzt noch eine Weile so weiter machen, aber alleine vom Verhalten beispielsweise auf mangelnden Familienanschluss während der Aufzucht oder solche Dinge rückzuschliessen ist manchmal einfach zu einfach...
Natürlich werden Katzen durch ihre Aufzucht geformt, aber auch Rassekatzen haben sehr eigene Anlagen - sogar so nah miteinander verwandte Tiere wie unsere. Dadurch, dass ich sie so schön lange behalten durfte konnte ich das sehr schön beobachten.

Liebe Grüße
Andrea
 
LilliMarleen

LilliMarleen

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Hallo,

ich glaube natürlich auch, dass eine gute Sozialisation bei Katzen unglaublich wichtig ist - sonst würde ich mir nicht die Mühe machen. Hier steht die Wurfkiste meist neben oder in meinem Bett (hat bei einer Katze auf speziellen Wunsch auch schon mal auf dem Esszimmertisch gestanden), die Katzen leben immer mit und in der menschlichen und kätzischen Familie.

Und trozdem erlebe ich hier bei allen, quasi gleich aufgezogenen Katzen absolute Unterschiede, was zum Beispiel das "Festgehalten" werden angeht. Ich hab hier alle Extreme rumlaufen, Indigo, der sich zum Röntgen auf dem Rücken liegend von fremden Menschen (Tierarzthelfer) festhalten lässt, Nele die es genial findet wenn sie ganz fest eingequetscht wird, Bibi, die es nur schwer ertragen kann überhaupt festgehalten zu werden, Dotty die sich von niemandem anfassen lies ausser von "ihrem" Menschen (und jetzt im neuen Heim von ihrem "Neuen")...

Ihre Reaktionen auf fremde Menschen gehen von unglaublich ätzend aufdringlich (Abal, Ida) über geflissentliches "mir egal" (Ninu, Goldwyn) bis zum lieber unsichtbar werden (Inka).

Ihr Sozialverhalten gegenüber anderen Kazten reicht von "lass mich bloss in Ruhe sonst gibts heisse Ohren" (Rosie) über "du bist dort, ich bin hier und das ist gut so" (Bibi), souveränes Ignorieren von Mitkatzen (Indigo) bis zum "Liebt mich alle" (Dawn).

Ich könnte jetzt noch eine Weile so weiter machen, aber alleine vom Verhalten beispielsweise auf mangelnden Familienanschluss während der Aufzucht oder solche Dinge rückzuschliessen ist manchmal einfach zu einfach...
Natürlich werden Katzen durch ihre Aufzucht geformt, aber auch Rassekatzen haben sehr eigene Anlagen - sogar so nah miteinander verwandte Tiere wie unsere. Dadurch, dass ich sie so schön lange behalten durfte konnte ich das sehr schön beobachten.

Liebe Grüße
Andrea
Andrea, ich stelle hier gerade genau das Gleiche fest, wie Du bei Dir. Ich habe hier sechs kleine Flusen, die jetzt fast 10 Wochen alt sind. Sie schlafen nachts bei uns im Bett, zusammen mit ihrer Mama und Oma (ja, es ist eng hier!) und laufen tagsüber völlig frei in der Wohnung rum. Trotzdem haben wir ein paar, die hektisch wegrennen, wenn es klopft oder klingelt, während andere genau drauf zu galoppieren. Einige, die sich rasend flott verzupfen, wenn ich mit dem Besen oder Staubsauger komme, andere die versuchen, drauf zu reiten.... Die sind unterschiedlich und trotzdem bilde ich mir auch ein, dass man eine gute Aufzucht - also eine liebevolle Aufzucht, wo sie alles Möglich kennenlernen) am Charakter der Katze merkt. Sie mag sich verstecken, weil sie den Staubsauger hasst oder Angst vor ihm hat, aber sie hat soviel Vertrauen zu mir - und hoffentlich später ihrem neuen Dosi - dass sie direkt wieder kommt, wenn das Ding weg ist und ich mit den Leckerlis rappele. Vielleicht ist das der Unterschied.

 
AngiKr

AngiKr

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Natürlich habt ihr Recht. Katzen sind unterschiedlich.
Ich hätte auch niemals erwartet zwei "gleiche" Katzen von einer Züchterin zu bekommen.

Ich habe ja nun nicht erst seit ein paar Jahren Katzen. Ok, ich habe mir allerding früher auch NIE SO MASSIVE Gedanken darüber gemacht.

Sicher muss man nicht zwingend bei 3 Besuchen alle Kitten zu sehen bekommen. Erst Recht nicht, wenn der komplette, 2000m² große Garten Katzensicher eingezäunt ist.

Ich wollte aber bei den ersten Besuchen keine Creme Katze. Ich habe NUR auf die blauen geguckt. Ich habe immer zwei davon gesehen (wie ich dann später erfuhr, waren 4 davon da. Klar, zwei mal blau getigert, 2 mal mit weiß).
Ich habe 2x die blaue anfassen können.

3 Monate später habe ich dann mit einer blauen unter dem Esstisch gesessen. Die dann vorher den Kopf in die Fensterbank gedrückt hat, als sie von der Züchterin gestreichelt wurde. Welche vorher eben eine (welche auch immer) blaue hat draußen in meinem Beisein problemlos streicheln können...

Ja, Katzen sind verschieden.
Dennoch macht eine GUTE Aufzucht einen Unterschied.
 
GiDi

GiDi

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Hallo ihr Lieben,

ich möchte beide Punkte
Elmos Aussagen über die angeborene Unterschiedlichkeit der Charaktere (sehr gut dargestellt) und auch
die von AngiKr angesprochenen Auswirkungen der Aufzucht in den ersten Wochen
aus vollstem Herzen unterstreichen.

Beides deckt sich auch mit meinen Erfahrungen. Sowohl an eigenen Katzen, als auch an denen beim Tierschutz.

Eigene:
Ginger wild geboren, erst mit 4 Monaten zu Menschen ist ähnlich Smilla. Sie ist zwar schon zutraulich, gelegentlich kampfschmusig, wird ihre Vorsicht und ängstliche Aufmerksamkeit aber nie los.

Dina Handaufzucht ist das komplette Gegenteil. Die Wunsch-Kuschel-angstlos-alles-mit-mach-Katze schlechthin.

Benjamin ist ähnlich Smorre (Sorry, wo ist das Sonderzeichen?). 1a-Aufzucht, liebenswürdig, sozial, natürlich, unkomplziert, dennoch eine eigene Persönlichkeit.

Amy = Sonderfall. Anlagen und Optik wie Norweger = gut. Aber Fundkatze mit 4 Wochen alleine = ganz schlecht! Sehr spezielle Person. Sozial und unerschrocken selbstbewusst mit Katzen, eher ängstlich gegenüber Umwelt (außer natürlich ihr sicheres Zuhause), zwiespältig mit Menschen (liebt DEN Einen).

Die Würfe, die bei uns im Tierschutz geboren werden und EIGENTLICH ganz ordentlich aufgezogene, aufgeschlossene Jungtiere hervorbringen sollten, zeigen dennoch die von Elmo gut beschriebenen Charakterunterschiede. Es sind manchmal einfach welche dabei, die zu unzugänglichen Schissern werden und trotz guter Voraussetzungen schwer vermittelbar sind.

Auf der anderen Seite sind da die Fundkätzchen, die ganz unterschiedlich alt anlanden, eventuell auch ganz allein. Blöd, aber notwendig ist, dass die Quarantäne eingehalten werden muss. D. h. erstmal Käfig 2 x 1 m, wenn allein gefunden, dann leider allein.
Wir bemühen uns natürlich, Kätzchen zusammen zu lassen, sobald es gesundheitlich vertretbar ist. Es ist aber immer ein Abwägen zwischen dem Wunsch nach guter Sozialisierung und dem Risiko das alle doch noch krank werden.
Auch hier entwickeln sich die Kätzchen ganz unterschiedlich.
Manche sind gut "zu retten". Andere bleiben verkorkst, egal was man versucht.
Auf jeden Fall ist es immer traurig, wenn Kätzchen, die eigentlich gute Chancen haben, um noch an Menschen und Alltagsleben heran geführt zu werden, so lange krank sind, dass sie ewig allein im Käfig bleiben müssen.
 

Simpat

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Ich habe meine drei Katzen von zwei verschiedenen Züchtern, die sind alle drei ganz liebevoll aufgezogen worden, aber man merkt einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Züchterhaushalten.

Es sind BKHs, alle drei sind direkt von der Züchterin zu mir gebracht worden. Alle drei sind recht verschmust und menschenbezogen und im Haushalt integriert aufgewachsen, mit ihren Geschwistern und anderen Katzen also bestens sozialisiert und haben großes Vertrauen zu mir und keine Probleme mit irgendwelchen Haushaltssituationen usw.

Sue und Murhpy sind aber aus einem sehr ruhigen Züchterhaushalt, wo nur die Züchterin mit ihrem Mann wohnt und sehr selten Besuch vorbeigekommen ist, während Felix aus einem Haushalt mit drei Kindern stammt, wo ständig Leute zu Besuch gekommen sind und jeden Tag Leute ein und aus gegangen sind und diesen Unterschied merkt man deutlich.

Wenn es an der Tür klingelt sind Sue und Murphy schon in "Alarmbereitschaft" und wenn dann jemand Fremdes reinkommt, dann sind die beiden erstmal weg. Wenn der Besuch länger bleibt und sie nicht beachtet, kommen sie dann meist nach einiger Zeit raus um mal nachzusehen, wer dass ist. Hingegen rennt mein Felix wenn es klingelt zur Tür um nachzusehen wer da kommt und er versteckt sich auch nicht wenn Besuch dann reinkommt.
 
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Warum gute Aufzucht so wichtig ist

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