So plötzlich alles zu Ende! Mediastinales Lymphom und Leukose positiv

Diskutiere So plötzlich alles zu Ende! Mediastinales Lymphom und Leukose positiv im Krebserkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo miteinander Nachdem ich einige Einträge gelesen habe und sehr gerührt und positiv überrascht war, wie einfühlsam und warmherzig hier...

Minalina

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Hallo miteinander
Nachdem ich einige Einträge gelesen habe und sehr gerührt und positiv überrascht war, wie einfühlsam und warmherzig hier miteinander kommuniziert wird, traue ich mich auch mal...
Leider ist auch mein aktueller Anlass ein trauriger: letzte Woche Donnerstag wurde Mickey, unser noch nicht mal 2-jähriger Mischlingskater, eingeschläfert. Es ging alles so schnell, daher stehe ich immer noch unter Schock. Am Samstagmorgen (also Samstag vor einer Woche) atmete er plötzlich so angestrengt und wirkte fast apathisch. Natürlich sofort zur Tierarztpraxis. Dort wurde nach der körperlichen Untersuchung ein Röntgen gemacht, bei dem sich ein großer Pleuraerguss zeigte, daher auch die Atemprobleme. Er sollte dort bleiben zur Punktion und weiteren Diagnostik. Ich könnte dann am nächsten Tag anrufen und nachfragen. Blutuntersuchung wurde auch gemacht, war so weit in Ordnung. Er hatte auch kein Fieber. Die abpunktierte Flüssigkeit sollte zytologisch untersucht werden, was aber erst wieder ab Montag gemacht werde. Man wollte ihn noch dort in der Praxis überwachen. Am Montag kam die Mitteilung, dass im Mediastinum, also quasi direkt vor dem Herzen, eine Masse sei- somit nicht nur Flüssigkeit, wie zunächst gedacht. Bei einem Ultraschall am Dienstag wurde diese Masse dann punktiert und bereits die Verdachtsdiagnose Lymphom oder Thymom gestellt, genaueres werde dann die Gewebsanalyse zeigen. Schock! Wahrscheinlich ein Tumor, dazu noch bösartig! Habe in bisher 30 Jahren Katzenhaltung nie
mit solchen Diagnosen zu tun gehabt. Die Ärztin wollte mich aber erst mal beruhigen, ein Thymom sei grundsätzich operabel und könne auch gutartig sein. Wir sollten die Analyse abwarten. Da Mickey aber sogar besser atmete, konnte ich ihn wieder nach Hause mitnehmen. Die anderen Katzen liessen ihn zum Glück auch in Ruhe, und er hat auch ein wenig gefressen, sich aber ansonsten eher distanziert verhalten. Am nächsten Morgen ging es ihm aber leider wieder schlechter, total angestrengt atmend hockte er da. Ich rief in der Praxis an, mir wurde angeboten, dass ich ihn wieder bringen kann, er käme notfalls in die Sauerstoff-Box, es könnte auch kontrolliert werden, ob sich wieder Flüssigkeit gebildet hat. Gesagt, getan. Dann am Nachmittag der niederschmetternde Anruf: es ist ein Lymphom, nicht operabel! Eine Bestrahlung im Onkologie-Zentrum, etwa eine Autostunde entfernt, könne veranlasst werden. Sie riefen dort an, um die Situation zu besprechen. Es hieß dann zunächst, eine Bestrahlung sei möglich, ggf. in Kombination mit Chemotherapie. Ich muss sagen, da schöpfte ich ein wenig Hoffnung. Doch die Onkologin wollte noch einen Leukosetest, da Mickey ja so jung war, lag der Verdacht wohl nahe, dass das Virus den Krebs verursacht hat. Und Peng! Der nächste Schock: Leukose positiv! Und die Atmung wurde zusehends schlechter, wobei er in der Sauerstoff-Box noch ganz gut zurecht kam. Nun hieß es schnell zu entscheiden. Wir gingen trotzdem nochmals alles durch, und vor allem, was es für Mickey bedeuten würde: der Transport zum Zentrum, weitere Untersuchungen, Bestrahlung unter Narkose. Ich war total verzweifelt, denn die Ärztin riet mir, ihm das nicht anzutun. Die Prognose sei sehr schlecht, zudem bestehe die Gefahr, dass er in eine akute Atemnot kommt- trotz Behandlung, welche ja auch erst mal anschlagen muss. Was für eine schreckliche Vorstellung! Das wollte ich Mickey unbedingt ersparen. Trotzdem konnte ich nicht sofort sagen, dass wir ihn gehen lassen wollen. Es war absolut furchtbar, einerseits die verzweifelte Hoffnung auf eine mögliche Verbesserung, wenn auch nur vorübergehend, andererseits das Wissen, dass er schon jetzt so eingeschränkt ist durch die Atemschwierigkeiten!
Wir haben dann letztlich beschlossen, dass wir das nicht riskieren wollen unter den Umständen. Möglicherweise hätte er schon den Transport nicht ohne weiteres überstanden...
Mickey wurde am Donnerstag erlöst. Obwohl ich nicht komplett mit dieser Entscheidung im Reinen war. Es fühlte sich total falsch an, dennoch bin ich dem Rat der Tierärzte gefolgt. Hatte kurz vorher noch den Impuls, "Stopp" zu rufen! Doch ich tat es nicht. Ich stand nur noch wie erstarrt dort. Mickey war vorher zwar etwas unruhig, hatte inzwischen auch schon an Gewicht abgenommen, aber er wirkte nicht wie ein sterbenskranker Kater, dem nur über die Schwelle geholfen werden muss. Die Tierärztin meinte, ich würde ihm wirklich einen Dienst erweisen, indem ich ihn gehen lasse. Sie hatte ihn vorher auch sehr gestresst erlebt und war überzeugt, dass es bei der schlechten Prognose und bereits so rascher Verschlechterung eher in Quälerei ausarten würde, eine so aufwändige Therapie durchzuführen. Er hätte auch nicht mehr zur Gruppe gedurft wegen der Leukose, und das wäre doch auch nicht in seinem Sinne gewesen, hätte ihn zusätzlich gestresst. Das habe ich dann auch so empfunden und losgelassen, obwohl es mich innerlich schier zerrissen hat.

Doch nun fühle ich mich so schuldig und denke, dass es ein Riesenfehler war!! Dass ich ihm noch eine Chance hätte geben müssen. Dass ich doch darauf hätte bestehen müssen, es zumindest zu versuchen! Ich fühle mich so alleine damit. Mein Freund meint, er ist auch traurig, aber versteht das Ausmaß meiner Verzweiflung nicht. Wenn doch wenigstens noch etwas Zeit geblieben wäre, um sich wirklich etwas sicherer zu sein! Aber es ging alles so schnell, ich konnte gar keinen klaren Gedanken fassen!
Gibt es hier jemanden, der es auch so erlebt hat? Was hat euch geholfen, mit dem Gefühl umzugehen, vielleicht nicht alles versucht zu haben?

Meine Güte, habe jetzt insgesamt ca. vier Stunden gebraucht, um diesen Text zu schreiben!
Traurige Grüße und Danke fürs Lesen.:cry:
 
19.03.2018
#1

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Guest

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
Tina2014

Tina2014

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Das tut mir sehr, sehr leid:cry:::knuddel; was Du durchmachen musstest, muss die Hölle gewesen sein :cry: ::knuddel So ein junges Tier, und schon so schrecklich krank :cry:, und dann alles so plötzlich.

Ich musste auch am Donnerstag meinen Nino gehen lassen:cry:, es ist immer schlimm und tut so schrecklich weh, aber es ist ein großer Liebesdienst, unseren Schätzen weiteres Leiden zu ersparen.

Du hast ganz sicher richtig entschieden::knuddel. Die Behandlung wäre eine Riesenbelastung für den kleinen Körper gewesen, und wenn Ihr dann später "aufgegeben" hättet, wären die eigenen Vorwürfe und Gedanken noch schlimmer geworden.

Auch so ein junger Körper hätte diese furchtbare Krankheit und ihre Folgen und so eine schwere Therapie nicht lange aushalten können, es wäre höchstens etwas Zeit gewonnen - aber um welchen Preis für den Kleinen ? :cry:

Ich weine mit Euch :cry: ::knuddel
 

Minalina

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Vielen Dank für deine Nachricht, Tina2014! Bisher war ich nie in Foren aktiv- hatte da immer etwas Vorbehalte. Muss aber sagen, dass es sich jetzt doch richtig anfühlt, Gleichgesinnte zu suchen.

Es tut mir auch leid für dich und deinen Nino! Vielleicht sind die beiden ja gemeinsam über die Brücke gegangen...
 
MinjaundJimmy

MinjaundJimmy

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Es tut mir so leid :cry: ::knuddel
Ich bin mir auch sicher das du richtig entschieden hast.
Atemnot ist mit das Schlimmste was man haben kann....
Und wie du selber schreibst, die lange Fahrt, der damit verbundene Stress, die Bestrahlung etc., und noch nicht mal wirkliche Heilungschancen....
Du hast sicher richtig entschieden...

Mickey wird für immer dein Begleiter sein, in deinem Herzen ::l

Liebe mitfühlende Grüße
Jo
 
Tatjana462

Tatjana462

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Zuerst einmal mein aufrichtigstes Beileid, weil Du Deinen geliebten Mickey durch so eine grausame Krankheit gehen lassen musstest. Das ist immer ganz furchtbar für den/die Betroffenen/e. :rose::rose::rose:
Die Tierärztin meinte, ich würde ihm wirklich einen Dienst erweisen, indem ich ihn gehen lasse. Sie hatte ihn vorher auch sehr gestresst erlebt und war überzeugt, dass es bei der schlechten Prognose und bereits so rascher Verschlechterung eher in Quälerei ausarten würde, eine so aufwändige Therapie durchzuführen. Er hätte auch nicht mehr zur Gruppe gedurft wegen der Leukose, und das wäre doch auch nicht in seinem Sinne gewesen, hätte ihn zusätzlich gestresst. Das habe ich dann auch so empfunden und losgelassen, obwohl es mich innerlich schier zerrissen hat.
Ich kann der TÄ nur recht geben. Alle Versuche wären eine Quälerei geworden - und am Ende hätte er doch gehen müssen. Dies hast Du ihm alles erspart.

Man hinterfragt meistens seine Entscheidungen, noch dazu, wenn sie so schnell gefällt werden mussten. Aber ich habe es bei einer meiner Samtpfoten erlebt, dass sie nachts plötzlich keine Luft mehr bekam. Wir ganz schnell in die nächste Tierklinik, Sauerstoffzelt und ebenfalls sofort einschläfern. Es war die Hölle, weil so unerwartet und wir waren ebenfalls absolut nicht darauf vorbereitet.

Aber wenn man dann nicht schnell genug in einer Klinik ist, erstickt die Katze. Das ist eine so grausame Vorstellung - und das hast Du Deinem Mickey erspart. Deshalb war die Entscheidung alternativlos. Und nein, Du hättest ihn mit Sicherheit, nach dem, was Du beschreibst, nicht retten können. Ich sehe es, wie die TÄ nach den jahrelangen Erfahrungen auch hier im Forum.

Du hast ihn noch in Würde gehen lassen. Das war die einzig richtige Entscheidung. Deshalb hadere nicht mit Dir. Du bist den schwersten Weg gegangen - für Deinen Kater, den Du so geliebt hast. Nun geht es ihm besser, glaube mir.

Dir wünsche ich für die nächste Zeit viel Kraft, den Verlust zu verarbeiten. ::l::l::l

R.I.P. kleiner Kater Mickey, Du wurdest so sehr geliebt.

 
Flosi

Flosi

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Auch tut es so leid das du deinen Mickey so früh verloren hast :cry:

Ich bin ganz sicher das du genau richtig entschieden hast. Der arme kleine Schatz muss jetzt keine Atemnot und Schmerzen erleiden.

Da kann man wirklich nur mitweinen fühl dich ganz lieb gedrückt ::knuddel ::knuddel
 

Minalina

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Vielen Dank euch für die tröstlichen Worte! ::wgelb

Stehe im Moment noch immer total neben mir, alles "normale" scheint auf einmal so unwichtig. Aber es hilft mir sehr, dass ihr aus der Ferne mitfühlt und unsere Entscheidung nicht verurteilt. Es ist wirklich mit das Schlimmste, wenn ein geliebtes Tier einen dann so anschaut und man weiß genau: gleich ist es vorbei. Du wirst deine Augen für immer schließen, dabei hast du doch noch gar nicht richtig gelebt! Es ist so grausam...
 
Julchen94

Julchen94

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Sicherlich war er noch viel zu jung um zu sterben.
Aber Deine Entscheidung war richtig.
Ich hätte auch nicht anders entschieden.

Es ist immer grausam Abschied zu nehmen, ob sie nun jung sind oder alt. Es ist einfach immer zu früh.
 
Flosi

Flosi

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Es ist einfach so schrecklich traurig :cry:

Da fehlen einem echt die Worte....

Trösten dich deine anderen Katzen wenigstens ein bisschen?
 

Minalina

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@Flosi: Ja, die anderen Katzen sind schon ein Trost. Es lenkt etwas ab, und man kommt nicht in die leere Wohnung. Ein bisschen bitter ist es aber doch, denn die anderen scheinen nicht wirklich beeindruckt zu sein. :-(
Sie suchen ihn auch nicht, oder so.
 
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