Schwarmwissen gefragt: Kahllecken des Fells entlang der unteren Wirbelsäule - mögliche Ursachen?

Diskutiere Schwarmwissen gefragt: Kahllecken des Fells entlang der unteren Wirbelsäule - mögliche Ursachen? im Krankheiten-Äußere Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Ich frage hier für den Kater eines Freundes, vielleicht habt Ihr ja Ideen, welche Ursache das Kahllecken haben könnte bzw. was ein TA untersuchen...
lux aeterna

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Ich frage hier für den Kater eines Freundes, vielleicht habt Ihr ja Ideen, welche Ursache das Kahllecken haben könnte bzw. was ein TA untersuchen sollte.

Zum Tier: Es handelt sich um einen kastrierten EHK-Kater, der meinem Freund vor ein paar Jahren zugelaufen ist, und seitdem als Freigänger bei ihm im Haus wohnt. Das Alter des Katers ist nicht bekannt, mein Freund (erfahrener Katzenhalter) schätzt ihn auf +-10 Jahre. Vorerkrankungen sind nicht bekannt.

Der Freund ist allein stehend, arbeitet im Homeoffice, und hat einen regelmäßigen Tagesablauf.
Es gibt keine weiteren Tiere im Haus, die Situation hat sich nicht kurzfristig geändert, es gibt also keine auf den ersten Blick erkennbare Ursache für erhöhten Stress für den Kater.

Vor einigen Tagen ist meinem Freund aufgefallen, dass der Kater sich lange und ausgiebig putzt, er entdeckte dann eine lange, ca. 2-3cm breite kahle Stelle entlang der Wirbelsäule, die Haut ist an diversen Stellen rot unterlaufen, als wäre sie wund, die Stellen sind aber nicht offen etc.

Er hat zwei Fotos für mich gemacht, und wird morgen, bei Tageslicht, noch weitere nachliefern, bei denen er das Fell neben der kahlen Stelle zur Seite streichen wird, damit man die Haut bzw. die Stellen besser sehen kann.

Das Verhalten des Katers hat sich sonst nicht geändert, auffällig ist nur, dass er in den vergangenen Wochen stark zugenommen hat. Er bewegt sich aber ansonsten nicht auffällig weniger oder anders. Nachts verbringt er z.T. Stunden damit, diese Stelle weiter zu belecken, man hört dann auch deutlich das Schaben seiner Zunge auf der Haut.

Ich vermute, dass der Kater evtl. Schmerzen an der Wirbelsäule haben könnte, und sich deshalb dort so intensiv putzt.

Oder ist es doch ein Ekzem?

Stresslecken kann ich mir als Auslöser kaum vorstellen, die Stresslecker, die ich kannte (u.a. Kasi, als er zu uns kam) haben meist ihren Bauch kahl geleckt und das auch eher unauffällig gemacht, es war schwer, sie dabei inflagranti zu erwischen.

Er wird den Kater in der kommenden Woche einem TA vorstellen - worauf sollte untersucht werden?

Habt ihr so etwas schon einmal gesehen?

Danke vorab!



Kasper Rücken.jpgKasper Rücken I.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
16.01.2022
#1
Kevins Mutti

Kevins Mutti

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Wenn es durch Schmerzen kommt, dann könnte es Spondylose sein. Dafür müsste man röntgen.
 
lux aeterna

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Guter Hinweis, danke Dir! Wenn, müsste es vermutlich das Anfangsstadium sein? Er ist ja noch beweglich genug, sich an der Stelle zu putzen & springt auch noch.
 
Kevins Mutti

Kevins Mutti

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Naja, das kommt ja in schüben. Wenn es einmal zusammengewachsen ist, tut es nicht mehr weh.
Kevin hat schon einige Brücken, merkt man ihm aber nicht an, er liegt eingerollt und springt auch noch hoch und putzen geht auvh noch fast an allen Stellen. Vermutlich kommt aber seine tendenz zur verstopfung daher, weil er nicht mehr richtig drücken kann.
Und er reißt sich ab und zu Haare an der Wirbelsäule aus. Da bin ich allerdings nicht sicher ob es daher kommt, weil er das mit Schmerzmittel auch gemacht hat.
Ich weiß es tatsächlich aber auch nur durch das röntgenbild bei der ersten Verstopfung.
 
lux aeterna

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Danke Dir, das ist ein super Hinweis, vielleicht ist es tatsächlich ähnlich wie bei Kevin, ich werde es dem Freund mit auf den Weg geben.
 
vilma

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In dem Alter würde ich auch immer an Arthrose/Spondylose denken.

Auch das Parasitenmanagement ist bei Freigängern ein Thema. Wann wurde zuletzt entfloht? Ich würde vorsichtshalber ein Spot-on geben und nach Anweisung des TA die Behandlung wiederholen. Ich hatte dieses Kahllecken bei einer jungen wildlebenden Katze; auch bei Ed, meinem Gartenkater, wird intensiv Fell ausgerupft. Sein Pelz ist zum Glück noch dicht, aber er wird diese Woche wieder entfloht.
 
lux aeterna

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Danke Dir Vilma.... das liegt vermutlich schon etwas länger zurück, er ist jedenfalls seit längerem nicht entwurmt worden.
 
Josy1988

Josy1988

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Am "einfachsten" wäre tatsächlich Flöhe oder auch Pilz.
Das wurde bei Tüffel damals auch als erstes überprüft, der hat sich auch jeweils auf beiden Seiten neben der Wirbelsäule kahl geleckt und sich dort teilweise büschelweise Fell ausgerupft.

Bei ihm ist es aber ein "unvollständig fusioniertes Kreuzbein". Das hat sich aber erst vor ein paar Jahren bemerkbar gemacht durch das kahllecken und dass er äußert ungnädig wird, wenn man beim Hochheben oder Festhalten seinen Schwanz mit festhält.
Das Lecken war im Winter meist auch schlimmer, also von den Symptomen ist es ähnlich wie Arthrose etc.
Er bekam nun lange Metacam und nun seit kurzem Solensia, womit er weitestgehend symptomfrei ist.
 
Fania

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Kahl lecken kenne ich von einer meiner "früheren" Katzen. Sie leckte sich den Bauch kahl, Ursache war damals Harngries. Gemerkt habe ich es erst als im Kaklo Blutspuren waren.

Ich glaube (hoffe) heutzutage gibt es solches Harngries verursachendes Tro-Futter gar nicht mehr. Dass man das Lecken mit Schmerzen in Verbindung bringen muss glaube aber ich ganz sicher.
 
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lux aeterna

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Der Kater wird heute nachmittag dem TA vorgestellt - am Telefon fragte die Arzthelferin wohl auch als erstes nach Flöhen. Habe dem Freund geschrieben, welche Untersuchungen gemacht werden sollten. Bin schon sehr gespannt, was der TA sagt & werde berichten. Danke Euch! :ok:
 
lux aeterna

lux aeterna

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So, der TA vermutet eine Allergie - keine Futterallergie, eher etwas, mit dem der Kater auf seinen Streifzügen in Berührung gekommen sein könnte (?). Er hat ihm ein Antiallergikum gespritzt und bat meinen Freund, sich in ein paar Tagen noch mal zu melden - wenn der Kater sich dann weiter an der Stelle über Gebühr putzt, werden weitere Untersuchungen vorgenommen.
 
Kevins Mutti

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Was kam denn hier raus? Hat das antiallergikum geholfen?
 
Mohrle

Mohrle

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Hallo Lux aeterna
ich habe hier lange nicht geschrieben , aber oft gelesen .. diese deine Beschreibung des Leckens paßt nährt zum Leiden das Nuri seit Jahren quält und bis heute nicht wirklich aufgeklärt wurde

hier ein Bericht mit Bild ..

-
ich habe euch hier noch nicht erzählt , daß Nuri seit sie bei uns ist auch ein Sorgenkind war und ist
ich möchte euch das hier von Anfang an erzählen

Seit Nuri bei uns lebt , also bald 6Jahre , hat sie Haut/Fell Probleme .
Begonnen hat es mit auffallend heftigem Lecken und bebeißen ihres hinteren Rückenfells und zwar nur dort !!
Nuri bekommt dort immer dünner werdendes Fell.
Der vordere Teil, also vom Kopf bis etwa Körpermitte und Bauch sieht normal aus und fühlt sich weich an,
Wenn ich ihr aber gegen den Strich ins Fell streiche ,fühlt es sich stachelig wie abgebrochene Haare an ! Doch das Fell fällt nicht ganz aus . Deshalb sieht es da hellgrau aus weil nur ein feiner Flaum sichtbar ist!
An der Haut sieht man gar nix ,keine Rötung oder Schuppung.. nur bilden sich immer mal wieder Krusten .

Das ist nun ein Kurzbericht einer Jahrelangen Leidenszeit , es wurde alles Untersucht , alles getestet ,auch eine Hautprobe genommen , Futterausschluß ,Allergien.,sämtliche Blut und Organuntersuchungen erachten
Auch zusätzlich Behandlung mit Stronghold gegen Raubmilben war wirkungslos

..Übriggeblieben Ist die Diagnose Psychogene Leckalopezie der Katze

Sie leckt sich oft wochenlang gar nicht und dann über Nacht so stark , das Morgens der Halbe Rücken betroffen ist Seit einem Jahr bin ich mit meiner sehr guten Tierärztin einer Katzenspezialistin , überein gekommen nichts mehr zu probieren und Nuri nicht mit weiteren Untersuchungen und Medis zu Stressen ..Seitdem hatte sie nur im Februar eine Leckperiode und auch da nur leichte Fellveränderungen Also lassen wir nun alle Behandlungsversuche weg .So schaut’s aus wenn es schlimm ist


ihr Alter müßte nun zwischen 9 und 12 Jahren liegen ,
die neueste Röntgenaufnahme die im verg. August wegen einem Kreuzbandriß im linken Knie auch von ihrer
Wirbelsäule gemacht wurde ergab eine Spondilose .. ob die aber ausschlaggebend ist/war glaube ich nicht
denn das hätten frühere Röntgenbilder schon zeigen müssen
zur Zeit ist ihr Leckverhalten wieder normal und das Fell einwandfrei … also bleibt das Rätsel ungelöst
ich wünsche euch daß beim Katerle doch noch eine Diagnose gefunden wird
 
lux aeterna

lux aeterna

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Dank für Deinen Bericht, Mohrle, das ist sehr interessant zu wissen! Ich dachte immer, Psychogene Leckalopezie würde meist den Bauch betreffen... man lernt immer wieder dazu!

Hier ein Update: Der Tierarzt hatte ja zunächst ein Antiallergikum gespritzt, das auch anschlug, so dass die Stellen am Rücken abgeheilt waren, aber der Kater fing sehr bald wieder mit dem Lecken an.

Beim nächsten Termin wurde dann aufgrund der weiteren Untersuchungen eine Futtermilbenallergie diagnostiziert. Eine Biopsie der Stelle wurde deswegen nicht vorgenommen. Meinem Bekannten wurde daraufhin geraten das Trockenfutter portionsweise einzufrieren, um die Milben abzutöten.

Problem ist, der Kater frisst ausschließlich eine Sorte Trockenfutter (Purina One oder wie das heißt) und verweigert konsequent alles andere (mein Bekannter hatte vorher schon mehrfach versucht ihn auf NaFu umzustellen, da er den Kater nie trinken sieht.) Da der Kater Freigänger ist, versorgt er sich bei Futtererziehungsmaßnahmen leider schlicht woanders, dem ist also schwer beizukommen.

Das Lecken hat sich inzwischen eher verschlimmert, und der TA will jetzt mit Cortison behandeln.

Bin etwas ratlos, was meint ihr?
 
Faolana1902

Faolana1902

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Hey,
Hat der Kater sonst irgendwelche Auffälligkeiten? Das heißt zuckt zum Beispiel der Rücken bevor er das macht?
Dann könnte es eventuell das Rolling-Skin-Syndrom bzw Restless-Legs-Syndrom sein. Darauf reagieren dann die Katzen auch mit exzessiven Lecken.

Ansonsten kannst du deinen Freund sagen, dass er etwas Nassfutter nehmen soll und dort dann eine Portion gemahlenes Trockenfutter drüber streuen soll. So hat er den alten Geruch und man kann nach und nach das Trockenfutter reduzieren.
 
lux aeterna

lux aeterna

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Nein, gar nicht, ich hätte das sonst auch vermutet. Er schläft viel und ist generell eher der gemütliche Typ.

Die Tricks hat mein Bekannter schon probiert, funktioniert leider nicht. Aber danke!
 
Mohrle

Mohrle

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ich lese hier natürlich interessiert weiter mit ,
auffallend ist für mich ,dass alle gestellten Diagnosen bezw. Vermutungen absolut identisch sind mit allem was bei Nuri vermutet und ausprobiert wurde … nur die Reihenfolge variirt
dazu kommt , dass Nuri bei jedem Versuch tatsächlich auch kurzzeitig nicht mehr geleckt hat
aber nach kurzer Zeit wieder anfing zu lecken ..

Auch Kortison wurde natürlich längere Zeit gegeben , leider mit dem gewohnten Misserfolg.
als Enddiagnose blieb da eben die Psychogene Leckalopezi..

mir fällt auf , das ihre Leckattacken zum Frühjahr stärker werden und sich das Fell über ein zwei Monate im Winter
mmeist Dez. Jan. und Febr. erholt … es ist zur Zeit sehr schön , aber ich warte schon wieder auf den nächsten
Leckschub .
inzwischen habe ich alle Medis die sie bekam abgesetzt , und wir leben mit ihrem Leckrithmus .
 
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