Risiken der Rohfleischfütterung & konträrer Leserbrief dazu!

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Noci

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Risiken der Rohfleischfütterung

Rohfleischfütterung ist höchstumstritten in der Veterinärmedizin.

Einige Katzenhalter möchten ihren Katzen rohes Fleisch füttern, da sie meinen, dies sei die natürlichste Art der Fütterung. Rohes Fleisch beinhaltet Bakterien, manche davon sind tödlich für unsere Lieblinge. Das erste Missverständnis beruht darauf, Katzen könnten sich nicht mit Salmonellen oder Coli-Bakterien infizieren. Katzen können sehr wohl an diesen bakteriellen Infektionen erkranken und auch sterben.

Das zweite Missverständnis beruht auf dem Glauben, Bakterien würden beim Einfrieren abgetötet. Durch Einfrieren werden weder Bakterien, noch sonstige Krankheitserreger unschädlich gemacht. Anhand mehreren Tests wurde von der Tufts University School of Veterinary Medicine festgestellt, dass bei den meisten Rohfütterungen Defizite bei verschiedenen Vitaminen und Mineralien, wie z. B. Calcium, Phosphor und essentielle Fettsäuren vorlagen. Jungtiere, die unter Vitamin A-Mangel leiden, wachsen langsamer, bei älteren Tieren entstehen Verformungen der Knochen und Nervenleiden.

Rohes Fleisch enthält gute und schlechte Bakterien, aber es ist sicherer, probiotische Enzyme zum
gekochten Futter hinzuzufügen, als rohes Fleisch zu füttern. Um Claciummangel bei Rohfleischfütterung auszugleichen, geben einige Katzenhalter Knochen, hier besteht die Gefahr von Verdauungsproblemen bis hin zu inneren Verletzungen der Magenschleimhaut und des Darms durch Knochensplitter.

Nicht verschweigen sollte man auch, dass durch die Fütterung von rohem Fleisch der Katzenkot erheblich stärker riecht. Bei Wohnungshaltung kann das zu einem unangenehmen Geruchsproblem werden.

Quelle: Katzenmagazin Our Cats November 2007



*****


LESERBRIEF zu Cats 11.07 - Rohfleischfütterung


"Ich gehöre zu den Katzenhaltern, welche ihre Katzen zu über 90 % biologisch artgerecht roh füttern, also barft. Als einer dieser Fütterer möchte ich mich zu Ihrem Beitrag in der OUR CATS, Ausgabe 11/07 äußern, da ich Ihre Berichterstattung sehr einseitig finde. Sie schreiben, dass es ein Missverständnis sei, dass sich Katzen nicht mit Salmonellen oder Coli-Bakterien infizieren können. Das stimmt, das ist ein Missverständnis. Ebenfalls ist es korrekt, dass Bakterien und Salmonellen nicht durch Einfrieren absterben. Was sie nicht schreiben ist, dass ein gesundes Tier damit allerdings keine Probleme hat. Sie schreiben, dass bei den meisten Rohfütterungen Defizite auftreten. Das ist insofern korrekt, wenn sich der Besitzer nicht informiert. Ich für meinen Teil bin sehr gut informiert, und stütze mich bei der Futterzubereitung auf die Bedarfswerte von Prof. Dr. Wanner von der Universität Zürich. Um fehlende Stoffe im Fleisch auszugleichen, verwendet man Supplemente und setzt Fleisch fehlendes Eisen, fehlendes Fett, fehlende Vitamine, fehlendes Calcium und Phosphor, fehlendes Jod, fehlendes Retinol, Cholecalciferol, Alpha-Tocoferol und Natrium zu. Das ist übrigens einfacher als man denkt, denn es gibt sogenannte "Kalkulatoren", welche die Bedarfswerte von Katzen, die Nährwertdaten von rohem Fleisch und Supplementen vereint. Ich selbst habe mich mit dem Thema so weit auseinander gesetzt, dass ich selbst einen Kalkulator erstellen konnte. Diesen Kalkulator gibt es auf du barfst http://dubarfst.eu/board.php?boardid=67 gegen eine kleine Spende an die Tiertafel zum Download. Übrigens geben die wenigsten Katzenbesitzern ihren Katzen Knochen. Das Problem ist dabei nicht das Splittern von Knochen, denn Knochen splittern nur, wenn Knochen gekocht sind.

Vielmehr sind es die zu wenig erforschten Calcium- und Phosphorgehalte in den unterschiedlichsten Arten von Knochen. Daher verwenden die meisten Leute häufiger Knochenmehl für das fehlende Phosphor und ein Calciumsupplement für das fehlende Calcium.

Welches Supplement für welchen Nährstoff:


Leber --> Retinol (Beta-Carotin kann von Katzen nicht verwertet werden)
Lachs/Forelle/Sprotte --> Cholecalciferol (Vitamin D 2 kann von Katzen nicht verwertet werden)
Alpha-Tocopheol --> Weizenkeimöl, Allcura Vitamin E Tropfen
Energie --> reines Schweine- oder Gänseschmalz, Rindertalk etc.
Jod --> Seealgenmehl
Magnesium --> Wasser, Spirulina Algen
Eisen --> Fortain (Fortan GmbH), Rinderblut
B-Vitamine --> Bierhefe
Phosphor --> Knochenmehl, Dicalciumphosphat
Calcium --> Calciumcarbonat, Calciumcitrat, Eierschalen
Natrium --> Meersalz
Feuchtigkeit --> Wasser
Taurin --> Taurin
Ballaststoffe --> geraspelte Möhren, Zucchini, Gurke, passierte Tomaten, gekochte Kartoffeln, in Wasser eingeweichte Getreideflocken, Katzengras.
- Katrin Windszus"

Quelle: Katzenmagazin Our Cats Dezember 2007
 
18.01.2008
#1

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Grasbine

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Oooh, dieser Artikel in der Our Cats ist mir damals auch sehr sauer aufgestoßen!!
 

Noci

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Mir auch, obwohl ich eher ein Gelegenheitsbarfer bin. Und ich finde den Leserbrief der Dame extrem informativ!!!!!!!!!
 

arany

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Ich kenne ja die Zeitschrift nicht, aber da sind doch bestimmt jede Menge Werbeanzeigen von Futterherstellern drin.. also kann man sich ja denken aus welcher Richtung der Wind weht.... :roll:

Den Brüller finde ich übrigens das mit dem Katzenkot ::bg ... Lucero's Kot müffelt definitiv weniger.. der war anfangs ein wahrer Stinkbomber als er aus dem TH kam...
 

Noci

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In welcher Tier-/Katzenzeitschrift/-magazin sind nicht massenweise Tierfutterwerbungen drin = :roll: Ich kann mir auch denken, dass das aus der Richtung kommt. Da kann man aber nur mutmaßen.

Toll fand ich die Leserbriefschreiberin und vor allem die Auflistung der Supplemente!
 

arany

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Toll fand ich die Leserbriefschreiberin und vor allem die Auflistung der Supplemente!
Das auf jeden Fall! Der Leserbrief ist wirklich gut.
Die Auflistung der Supplemente mit den Nährstoffen hätte mir vor einigen Monaten Sucherei erspart, ich hab mir das damals mühselig rausgeschrieben aus allen möglichen Freds bei DB um immer vor Augen zu haben an welchen Schräubchen ich drehen muss, damit das und das dann nachher passt. Aber immerhin hab ich es mir so einigermaßen gemerkt. :wink:
 

Grasbine

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Den Leserbrief finde ich auch sehr, sehr gut. Super, dass er abgedruckt wurde!!!

PS: Ich bin nicht mal Gelegenheitsbarfer. Tomlyn guckt mich angewidert an, wenn ich ihm was Rohes unterjubeln will und Taylor frisst zwar Hühnchen und Pute roh - aber so, dass ich eine Regelmäßigkeit (1mal die Woche, 1mal im Monat (was mir ja auch schon reichen würde für den Anfang) reinbekommen könnte, auch nicht ..
 

*Chrissy*

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Krass, wasn das fürn schlecht recherchierter Artikel? 8O8O

Das die sowas überhaupt drucken....:roll:


Toll, dass es solche Leser gibt, die sich die Mühe machen, eine solch ausführliche Gegendarstellung zu schreiben.
 

Anfänger

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*gggg*
Wir haben bei DuBarfst ein paar nette Beschwerden geschrieben. Die "Dame" ist übrigens Katrin und Autorin von www.blaue-samtpfote.de :wink:

Aber der Our Cats Artikel war ja auch übel :roll:
 

threnody

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Ohne das ich selbst barfe, bin ich nun echt froh diesen "tollen" Artikel hier gelesen zu haben. Denn in einem bekannten Studentenverzeichnis hatte ich jüngst eine Diskussion mit einer Dame, die diesen Artikel wohl gelesen hatte. Ihre Argumentation war genau dieselbe. Nach einigen "Diskussions-Postings" war sie so beleidigt, dass sie mir nicht mal sagen wollte, woher sie diese Infos hatte!!!

Lange Rede, kurzen Sinn: Danke, dass das NKF mal wieder Licht in meine manchmal dunkle Welt gebracht hat... :lol: ::w
 

feuerzahn

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Denn in einem bekannten Studentenverzeichnis hatte ich jüngst eine Diskussion mit einer Dame, die diesen Artikel wohl gelesen hatte. Ihre Argumentation war genau dieselbe. Nach einigen "Diskussions-Postings" war sie so beleidigt, dass sie mir nicht mal sagen wollte, woher sie diese Infos hatte!!!
Ach, Du treibst Dich auch da rum???
Ja, ich habe da auch schon die ein oder andere haarsträubende Erfahrung gemacht...:roll:
 

threnody

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Vielleicht brauchen wir dort eine eigene Gruppe :lol:
 

feuerzahn

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Das ist überhaupt DIE Idee!!!!!

Dann müsste ich nicht täglich den selben Satz lesen:
"Aber der TA hat das empfohlen!":roll: :lol:
 

Katzenfan

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Rohfleischfütterung ist höchstumstritten in der Veterinärmedizin.
Ich kenne ja die Zeitschrift nicht, aber da sind doch bestimmt jede Menge Werbeanzeigen von Futterherstellern drin.. also kann man sich ja denken aus welcher Richtung der Wind weht.....
In welcher Tier-/Katzenzeitschrift/-magazin sind nicht massenweise Tierfutterwerbungen drin = :roll: Ich kann mir auch denken, dass das aus der Richtung kommt. Da kann man aber nur mutmaßen.
Hallo zusammen,

Barfen oder nicht ist wohl für viele Katzenbesitzer eine Art Grundsatzdiskussion. Grundsätzlich gesehen scheint es eine Menge absolute Befürworter (teilweise regelrechte Fanatiker) zu geben die Barfen als das Non plus Ultra ansehen. Die in der letzten Zeit umstrittene Fundamentalkritik am Katzenindustriefutter hat die Methode "modern" gemacht.

Das immer mehr Kritiker vor Mangelernährung warnen wird dabei oft als Reaktion der großen Tierfutterhersteller dargestellt. Aber auch immer mehr Tierärzte sehen BARF kritisch und verweisen auf viel notwendiges Wissen und Erfahrung was nicht nur auf Laien-Informationen aus dem Internet basieren darf.

Lange Rede, kurzen Sinn: Danke, dass das NKF mal wieder Licht in meine manchmal dunkle Welt gebracht hat... :lol: ::w
Lange Rede kurzer Sinn - im NKF sollte es möglich sein auch Kritik an BARF zu äußern ohne das dies sofort als "gekaufte" Meinung der Industrie abgetan wird. Barfen kann eine Alternative für Katzenbesitzer sein die über mindestens ernährungsphysiologische Grundkenntnisse verfügen und bereit sind viel viel Zeit zum anlesen von elementaren Wissen zu investieren.

Barfen als "einfache" und "unkomplizierte" Alternative zu Fertigfutter zu propagieren halte ich persönlich für falsch und im Sinne der Katzen für gefährlich. Für wen die Begriffe Arginin, Histidin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin,Threonin, Tryptophan, Valin, Selen Fremdwörter sind, sollte besser die Finger von Rohfütterung lassen...
 

threnody

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Hallo zusammen,

Barfen oder nicht ist wohl für viele Katzenbesitzer eine Art Grundsatzdiskussion. Grundsätzlich gesehen scheint es eine Menge absolute Befürworter (teilweise regelrechte Fanatiker) zu geben die Barfen als das Non plus Ultra ansehen. Die in der letzten Zeit umstrittene Fundamentalkritik am Katzenindustriefutter hat die Methode "modern" gemacht.

Das immer mehr Kritiker vor Mangelernährung warnen wird dabei oft als Reaktion der großen Tierfutterhersteller dargestellt. Aber auch immer mehr Tierärzte sehen BARF kritisch und verweisen auf viel notwendiges Wissen und Erfahrung was nicht nur auf Laien-Informationen aus dem Internet basieren darf.



Lange Rede kurzer Sinn - im NKF sollte es möglich sein auch Kritik an BARF zu äußern ohne das dies sofort als "gekaufte" Meinung der Industrie abgetan wird. Barfen kann eine Alternative für Katzenbesitzer sein die über mindestens ernährungsphysiologische Grundkenntnisse verfügen und bereit sind viel viel Zeit zum anlesen von elementaren Wissen zu investieren.

Barfen als "einfache" und "unkomplizierte" Alternative zu Fertigfutter zu propagieren halte ich persönlich für falsch und im Sinne der Katzen für gefährlich. Für wen die Begriffe Arginin, Histidin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin,Threonin, Tryptophan, Valin, Selen Fremdwörter sind, sollte besser die Finger von Rohfütterung lassen...

Generell würde ich das auch so unterschreiben. Allerdings finde ich schon, dass man nicht einfach jede Aussage so hinnehmen sollte. Wie oben schon erwähnt: Ein solcher Artikel verursacht (wie selbst erlebt) bei vielen Menschen Panik. In meinem Fall ging es noch nicht einmal ums Barfen, sondern darum, was man einer Katze als Leckerchen geben sollte. Der Rat der Katze ab und zu mal ein Stück Fleisch (mit der Warnung zu Schweinefleisch) zu geben, wurde sofort kurz und klein geredet - mit genau der selben Argumentation, die man in dem Artikel finden konnte.
 

feuerzahn

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Volker, Deinen Beitrag unterschreibe ich auch.
Aber es sagt ja niemand, dass es ganz einfach ist, zu barfen.
Im Gegenteil: Ich barfe mitunter auch deshalb nicht, weil man einfach so viel wissen muss.
Allerdings finde ich es schon ziemlich haarsträubend, wenn man mir erzählt, Katzen und Hunde sollten nicht gebarft werden, weil sie dann eher dazu neigen, Menschen anzufallen. (Und ja, das habe ich tatsächlich schon öfter gehört!)

Der Bericht in der Zeitschrift war einfach zu einseitig, und deshalb finde ich den Leserbrief auch sehr gut.
 

Katzenfan

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Allerdings finde ich es schon ziemlich haarsträubend, wenn man mir erzählt, Katzen und Hunde sollten nicht gebarft werden, weil sie dann eher dazu neigen, Menschen anzufallen. (Und ja, das habe ich tatsächlich schon öfter gehört!.
..schmunzel...ich habe schon viel gelesen aber das "Argument" noch nicht..

Der Bericht in der Zeitschrift war einfach zu einseitig, und deshalb finde ich den Leserbrief auch sehr gut
Auch der Leserbrief ist in gewisser Weise einseitig - halt nur im Pro-Barf-Sektor.

Es erscheint mir schwierig eine sachliche aber durchaus kritische Diskussion über das Thema zu führen ohne direkt in eine Ecke gedrängt zu werden. Kritische Äußerungen und auch der Umstand das bereits in einigen Hunde-Foren die ersten Mangelerscheinungen/Stoffwechselstörungen und Bakterielle Infektionen (möglicherweise durch Barf verursacht) auftreten (diskutiert wird), werden einfach als Quatsch vom Tisch gewischt...
 

Anfänger

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Für wen die Begriffe Arginin, Histidin, Leucin, Isoleucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin,Threonin, Tryptophan, Valin, Selen Fremdwörter sind, sollte besser die Finger von Rohfütterung lassen...
Wirklich eine sehr bemerkenswerte Aufzählung von Aminosäuren, wenn wir mal über das Selen hinweg sehen. Wie dir aber sicherlich bewusst sein wird, sind alle für die Katze essentiellen Aminosäuren ausreichend im Fleisch vorhanden. Es mag vielleicht ganz informativ sein, welche Aminosäuren im Gegensatz zum Menschen bei der Katze essentiell sind, aber bei einer Fleischfütterung ist es sicher nicht von fundamentaler Bedeutung.
Ebenso die von dir gern zitierten Fettsäuren, die so schreckliche Namen wie Linol- oder Arachidonsäure tragen. Bei einer Zugabe von Fett oder der Verwendung von fettem Fleisch, sind diese bereits ausreichend abgedeckt.
Auch die B-Vitamine werden idR durch Fleisch, Leber und Bierhefe vollständig abgedeckt.

Im Übrigen wird in den USA bereits seit einigen Jahren von etlichen Tierärzten eine Rohernährung nach einfachen Grundrezepten empfohlen. Im Gegensatz dazu achten die meisten deutschen Barfer pingelig genau auf die Berechnung der fettlöslichen Vitamine und der wichtigsten Mineralstoffe, ebenso wie die Deckung der B-Vitamine.


Barfen als "einfache" und "unkomplizierte" Alternative zu Fertigfutter zu propagieren halte ich persönlich für falsch und im Sinne der Katzen für gefährlich.
ICH persönlich empfinde BARF als unkompliziert ::?
Klar, man muss zuerst richtig in die Materie einsteigen, aber es macht halt irgendwann "klick".

Ebenso muss eigentlich jedem klar sein, dass auch FeFu nicht immer unbedingt auf Mikrogramm ausgewogen ist. Bestes Beispiel hierfür ist, dass die meisten Hersteller die gleiche Menge an fettlöslichen Vitaminen zusetzen, egal welche Fleischsorte die Grundlage ist.

Nehmen wir mal ein recht bekanntes und hochwertiges Futter X:
Futter X gibt es mit 85% Huhn und 15% Reis, sowie 80% Huhn und 20% Lachs. Beiden Sorten wird 2000IE Vitamin A, 200IE Vitamin D3 und 16mg Vitamin E zugesetzt.
Da Futter x nur aus Fleisch besteht und trotzdem nur einen Proteinanteil von 10,5% bzw 11% hat, muss davon ausgegangen werden, dass mindestens 40% Wasser untergemischt wird.
Futter X hat eine Fütterungempfehlung von 200-300g für eine 4kg Katze.

Eine 4kg Katze, die 200g frisst, nimmt also täglich 102g Hühnerfleisch bzw. 96g Hühnerfleisch und 24g Lachs auf.
Aufgrund des Fettgehaltes muss wohl Hühnerfleisch mit Haut verwendet worden sein. Dieses enthält laut mehrere Datenbanken kein bz. vernachlässigbare Mengen an Vitamin D3.
100g Lachs enthalten 1200IE Vitamin D3. 24g Lachs enthalten somit 288IE Vitamin D3.
Reis enthält kein Vitamin D3.

Eine 4kg Katze die also 200g Futter x mit Huhn und Reis frisst, nimmt also täglich 40IE Vitamin D3 auf.
Eine 4kg Katze die 200g Futter x mit Huhn und Lachs frisst, nimmt aber 328IE Vitamin D3 auf.
Der Vitamin D3 Bedarf beträgt bei einer 4kg Katze 40IE.

Ich frage mich also allen Ernstes, wie FeFu dann auf's Milligramm genau ausgewogen sein kann. Klar erhält man mit jeder Datenbank leicht abweichende Ergebnisse, aber nicht in diesem Maße.
Es entschließt sich bereits jeder Logik, einem Futter, dessen natürliche Komponeten keine nennenswerten Mengen an Vitamin D3 enthalten, die gleiche Menge Vitamin D3 zuzsetzen, wie einem Futtermittel, dessen Komponenten teilweise die Lebensmittel mit dem allerhöchsten Vitamin D3 Gehalt sind.

Genauso verfüttern viele Haltern pro Woche an ihre Katzen mehr als 100-200g Fisch.
Dabei decken bereits ~24g Lachs den Wochenbedarf an Vitamin D3.

Warum die Katzen trotzdem alle noch leben? :lol:
Weil jedes Lebewesen sehr anpassungsfähig ist und in der Natur alles Schwankungen unterliegt. Eine Katze, die nur von Mäusen ernährt wird, leidet laut wissentschaftlichen Bedarfswerten an enormen Vitamin E Mangel und Vitamin A Überschuss. Trotzdem wird sie sicherlich kerngesund sein.
Im Übrigen sind die Bedarfswerte zumeist SCHÄTZ- und RICHTwerte oder sie wurden unter vollkommen unnatürlichen Bedingungen ermittelt. Ob eine extrem gestresste Laborkatze, die ohne Beschäftigung lebt wirklich mit unseren Hauskatze zu 100% vergleichbar ist? Ehrlich? ich weiß es nicht...

Allgemein sind die Bedarfswerte als Mindestempfehlung und nur als grobe Schätzwerte zu interpretieren.
Quelle: Uni Zürich


Ich möchte niemanden zum planlosen barfen anstiften, dass wäre niemals meine Empfehlung. Vielmehr braucht es eine ernsthafte Beschäftigung mit dem Thema, um den Hintergrund zu verstehen.
Was man aber auf keinen Fall braucht, ist ein Ernährungsstudium oder ein endloses Zeit- und Nervenbudget. Jeder BARFer sollte die Grundlagen können und den Kalkulator bedienen können, aber er muss keinesfalls biochemische Fachbegriffe lernen oder sich mit der Primärstruktur des Proteinaufbaus beschäftigen.


LG
Philipp
 
Thema:

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