Renalzin wird vom Markt genommen - Alternativen

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kureia

kureia

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Oh Mensch, wenn ich das lese
wird mir ganz übel.

Morle hat das über zwei Jahre bekommen, die arme Katze. :-(
 

Maiglöckchen

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Wie kommst du darauf,
Renalzin basiert auf Lanthancarbonat (Element seltene Erden) und ist ein calcium- und aluminiumfeier Phosphatbinder.

Nachzulesen hier

::w
Das muss ich dann falsch im Hinterkopf abgespeichert haben, sorry. Wahrscheinlich haben die grauen Zellen das -carbonat aufgenommen und neben Calciumcarbonat (Ipakitine) abgelegt.

@Miraculix: Ich hatte es ja im anderen Thread auch schon gepostet, mir ist ein Tierarzt bekannt, der Renalzin für einen Auslöser von Pankreatitis hält. Zu Übelkeit und Erbrechen als häufiger NW passt das ja recht gut.

LG Silvia
 
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mortikater

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Grundsätzlich stehen Binder aus der Humanmedizin ja auch zur Verfügung, da gibt es nach wie vor Binder auf der Basis von Lanthancarbonat (Tabletten) und calcium- und metallfreie Phosphatbinder wie Colestilan und Sevelamer.

Ob der Einsatz auch für Katzen möglich ist und Fragen zur Dosierung müsste man mit seinem TA besprechen.

Mir persönlich war der Einsatz von Calciumbindern wie Ipakitine immer sehr sympathisch und solange eine Katze normale Calciumwerte und einen niedrigen Parathormonspiegel hat, sehe ich da auch gar kein Problem.
 

kittekatz

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Kitty soll jetzt sowieso mal zum bluttest. Welche Werte müssen dringend erhoben werden?

Zu Renalzin: Vergleiche mit der Humanmedizin hinken immer bisschen, finde ich, zumal das Lanthan im Renalzin eine andere chemische Verbindung als die verglichene Lanthanverbindung hat.
Was den Konservierungsstoff angeht: die Dosis macht das Gift!

Meiner Katze ging es erst durch Renalzin wieder besser, vorher ging sie an kein Futter mehr und ich habe sie viele Wochen lang assistiert füttern müssen.
 
kureia

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Das würde ich jetzt nicht so krass sehen. Du hast doch eine Verbesserung gemerkt ::knuddel

Wir haben Ipakitine (Tagesdosis abgemessen) auf alle Mahlzeiten verteilt. Und Filou, sowie auch Muffin haben sehr viele kleine Mahlzeiten vertilgt. Aber das funktioniert ganz gut.
Der Kreatininwert ist etwas gesunken.

Sie hat nie erbrochen und hat immer gut gefuttert. ( aber, das, auch schon vor dem Renalzin )

Sie hat aber auch einige von den erwähnten Nebenwirkungen abbekommen.
 
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Flori-Cat

Flori-Cat

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Kitty soll jetzt sowieso mal zum bluttest. Welche Werte müssen dringend erhoben werden?
Ich würde ein geriatrisches Blutbild erstellen lassen. Da ist normalerweise alles an Blutwerten bei. Damit hast Du einen guten Überblick.

Du kannst jetzt noch Renalzin kaufen. Die im Handel befindlichen Flaschen werden ja noch verkauft. Und das Haltbarkeitsdatum ist in der Regel ja auch mind. 1 Jahr. Also, wenn Du meinst, dass Du es für Deine Süße brauchst, dann kaufe es noch ein wenig auf Vorrat ein.
 
mortikater

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Zu Renalzin: Vergleiche mit der Humanmedizin hinken immer bisschen, finde ich, zumal das Lanthan im Renalzin eine andere chemische Verbindung als die verglichene Lanthanverbindung hat.
Was den Konservierungsstoff angeht: die Dosis macht das Gift!
Immer keineswegs, teilweise nimmt man ja sogar Präparate aus der Humanmedizin. Beispiel Omeprazol, Pankreatin, Budenosid...

Inwiefern hat das Lanthan im Renalzin eine andere chemische Verbindung? Kannst Du das erläutern?
 
Miraculix

Miraculix

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Die Infos zu den Wirkungen von Lanthan waren von mir nicht als Vergleich Mensch-Katze gedacht, sondern lediglich als die zu Renalzin und Lanthan vorhandenen Infos, die man dazu findet.

Natürlich gibt es Stoffe, die für Katzen tödlich, für Menschen aber gut verträglich sind, z.B. Aspirin oder Teebaumöl. Ob Substanzen, die für Menschen gefährlich sind, auch für Katzen gefährlich sind, weiß ich nicht. Offenbar wird aber doch öfters von der Pharmaindustrie ein Medikament, das für Menschen eingesetzt wurde, auch für Katzen eingesetzt, ohne dass längere Zeit nachgewiesen wurde, ob es für Katzen dauerhaft ebenfalls verträglich ist. Für Renalzin zum Beispiel gibt es nur Studien über vierzehn Tage (!) der Verabreichung, und es heißt lapidar, auch nach vierzehn Tagen erhöhter Renalzin-Gaben wurden keine negativen Auswirkungen festgestellt. Ich halte vierzehn Tage für nicht repräsentativ. Die meisten Besitzer, die CNI-Katzen haben,die Renalzin vertragen, geben und gaben es über einen sehr viel längeren Zeitraum, oft jahrelang. Es gibt keine Studien dazu, wie sich die Verabreichung von Renalzin über einen so langen Zeitraum auf die Werte und das Allgemeinbefinden der Katze auswirkt, wie viele Katzen in dem Zeitraum z.B. andere Erkrankungen bekamen, ob diese in Zusammenhang mit Lanthan stehen oder nicht, und so weiter. Zwei Wochen Erprobung sind in meinen Augen bedeutungslos. Das ist jedoch meine persönliche Meinung dazu, die keinerlei Anspruch auf Verbindlichkeit hat.

Es ist auch nicht mein Ziel, durch meine Infos zu den Phosphatbindern medizinische Vergleiche bei Medikamenten zwischen Menschen und Katzen anzustellen. Ebenso wenig kann ich allgemein von etwas abraten oder es empfehlen. Ich bin weder Medizinerin noch CNI-Expertin.

Was ich tun kann, ist Infos hier zu den Phosphatbindern einzustellen und zu sagen, zu welchen Schlußfolgerungen ich dadurch gekommen bin und welche Entscheidungen ich daraus resultierend für meine Katzen getroffen habe. Beides ist rein subjektiv auf mich und meine Katzen bezogen. Jeder, der die Infos liest, muss sich ein eigenes Bild machen und eine eigene Entscheidung treffen, was er seinen Katzen geben will und was nicht, was er vertreten kann und was nicht.

Jeder kann die von mir angeführten (und mit Quelle versehenen) Informationen selbst überprüfen, wenn er es möchte. Jeder kann bei seinem Phosphatbinder bleiben. Wie Flori-Cat sagt, bei Renalzin werden noch Restbestände verkauft, man kann sich also damit für längere Zeit noch eindecken, wenn man das will.

Mich machen nicht nur die Infos zu Renalzin nachdenklich, sondern auch die Tatsache, dass es - nach der Anpreisung als höchst effektives und erfolgreiches Mittel zur Phosphatreduzierung - auf einmal weltweit vom Markt genommen und nicht mehr hergestellt wird.
 
Miraculix

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Ergänzung:

Wie mortikater anmerkt, gibt es eine ganze Reihe von Medis, die aus der Humanmedizin für die Tiermedizin und den Einsatz an Katzen übernommen wurden. Omeprazol gebe ich selber einer meiner Katzen, und ich denke, Novalgin z.B. oder ein ACE-Hemmer sind auch solche Medikamente, die man genauso bei Menschen kennt. Also es kann funktionieren, muss aber nicht automatisch. Denn eine Katze ist kein Mensch, und ein Mensch ist keine Katze.

Ich vermute, es werden aus Kostengründen häufig keine längeren, ausführlicheren Studien zum Einsatz eines Medikaments aus der Humanmedizin an Katzen durchgeführt. Es wäre wohl auch äußerst aufwendig, über Jahre hinweg festzustellen, bei welcher Katze welches Medikament wie gewirkt und welche negativen Auswirkungen es bei ihr gehabt hat. Dazu müssten TÄ ja eigentlich ihre Patientendaten an die Pharmaindustrie bzw. den Hersteller laufend weitergeben, anonymisiert, und der Hersteller müsste diese Infos dann systematisch auswerten und bewerten. Soviel Aufwand wird für ein Medikament für Tiere mit Sicherheit nicht betrieben.

Mein Verdacht ist, dass viele Medikamente bei Katzen (und auch Hunden und anderen Kleintieren) nach dem Prinzip "try and error" übernommen und eingesetzt werden. Der Hersteller sieht eine Marktlücke mit relativ großem Bedarf (Phosphatbinder z.B.), meint, es könne sich lohnen, dort mit einem (bereits in der Humanmedizin vorhandenen und zugelassenen) Medikament reinzugehen, bringt es nach kurzen Tests und kurzen Studien zur Wirksamkeit auf den Markt. Wenn es funktioniert, gut, wenn nicht und wenn sich die Nebenwirkungen und möglicherweise auch Todesfälle in Folge des Medikaments häufen, nimmt man es eben wieder vom Markt und hat auch keinen großen Verlust deswegen. Zumal diese Auswirkungen nicht wie bei der Humanmedizin großflächig erfasst und überwacht werden, und - last but not least - der Aufschrei und die Resonanz in der Öffentlichkeit und den Medien dort viel größer und geschäfts- und rufschädigender ist als bei Katzen oder Hunden.
 
mortikater

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Es wäre wohl auch äußerst aufwendig, über Jahre hinweg festzustellen, bei welcher Katze welches Medikament wie gewirkt und welche negativen Auswirkungen es bei ihr gehabt hat. Dazu müssten TÄ ja eigentlich ihre Patientendaten an die Pharmaindustrie bzw. den Hersteller laufend weitergeben, anonymisiert, und der Hersteller müsste diese Infos dann systematisch auswerten und bewerten. Soviel Aufwand wird für ein Medikament für Tiere mit Sicherheit nicht betrieben.
Ich glaube, das würde höchstens unter "Praxisstudie" fallen, wenn Daten unserer Katzen via TA verwertet würden.

Echte Studien müssen wie Zulassungsverfahren für Humanmedikamente diverse Stufen durchlaufen unter standardisierten Bedingungen, wahrscheinlich müssen da Versuchstiere herhalten.

http://www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=38932

Aber Renalzin ist natürlich gar kein Medikament, das läuft unter Nahrungs-Ergänzungsmittel, dafür gelten vermutlich niedrigere Hürden.
 
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romulus

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Nahrungsergänzungsmittel sind keine pharmakologisch wirksamen Substanzen und unterliegen einer speziellen Nahrungsergänzungsmittelverordnung, keiner Arzneimittelverordnung.
Die Hürden, solche Dinge auf den Markt zu bringen, sind also nicht hoch.
 
Miraculix

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@ mortikater und romulus

stimmt, für Nahrungsmittelergänzungen sind die Hürden noch niedriger. Da kann man als Hersteller also sehr sorglos etwas auf den Markt bringen und wieder vom Markt verschwinden lassen.

Bei Renalzin steht: Diät-Ergänzungsfuttermittel.

Für mich ist es ziemlich undurchsichtig, wie das läuft. Dolofer zum Beispiel (das bei Katzen gegen Arthritis eingesetzt wird) besteht nur aus pflanzlichen Substanzen, man bekommt es aber nicht frei im Handel, sondern ausschließlich über den Tierarzt. Aluminiumhydroxid ist frei erhältllich, obwohl es keineswegs harmlos ist, schon gar nicht, wenn man es täglich verabreicht oder selber nehmen würde. Lanthan wird in der Humanmedizin als Medikament verwendet, siehe Fosrenol, und ist bei Menschen verschreibungspflichtig (!), während derselbe Wirkstoff, Lanthancarbonat, bei Katzen offenbar als Ergänzungsfuttermittel läuft. Schon sehr seltsam.

Auf mich macht das nach wie vor den Eindruck, als könnte sich ein Hersteller damit, dass er eine Substanz als Ergänzungsfuttermittel anbietet und verkauft, den teueren und langwierigeren Weg der Zulassung als (Tier-)Medikament sparen. Zum Vorteil für seinen Gewinn und seine Bilanz, zum Nachteil für die damit behandelten Katzen, denn die Nebenwirkungen, Risiken und Wechselwirkungen der Substanz sind damit für Katzen in keinster Weise erforscht und bekannt. Man gibt wie bei Renalzin Versuchskatzen vierzehn Tage lang sehr hohe Dosierungen von Lanthancarbonat, und wenn nach vierzehn Tagen noch keine Katze schwerkrank geworden oder gestorben ist, geht man davon aus: passt, ist ungefährlich, und fertig aus. Wie das Mittel sich auswirkt, wenn es eine Katze nicht nur vierzehn Tage lang, sondern ein halbes Jahr, ein Jahr oder zwei, drei Jahre lang täglich erhält, scheint nicht zu interessieren. Warum auch, der Hersteller macht vorerst Gewinn mit so einem Mittel, wenn es sich gut verkauft und vor allem, wenn es entsprechend gut vermarktet wird, und wenn sich dann rausstellt, dass es doch nicht so ungefährlich und nebenwirkungsfrei ist, nimmt man es halt wieder vom Markt. Für den Hersteller weiter nicht tragisch. Für die Katzenbesitzer, deren Katzen möglicherweise heftige Nebenwirkungen, Tumore oder andere Erkrankungen infolge der Verabreichung bekommen haben, schon.
 
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Miraculix

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Was mich darin bestärkt, dass man sich sehr genau anschauen und sich sehr genau darüber informieren sollte, was man seiner Katze gibt. Denn wenn der Hersteller seiner Aufklärungspflicht nicht nachkommt, weil er es gesetzlich nicht muss, bleibt nur, dass der Katzenbesitzer sich selbst so umfassend wie es nur geht kundig macht.

Womit wir wieder bei den Phosphatbindern wären, bei denen man letztlich nur die Wahl zwischen Pest und Cholera hat, sofern die eigenen Katze überhaupt mitmacht und keine Ausschlußkriterien vorliegen. Denn kein Phosphatbinder ist frei von Risiken und Nebenwirkungen. Die Abwägung, womit man der Katze größeren Schaden zufügt, ob mit oder ohne Phosphatbinder, ist angesichts der Informationen, die zu den einzelnen Bindern und Substanzen vorliegen, nicht leicht.

Es wäre blauäugig zu sagen, einen Phosphatbinder um jeden Preis einzusetzen ist immer noch besser als keinen zu verwenden. Weder Hyperkalzämie noch eine Aluminiumvergiftung, weder Dauerübelkeit als Nebenwirkung noch ständiger Durchfall, allergische Reaktionen oder die Gefahr eines tumorösen Geschehens (wie bei Aluminumhydroxid als Risiko beschrieben) sind für eine CNI-Katze bedenkenlos tolerierbare und harmlose Risiken. Andererseits ist es aber auch ein Problem und hat gravierende Auswirkungen, wenn der Phosphatspiegel bei einer Katze ständig steigt.

Es kann nur jeder für sich selbst abwägen, was er vor seinem Gewissen und für seine Katze verantworten kann und will.
 
mortikater

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Die Phosphatausscheidung ist aber bei einer CNI-Katze von Anfang an gestört und Phosphatreduzierung nach meinen Erfahrungen unumgänglich.

Fast alle CNI-Katzen sterben letztlich am sekundären Hyperparathyreoidismus, das sind die Folgen von Phosphat, das sich immer mehr im Körper anreichert. Ich habe Mika in der Phase erlebt, als er auf der Kippe stand. Er war geistig verwirrt vom hohen Parathormon, von den Nervenschädigungen in den Füßen ganz abgesehen, ich glaube nicht, dass er sich in dieser Phase noch wohl gefühlt hat.

Ipakitine erscheint mir persönlich immer noch am sympathischsten, es ist ein Naturprodukt, seit langem auf dem Markt, dazu gibt es auch Studien der "Nierenpäpste" Elliot und Chew. Eine Hypophosphatämie ist zwar theoretisch möglich, kommt aber in der Praxis äußerst selten vor, Sicherheit geben regelmässige Kontrollen der Werte von Calcium, Phosphat und Parathormon.

Die Tierärztin Barabara Welsch hat in einem interessanten Artikel auch die Phosphatbinder mit ihren Vor- und Nachteilen gegenübergestellt, ich finde ihn lesenswert und informativ.

http://www.medscript.de/texte/phosphatbinder.pdf
 
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Miraculix

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Ipakitine wäre auch der Phosphatbinder, den ich mit relativ gutem Gewissen und ohne größere Bedenken, aber mit engmaschigen Kontrollen des Calciumspiegels geben würde, wenn

- der Calciumspiegel im mittleren oder unteren Normbereich wäre
- keine Laktoseunverträglichkeit vorliegt
- die Katze Ipaktine im Futter toleriert und mitfrisst

Leider ist bei Finja der Calciumwert im oberen Bereich der Norm, fast schon grenzwertig, und sie verträgt nicht einmal geringe Mengen Laktose, bekommt sofort Durchfall darauf. Mit einer Hyperkalzämie und Dauerdurchfall würde man ihr und der CNI einen Bärendienst erweisen und sie noch schneller umbringen als mit einem steigenden Phosphatwert.

Emily läuft sowieso außer Konkurrenz, sie toleriert nullkommanichts in, über oder mit ihrem Trofu, und nimmt nichts zu sich, worin man einen Phosphatbinder geben könnte. Per Zwangsfütterung ist undenkbar bei ihr.

Egal, was theoretisch sinnvoll und hilfreich wäre, ich muss akzeptieren, dass ich zwei Katzen mit CNI habe, denen ich keinen Phosphatbinder geben kann. So ist nun einmal die Realität, ich kann mir keine anderen Katzen backen, nur um sagen zu können, selbstverständlich gebe auch ich sofort von Anfang an einen Phosphatbinder.

Aluhydroxid scheidet für mich definitiv aus, weil in meinen Augen (und nach Einschätzung des TA) die Risiken unverhältnismäßig höher sind als der Nutzen.
 
Miraculix

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Fast alle CNI-Katzen sterben letztlich am sekundären Hyperparathyreoidismus, das sind die Folgen von Phosphat, das sich immer mehr im Körper anreichert.
Auch wenn es vielleicht etwas provokativ klingt, es ist nicht im mindesten so gemeint, sondern eine ernsthafte Überlegung und Frage von mir.

Wenn, wie du schreibst, fast alle Katzen ohnehin letztlich am sekundären Hyperparathyreodismus sterben, was macht es dann für einen Unterschied, ob der Phosphatspiegel mit oder ohne Binder steigt? Der einzige Unterschied, den ich sehe, wäre ein möglicher Zeitgewinn, d.h. dass man mit einem Binder dieses Geschehen etwas hinauszögern kann - falls der Binder das bewirkt.

Sei mir nicht böse, wenn ich das erwähne, aber deine Mette ist an einem völlig entgleisten Phosphatspiegel (plus allen Folgen) gestorben, obwohl sie, wie du in einem Post mal geschrieben hast, "eimerweise" Ipakitine von Anfang an bekommen hat. Nicht bei allen Katzen geschehen solche unglaublichen Wunder wie bei Mika, der schon seit acht Jahren der CNI trotzt und widersteht.

Ja, du hast zweifellos und ohne jedes wenn und aber recht: wenn man einen Binder geben kann, der vertragen wird und dessen Risiken man für vertretbar hält, dann sollte man das von Anfang an tun. Da bin ich ganz deiner Meinung.

Wenn es aber nicht geht, und auch da gebe ich dir uneingeschränkt recht, wird der Phosphatwert unaufhaltsam steigen und für die Katze zu Beschwerden, einem Verlust des Wohlbefindens und letztlich zum Tod führen.

Das ist aber bei einer CNI immer so - mit Ausnahme von Mika-Wundern, die jedoch, soweit ich die Forenschicksale der CNI-Katzen kenne, die ganz, ganz große Ausnahme sind. Keine CNI verläuft so, dass die Katze mit einem Binder fröhlich, bei gutem Appetit und vollem Wohlbefinden am Ende friedlich einschläft. Das wissen wir alle, auch wenn wir es alle bei der eigenen Katze am liebsten nicht wahrhaben wollen.

Ich denke, und das muss man ehrlich sagen und auch sagen dürfen, bei Phosphatbindern reden wir realistisch gesehen nicht über die Rettung der Katze aus der tödlichen Gefahr CNI, auch nicht über das Stoppen der CNI und ein gutes, schönes Leben für die nächsten Jahre bis zum Alterstod der Katze, sondern wir reden von einem möglichen Zeitgewinn, nichts anderem, und ich sage absichtlich "möglichen" Zeitgewinn, weil es nicht bei allen CNI-Katzen funktioniert.

Auch Katzen, die von Anfang an Binder über alles bekommen haben, sind schon nach einem halben Jahr oder Jahr oder noch kürzer an der CNI gestorben bzw. mussten eingeschläfert werden, weil sie sonst verhungert wären oder sich elend abgequält hätten.

Ein Phosphatbinder, der funktioniert, kann helfen, Zeit zu gewinnen. Nicht mehr, nicht weniger. Es geht dabei nicht um die Entscheidung über Leben und Tod. Diese Entscheidung hat einem die CNI bereits aus der Hand genommen, in dem Moment, in dem sie diagnostiziert wird.
 
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Miraculix

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Ich möchte ausdrücklich noch hinzufügen: natürlich ist ein Zeitgewinn, der auch ein längeres Wohlbefinden der Katze ermöglicht, auf jeden Fall etwas Positives und wenn man das ermöglichen kann, sollte man es unbedingt tun.

Aber das Geschehen CNI darauf zu reduzieren, dass alles nur darum geht, der Katze möglichst schnell und möglichst umfassend einen Phosphatbinder zu verabreichen, ist mir zu kurz gegriffen. Ich sage nicht, mortikater, dass du das tust, im Gegenteil, du bist für mich wirklich vorbildhaft in deiner Einschätzung dessen, was bei deinen Katzen machbar war und ist, in deiner Sachlichkeit dabei und deinem Bemühen, dich umfassend zu informieren.

Ich lese aber auch oft Posts, in denen es bei CNI nur um den Phosphatbinder geht, und in denen Katzenbesitzern, die Bedenken haben oder deren Katzen einfach nicht mitmachen oder Einschränkungen haben, die einen Binder schwierig bis unmöglich machen, massiv ein schlechtes Gewissen eingeredet wird, als würden sie ihre Katze zum Tod verurteilen, weil sie keinen Binder geben. Das geht an der Sachlage jedoch völlig vorbei.

CNI ist unheilbar, unaufhaltsam und tödlich. Deswegen steht für mich das Abwägen im Vordergrund, wie kann ich meiner Katze das Leben mit CNI so lange es unter den individuellen Umständen geht möglichst schön, lebenswert und erträglich machen. Dazu gehören aber viele, viele andere Facetten noch, als nur ein Phosphatbinder.
 
vilma

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Nicht alle CNI-Katzen sterben letztlich am sekundären Hyperparathyreoidismus, sondern nur die, die das Endstadium erreichen, und das sind nicht alle. Manche sterben vorher an etwas völlig anderem oder erleiden aus nicht immer nachvollziehbaren medizinischen Gründen einen so rasanten Absturz, dass sie binnen weniger Tage eingeschläfert werden müssen. Bei körperlich vorbelasteten oder immunsupprimierten Tieren kann das ganz schnell gehen.

Phosphatbinder ist die wirksamste Waffe im Kampf gegen die CNI. Ein Wundermittel ist es nicht. Ab einem bestimmten Punkt übernimmt ggfs. die CNI oder ein anderes organisches Leiden die Kontrolle. Bis dahin kann ein P-Binder aber einiges leisten in Hinsicht auf Wohlbefinden und Lebensqualität. Deswegen finde ich es absolut korrekt, wenn dem P-Binder immer die erste Empfehlung gilt.

Was mir hier nicht so gefällt, ist dass der Alu-Binder so verteufelt wird. Die Aluminiumvergiftung ist aus der Humanmedizin bekannt, nicht bzw. kaum aus der Vet-Medizin! Aluminiumvergiftung scheint nur im Zusammenhang mit einer Dialyse oder der gleichzeitigen Gabe von Kaliumzitrat ein potenzielles Problem zu sein. Bei Helen kann man das sehr schön nachlesen. Ansonsten gelten Alubinder nämlich als sehr effektiv; ich bezweifle nur, dass alle TÄ sich ausreichend damit auseinandergesetzt haben. Die kennen maximal Renalzin oder Ipakitine.

http://www.felinecrf.info/phosphat.htm#aluminiumhydroxid
 
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