NKF-Unterstützungsgruppe CNI-Katzen - Informationen

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Kabifra

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Mir ist die Idee gekommen, dass wir hier im NKF eine Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen aufmachen könnten. In letzter Zeit habe ich nämlich öfters bemerkt, dass immer wieder Foris anfragen, deren Katzen CNI diagnostiziert bekommen haben, und dann ist es oft Glückssache, ob gerade Foris online sind, die kompetent was dazu sagen können, oder ob mehr allgemeine Sachen kommen wie "Ich habe gehört, dass man Nierendiät geben" muss. Es tauchen im Verlauf von CNI soviele spezielle Fragen und Probleme auf, und es ist umständlich und mühsam, dann immer hoffen zu müssen, dass jemand gerade im Forum ist, der einem eine kompetente Antwort darauf geben kann. Ich habe selbst lange herumgesucht und bin nur durch Zufall auf Foris gestoßen, die mir sehr viel weiterhelfen konnten und super Tipps gegeben haben, von denen ich und Micky immer noch profitieren.

Deshalb meine
ich, es wäre gut, hier einen eigenen Thread für alle aufzumachen, quasi als fortlaufende "Unterstützungsgruppe", die Katzen mit CNI zuhause haben oder zuhause hatten. Es wäre sehr schön und sehr wichtig, wenn gerade auch Letztere bereit wären, hier mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, denn gerade sie wissen, wie CNI verlaufen kann und wie es dann auch am Ende des Weges damit aussieht. Wir könnten eine Liste mit Fori-Nicks anlegen, die bereit sind, Auskünfte und Hilfe zu geben (über PN, evtl. sogar telefonisch), so dass jeder gleich weiß, wer bei CNI ansprechbar ist und selbst CNI-Katzen hat. Auch eine Liste mit Tierärzten, die sich mit CNI auskennen und mit denen Foris gute Erfahrungen gemacht haben, fände ich sehr hilfreich.

Ich habe mir das so vorgestellt, dass wir uns gegenseitig Unterstützung geben, in Form von Hinweisen, Bezugsquellen, Informationen zu CNI, TA-Erfahrungen, Erfahrungen mit Medikamenten und Alternativmitteln, Ernährung usw., und einander auch ein wenig begleiten, gerade wenn sich die CNI bei einer Katze verschlechtert oder Probleme auftauchen. Es sollten nur Foris hier mitmachen, die konkret Erfahrung mit CNI haben. So gut allgemeine Ratschläge und tröstende Worte gemeint sind, hier werden ganz konkrete Erfahrungen benötigt.

Auch eine Link-Sammlung finde ich sehr nützlich, damit jemand, der neu mit der Diagnose CNI ins Forum kommt, nicht ewig lang herumsuchen und herumfragen muss, wo kriege ich dies, wo ist jene Seite, sondern gleich alle wichtigen Links parat hat. Ich fange mit dieser Link-Seite (einfach als Beitrag in diesem Thread) mal an; wer weitere gute Links weiß, bitte mir schreiben, dann füge ich den Link ein.

Der Grundgedanke ist, hier im Netzkatzen-Forum einander Hilfestellung bei CNI zu geben, innerhalb der NKF-Gemeinschaft, und eine Anlaufstelle zu bieten, die sofort jedem mit einer CNI-Katze zur Verfügung steht, der hier angemeldet ist.

Für Anregungen und weitere Ideen bin ich sehr dankbar und hoffe jetzt einfach mal auf eure Bereitschaft, hier mitzumachen und sich einzubringen. Jeder Bericht, jede sachliche Information, jede Erfahrung ist wichtig und nützlich! Bitte scheut euch nicht, etwas zu schreiben, von dem ihr meint, dass es anderen Haltern von CNI-Katzen weiterhelfen oder sie unterstützen kann.

So, und nun noch zur Absicherung für uns alle der Hinweis:

In diesem Thread werden nur nach bestem Wissen und Gewissen Informationen und Erfahrungen von betroffenen Laien, die eine CNI-Katze haben, weitergegeben.

Der regelmäßige Besuch beim TA mit einer CNI-Katze und die Absprache jeder Behandlung mit dem TA ist dadurch nicht zu ersetzen und wird dringendst angeraten.


LG

Katharina
 
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Kabifra

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Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen im NKF

Liste mit wichtigen und nützlichen Links bei CNI:
(Achtung: erst kommt der Link, dann die Erläuterung dazu)


http://www.felinecrf.info/

Ausführliche Informationen rund um CNI, wie man sie wohl sonst nirgends im Internet findet, mit allem, was man dazu wissen muss und möchte. Auch die Erfahrungsberichte über Katzen mit CNI sind sehr hilfreich und teilweise auch tröstend. Diese Seite ist jedem, der neu mit der Diagnose CNI konfrontiert wird, eindringlich zu empfehlen!

http://www.loetzerich.de/Gesundheit/Nierenerkrankungen/body_nierenerkrankungen.html

Ebenfalls eine informative Seite zu CNI und allen Begleiterscheinungen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten.

http://www.wuerzburg-shop.de/Lucky-Land/

Hier bekommt man Ulmenrinde/SEB, Taurin, Einwegspritzen, um Medikamente flüssig ins Mäulchen spritzen zu können, und anderes mehr, was bei CNI von Nutzen sein kann. Man muss auf 4-Pfoten-Shop klicken, dann auf Katzen-Shop, und dann ein bißchen weitersuchen. Der Aufbau der Seite ist nicht ganz so gelungen und wenig übersichtlich, aber wenn man einmal weiß, wo man Ulmenrinde etc. findet, geht es ganz einfach.

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=79445

Der inzwischen ziemlich bekannte Thread hier im NKF von Ironies zur Ernährung nierenkranker Katzen mit normalem Premiumfutter (statt Nierendiät). Unbedingt zu empfehlen, ehe jemand ahnungslos voll auf Nierendiät umsteigt.

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=59678

Der Bericht von Bertha über die Niereninsuffizienz ihrer Katze Emma und über Emmas Weg mit der CNI bis zum Ende. Bewegend, tief berührend, sachlich sehr hilfreich, da viele Einzelheiten, was man bei CNI machen kann, womit man rechnen muss, usw. beschrieben und geschildert werden.

Bezugsquellen für hochwertiges Premiumfutter, das für CNI-Katzen geeignet ist, beziehen kann:

http://www.sandras-tieroase.de/

http://www.pfotino.de/

http://www.zooplus.de
(Eagle Pack, Grau)



Die Link-Liste wird fortlaufend ergänzt. Wer hilfreiche Links kennt, bitte mir mitteilen, ich füge sie hier dann ein.



Katharina
 
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Kabifra

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Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen im NKF


Kurz zusammengefasste Tipps für die Ernährung mit Normalfutter bei CNI:


1. Geeignete Futtermarken/Sorten:
Nafu (mit geringem Phosphoranteil): Eagle Pack, Grau, Evolve, Felidae, Mac's, etwas eingeschränkt Precept, Cat exclusive, Prairie, Nutro.
Nur als Appetitanreger ab und zu oder supplementiert: Almo nature, Schesir (NICHT als ständiges Futter!).

Trofu: Eagle Pack, Evolve (gibt es bald nicht mehr :cry:). Wenn Eagle Pack nicht gefressen wird, eingeschränkt Felidae normal oder Platinum. Das Trofu muss einen möglichst hohen Fleischanteil haben, möglichst nur eine Eiweißquelle, kein oder nur einen Minimalanteil Getreide, keine "Nebenerzeugnisse" oder irgendeine Umschreibung für Getreideschrott (Gluten, Bäckereinebenerzeugnisse u.a.).

Näheres siehe Thread von Ironies (weiter oben Link).

2. Mehrere kleinere Mahlzeiten pro Tag, nicht eine oder zwei große Mahlzeiten. Bei mehreren kleinen Mahlzeiten wird weniger Magensäure erzeugt, das ist für Katzen mit CNI, die oft an übersäuertem Magen und Erbrechen leiden, sehr wichtig. Auf die Weise fressen sie insgesamt mehr und erbrechen weniger.

3. Futter in etwas erhöhtem Napf anbieten.
Auch das hilft gegen Magenübersäuerung.

4. Ulmenrinde geben.
Ulmenrinde ist das beste mir bekannte Mittel gegen übersäuerten Magen, Erbrechen, Verstopfung und/oder Durchfall bei CNI-Katzen. Sie hilft auch bei Geschwüren und Entzündungen im Mäulchen, die im fortgeschrittenen Stadium von CNI häufig auftreten. Siehe Link oben in Link-Sammlung für Bezugsquelle.
Trick: Ulmenrinde als Extra-Leckerli verabreichen. Pulver in etwas Quark, Nafu, usw. verühren und als "Betthupferl" abends geben. Auf die Weise wird es meistens genommen und man kann sicher sein, dass die CNI-Katze die ausreichende Menge an Ulmenrinde intus hat.

5. Auf ausreichend Flüssigkeitsaufnahme achten!
Mit das Wichtigste bei CNI-Katzen überhaupt: sie müssen genügend Flüssigkeit zu sich nehmen, um nicht auszutrocknen.

Tricks/Möglichkeiten:
Wasserbrunnen
Verdünnte lactosefreie Milch
Warmes Wasser in Nafu einrühren (1 Teelöffel bis 1 Esslöffel, je nachdem wie es noch toleriert und akzeptiert wird)
Mehrere Trinkmöglichkeiten in der Wohnung anbieten, abseits vom Futternapf
Quark mit etwas Wasser verdünnt
Joghurt mit etwas Wasser verdünnt

5. Alles meiden, was Getreide, Zusatzstoffe, Farbstoffe, Nebenerzeugnisse enthält!
Alles, was der Organismus einer Katze nicht verwerten und brauchen kann, muss wieder vom Körper ausgeschieden werden, auch über die Nieren. Nierenentlastende Ernährung bedeutet also, so weitgehend wie möglich solche unnützen Inhaltsstoffe zu vermeiden.

6. Als Fettquellen geeignet:
Butter, in Maßen Lachsöl (nicht öfter als 1-2 mal pro Woche ein paar Tropfen).
Ungeeignet: alle pflanzlichen Fette.
Sie können von der Katze nicht bzw. nur äußerst eingeschränkt verwertet werden. Eine CNI-Katze also nicht mit Distelöl, Nachtkerzenöl, oder ähnlichen Ölen versorgen.
Quelle: http://www.savannahcats.de/naehrstoffe.html




Katharina
 
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mortikater

mortikater

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Biologische Behandlung der CNI bei Katzen -Heel

Hallo,

erst mal möchte ich Katharina danken, daß sie diese Unterstützungsgruppe ins Leben gerufen hat und dafür, daß ich ihr schon Löcher in den Bauch fragen durfte und sie all meine Fragen beantwortet hat.

Ich heiße Petra, habe eine Großfamilie von sieben Katzen. Mika, mein sechsjähriger Main Coone Kater, hat auch CNI. Wir erhielten die Diagnose bei einem Routine-Check (Blutbild) im August 2006. Mika bekommt seitdem eine biologische Behandlung der Fa. Heel und seine Werte haben sich deutlich verbessert.

Viele Foris mit CNI-Katzen möchten, solange es geht, homöopathisch dagegen angehen. Sicherlich auch sinnvoll, weil die Nieren nicht dadurch belastet werden. Deshalb nachfolgend eine kurze Information über das Produkt, die Behandlung und meine Erfahrungen.

SUC - die biologische Alternative

S = Solidago compositum
U = Ubichinon compositum
C = Coenzyme compositum

Es handelt sich dabei um Mischinjektionen, die sowohl subkutan wie oral verabreicht werden können. (Glasampullen zu je 2,2 ml). Man bekommt sie frei in der Apotheke. Trotzdem sollte man die Verabreichung wie alle Behandlungen mit dem Tierarzt besprechen. Auf welcher Stufe man einsteigt, wie häufig die Injektionen am Anfang gegeben werden sollen, ob zusätzlich andere Maßnahmen angezeigt sind.

Heel verweist in seiner Broschüre auf eine Praxisstudie erschienen in:
Ulrich, U.: Behandlungsmöglichkeiten der chronischen Niereninsuffizienz der Katze mit biologischen Arzneimitteln. Kleintiermedizin 5/6, 2004, 135 - 139

Vorgeschlagener Behandlungsplan

1. und 2. Tag / Stationäre Behandlung

2 x täglich SUC-Mischspritze s.c.

Tag 3 - 7

tägliche Wiedervorstellung in der Praxis, dort täglich SUC-Spritze s.c.

ab 2. Woche

jeden 2. Tag SUC-Spritze s.c., alternativ durch Besitzer per os

ab 3. Woche

2 x wöchentlich SUC-Spritze per os, zusätzlich 1 ml Hepar compositum

ab 8. Woche

1 x wöchentlich SUC-Spritze per os

Mika ist von Anfang an zu Hause behandelt worden. Die ersten fünf Wochen haben wir zweimal wöchentlich gespritzt, seitdem bekommt er das Mittel oral. Heel weist darauf hin, daß die Laborwerte sich in der Regel zeitlich verzögert verbessern. Das war bei Mika auch so. Nach 5 Wochen hatten wir eine leichte Verbesserung, nach 15 Wochen eine signifikante. Mika bekommt keine Nierendiät, er frißt Normalfutter. Ich versuche, die Ernährung auf hochwertiges Futter umzustellen, leider spielen die Katzen noch nicht so gut mit. Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich dabei, weil es so eine große Gruppe ist. Aber wir arbeiten dran!

Mika ist vom Verhalten her noch total unauffällig. Er wiegt um die 7 kg, das ist für ihn ideal, er ist ja ein Coonie. Er frißt mit gesundem Appetit, bekommt auch dreimal wöchentlich rohes Fleisch und gekochtes Huhn. Er ist ein fröhlicher, ausgeglichener, anhänglicher Mama-Kater, kräht wie ein Huhn und gurrt wie eine Taube.

Nachfolgend noch Mikas Nierenprofil bei Diagnosestellung verglichen mit den ersten beiden Kontrollterminen:

Untersuchung Normal 04.08. 15.09. 22.11.
Harnstoff-N 10 - 33 54 48 42.8
Kreatinin <2.0 3.2 3.0 2.4
Gesamteiweiß 5.7 - 9.4 7.7 7.3 7.8
Natrium 146 - 165 157 154 161
Kalium 3.0 - 5.0 3.5 3.9 3.7
Calcium 2.3 - 3.0 2.79 2.81 2.71
anorg. Phosphat 0.8 - 1.9 1.9 1.4 1.3
 
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Kabifra

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Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen im NKF

Thema Impfungen, Operationen und Medikamente bei CNI-Katzen

Impfungen:

Es ist anzuraten, nierenkranke Katzen, die ja meistens ohnehin schon die Grundimmunisierung und jahrelange Impfungen haben, nicht mehr impfen zu lassen. Grund: die Impfungen und Impfstoffe beanspruchen den Organismus und die Nieren stark. Es gibt sogar Studien, die vermuten, dass Impfungen die Nieren schädigen können. Siehe hier:
http://www.loetzerich.de/Gesundheit/Nierenerkrankungen/body_nierenerkrankungen.html
und (mit etwas Vorsicht zu genießen, da Autor als Impf-Gegner bekannt):
http://www.mopeichl.de/katzen_impfungen.html

Auf jeden Fall sollte man auf jede Impfung verzichten, die nicht absolut notwendig ist. Bei einer vorhandenen Grundimmunisierung und jahrelangem Impfen gegen Katzenschnupfen/Katzenseuche hat die Katze einen ausreichenden Impfschutz aufgebaut, so dass man bei CNI-Katzen auf Wiederholungen verzichten kann. Mein TA hat von sich aus vorgeschlagen, Micky nicht mehr zu impfen, und er ist normalerweise, was Impfungen angeht, erzkonservativ und impft lieber einmal mehr als einmal weniger.

Bei Freigänger-Katzen muss man wohl oder übel gegen Tollwut impfen, ein Verzicht darauf wäre ein zu großes Risiko, es sei denn, man wohnt in Gebieten, in denen Tollwut nicht vorkommt. Dies würde ich aber unbedingt immer mit dem jeweiligen TA abklären.

Operationen:

Jegliche Operation, die mit Narkose, Schmerzmitteln und Medikamenten verbunden ist, sei es auch eine noch so leichte Narkose, belastet die Nieren stark und kann bei einer CNI-Katze komplettes Nierenversagen auslösen. Über dieses Risiko muss man sich im Klaren sein. Das heißt, nur unverzichtbare Operationen durchführen lassen, in Abwägung des Risikos, und dann mit der schonendsten Narkose, die möglich ist.

Dies gilt vor allem für Untersuchungen in Narkose, für Zahnbehandlungen (z.B. Zahnstein entfernen lassen), Scheren lassen unter Narkose usw. Man muss bei CNI-Katzen sehr sorgfältig abwägen, was für die Katze riskanter und schlimmer ist: mit Zahnstein weiterleben, ohne eine Untersuchung eine Diagnose stellen, usw., und sollte unbedingt überlegen, ob eine Alternative möglich ist.

Selbstverständlich müssen notwendige Operationen und Behandlungen durchgeführt werden. Die Abwägung muss letztlich der TA treffen, denn er kann das Risiko am besten einschätzen, aber man sollte als Halter einer CNI-Katze von sich aus immer deswegen nachfragen, den TA auf das Risiko ansprechen und fragen, ob die OP unverzichtbar ist.

Medikamente:

Auch Medikamente, vor allem Antibiotika und Cortison, belasten die Nieren stark und lösen häufig ein Ansteigen der Werte aus bzw. können, wenn die CNI schon fortgeschritten ist, ein Nierenversagen verursachen. Hier gilt dasselbe wie bei Operationen und Narkosen: nur das absolut Notwendige und nur nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Prüfung von Alternativen (z.B. Homöopathie).

Bei CNI-Katzen sollten nie ins Blaue hinein AB gegeben werden, wie es so oft von TA praktiziert wird. Schnupfen und Husten? Einfach ein AB geben. Durchfall? Ein AB wird es schon richten. Das kann für CNI-Katzen tödlich ausgehen. Auch hier wieder: es braucht einen verantwortungsbewussten TA, der genau abwägt, wann ein AB, wann Cortison wirklich unverzichtbar und notwendig ist, und wann man es mit anderen Mitteln versuchen kann.

Beispiel: Micky hat eine chronische Herpesinfektion. Er leidet immer wieder mal deswegen an Mandelentzündung und Schnupfen. Fast jedesmal haben wir das mit L-Lysin, Immustim und viel Geduld wieder hinbekommen. Mein TA verschreibt Micky nur ein AB, wenn nachweislich eine bakterielle Sekundärinfektion vorhanden ist, nie einfach so auf Verdacht. Der Einsatz von Cortison wird von ihm genauso überlegt und sorgfältig-zurückhaltend gehandhabt.

Ausnahme: ACE-Hemmer
Nierenkranken Katzen wird oft vom TA ein ACE-Hemmer verschrieben. Diese Medikamente, die es unter mehreren Namen gibt, sind eigentlich für Herzerkrankungen entwickelt worden, verstärken aber auch die Durchblutung der Nieren und senken hohen Blutdruck, der sehr häufig bei einer CNI entsteht und der u.a. eine Erblindung (Netzhautablösung) auslösen kann. Durch die verstärkte Durchblutung des Nierengewebes können Giftstoffe besser ausgeschieden werden. Anfänglich steigt bei der Verabreichung von ACE-Hemmern der Kreatinin-Wert an, deshalb sollte man auf eine engmaschige Untersuchung des Krea-Wertes in den ersten drei Monaten nach Beginn der Therapie mit einem ACE-Hemmer bestehen. Ein guter TA wird das von sich aus veranlassen.

Diese ACE-Hemmer sind teuer (eine Monatspackung Vasotop kostet ca. 20.- Euro), werden aber gut vertragen. Es sind kleine Tabletten, die man gut in einem Leckerli unterschmuggeln kann. Bei rechtzeitigem Einsatz kann dadurch der Verlauf der CNI etwas verlangsamt werden.

Katharina
 
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Amaryllis

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Speziell zu den Antibiotika:

Es gibt gut nierenverträgliche Antibiotika und solche, die über die Nieren ausgeschieden werden und dann bei CNI im Körper kumulieren und deshalb zu z.T. schweren Nebenwirkungen führen.

Die Fluorchinolone/Gyrasehemmer (z.B. Baytril) sind solche Antibiotika, die bei einer bekannten CNI zumindest nicht rein kalkuliert eingesetzt werden sollten. D.h. bei "blinder" Behandlung auf Verdacht. Liegt ein Antibiogramm vor, das kein Alternativantibiotikum erbringt, muss man in den sauren Apfel beißen, ggfs. dann dosisreduziert.
Hat man die Wahl, sind z.B. Penicilline (als Breitbandpenicillin z.B. Synolux) unkomplizierter.
 

Rina

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Dieser Thread ist eine phantastische Idee!

Ich würde gerne noch den Link zur Yahoo-Gruppe 'Nierenkranke Katzen' dazusetzen:
http://de.groups.yahoo.com/group/nierenkranke_Katze/

Dort sind sehr viele Halter nierenkranker Katzen zugegen, und man kann auch ein Blutbild fachmännisch auswerten lassen. Das ist sehr hilfreich, da man selbst mit den ganzen Werten zumeist nicht viel anzufangen weiß.

Zu meiner Lucy werde ich mehr sagen können, wenn wir endlich das neue Blutbild haben - dann wird sich zeigen, ob ihre Fütterung richtig war. Sie ist aber topfit, steht gut im Futter und hat keinerlei Beschwerden.

Rina
 

cycilia

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Tabletteneingabe

@ Katharina: Hmm,... ich habe da ein unkompliziertes Katertier. Nicky (*g* unsere Kater haben Gemeinsamkeiten, Tierheimkatzen - beide in nicht ganz jungem Semester zu uns gelangt, Nierenprobleme, ähnliche Namen...) frisst alles was man ihm hinhält und in Wurst oder Gurke sowieso. Ich glaube, der mag das sogar 8O .

Wie gesagt meine Meinung ist, die Katze auf keinen Fall mit Medikamenten "quälen", daher kriegt Nicky keine homöpathischen Medis. Bei ihm sind Spritzen ins Mäulchen leider nicht ohne Kampf machbar und Infusionen schonmal gar nicht. Bei Tabletten hast du eventuell noch eine Chance mit Leerkapseln und Leberwurst außenrum. Leider sind die Leergelatinekapseln immer recht groß. Wenn Micky das dann ausspuckt oder gar nicht erst nimmt, hast du wohl wenig Chancen. Tabletten sind bei uns hier wenn möglich immer das Medikament der Wahl....

@all: Eine nierenkranke Katze ist oft ausgetrocknet, selber feststellen kann man das mit dem Nackenfelltest. Einfach die Haut im Nacken leicht hochziehen. Wenn es etwas dauert bis die Falte sich wieder legt ist die Katze ausgetrocknet. In vielen Fällen benötigt sie dann Infusionen, damit dem Körper wieder Flüssigkeit zugefügt wird. Zunächst einmal ist hier der TA gefragt, mit ein bisschen Anleitung und einer nicht allzu wehrhaften Katze geht das aber auch zu hause.

LG, anja
 
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Kabifra

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Allgemeine Beiträge zu CNI


-Was soll ich denn nun füttern?

Eine schwierige Frage. Der TA wird meistens dringend zu Nierendiätfutter raten. Dieses Futter gibt es von zwei Firmen: Royal Canin und Science Hill's. Es ist teuer und nur über wenige Internetshops oder über den TA zu beziehen. Beide Firmen bieten Nafu und Trofu an. Die meisten Katzen lehnen das Nafu komplett ab, das Trofu wird öfters gefressen.

Das Problem bei diesem Diätfutter ist folgendes: Es enthält überdurchschnittlich viel Getreide, Zusatzstoffe, Zucker und andere Stoffe, die der Organismus einer Katze nicht verwerten kann, sondern wieder ausscheiden muss. Das belastet auch die Nieren, die aber dringend entlastet werden müssen. Zudem ist das Diätfutter eiweiß- und proteinreduziert, weil das angeblich die Nieren entlastet und schont. Man hat dazu Ergebnisse, die durch Versuche an Menschen und Ratten gemacht wurden, auf Katzen übertragen. Ob dies überhaupt seriös ist, da Katzen reine Carnivoren, Menschen und Ratten aber Allesfresser sind, sei dahingestellt. Fakt ist, dass Katzen einen hohen Anteil an tierischem Protein und Eiweiß in ihrer Ernährung brauchen, damit ihr Organismus reibungslos funktionieren kann, und zwar einen weitaus höheren Anteil an Protein und Eiweiß als der Mensch. Bekommt die Katze zu wenig Protein oder Eiweiß, wird sie krank. Der Körper holt sich schließlich diese Stoffe aus der Muskulatur. Das führt dazu, dass die Katze an Bewegungsfähigkeit verliert, schwach wird, massiv abbaut. Es kommt ein Teufelskreislauf in Gang - Schwäche, wenig Bewegung, Abbau weiterer Muskulatur, noch mehr Schwäche usw. -, der nicht selten zum Tod der Katze führt. Sie stirbt dann allerdings nicht an Nierenversagen. Ob das als Erfolg und Bestätigung des Diätfutters gewertet werden darf, bleibt jedem selbst zu entscheiden überlassen.

Ein anderer Weg, der jedoch häufig gegen den Widerstand der TA gegangen werden muss, ist, die nierenkranke Katze mit hochwertigem, phosphatarmem Normalfutter zu ernähren. Dieses Futter soll möglichst wenig oder gar kein Getreide enthalten, Reis ist in Maßen tolerierbar, keine Konservierungs-, Farb- oder sonstige Zusatzstoffe, keine "Nebenerzeugnisse" jeglicher Art, und möglichst nur zwei Eiweißquellen. Mixprodukte, in denen Fisch, Rind, Huhn, Ei etc. enthalten sind, sollten gemieden werden.

Ich kopiere hier einen Auszug aus einem Beitrag von Ironies hier herein, die es in ihrem Thread (der Link findet sich in der Linksammlung) wunderbar näher erläutert:

"Hier nun die Eckdaten eines Futters für CNI-Katzen
  • Phosphorgehalt sollte (im Trofu) möglichst unter 0,7% liegen, auf jeden Fall unter 1%.
  • Calcium-Phosphor Verhältnis sollte bei etwa 1,5:1 liegen, das heißt auf ein Phosphor- sollten 1,5 Calciumteilchen kommen.
  • Die Energie sollte zu möglichst gleichen Teilen aus Fett und Proteinen/Eiweißen kommen.
  • Es sollte möglichst viel leicht verdauliches Fleisch, sprich hochwertige Proteine, enthalten sein, da minderwertige Proteine ebenso wie zu viele Proteine über die Nieren ausgeschieden werden.
  • Möglichst nur eine weitere Proteinquelle außer Fleisch, am besten geeignet ist Reis, schlecht hingegen sind Weizen, Mais und Roggen (sowie ähnliches). "
(Quelle: Ironies/Mandy)

Weitere Infos dazu finden sich in dem Beitrag am Anfang dieses Threads, in dem auch Bezugsquellen für Premiumfutter sowie nähere Angaben zu sonstigem Futter und Futterzusätzen stehen.

Dringend anzuraten ist jedem, den Thread von Ironies/Mandy bzw. ihren Einführungsbeitrag genau zu lesen, in dem sie noch weiter erläutert, wie man bei nierenkranken Katzen mit Milch, Joghurt, Käse, anderen Fettquellen etc. verfahren sollte. Dies hier alles im Einzelnen aufzuführen wäre zu lang.

Sehr wichtig ist bei nierenkranken Katzen, dass sie überhaupt ausreichend fressen. Ab einem bestimmten Stadium lässt der Appetit nach, der Katze ist übel, sie erbricht und frisst nur noch sehr wenig. Dann ist es entscheidend, ihr überhaupt irgendetwas schmackhaft zu machen, und nicht mehr der richtige Zeitpunkt, ihr Premiumfutter nahe bringen zu wollen. Wenn die Katze das Futter verweigert, sollte man versuchen, ihr alles anzubieten, was sie mögen könnte, egal ob es nierenschonend, gesund oder "Bäh"-Futter ist. Sobald eine nierenkranke Katze nicht mehr oder nicht mehr ausreichend frisst, trocknet sie sehr schnell aus. Das kann innerhalb kurzer Zeit zum Koma und Nierenversagen führen. Man muss sie in diesem Stadium durch Infusionen mit ausreichend Flüssigkeit versorgen und auf jeden Fall alles versuchen, sie wieder zum Fressen zu animieren.

Die Umstellung auf Premiumfutter sollte möglichst am Anfang, so lange die Katze noch normal frisst, nicht erbricht und nicht unter größerer Übelkeit leidet, erfolgen.





Katharina



 
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Kabifra

Guest
Achtung, bitte lesen:

Ab sofort gibt es zwei Threads der Unterstützungsgruppe!

"NKF-Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen Informationen"

und

"NKF-Unterstützungsgruppe Nierenkranke Katzen Erfahrungsaustausch"



Der Info-Thread = dieser hier steht ab sofort NUR und ausschließlich der Vermittlung von Informationen, Fakten und Links zur Verfügung! Bitte hier nichts mehr reinschreiben, nur lesen! (Nur die Aktiven aus der Unterstützungsgruppe dürfen hier noch Informationsbeiträge einstellen)


Der Erfahrungsaustausch-Thread steht für sämtliche Fragen, Austausch, Trösten, Begleiten und Hilfe in konkreten Fällen zur Verfügung. Dort könnt ihr schreiben, fragen, reden, euren Kummer wegen CNI loswerden, traurig sein, Werte einstellen .... , soviel ihr wollt.

Die Infos in dem Info-Thread werden laufend ergänzt und erweitert.

Wenn ihr Fragen habt, die im Info-Thread nicht vorkommen, bitte im Erfahrungsthread ansprechen oder mir eine PN schicken, damit wir die Frage in unseren Info-Katalog aufnehmen können.

Je genauer wir uns an diese zwei Threads halten, umso übersichtlicher bleibt es und umso gezielter und kompakter können wir Infos und Hilfe anbieten.

Vielen Dank für euere Kooperation und euer Engagement und das Einhalten dieser beiden Threads!

Danke auch an Volker für seine Unterstützung im Hintergrund!


LG

Katharina
 
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mortikater

mortikater

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Achtung - Vorsicht mit Metacam bei nierenkranken Katzen

www.felinecrf.info/ursachen_von_cni.htm

Sicher kennen alle Tanyas Informationscentrum zu CNI, dort ist diese Information zu finden. Mir ist sie aber trotz häufiger Besuche der Seite erst heute richtig aufgefallen. Ich habe auch Metacam zu Hause und hielt es bisher für ein eher harmloses Schmerzmittel. Deshalb dachte ich, die Info könnte hier auch für andere nützlich sein.

Metacam (Meloxicam)
Ein mögliches Nierengift, das Katzen als Medikament verabreicht wird ist Metacam (Meloxicam). Das ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum, das manchmal für kurze Zeit als Schmerzmittel nach einer Narkose eingesetzt wird oder langfristig bei Katzen mit Arthritis. Es ist ein sehr effektives Schmerzmittel, aber es kann bei einigen Katzen auch einen dauerhaften Nierenschaden hervorrufen (Papillarnekrose). Ich würde daher davon abraten, es bei einer Katze einzusetzen, die bereits CNI hat, und ich wäre generell sehr vorsichtig bei seinem Einsatz bei Katzen. Wir haben es problemlos bei Harpsies Arthritis eingesetzt, aber wir gaben ihm lediglich eine sehr kleine Dosis, weniger häufig als empfohlen und wir überprüften einen Monat später seine Nierenwerte. Ich würde den Einsatz von Metacam nur unter außergewöhnlichen Bedingungen empfehlen.

Metacam kann auch zu Wechselwirkungen mit ACE-Hemmern wie Benazepril (Fortekor oder Lotensin) oder Enalapril (Enacard) führen. Also geben Sie bitte Ihrer Katze nicht gleichzeitig beide Medikamente ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt.

Metacam Reference Page ist eine Zusammenfassung von dem Hersteller über die Zustimmung zur Benutzung von Metacam bei Katzen. Dort steht, dass es nur als eine einmalige Injektion zugelassen ist.
The Metacam Profession Insert, zugelassen von der US Food and Drug Administration, hält fest (Seite 2): "es wurde über Nierenversagen berichtet als Ergebnis einer wiederholten oralen Dosierung bei Katzen" ("renal failure has been reported as an outcome of repeated oral dosing of cats").
In derFreedom of Information Summary (2004) von der US Food and Drug Administration wird auf Seite 23 erwähnt, dass nach der Verabreichung von Metacam zur Abmilderung postoperativer Schmerzen 8,3% der Katzen dieser Studie erhöhte Harnstoffspiegel hatten und 12,5% eine Anämie. Zum Vergleich traten keine Fälle erhöhter Harnstoffspiegel bei den Katzen der Studie auf, die ein anderes Schmerzmittel erhielten, obwohl 6,1% von ihnen an Anämie litten (eine mögliche Ursache für eine Anämie ist eine Entzündung. Daraus erklärt sich teilweise diese Tatsache). Die Studie kommt zu folgendem Schluss: "Meloxicam, ursprünglich verabreicht als subkutane Injektion und anschließend über neun Tage weiter oral verabreicht mit >0.3 mg/kg resultierte in schweren Nebenwirkungen bis hin zum Tod." ("Meloxicam, when initially dosed as a subcutaneous injection followed by oral dosing for nine days at > 0.3 mg/kg was associated with severe adverse effects, including death.")
The US Food and Drug Administrationverwarnte die Hersteller von Metacam 2003 wegen ihrer irreführenden Behauptungen über ihr Produkt und das Verschweigen wichtiger Sicherheitsinformationen
 
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vilma

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Habe in einem Beitrag von biggi76 im Harnwegsforum folgenden Artikel entdeckt, den ich mal hier reinkopiere, weil er interessante (Hinter-)Grundinformationen enthält. Für CNI-"Einsteiger" und für Fortgeschrittene gleichermaßen wichtig...

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Folgender Artikel ist in der Zeitschrift "Geliebte Katze" - Ausgabe Januar 2004 abgedruckt. Geschrieben wurde er von Frau Dr. med.-vet. Katja Sauer.

"Viel Durst und wenig Appetit sind Alarmzeichen"

NIERENPROBLEME BEI DER KATZE

Katzennieren sind nur etwa vier Zentimeter lang und zwei bis drei Zentimeter dick, haben aber eine ungemein wichtige Funktion im Katzenkörper. Ihre erste und vordringliche Aufgabe ist die Entgiftung. Nicht mehr benötigte Mineralien wie Kochsalz und Kalium, aber auch Abbauprodukte aus dem Eiweißstoffwechsel und Phosphate werden auch dem Blut gefiltert und verlassen den Körper mit dem Urin. Dafür müssen lebenswichtige Stoffe wie der Energie liefernde Blutzucker und chemische Verbindungen, die den Säuregrad des Blutes bestimmen, zurückgehalten werden. Weil die funktionsfähige Niere genauso viel Wasser wie nötig ausscheidet und überdies Hormone produzieren kann, ist sie auch mitverantwortlich für die Regulation des Blutdrucks. Außerdem bildet sie einen Stoff, der die Produktion von roten Blutkörperchen veranlasst. Alle drei Funktionen sind ausgesprochen wichtig, und eine Nierenschädigung hat daher ernsthafte Folgen für den ganzen Katzenkörper.
Zunächst muß unterschieden werden zwischen akutem Nierenversagen und chronischen Nierenerkrankungen, die sich über längere Zeit hinweg entwickeln.

AKUTES VERSAGEN DROHT OFT BEI UNFÄLLEN

Die Ursache für akutes Nierenversagen ist in den meisten Fällen in einer anderen Störung zu suchen. Dazu gehören Unfälle mit Schockzustand, Blut- oder Flüssigkeitsverlust oder Vergiftungen. Daher ist es sehr wichtig, nach Unfällen die Nierenfunktion und somit als äußeres Zeichen die Urinmenge im Auge zu behalten. Die äußerlichen oder innerlichen Verletzungen können noch so gut versorgt werden - wird ein Nierenversagen übersehen und nicht behandelt, dann ist das Risiko hoch, daß die Katze aufgrund der ausgefallenen Nierenfunktion stirbt. Auch eine Mangeldurchblutung der Nieren während einer Narkose ist in seltenen Fällen möglich. Es lohnt sich daher, den Tierarzt zu fragen, ob er begleitend zur Operation Infusionen gibt, die dieses Risiko minimieren.

Es gibt auch entzündliche oder tumoröse Prozesse in der Niere selbst, die zu einer akuten Nierenerkrankung führen können. Wesentlich häufiger ist aber bei der Katze das chronische Nierenversagen. Unter der "chronischen Niereninsuffizienz" leiden viele ältere Katzen. Die genaue Ursache läßt sich in den allermeisten Fällen nicht feststellen. Sehr häufig sind Entzündungen des Nierengewebes für die schleichende Verschlechterung der Nierenfunktion verantwortlich, deren Grund jedoch auch nicht bekannt ist. Einlagerungen von Eiweiß in die Niere können ebenso wie Tumore für die Erkrankung verantwortlich sein. Außerdem ist sie ein häufiges Begleitsymptom der Krankheit FIP. Bei Perserkatzen läßt sich oft eine erblich bedingte Zystenniere feststellen. Dabei ist ein großer Teil des Nierengewebes durch Flüssigkeit ersetzt.

Unabhängig von der Usache verlaufen die Symptome der chronischen Niereninsuffizienz immer gleich. Erstaunlicherweise kann die Niere noch so lange ihre Funktion erfüllen, ohne daß Krankheitserscheinungen zu erkennen sind, bis etwa drei Viertel des Nierengewebes nicht mehr arbeiten.

DIE KRANKHEIT IST LANGE UNFAUFFÄLLIG

Die Abfallstoffe im Blut steigen aber schon wesentlich früher an, weil die Niere ihre Filterfunktion nicht mehr ausreichend erfüllen kann. Es ist daher von großem Nutzen, bei älteren Katzen einmal jährlich die sogenannten "Nierenwerte" im Blut zu messen. So kann eine chronische Nierenerkrankung rechtzeitig erkannt und behandelt werden.

Kommt es zu einer weiteren Anhäufung von Abfallprodukten im Blut, dann ergibt sich eine Art innerliche Vergiftung. Sie führt zu einer Entzündung der Schleimhäute vor allem im Verdauungstrakt. Zahnfleischentzündungen, Erbrechen aufgrund der Magenschleimhautentzündung und Durchfall sind oft die ersten Symptome.

Vorher können jedoch oft schon mangelnde Fresslust und eine verminderte Aktivität, die auf eine Muskelschwäche aufgrund gestörter Mineralstoffverhältnisse zurückzuführen ist, auffallen.

Ein weiteres auffälliges Symptom ist der gesteigerte Durst. Weil die Niere ihre Fähigkeit verliert, ausreichend viel Wasser im Körper zu behalten, trinken die Katzen deutlich mehr als vorher. Dem Besitzer kann auch ein hellerer Urin oder ein häufigeres Benutzen des Katzenklos auffallen. Solch auffällige Symptome sind immer Grund genug für einen Tierarztbesuch ! Neben einer Nierenschwäche kann auch Diabetes den großen Durst auslösen.

Im weiteren Verlauf einer Niereninsuffizienz magern die Tiere ab, weil Eiweiß von der Niere nicht mehr zurückgehalten werden kann, bekommen ein struppiges Fell, erbrechen sich bräunlich oder kaffeesatzartig, schlafen viel und fressen wenig.

Leider gibt es keine Möglichkeit, nicht mehr funktionsfähiges Nierengewebe wieder zu heilen. Die Behandlung muß sich daher darauf konzentrieren, die Folgeerscheinungen abzuschwächen und die Lebensqualität für die Katze möglichst hoch zu halten. Die wichtigste Maßnahme besteht darin, die Katze sofort nach Erkennen der Niereninsuffizienz nur noch mit einem speziellen Diätfutter zu ernähren. Es enthält hochwertiges Eiweiß, aus dem möglichst wenig Abbauprodukte entstehen, die den Körper belasten würden, und einen geringen Phosphorgehalt, weil die Niere in diesem Stadium Schwierigkeiten mit der Phosphatausscheidung hat. Im Idealfall sind auch Kalium und die wasserlöslichen B-Vitamine in ausreichendem Maße enthalten. Ansonsten sollten sie vom Tierarzt zusätzlich verordnet werden, ebenso Carbonate, falls das Blut übersäuert ist.

Eine eigenmächtige Gabe von Vitamin- und Mineralstofftabletten ist nicht sinnvoll, weil sie zu viele der ohnehin im Blut erhöhten Mineralien enthalten. Relativ neu auf dem Markt ist eine Krebstiere enthaltender Futterzusatzstoff, der die körpereigenen Giftstoffe im Blut binden soll. (Anmerkung von Biggi76: ich gehe davon aus, daß hier z.B. das Pulver IPAKITINE gemein ist).

KEINE HEILUNG - ABER AUFHALTEN

Weil, wie erwähnt, die Niere eine wichtige Funktion in der Regulation des Blutdrucks übernimmt, kann ein Bluthochdruck auftreten, der die Einnahme gegenregulierender Medikamente nötig macht. Ein schützender Effekt dieser Mittel für das noch arbeitende Nierengewebe ist nachgewiesen, so daß mit diesen Medikamenten der Fortgang der Nierenerkrankung verzögert werden kann. Ebenfalls einen positiven Effekt haben pflanzliche und homöopathische Mitteln sowie die Akkupunktur.

Auch die Funktion der Niere als Bildungsstätte des Stoffes, der die Produktion der roten Blutkörperchen anregt, sollte beachtet werden. So sollte kontrolliert werden, ob eine Blutarmut vorliegt, und unter Umständen kann der angesprochene Stoff von außen zugeführt werden. Diese Behandlung ist recht teuer, führt aber bei drei Viertel der Katzen zu einer deutlichen Verbesserung des Befindens. Direkt nach dem Feststellen der Diagnose kann eine Infusion sinnvoll sein, weil der Körper durch den erhöhten Wasserverlust über die Niere ausgetrocknet wird und eine Infusion auch die Mineralstoffverhältnisse sowie den Säurewert des Blutes wieder in Ordnung bringen.

- TEXTENDE -
 
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Klasse Infos zur homöopathischen Behandlung von CNI!

Ihr Lieben,

ich bin über Google auf einen Beitrag in der Fressnapf-Community gestoßen, den ich so wertvoll fand, daß ich ihn hier einstellen möchte - ich hoffe, die Verfasserin hat nichts dagegen! Er enthält einen regelrechten Plan zur Behandlung von CNI mit homöopathischen Mitteln. Das meiste ist hier schon bekannt, aber ich finde es wichtig, mal alle Infos gesammelt in einem Beitrag zu haben.

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übernommen von "Meine Fressnapf-Homepage"/Homepage von Shevas

Der folgende Behandlungsplan entstand mit Hilfe meiner Tierärtin/Homöopathin, Heilpraktikerin Marlene (Anm. von vilma: aus dem Fressnapf-Forum) und den guten Tipps, die ich in der Yahoo-Group Nierenkranke Katze bekommen habe. - vielen Dank dafür. Von meiner "Haus"tierärztin wurdes das Schema gegengecheckt und wird jetzt in dieser Form auch von ihr weitergegeben.
Dennoch - bitte niemals einfach drauflosdoktorn sondern den Gesundheitszustand der Katze zunächst abklären und dann mit dem TA oder THP alles weitere besprechen. Das nachfolgende Behandlungsschema kann ausgedruckt werden und Dich als Gesprächsunterlage begleiten.
Tip: Ich gebe die Tabletten bzw. Globulis und Ampullen in Wasser oder Ampullenflüssigkeit aufgelöst und vermischt mit einem Teelöffel Hipp Fleischzubereitung, oder einem Futter, was hier sonst nicht in den Napf kommt.. Mein CNI-Kater findet das ganz unwiederstehlich lecker.

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Standardmäßig:

von Firma Heel

Solidago Compositum
Ubichinon Compositum
Coenzyme Compositum

und für später:

Hepar Compositum

Behandlungsplan:

Solidago Compositum
Ubichinon Compositum
Coenzyme Compositum

am 1. und 2. Tag jeweils 1 ml 2 x täglich
am 3. bis 7. Tag jweils 1 ml 1 x täglich
ab 7. Tag je 1 ml alle 2 Tage
3. bis 7. Woche je 1 ml 2 x wöchentlich

ab 8. Woche

ggf. 1 ml Hepar Compositum
2 ml Solidago Compositum
1 ml Ubichinon Compositum
1 ml Coenzyme Compositum

1 x wöchentlich

Die Brechampullen enthalten jweils 2,2 ml.
(Hilfsmittel: einige kleine Spritzen 5 ml, 1 Kanüle zum Aufziehen der Flüssigkeit)

Mit dem SUC-Coctail kann sofort begonnnen werden, mit ihm kann gut die Zeit überbrückt werden, bis man einen kundigen THP gefunden hat.

Es kann Sinn machen zu diesen Compos zusätzlich die Reinmittel einzusetzen.

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Fa. Vetoquinol
Ipakitine – Pulver zum auflösen oder über´s Futter steuen – immer anwenden wenn keine Nirendiät gefüttert wird

Alternativ: Aluminiumhydroxid – in der Apotheke erhältlich. Dosierung: Auf 3 kg Katze 2 ml Aluminiumhydroxid – zum Abmessen in der Apotheke eine Spritze besorgen und diese mit dem Pulver füllen

Wenn beim Futter viel "normales" Futter gegeben werden muss, und der Harnstoffwert hoch ist, braucht die Katze einen Phosphorbinder, um den Phosphorgehalt des Futters zu reduzieren, Phosphor ist für CNI-Katzen sehr schädlich. Fischsorten enthalten in der Regel sehr viel Phosphor!

Es steht eine breite Palette an Nierendiäten und Nierenschonkosten zur Verfügung. Wenn diese alle verschmäht werden, sollte zumindest auf ein hochwertiges Futter zurück gegriffen werden mit einem ausgeglichenem Kalzium-Phosphor-Verhältnis (1:1 – 1:1,4)

Ich habe gute Erfahrungen gemacht mit Grau, Mac´s und auch mit Integra Sensitive, jedenfalls bis ich dazu übergegangen bin, meine Nierendiät selbst zu kochen.

---

Es stehen u. a. folgende Reinmittel zur Unterstützung der Nieren zur Verfügung, die Potenzen sollten den Nierenwerten angepasst sein und auch sollte über deren Einsatz der THP entscheiden.

Solidago
Berberis vulgaris
Lespedeza siiboldii
Renes viscum Ampullen

Renes viscum wird hauptsächlich in der ersten Behandlungsphase eingesetzt, dann in 4-monatlichen Abständen, also 3 mal im Jahr für 3 – 6 Wochen. Wenn sich die Werte zu irgendeinem Zeitpunkt verschlechtern, dann wird Renes natürlich auch eingesetzt.

Oftmals reicht auch eine Behandlung mit Renes viscum + Lespedeza aus.

Hinweis: Die Tabletten oder Globuli können zerdrückt und unter das Fressen oder aufgelöst in Wasser oder Ampullenlösung gegeben werden. Die Mittel sind geschmacksneutral.

Wichtig wären Infusionen, mindestens einmal im Monat, damit der Wasserhaushalt stabil bleibt. Das Blut darf nicht verdicken, was bei Wassermangel passiert. Man muss immer auch darauf achten, dass keine Anämie auftritt

(zur Vorbeugung sollte man bei CNI Katzen Ferres verla = Eisentabletten geben etwa 2 mal die Woche 1 Tablette) Auch Mittel wie Cat Fortan können eingesetzt werden, möglicherweise ist hier die Akzeptanz besser, das Mittel besser zu verabreichen. Eisenpräparate sollten jedoch NICHT bei einer Infektion verabreicht werden, ebenso ist vor Beginn der Therapie mit Eisenmitteln abzukären, ob dies zum Nierenprofil passt.

Es wäre wichtig zu wissen, wie hoch oder niedrig der Blutdruck ist, weil der die Nieren stark beeinträchtigen kann, wenn er zu hoch oder zu niedrig ist. Jede Katze wird etwas anders behandelt, weil bei jeder die Werte unterschiedlich sind und jede anders auf die Krankheit reagiert.Die Katzen müssen jedoch für den Rest ihres Lebens die homöopatischen Mittel bekommen, da die Nieren alleine nicht ohne Unterstützung und Anregung weiter arbeiten können.

Wenn die Compos (Solidago Comp., Ubichinon Comp., Coenzyme Comp.) nicht eingesetzt werden, sich die Behandlung also auf die Reinmittel beschränkt kann man zusätzlich 2-4 mal wöchentlich Solidago compositum geben, was die Nieren auch unterstützt.

Mindestens alle 10 Wochen sollten die Blutwerte gecheckt werden um die Therapie anpassen zu könne. . Besonderes Augenmerk ist auf die Nierenwerte, die Leber und Bauchspeicheldrüsenwerte zu legen, da diese Organe durch CNI oft Schaden erleiden, den man schnell wieder korrigieren kann, wenn man früh genug eingreift. Die Regelmässigkeit einer Blutuntersuchung ist ein äusserst wichtiger Teil der Behandlung der nicht vernachlässigt werden darf.

Wirkweise der Reinmittel:
Berberis vulgaris ist ein harntreibendes Mittel, das gleichzeitig entgiftet und Schadstoffe aus Niere und Blase spült
Solidado vigaurea regt die Nierenfunktion stark an und
Lespedeza siieboldi unterstützt die Nierenfunktion.

---

Infusionen

Regelmässige Infusionen sind deshalb so wichtig, weil wenn man die ersten Anzeichen am Körper der Katze bemerkt, im Körper bereits großer Schaden angerichtet wurde. Man muss deshalb vorher tätig werden. Muss sich im Klaren darüber sein, dass eine CNI-Katze IMMER mehr Wasser verliert als sie zu sich nehmen kann. Es ist wichtig, dass viel Wasser den Körper durchläuft, um Gifte und Schadstoffe rauszuspülen. Das Einzige was hier auf Dauer wirklich hilft, sind eben Infusionen. Wenn man diese einsetzt, BEVOR es Anzeichen einer Dehydrierung gibt, verhindert man zusätzliche Nierenschäden, weil der Wasserhaushalt nicht in ein kritisches Stadium gerät.

Die Behandlungsmethode mit den Reinmitteln oder dem Suc-Coctail ist nicht nur zur Unterstützung der Nieren gedacht, sondern sie hilft, das übriggebliebene funktionierende Nierengewebe zu trainieren, mehr und besser zu arbeiten. Mensch und Tier können auch mit nur einer Niere leben, daher hat man gute Chancen, die Lebensqualität der Katze zu verbessern und dadurch das Leben auch so zu verlängern, dass es kaum einen Unterschied zu einer gesunden Katze gibt.

Dazu wird aber eine ausreichende Wasserzufuhr benötigt, sonst helfen alle Medikamente der Welt nicht.

TIPP: Täglich per Spritze ca. 50-60 ml Wasser ins Mäulchen geben und /oder bei jeder Fütterung Wasser unter das Fressen mischen. Außerdem massenhaft Wassernäpfe in der Wohnung verteilen, ggf. auch staatlich Fachingen anbieten oder verdünnten Tee
CNI-Katzen werden nie wieder gesund, daher darf die Behandlung niemals abgebrochen werden, das wäre fatal.

Es ist noch nicht einmal das Wichtigste, dass die Werte so niedrig wie möglich bleiben, sonder es kommt auf das Wohlbefinden des Tieres an. Manche Katzen kommen mit einem Crea-Wert von 3,2 klar, andere haben Schwierigkeiten bei einem Wert von 2,5. Das ist individuell.

Bei der Behandlung mit den homöopatischen Mitteln gehen die Werte (sofern die Behandlung richtig vorgenommen wird und genügend Flüssigkeit zum Durchspülen der Nieren und der Organversorgung vorhanden ist) IMMER nach unten.

Bei sehr hohen Creatininwerten kann noch Fortekor gegeben werde (ursprünglich ein Herzmedikament für Hunde), bei Katzen sorgt es für eine Senkung des Blutdrucks (fast alle CNI Katzen mit sehr hohen Werten leiden unter zu hohem Blutdruck - sehr schädlich für die Nieren) und unterstützt die Herzfunktionen. Auch zum Forekor gibt es eine Alternative in flüssiger Form: Prilium. Es beinhaltet den gleichen Wirkstoffkomplex kann aber, durch die flüssige Form, genauer dosiert werden.

---

Das allerwichtigste für die Katze ist, dass sich der HALTER schlau macht. Hilfreich sind dabei die Seiten http://www.felinecrf.info/ und auch die Yahoo-Group „nierenkranke Katze“. Die Schulmedizin gibt leider zur Behandlung nicht viel her, deshalb sollte unbedingt ein THP zur Behandlung zugezogen werden. Auch ist es wichtig, sich beim Tierarzt durchzusetzen. CNI ist kein Todesurteil wie leider viele Tierärzte meinen. Selbstinformation und Austausch ist das oberste Gebot für den Halter einer nierenkranken Katze, dann kann auch eine an CNI erkrankte Katze noch viele glückliche Jahre im Kreis ihrer Familie erleben.
 
vilma

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Hallo alle,

bertha hat in einem anderen Thread hier im Forum einen klasse Vorschlag geäußert: Da viele CNI-Neulinge, die hier im CNI-Forum um Rat fragen, von ihren jeweiligen TÄ meist nach Schema F "beraten" werden (einmal Nierendiätfutter verkauft und tschüß), hat bertha angeregt, eine Liste mit CNI-kompetenten TÄ zu erstellen, und zwar nach Postleitzahlen geordnet. CNI-kompetent bedeutet zB, daß auch homöopathisch bzw. alternativ therapiert wird.

Ich möchte darum bitten, daß alle, die eine solche "Perle" als TA haben, diesen hier einstellen (vielleicht nur mit Namen, PLZ/Ort und Tel.), insofern rechtlich nichts dagegen spricht!? Zu diesem Zweck erstellen wir am besten einen extra Thread, der dann bei den Info- und Erfahrungsbeiträgen im oberen Bereich platziert wird (danke im voraus, lieber admin ::bg ). Es wäre toll, wenn sich möglichst viele am Sammeln der Adressen beteiligen würden.

Ich selbst kann leider nicht mit einem guten CNI-TA aufwarten, aber ich eröffne gern den neuen Thread! Hier ist er: https://www.netzkatzen.de/posts/1324725/

LG
 
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Sehr informative Eigenstudie eines TA!

Nana hat einen Link im CNI-Forum gepostet, den ich so wertvoll finde, daß ich ihn hier einstelle. Es handelt sich dabei um eine selbst durchgeführte Studie eines TA aus Dresden zum Thema Niereninsuffizienz, die genau das beweist, was hier in vielen Beiträgen aus eigener Erfahrung beschrieben wird: Diätfutter ist Quatsch und homöopathische Mittel wie SUC können viel dazu beitragen, die Lebenserwartung und -qualität von CNI-Katzen zu steigern.

Bitte hier klicken:
http://www.kleintierpraxis-ulrich.de/Gesamt.htm , dann unter "Weiterbildung" den Bericht Behandlungskonzept zur chronischen Niereninsuffizienz der Katze anklicken (gibt's auch als pdf, braucht aber etwas Ladezeit)

Der TA wäre definitiv ein Kandidat für unsere TA-Liste, scheint mir! :wink:
 

minnie91

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bei Neumarkt i.d. Opf.
SEB (Ulmenrinde) bei Magenprobleme/Entzündungen im Maul

folgender Link ist selbsterklärend und enthält auch ein Sirup-Rezept:

http://www.diekatzenbarfbarpage.de/14012.html?*session*id*key*=*session*id*val

Für diejenigen, die ihrer Katze nicht per Direktgabe das Sirup verabreichen können, möchte ich noch hinzufügen , dass man die SEB auch über das Futter geben kann.
Ich gebe 1 Messerspitze/bzw. 1/ Teelöffel und steue es über das Nafu.
Es muss aber noch Wasser zugeben werden, da der entstehende Schleim ersteinmal Flüssigkeit bindet.
Sollte die Katze es herausschmecken - die Rinde schmeckt süßlich/bitter - die Dosis ein bischen verringern oder den Nafuanteil erhöhen.
So trickse ich auch meine Mäkeldame aus.

Also nicht aufgeben - weiter probieren, denn die SEB hilft und hat keine negativen Nebenwirkungen!

Ich beziehe die Rinde bei

http://www.tatzenladen.de/indextl.html

es gibt natürlich noch andere Bezugsquellen im Internet, weiter oben wurde schon eine genannt und man kann es anscheinend auch in manchen Apotheken kaufen.
 
vilma

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Nahrungsergänzung

Gutes Nahrungsergänzungsmittel für CNI-Katzen: Colostrum aus Rinder-Vormilch, zu beziehen hier: http://www.catfit.de/produkte/colostrum

Laut Drottning kann man es übers Futter streuen, und die meisten Katzen nehmen es gern - viel Erfolg allen, die es ausprobieren! ::w
 

Rina

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Ich wollte diesen Artikel einstellen, der mir sehr geholfen hat, meiner Lucy anstelle einer Nierendiät möglichst hochwertiges, proteinreiches Futter zu geben.

Rina


Von Dr. Tina Kalkstein, South Paws Veterinary Referral Center, Springfield, Virginia

Benötigen CNI Patienten eine Ernährung mit niedrigem Proteingehalt?

Dieses Thema stellt zur Zeit einen Schwerpunkt dar in der Veterinärnephrologie. Es gibt keinen Beweis dafür zu glauben, dass Diäten mit reduziertem Proteingehalt allen Patienten nutzen, die an einer renalen Azotämie leiden (= erhöhter Harnstoffwert und Kreatinin mit verdünntem bzw. unkonzentriertem Urin). In Wirklichkeit kann das sogar für einige Patienten schädlich sein. Ein höherer Proteingehalt wird von einigen CNI Patienten benötigt, er kann aber anderen CNI Patienten wiederum schaden. Wie können wir also entscheiden, welches die beste Diät für unsere CNI Patienten ist? Die Grundlinie der Ernährungstherapie sollte individuell auf den klinischen Zustand jedes einzelnen Patienten zugeschnitten sein (Körpergewicht, Körperverfassung, Albuminstatus), Grad der Azotämie und Ernährungsvorlieben.


Gründe, die für eine proteinreduzierte Diät sprechen:

Die Nieren sind dafür verantwortlich, Harnstoffe und Säuren aus dem Körper auszuscheiden. Versagende Nieren können diese Ausscheidungsfunktion nicht mehr durchführen. Indem man die Proteinaufnahme verringert, werden auch die Mengen an Harnstoff und Säuren, die derKörper produziert, verringert, und dadurch minimiert man die klinischen Erscheinungen wie hohe Harnstoffwerte (z.B. urämische Gastroenteritis, Stomatitis, Anorexie) und Übersäuerung, die dafür verantwortlich sind, daß viele CNI Patienten sich so schlecht fühlen. Die Vorteile einer proteinreduzierten Diät sind erst bei einer fortgeschrittenen CNI sichtbar (z.B. zeigen Tiere mit einer mittleren bis schweren Azotämie die klinischen Anzeichen einer Urämie wie Abmagerung, Gewichtsverlust, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung). Diese Vorteile sind jedoch strikt nicht-nierenverursacht. Das bedeutet, daß eine proteinreduzierte Diät der klinischen Kondition des Patienten nutzt (z.B. fühlt er sich besser), aber sie verhindert nicht das Fortschreiten der renalen Verletzungen oder hält den fortlaufenden Verfall der Nierenfunktion auf.


Gründe, die gegen eine proteinreduzierte Diät sprechen:

Das gesamte Körperprotein ist funktionales Eiweiß (Muskeln, Organe und Zellen oder zirkulierendes Protein wie Albumin und Globluline). Es gibt keine Speicher für Protein im Körper wie sie es für Fett in ganz offensichtlichen Regionen gibt oder für Kohlehydrate in der Leber oder den Muskeln. Daher wird alles überflüssige Protein während eines positiven Stickstoffausgleichs vom Körper ausgeschieden. Viele Patienten werden erstmals mit CNI diagnostiziert, wenn sie sich bereits in einem unterernährten Zustand aufgrund eines Proteinmangels befinden und einen negativen Stickstoffausgleich haben (signifikanter Gewichtsverlust und schlechte Körperverfassung, schlechte Fellqualität, Hypoalbuminie). Die klinischen Zeichen einer Proteinunterernährung legen nahe, daß der Abbau bereits chronisch ist, wahrscheinlich bereits seit Monaten vom körpereigenen Protein unterstützt wurde, bevor diese Zeichen sichtbar wurden. Dieser Zustand entwickelt sich, weil ein Proteinmangel den Körper dazu zwingt, körpereigene Proteine zu verstoffwechseln, um die normalen Nahrungsanforderungen zu erfüllen. Die Übersäuerung verursacht ebenfalls einen Raubbau an Körperprotein. Die Verstoffwechslung von körpereigenem Protein - egal aus welchem Grund - wird auch den Pegel der Azotämie erhöhen (erinnern sie sich: Eiweiß ist Eiweiß, ganz egal wo es herkommt. Ob die Nahrung nun von außen zugeführt wird oder ob es die eigene Körpermasse ist, die verstoffwechselt wird). Indem man alle CNI Patienten dazu zwingt, eine proteinarme Diät zu essen, wird eine Proteinunterernährung herbeigeführt oder fortgesetzt, da die Ernährung nicht den Anforderungen des Körpers an seine Ernährungsbedürfnisse entspricht. Häufig findet der Patient die Diät auch noch ungenießbar und entschließt sich, nicht genug davon zu essen oder auch gar nichts.

Erinnern sie sich: Eine Reduktion der Proteinaufnahme bei CNI ist nicht nierenschützend (d.h., sie wird nicht das Fortschreiten der Nierenzerstörung aufhalten).

Es ist auch wichtig zu erwähnen, daß Niedrigproteindiäten CNI weder verzögern noch verhindern können, daß sie bei gesunden älteren Tieren auftritt. Das bedeutet, daß unsere älteren Patienten keine proteinreduzierte Diät benötigen oder sonst irgendeine speziell für ältere Tiere hergestellte Diät. Eine ganz normale Erhaltungsdiät ist gut für die meisten älteren gesunden Katzen und Hunde.

Das Ziel der Diät bei CNI Patienten ist es, eine adäquate Ernährung zu erreichen, indem man gleichzeitig die Azotämie minimiert und die damit verbundenen klinischen Zeichen einer Urämie. CNI Patienten sollten die maximale Menge an Protein gefüttert bekommen, die sie gerade noch vertragen können, bevor sie die klinischen Anzeichen einer Urämie entwickeln. Sobald das auftritt, sollte die Eiweißaufnahme angepaßt werden, um den Bedürfnissen des Patienten zu entsprechen. Wenn der Hund oder die Katze an Gewicht verliert, das Fell sich verschlechtert oder Serumproteine aufgrund einer Niedrigproteindiät, aber sich ansonsten gut fühlt, dann ziehen Sie es in betracht, zusätzliche Proteine der täglichen Mahlzeit zuzuführen (Eier, Hüttenkäse, Tofu etc.) oder wählen sie eine andere Diät, die weniger proteinreduziert ist, bis sie die individuell noch tolerable Grenze der Proteinaufnahme finden. Der Säure-Basen-Haushalt sollte auch beobachtet und korrigiert werden wenn nötig (Bicarbonat ins Trinkwasser zu geben ist ein einfacher Weg, um eine leichte bis mittlere Übersäuerung zu behandeln). Auch der Phosphatspiegel sollte überwacht und behandelt werden.

Wenn ein CNI Patient abgemagert ist (völlig oder teilweise), dann ist es in Ordnung, ein oder zwei Tage lang mit Appetitstimulantien zu versuchen. Aber das Hungern sollte nicht länger andauern, dann muß zur Zwangsernährung gegriffen werden. Magensäureblocker helfen ebenfalls den Appetit vieler CNI Patienten wieder anzuregen, indem sie die urämische Gastritis vermindern. Ich ziehe Famotidine (Pepcid AC) vor, da es genügt, wenn es einmal täglich gegeben wird und damit sowohl dem Kunden als auch dem Patienten leichter fällt zu nehmen.
 
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Neynephrin (vitORGAN)

Bei meinem CNI-Kater Mika, der zunächst eine Verbesserung seiner Werte unter der Behandlung mit SUC von Heel hatte, trat dann eine Verschlechterung ein, weshalb der TA einen Wechsel auf Neynephrin (Fa. vitORGAN) vorschlug.

Neynephrin ist ein sogenanntes zytoplasmatisches Präparat. Prof. Dr. med. Karl Theurer hat die zytoplasmatische Therapie in den 50 er Jahren eingeführt. Die Präparate werden durch Schockgefrierung aus den Organen gesunder Tiere gewonnen, verdünnt und injiziert. Neynephrin gibt es als Ampullen in den Stärken I, II, III (Kosten um die 50,- Euro für 5 Ampullen à 2 ml) und als Tropfen.

Zusammensetzung Neynephrin:

http://www.deutscheinternetapotheke.de/med_details.html?pzn=3637867

Ich habe sehr viel Zeit damit verbracht, Informationen über dieses Präparat zu finden und möchte sie hier zusammenstellen, um anderen diese mühsame Suche zu verkürzen.

Vorausschicken möchte ich, daß ich keine Studie oder dergleichen finden konnte, in der die Wirksamkeit belegt wurde. Eine Anfrage an die Firma blieb unbeantwortet.

Mika war jetzt für zwei Monate sein eigener Feldversuch. Er bekam zwei Monate lang zwei mal wöchentlich eine halbe Ampulle gespritzt.
Da ich aber Appetitlosigkeit feststellte, habe ich in den letzten drei Wochen zusätzlich wieder SUC gegeben (oral). Sein Behandlungsplan sah also so aus:

2x wöchentlich Neynephrin Stärke III (subkutan injiziert)
2 x wöchentlich SUC
2 x wöchentlich Globulis Lespedeza (sollen den Harnstoff senken)

Mikas Kreawert ist jetzt nach den zwei Monaten von 3.5 auf 3.1 gesunken. Eine Bewertung hinsichtlich der Wirksamkeit von Neynephrin möchte ich damit nicht verbinden. Denkbar ist auch eine ganz normale Schwankung, wie sie bei gesunden und kranken Tieren immer wieder vorkommt.

Ich werde diese Behandlung jetzt erst einmal fortführen. In ein paar Monaten, nach der nächsten Kontrolle, könnte man dann evtl. einen Trend feststellen.

Mein TA, den ich für sehr kompetent halte, ein Katzenspezialist, der hier im Bergischen Land einen sehr guten Ruf hat, sagt, es gibt bei CNI nicht "das Mittel", das man in jedem Fall für jede Katze einsetzen kann. Die eine Katze reagiert besser auf dieses Mittel, eine andere auf ein anderes Präparat. Deshalb muß man manchmal mehrere Versuche starten, was dann nach "Rumprobieren" aussieht.
Seine erste Wahl ist SUC, weil er die Erfahrung gemacht hat, daß viele Katzen sehr gut darauf ansprechen. Auch die appetitanregende Wirkung, das subjektive Wohlbefinden der Katze bestätigt er aus seinen Erfahrungen.
ACE-Hemmern steht er nicht ablehnend gegenüber. Bei vielen Katzen werden damit auch Verbesserungen erreicht. Es gibt aber auch mögliche Nebenwirkungen, weshalb dann eine engmaschige Kontrolle erforderlich ist und letztlich werden diese Mittel auch wieder über die Nieren ausgeschieden. Deshalb tendiert er eher zu biologischen Alternativen, solange sie erfolgreich sind.

Hier noch einige Links, darüber was zytoplasmatische Therapie ist und wie sie (angeblich) funktioniert und wo sie angewendet wird.

http://www.praxis-ostheim.privat.t-o...e/n_vitorg.htm

http://www.dr-schabel-tiergesundheit...zytoplasma.htm

http://www.dr-grammel.de/zytop.php
 
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