Nierendiät - besser als ihr Ruf?

Diskutiere Nierendiät - besser als ihr Ruf? im CNI Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Beschreibung des Diätfutter von Vet-Konzept auf der Dose Schmackhafte Nierenschonkost mit einem niedrigen, jedoch sehr hoch verdaulichen...
mortikater

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Beschreibung des Diätfutter von Vet-Konzept auf der Dose

Schmackhafte Nierenschonkost mit einem niedrigen, jedoch sehr hoch verdaulichen Proteingehalt, Minimum an Phosphor und Natrium. Der erhöhte Gehalt an Omega-3-Fettsäuren wirkt entzündungshemmend und positiv auf die Filterleistung der Nieren.

Zusammensetzung: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (ausschließlich Geflügel und Lamm), Getreide (Hirse), Gemüse (Karotte + Chicorre), Eier und Eiererzeugnisse, Öle und Fette (Lachsöl), Mineralstoffe.

Weil ich keine Prozentangaben finden konnte, hier im Forum aber hartnäckig die Meinung vertreten wird, Nierendiät enthält zu wenig Protein und zuviel Getreide (auch von mir - ich habe es so übernommen), habe ich die Firma Vet-Concept angeschrieben.


Hier
Auszüge aus der Antwort:

...Die Proteinreduktion in Nierendiäten dient zum einen der Phosphatreduktion, da Fleisch sehr phosphorreich ist. Zum anderen aber der Nierenentlastung, denn beim Proteinabbau aus der Nahrung (und wenn zu wenig gefüttert wird, auch des körpereigenen Proteins) entstehen Harnstoff und andere giftige Endprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen. Bei der Niereninsuffizienz ist die Nierenleistung geschwächt und die Giftstoffe können nicht ausreichend ausgeschieden werden und reichern sich im Blut und im gesamten Körper an. Übelkeit, Fressunlust u.a. sind typische Symptome. Daher ist die Proteinmenge so zu bemessen, dass die Katze ausreichend versorgt wird, um Körpermasseabbau zu verhindern, aber auch kein Zuviel an Protein zu füttern, um die ohnehin geschädigten Nieren nicht noch stärker zu belasten.

Das Trockenfutter Dietary cat ist speziell für Katzen mit chronisch verlaufender Niereninsuffizienz entwickelt worden und enthält 28,6 % Geflügelfleischmehl und Lachsmehl, je zur Hälfte. Fleischmehl besteht zu ca. 50 % aus Muskelfleisch und weiteren für den menschlichen Verzehr geeigneten Fleischanteilen wie Herz, Leber, Lunge und gereinigten Därmen. Lachsmehl aus dem ganzen Fisch. Der Begriff "Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" ist ein vom Gesetzgeber festgelegter Begriff und würde auch so stehen müssen, wenn ausschließlich Steak verarbeitet würde. Dies nur zur Erläuterung. Gemüse ist in diesem Trockenfutter nicht enthalten.

Das entsprechende Nassfutter Low Protein enthält ca. 60 % frisches Geflügel- und Lammfleisch, je zur Hälfte und zudem 5% Hirse, 5% Karotte, 2% Chicoree und Mineralien. Natürlich muss auch etwas Wasser in die Dosen gegeben werden, damit die Mineralstoffmischung gelöst wird und damit der Deckel vor der Konservenherstellung luftdicht abschließt....

Ich muß sagen, daß ich diese Deklaration absolut in Ordnung finde. 60 % Fleisch ist nicht weniger als in vielen handelsüblichen Futtersorten, vor allem im Mittelklassebereich, siehe Shah etc.
Dazu kommen die anderen Vorteile wie Reduktion an Phosphat und Omega-3-Fettsäuren, was nach neueren Erkenntnissen ja entzündungshemmend auf die Nieren wirkt.

Mein TA sagt übrigens, daß keineswegs ausschließlich Nierendiät verfüttert werden muß. Man kann auch eine Mahlzeit damit gestalten und eine normal füttern.

Ich werde demnächst auch die Firma RC anschreiben und um Auskunft bitten.

Natürlich würden mich Eure Meinungen zu dem Thema sehr interessieren.
 
Zuletzt bearbeitet:
14.08.2008
#1

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Miezecat

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Hallo!

Im November 2005 wurde bei Olli ein erhöhter Krea-Wert festgestellt. Nach 6 Wochen strenger Nierendiätkost hat sich der Wert ein wenig gebessert. Meine TA und ich haben beschlossen, dass Olli weiterhin das Diätfutter bekommen soll, aber halt ‚gelockert’. Seit dieser Zeit füttere ich nun morgens ein Beutelchen Diätfutter und nachmittags/abends bekommt er normales Mittelklassefutter. Die Blutuntersuchung dieses Jahr hat ergeben, dass der Wert nur minimal schlechter geworden sind. Klar, wir wissen, die Schädigung ist vorhanden, aber halt noch nicht besorgniserregend.

Ehrlich gesagt, hatte ich hier ja gelesen, dass das Futter ‚verschrien’ ist, aber mir zeigte halt der Blutwert, das Gegenteil. Also habe ich weiterhin meine Schiene gefahren und mich aus den Threads rausgehalten.
 
mortikater

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Hallo!

Im November 2005 wurde bei Olli ein erhöhter Krea-Wert festgestellt. Nach 6 Wochen strenger Nierendiätkost hat sich der Wert ein wenig gebessert. Meine TA und ich haben beschlossen, dass Olli weiterhin das Diätfutter bekommen soll, aber halt ‚gelockert’. Seit dieser Zeit füttere ich nun morgens ein Beutelchen Diätfutter und nachmittags/abends bekommt er normales Mittelklassefutter. Die Blutuntersuchung dieses Jahr hat ergeben, dass der Wert nur minimal schlechter geworden sind. Klar, wir wissen, die Schädigung ist vorhanden, aber halt noch nicht besorgniserregend.

Ehrlich gesagt, hatte ich hier ja gelesen, dass das Futter ‚verschrien’ ist, aber mir zeigte halt der Blutwert, das Gegenteil. Also habe ich weiterhin meine Schiene gefahren und mich aus den Threads rausgehalten.
Deine Antwort zeigt, daß hier etwas schief gelaufen ist. Die "Gegner" von Nierendiät waren anscheinend so laut, daß sie die anderen mundtot gemacht haben und es hat keine sachliche Auseinandersetzung stattgefunden.

Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, daß eine Unterstützung der Nierenfunktion mit SUC oder anderen geeigneten Mitteln effektiver ist. Bei Mika ist es gelungen (ohne Nierendiät) ihn zwei Jahre nicht nur stabil zu halten, sondern den Krea-Wert von 3.2 auf 2.4 zu senken.

Bei mir kommt zu theoretischen Überlegungen auch das Problem einer Gruppe von sieben Katzen und den damit verbundenen Schwierigkeiten einer Einzelfütterung dazu. Aber so wie Du es beschreibst und auch mein TA vorschlug, mit gelegentlichen Diät-Mahlzeiten, würde es sich hier vermutlich auch praktizieren lassen.

Es gibt einiges, was dafür spricht.
 
romulus

romulus

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Daher ist die Proteinmenge so zu bemessen, dass die Katze ausreichend versorgt wird, um Körpermasseabbau zu verhindern, aber auch kein Zuviel an Protein zu füttern, um die ohnehin geschädigten Nieren nicht noch stärker zu belasten.

Hallo Petra - sehr gut, dass Du die Firma angeschrieben und um detaillierte Auskunft gebeten hast - ich finde, das klingt sehr schlüssig!
Ich würde SUC und Neynephrin beibehalten und eine Mahlzeit am Tag durch diese Nierenkost ersetzen - das sollte eigentlich auch bei 7 Katzen machbar sein!
Bleibt nur zu hoffen, dass Mika das Futter auch annimmt!
 
mortikater

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Hallo Petra - sehr gut, dass Du die Firma angeschrieben und um detaillierte Auskunft gebeten hast - ich finde, das klingt sehr schlüssig!
Ich würde SUC und Neynephrin beibehalten und eine Mahlzeit am Tag durch diese Nierenkost ersetzen - das sollte eigentlich auch bei 7 Katzen machbar sein!
Bleibt nur zu hoffen, dass Mika das Futter auch annimmt!
Bei Mika hat sich ja heute morgen herausgestellt, daß er Blut im Urin hat, also eine akute Entzündung, ich vermute, daß die in erster Linie für den Harnstoff-Wert verantwortlich ist. Ich hoffe, daß es "nur" eine Blasenentzündung ist und nichts Schlimmeres.

Aber ansonsten denke ich auch, daß ein gewisser Anteil an Nierendiät nicht schlecht wäre, wenn er das Futter frißt.
 

Miezecat

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Deine Antwort zeigt, daß hier etwas schief gelaufen ist. Die "Gegner" von Nierendiät waren anscheinend so laut, daß sie die anderen mundtot gemacht haben und es hat keine sachliche Auseinandersetzung stattgefunden.
Genau das war der Grund. Ich hatte keine Lust hatte mir vorhalten zu lassen, dass ich praktisch meinen Kater 'umbringen' würde.

Ich bin zwar nach wie vor der Meinung, daß eine Unterstützung der Nierenfunktion mit SUC oder anderen geeigneten Mitteln effektiver ist. Bei Mika ist es gelungen (ohne Nierendiät) ihn zwei Jahre nicht nur stabil zu halten, sondern den Krea-Wert von 3.2 auf 2.4 zu senken.
Dies hier sind die Werte des letzten Blutbilds:

Der Harnstoffwert ist von 52,7 auf 34,8 (Referenz 10 – 33) gesunken, der Kreatinin-Wert ist leicht gestiegen von 2,3 auf 2,4 (Referenz < 2,0)

Meine TA meinte halt, noch müsse man nicht mit SUC oder anderen Mitteln eingreifen. Ich habe ein waches auf Olli.


Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Mika 'nur' eine Blasenentzündung hat.
 
Öhrchen

Öhrchen

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Huhu,

noch habe ich mich nicht intensiv eingelesen oder Hersteller angeschrieben. Aber ich kann mir nicht vorstellen, daß die Hersteller der Nierendiäten völlig danebenliegen. Es ist doch so: Nierenkranke Katzen brauchen hochwertige Eiweiße. Da immer die niedrigwertigste Aminosäure die anderen limitiert, müssen alle Aminosäuren im Futter so ausgelegt sein, daß sie möglichst gut verwertet werden. Der Kritikpunkt bei den Futtersorten, zB von RC, war ja immer, daß sie Getreide enthalten, welches normalerweise kein hochwertiges Eiweiss und zuviel Kohlehydrate liefert. Ich gehe aber davon aus, daß so gut wie alle Inhaltsstoffe in diesen Spezialdiäten irgendwie enzymatisch aufbereitet sind, so daß sie möglichst rückstandslos verwertet werden, und daß sie benötigten Aminosäuren vorhanden sind. So hat es mir auch mein TA erklärt. Er sagte übrigens auch, daß die Nierendiät "überwiegend" gefüttert werden soll, aber nicht vollständig.
 
mortikater

mortikater

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Das ist die Deklaration von RC Renal (Huhn).

Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (Huhn 15%, Schwein), Maisfuttermehl, Sonnenblumenöl, Eiweiß getrocknet, Fischöl, Mineralstoffe (Zeolith), Taurin, DL-Methionin, Fructo-Oligosaccharide (FOS), Tagetesextrakt (reich an Lutein), Hefeextrakt (reich an Mannan-Oligosacchariden), Spurenelemente (chelatiert)

Ich habe heute RC angeschrieben und gebeten, mir den Anteil an Fleisch und an Getreide in Prozentzahlen mitzuteilen. Ich weiß auch nicht, warum jetzt Maisfuttermehl drin sein muß. Habe sie gebeten auch zu erklären, wofür das gut ist.

Ich hoffe, wir bekommen auch von RC eine Antwort.

Sehr interessant finde ich wirklich die Seite von RC zur klinischen Diätetik.

http://www.royal-canin.de/allgemein...hterhaltung-der-glomerulaeren-filtration.html

Da steht:

Die Beschränkung des Phosphatgehaltes in der Nahrung ist eine wirksame Maßnahme zur Vorbeugung einer Hyperphosphatämie und eines Hyperparathyreoidismus. Mehrere Studien zeigen, dass sich die Lebenserwartung niereninsuffizienter Katzen und Hunde Dank einer phosphorreduzierten Diät signifikant verbessert (Elliott 2000, Finco 1992).



Aber da steht auch:

Die Phosphorrestriktion hat einen nützlichen Effekt, wenn bereits mindestens 50 % der Nierenmasse geschädigt sind. Mögliche Vorteile einer frühzeitigeren Restriktion wurden bisher noch nicht gezeigt (Finco 1994).

Das würde in meinen Augen allerdings bedeuten, daß eine Phosphorrestriktion bei einer CNI im Anfangsstadium keinen Sinn macht - oder?
 

Anfänger

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Die Proteinreduktion in Nierendiäten dient zum einen der Phosphatreduktion, da Fleisch sehr phosphorreich ist.
Um Phosphor zu reduzieren, ist eine Reduzierung des Fleischanteils allerdings nicht notwendig. Laut "Kraft/ Dürr" (Katzenkrankheiten Klinik und Therapie) benötigt eine Katze mit CNI ~70% Phosphor im Vergleich zum normalen Erhaltungsbedarf gesunder Katzen. Eine niedrigere Dosierung von Phsophor würde nahezu zwangsläufig zu Mangelerscheinungen führen!
Eine gesunde 4kg Katze benötigt 280mg Phosphor. Die gleiche Katze benötigt mit CNI 196mg Phosphor pro Tag.
Um ihren Tagesbedarf an Energie und Protein zu decken, benötigt diese Katze beispielsweise ~110g Gänsefleisch. Dieses enthält genau 198mg Phosphor. Wir liegen also trotz des Fleisches exakt im Rahmen!

Was mich persönlich sehr stark an der Nierendiät von Vet-Concept wundert, dass beispielsweise der Vitamin D3-Gehalt nicht wie von "Kraft/Dürr" empfohlen, deutlich erhöht wurde.
 

Katzenfan

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Laut "Kraft/ Dürr" (Katzenkrankheiten Klinik und Therapie) benötigt eine Katze mit CNI ~70% Phosphor im Vergleich zum normalen Erhaltungsbedarf gesunder Katzen..
Soweit ich weiß wird auch die CNI bei Katzen in vier Stadien eingeteilt. Ich meine auch mal gelesen zu haben das die Fütterung in Abhängigkeit zu diesen Stadien geändert werden sollte. War zufällig im Kraft/Dürr ein Hinweis darauf zu finden um die Empfehlung entsprechend einorden zu können??
 

Anfänger

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Soweit ich weiß wird auch die CNI bei Katzen in vier Stadien eingeteilt. Ich meine auch mal gelesen zu haben das die Fütterung in Abhängigkeit zu diesen Stadien geändert werden sollte. War zufällig im Kraft/Dürr ein Hinweis darauf zu finden um die Empfehlung entsprechend einorden zu können??
Nein, die Autoren sprechen bei CNI von einer einheitlichen Ernährung.
 

Katzenfan

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Nein, die Autoren sprechen bei CNI von einer einheitlichen Ernährung.
Upss...hätte ich jetzt nicht gedacht und vermutet das diese Einteilung nach IRIS (International Renal Interest Society) generell gültig ist..

Höhe des Kreatiningehalts im Blut

Stadium I (nicht azotämisch):
Kreatinin bis 140 µmol/l bzw. 1,6 mg/dl

Stadium II (geringgradige Azotämie):
Kreatinin 140 µmol/l - 250 µmol bzw. 1,6 mg/dl - 2,8 mg/dl

Stadium III (mittelgradige Azotämie)
Kreatinin 251 µmol/l - 440 µmol/l bzw. 2,9 mg/dl – 5 mg/dl

Stadium IV (hochgradige Azotämie)
Kreatinin über 441 µmol/l bzw. 5 mg/dl
 

Katzenfan

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hier im Forum aber hartnäckig die Meinung vertreten wird, Nierendiät enthält zu wenig Protein und zuviel Getreide
(auch von mir - ich habe es so übernommen), habe ich die Firma Vet-Concept angeschrieben.
Es ist ein generelles Problem im Internet fachlich fundierte Meinungen zu lesen und diese entsprechend zu beurteilen. Zum einen sind manche Entwicklungen so rasant das Erkentnisse von gestern morgen schon überholt sind und zum anderen besteht die große Gefahr von Übersetzungsfehlern oder die falsche Deutung von Fachbegriffen.

Ein Beispiel ist hier zu finden wobei ich nicht weiß ob damit die Mailingliste unter http://www.felinecrf.info gemeint ist.

CAVE: Falsche Empfehlungen im Internet unter www.feline-crf.org
Wie bei einer chronischen Niereninsuffizienz vorzugehen ist, beschreibt auch die amerikanische Nephrologin Dr. James, in einen schon etwas in die Jahre gekommenen Text von 1998. Auf diesen beziehen sich die Betreiber der Laien-Seite www.feline-crf.org bei ihren "Therapievorschlägen":
Originaltext hier , lecture 2/3, Chronic Renal Failure
http://www.poose.de/info/ni.php

Hier Auszüge aus der Antwort:
...Die Proteinreduktion in Nierendiäten dient zum einen der Phosphatreduktion, da Fleisch sehr phosphorreich ist. Zum anderen aber der Nierenentlastung, denn beim Proteinabbau aus der Nahrung (und wenn zu wenig gefüttert wird, auch des körpereigenen Proteins) entstehen Harnstoff und andere giftige Endprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden müssen.
Ich weiß nicht ob du diesen Link kennst. Allerdings weiß ich auch nicht ob der Text noch aktuell ist.

http://www.vetmedlabor.de/pdf_dateien/vortragszusammenfassung_62_154_237_1061074253839.pdf
Dr. Joachim Höchel
Präklinische Pharmakokinetik
Vet•Med•Labor 2003

Obwohl CNI prinzipiell irreversibel sind, kann deren Progredienz verlangsamt werden. Kernstück der Behandlung ist es, die Phosphoraufnahme des Patienten zu reduzieren. Der Phosphatgehalt im Futter sollte unter 0,5 % betragen, was durch kommerzielle Nierendiäten gewährleistet wird. Alternativ (bzw. in weit fortschrittenem Stadium der Erkrankung auch zusätzlich) können intestinale Phosphatbinder wie Calcium-Acetat, Calcium-Carbonat (Ipakitine®) oder Aluminiumhydroxid (Aludrox®) in einer Dosierung von 30-100 mg/kg/d verabreicht werden.

Im Gegensatz zum therapeutischen Effekt der Phosphorreduktion hat eine Reduktion des Eiweißgehalts in der Nahrung keinen Einfluss auf die Progredienz der Erkrankung. Mit einer mittelgradigen Eiweißreduktion soll jedoch vermieden werden, dass Eiweiß außer zur Bedarfsdeckung auch noch zur Deckung des Energiebedarfs herangezogen wird und der Harnstoffanfall sich dadurch weiter erhöht. Eine zu starke Eiweißrestriktion vermindert außerdem die Palatibilität des Futters.
 
vilma

vilma

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Ich habe mit Petra (mortikater) neulich schon eine Kurz-Unterhaltung über Nierendiät per PN geführt und dabei erwähnt, daß es mich maßlos ärgert, daß Laien wie wir immer nur an der Oberfläche kratzen können. Es fehlt viel zu viel Fachwissen, um wichtige Fakten richtig begreifen, einordnen und beurteilen zu können. Ich habe mich bislang - aber erst im Anschluß an persönliche Erfahrungen - immer zu den Gegnern von Nierendiät gezählt, weil es mir nicht logisch erschien, bei einer körperlich geschwächten CNI-Katze in Stadium III - IV mit kaum noch vorhandener Muskelmasse und ggfs. nicht regenerativer Anämie eiweißreduziert zu füttern, wie es wortwörtlich nach wie vor von vielen TÄ empfohlen wird.

Ich habe noch die Worte meines TAs im Ohr, nachdem ich ihm gesagt hatte, daß mein CNIchen Vilma statt der von ihm verschriebenen Nierendiät (Trofu!) lieber Tartar fräße: "Das Eiweiß vergiftet die Katze!" So betrachtet eine reine Fehlinfo.

Nachdem ich durch Petras Anregung kürzlich wieder zum intensiven Lesen gekommen bin, ist mir erst klargeworden, daß tatsächlich nicht Eiweiß-, sondern Phosphorreduktion der springende Punkt ist. Daß man für das eine nicht zwingend das andere reduzieren muß, hat Anfänger weiter oben ja schon vorgerechnet.

Wenn ich nun eine Empfehlung für eine Nierendiät wie beispielsweise die genannte von vet-concept mit 60% Fleisch und reduziertem Phosphoranteil bekäme und diese auch nicht unbedingt ausschließlich füttern sollte, würde ich mich wahrscheinlich nicht dagegen sperren. Die TÄ müssen sich allerdings nicht wundern, wenn ihre veraltete bzw. mißverständliche Auslegung von Nierendiät im Sinne von "strikt eiweißreduziert" auch weiterhin für Irritationen sorgt.

Aber da steht auch:

Die Phosphorrestriktion hat einen nützlichen Effekt, wenn bereits mindestens 50 % der Nierenmasse geschädigt sind. Mögliche Vorteile einer frühzeitigeren Restriktion wurden bisher noch nicht gezeigt (Finco 1994).

Das würde in meinen Augen allerdings bedeuten, daß eine Phosphorrestriktion bei einer CNI im Anfangsstadium keinen Sinn macht - oder?
Eine CNI - selbst im sog. Anfangsstadium - kann ja im Blutbild erst eindeutig diagnostiziert werden, wenn bereits ca. 70 % der Nieren geschädigt sind, und als Katzenhalter reagiert man ja vor gesicherter Diagnose normalerweise nicht entsprechend. Nach der o.g. Darstellung würde eine Phosphorrestriktion dann in jedem Fall von Anfang an schon Sinn machen.
 

Munkel

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I
Ich habe noch die Worte meines TAs im Ohr, nachdem ich ihm gesagt hatte, daß mein CNIchen Vilma statt der von ihm verschriebenen Nierendiät (Trofu!) lieber Tartar fräße: "Das Eiweiß vergiftet die Katze!" So betrachtet eine reine Fehlinfo.
Ganz so hat meiner das nicht gesehen. Ihm hat der erhöhte Phosphat-Gehalt anscheinend mehr Sorgen gemacht.
Nach der o.g. Darstellung würde eine Phosphorrestriktion dann in jedem Fall von Anfang an schon Sinn machen.
Na, da bin ich trotzdem erleichtert, daß ich in meiner Sturheit gemacht hab', was ich für richtig hielt und so falsch anscheinend nicht lag. Mich hat der erhöhte Phosphat- und Natriumwert als Barfer gestört. Wir hatten TroFu bei unserm Junkie in mühsamen 2 Jahren :roll: bis auf die Leckerlie-Funktion schon abgebaut. Und jetzt, mit den Werten leicht über der Norm hab' ich mit 1/2 Nierendiät und Ipaktine 1 g täglich begonnen, obwohl der TA der Meinung war, Phosphatbinder müßte noch nicht sein. Na, dann bin ich gespannt, was Lous BB im Winter sagt. Oder meint Ihr, man sollte engmaschiger überwachen ?

Das Vet-Concept gefällt mir gut. Wir können dann bei unsern Mäklern anfangen, die Restpaletten hin- und herzuschieben Petra ::w.
Willst Du mitschieben Vilma ?
 

Anfänger

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Oder meint Ihr, man sollte engmaschiger überwachen ?
Auf jeden Fall würde ich häufiger einen neuen Nierencheck durchführen!
Gerade Phosphatbinder stellen gleichzeitig das Risiko einer Unterversorgung des Körpers mit Phosphor dar. Schlimmstenfalls kann es zu Muskelschwäche, Apathie, Appetittlosigkeit oder Anämie kommen. Im Blutbild kann man diese Anzeichen viel eher erkennen.
 

Diddi

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Hallo,

eine sehr spannende Diskussion ist das hier!
Ich als CNI-Neuling bin für jegliche Meinungen und Informationen dankbar.

Ich füttere momentan fast ausschließlich Nierenschonkost, (Animonda, Kattovit, Beaphar) kaum Nierendiät (vom TA RC renal), weil Lizzy es nicht so gerne mag. Dafür aber die andere Katze :roll: Die steht da total drauf!
Schadet es einer gesunden Katze, wenn sie mal davon bekommt?
Nicht regelmäßig!

Mir leuchtet der niedrigere Eiweißgehalt bei Diät oder Schonkost ein, auch der niedrigere Phosphatgehalt.
Jetzt mache ich mir Gedanken, dass es schnell zu einer Unterversorgung kommt, wenn man noch Phosphatbinder dazu gibt. Und das mache ich.
Wieder bin ich verunsichert. Gebt ihr ihn immer dazu?

Wo kann man Vet-Konzept-Futter bekommen?
Was gibt es noch an Hersteller von Spezialfutter?
Lizzy ist krüsch, sie will immer mal Neues!
Ich füttere aber auch ganz selten mal "normales" Katzenfutter. Mir ist einfach wichtig, dass sie frißt!

Liebe Grüße
Katharina mit Lizzy und Tinky
 

Anfänger

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Schadet es einer gesunden Katze, wenn sie mal davon bekommt?
Das "mal" sollte nur nicht zur Gewohnheit werden!
Nierendiätfutter enthält für gesunde Katzen teilweise zuviel bzw zu wenig einiger essentieller Inhaltsstoffe. Das ist auf Dauer nicht gesund.

Direkt über www.vet-concept.de - du benötigst allerdings die "Empfehlung" deines TA's. Das entsprechende Formular findest du auf der Homepage.
 

Munkel

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Auf jeden Fall würde ich häufiger einen neuen Nierencheck durchführen!
Überzeugt Philipp :lol: ... wir gehen wieder im Oktober.
Gerade Phosphatbinder stellen gleichzeitig das Risiko einer Unterversorgung des Körpers mit Phosphor dar.
So seh' ich das schon auch, gerade in Verbindung mit Diätfutter. Daher nur 1 g für das normale NaFu, Empfehlung wären 2. Schade, mit Barf wär' das genauer auszugleichen, aber da geht bei unserm Lou halt absolut nichts :roll:. Na, ich werd' mir die einzelnen Futter-Zusammensetzungen nochmal genauer zur Brust nehmen ...
Schlimmstenfalls kann es zu Muskelschwäche, Apathie, Appetittlosigkeit oder Anämie kommen. Im Blutbild kann man diese Anzeichen viel eher erkennen.
Oh, wenn meine Moppelchen den Appettit verlören, das merke ich GsD bei Einzelfütterung schnell :lol:. Insofern bin ich jetzt froh, daß ich von Anfang an getrennt gefüttert hab'.

Lt. unserem TA muß es auch nicht unbedingt Nierendiät sein, es wäre auch das Urinary möglich. Nun schummeln wir uns erstmal mit einer Mischung durch :wink:. Das RC neutered Cat Senior geht bei Lou z. B. ganz gut. Dazu gibt es eine Menge Wasser, weil er das Naßfutter sonst eh' nicht nimmt. Überhaupt RC ... irgendwie hat das was, was die Katzen überzeugt ::?. Nur ich seh's halt nicht ganz soo gern. Kommt Zeit, kommt Rat', ich lerne 'mal langsam bei Euch mit und muß noch mehr zum Thema lesen ...

Katharina ::w, hier dürftest Du das meiste Diätfutter finden, das es für Nieren / Harntrakt sonst so gibt.
 

miezelina

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Um Phosphor zu reduzieren, ist eine Reduzierung des Fleischanteils allerdings nicht notwendig. Laut "Kraft/ Dürr" (Katzenkrankheiten Klinik und Therapie) benötigt eine Katze mit CNI ~70% Phosphor im Vergleich zum normalen Erhaltungsbedarf gesunder Katzen.


Eine niedrigere Dosierung von Phsophor würde nahezu zwangsläufig zu Mangelerscheinungen führen!

Hallo,
hier zitierst Du nur die Hälfte.
In der Ausgabe von 2003 steht jedenfalls gleich im Anschluss an den obig ersten zitierten Satz (S.1321):

Eine weitere Reduktion kann bei entsprechender Hyperphosphatämie notwendig sein.


und weiter:
Der Einsatz von Phosphatbindern kann die P-Reduktion nicht ersetzen, er ist nur bei bereits P-reduzierten Diäten sinnvoll.

(Anm: denn durch den vorhandenen P-Überschuss im Futter würden die Binder quasi nur den Überschuss binden und das Futter wäre immer noch zu P-haltig).


VG miezelina

PS: SEHR viel Wert wird gelegt auf eine ausreichende Diagnostik, WELCHE Nierenerkrankung eigentlich vorliegt, danach richtet sich dann eben auch die Therapie. Diese Diagostik findet meiner Erfahrung in der Praxis kaum statt...
 
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