Leukose - Söckchen

Diskutiere Leukose - Söckchen im abgeschlossene Erfahrungsberichte Forum im Bereich Katzen allgemein; Einzug und Diagnose 22.11.2003 der große Tag: Söckchen und Krümel ziehen bei uns ein. 100 Kilometer einfache Strecke, aber bei dieser...
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Grizzly

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Einzug und Diagnose

22.11.2003


der große Tag: Söckchen und Krümel ziehen bei uns ein. 100 Kilometer einfache Strecke, aber bei dieser Katzenrettung wachsen die Katzen zusammen mit Hunden auf, was uns sehr wichtig ist, weil uns die Zusammenführung mit Grizzly einfacher scheint. Da es uns egal ist, wie die Kleinen aussehen, und auch nur 2 Kitten zur Vermittlung stehen, ist die Wahl nicht schwer, wir haben nämlich definitiv keine.

Söckchen ist innerhalb von 2 Minuten „zu Hause“. Raus aus der Transportbox rauf auf die Kletterstange, all das passiert in Bruchteilen einer Minute. Sie hat wohl sofort beschlossen: hier bleib ich.

2 Tage später stellen wir sie unserer neuen Tierärztin vor, eigentlich sollen sie ihre 2. Grundimmunisierung gegen Seuche und Schnupfen erhalten. Da beide aber ein wenig angeschlagen aussehen, erhalten sie an dem Tag eine Baypamune-Spritze die ihr Immunsystem ankurbeln soll und die Impfung wird um 10 Tage nach hinten verschoben. Beide sind +/- 3 Monate alt, Krümel wiegt 1.050 Gramm, Söckchen bringt es auf 800 Gramm.

Am 04.12.2003 wird die 2. Impfung vorgenommen. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wahrnehmen, weil es auch gegen
unseren ausdrücklichen Wunsch hin passiert: beide werden auch gegen Tollwut geimpft. Für uns im Nachhinein völlig unverständlich, denn zum einem haben wir uns zu diesem Zeitpunkt ganz klar dagegen ausgesprochen, zum anderen sollten sie frühestens 4 Monate später Freigang erhalten. Gewichtsmäßig haben beide sehr gut zugelegt, innerhalb von 12 Tagen hat Krümel 350 Gramm und Söckchen 410 Gramm zugenommen.

An den Tagen danach verliert Söckchen Gewicht, nicht viel, aber eigentlich sollte sie zunehmen. Sie setzt vermehrt Durchfall ab, aber die TÄ sieht absolut keinen Zusammenhang zur Impfung, im Gegensatz zu mir. 9 Tage später hat Söckchen das erste Mal Blut im Durchfall und noch am selben Tag erhält sie eine Antibiotika-Spritze. Die nun folgenden Tage wird sie täglich gespritzt, sie erhält Antibiotika und das Vitamin K1.

Der Durchfall wechselt seine Konsistenz von breiig bis flüssig, fest wird er aber gar nicht .

Am 23.12.2003 ist wieder Blut im Kot, und da unsere Tierärztin in Urlaub ist, bringen wir Söckchen in die Tierklinik. Die wollen der Ursache des Durchfalls weiter auf den Grund gehen und somit bleibt Söckchen zur Beobachtung dort. Außerdem erhält sie Infusionen, da sie durch den Flüssigkeitsverlust auszutrocknen droht.

um 12:00 Uhr mittags am 24.12.2003 erhalten wir den Anruf der Tierklinik. Da man bei Söckchen nichts feststellen konnte, haben sie sie auf die typischen Katzenkrankheiten hin untersucht.


„Ihre Katze hat Leukose !“


„möchten Sie die Katze überhaupt noch mal abholen ?“


„Sie haben auch noch eine 2. Katze !?“


Wir bitten uns 5 Minuten Bedenkzeit aus, was tun ?

Dieses quirlige Wesen, dieser kleine Clown, der sich für keinen Unfug zu schade war sollte todkrank sein ? Diese kleine Charme-Kugel, die selbst Grizzly von der 1.Minute an fest um ihrer Pfote wickelte, sollten wir nie wieder sehen ?

Wir rufen die Tierklinik zurück, um mitzuteilen das wir Söckchen am nächsten Tag wieder abholen würden. Söckchen hat sich innerhalb eines Monats in unsere Herzen katapultiert, sie hat hier gelebt, wenn es so sein soll, dann soll sie auch hier sterben.

Danach beginnt ein neues Zittern, wir packen Krümel ein, fahren in die Tierklinik und lassen sie testen. Es sollen ellenlange Minuten werden bis wir erfahren, das Krümel negativ ist. Krümel bekommt den 1. Teil der Leukose-Grundimmunisierung.

Am 1. Weihnachtsfeiertag 2003 holen wir Söckchen nachmittags zu uns nach Hause – da wo sie hin gehört. Die Tierklinik ist nicht ganz unglücklich darüber Söckchen wieder „loszuwerden“, ihnen gingen langsam die Beschäftigungsideen und das Spielzeug aus um dieses kleine Energiebündel ruhig zu halten. Sie wird sogar mit in die Kantine der Helferinnen genommen, wo sie sich erst einmal durch die Futtervorräte mampft.

Zu Hause angekommen jagen Grizzly und Söckchen erst einmal eine Stunde durchs Haus, wir spüren förmlich die Wiedersehens-Freude die in beiden nun zum Ausbruch kommt. Über das ein oder andere Mobiliar, welches bei diesem Freudentanz etwas Schaden nimmt sehen wir gerne hinweg.

Wir päppeln Söckchen mit Astronautennahrung wieder auf, geben Olewo unters Futter, und am Sylvester morgen hat Söckchen ihr Startgewicht verdoppelt und kackt ihr erstes, festes Würstchen ...

Das Leben mit einer Leukose-positiven Katze ist sehr intensiv, was auch die kommende Zeit zeigen wird. Die Sorgen und Ängste bei auftretenden Krankheitssymptomen sind allumfassend, Glück und Wohlbefinden in den Augen dieser Katze wiederzufinden erwärmt die ganze Welt.

Ein kleiner Nachtrag zu dem Finanziellen: Söckchen ärztliche Betreuung in der Zeit, seit sie nun bei uns ist, beläuft sich auf ca 600 € (incl. Impfung und Test auf Leukose bei Krümel).
 
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26.11.2004
#1

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Gast

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Grizzly

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eine gewöhnliche Erkältung...

...oder der ganz normale Wahnsinn


kleine Wehwehchen sind normal bei einer Katze. Hustet sie dann wird das zur Kenntnis genommen. Hustet sie ein 2. Mal dann wird die Stirn gerunzelt und kommt das öfters vor dann geht es ab zum TA und lässt es behandeln.

Neujahr 2004, Söckchen niest und hustet einmal.

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind ausgefüllt mit Recherchen über Leukose, mit Gesprächen mit Menschen die sich damit auskennen, mit den Leuten von der Katzenhilfe und nicht zuletzt mit sehr viel Tränen und Traurigkeit. Die Zeit „zwischen den Tagen“ ist wirklich zur Zeit der Besinnung geworden. Fakt ist, Leukose ist tödlich. Fakt ist, keiner kann vorher sagen wie lange eine Katze mit Leukose (über-)leben wird. Fakt ist, dass Katzen mit Leukose oftmals an anderen Krankheiten sterben, weil ihr Immunsystem mit den Angriffen von Viren und Bakterien überfordert ist. Fakt ist, gegen Leukose kann man impfen, Leukose selbst aber nicht heilen.

Fakt ist aber auch, das diese Katzen etwas ganz Besonderes sind ! Sie sind Sorgenkinder, die ihren Menschen mit ihrem außerordentlichen Charme sofort für sich einnehmen und fest in ihr Herz verwurzeln. Aber ich schweife ab...

Söckchen niest, und es ist, als ob mir jemand mit der Faust in den Magen boxt. Wir messen Fieber bei Söckchen, 38,7 Grad also völlig in Ordnung. Aber ich, mir schon die schlimmsten Szenarien ausmalend, rufe bei der Tierklinik an, frage nach der normalen Temperatur, schmeiße vor Aufregung die Zahlen durcheinander und stelle fest, Söckchen hat Fieber. Wir fahren in die Tierklinik (ist ja Feiertag, löhnt sich also doppelt), sie hat natürlich kein Fieber, erhält aber Baypamune und Catosal.

Am nächsten Tag folgen Niesattacken, und wir beginnen eine Baypamune-Kur, d.h. alle 3 Tage erhält sie eine Spritze, und wir schicken sie täglich in die Salbei-Sauna. Glücklich sind wir einzig und alleine darüber, dass sie keinen Durchfall bekommt und weiter zunimmt.

An einem Samstag, Mitte Januar, Söckchen zieht sich unvermittelt auf die Waschmaschine zurück, sie wirkt in sich gekehrt, apathisch. Wir haben eh einen TA-Termin, also nichts wie hin. Sie hat Fieber, 40,3 Grad, erhält AB, Baypamune und ein fiebersenkendes Mittel. Ich vermute einen Zusammenhang mit dem Zahnwechsel, die 2. Eckzähne sind schon durch, die Milchzähne stehen aber noch, die TÄ sieht da keinerlei Verbindung. Eine halbe Stunde später, wieder zu Hause, ist die alte Kämpfernatur in Söckchen wieder zu Leben erwacht, sie hat Untertemperatur, tobt aber wieder und verlangt nach diversen Mahlzeiten. Am nächsten Tag ist ihre Körpertemperatur bei 37,5 Grad. Sie erhält nun eine Woche lang 3mal täglich 6 Tropfen AB. In dieser Zeit spielen wir vermehrt mit Bändern und Stricken, mit Erfolg, nach 3 Tagen sind beide Milch-Eckzähne spurlos verschwunden.

Aber die nervliche Anspannung ist noch nicht vorbei, wir haben auch noch einen Termin für die 2.Leukose-Grundimmunisierung von Krümel, und werden bei diesem Termin auch noch mal Beide testen lassen.

Krümel ist nach wie vor negativ und wird geimpft. Söckchen – positiv. Sicher, realistisch gesehen mussten wir damit rechnen, aber das wir auf ein anderes Ergebnis hoffen ist wohl unschwer nachzuvollziehen.

Söckchens Niesen haben wir nach wie vor nicht im Griff, wir stellen aber alle Medikamente ein, denn ein Erfolg ist nicht gegeben. Wir legen den Focus nun mehr auf ihr Umfeld, wechseln das Katzenstreu da uns das bisherige zu sehr staubt, stellen einen Ionisierer auf und erwerben einen 1,70 Meter–hohen Zimmerbrunnen.

Die Zeit bis Ende Februar wird sehr ruhig verlaufen, wir können uns voll und ganz auf das konzentrieren, was wir für Söckchen am Wichtigsten halten: Zuversicht ausstrahlen, Stress vermeiden und ihr ein liebevolles und ruhiges Zuhause geben.

Söckchen wiegt Ende Februar 2.428 Gramm, und in den ersten 2 Monaten des Jahres haben wir für ihre tierärztliche Versorgung ca. 280 € aufgewandt.

Dieser kleinen Kreatur wohnt ein großer Kämpfer inne, und wir versprechen ihr in die Pfote, das wir alles, uns Mögliche tun werden um jegliches Leid von ihr abzuwenden. Und ich muss lernen, ruhiger und besonnener zu werden.
 
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Grizzly

Gast
Kastration

Lange überlegen wir hin und her, wägen ab, ziehen Erkundigungen ein: wir müssen uns mit der Kastration unserer beiden Heranwachsenden beschäftigen. Ende Februar sind sie ca. 5,5 Monate alt, was tun zu welchem Zeitpunkt ? Einmal rollig werden lassen, damit der Organismus der Katze ausgereift ist ? Wir entscheiden uns dagegen, ich glaube einfach, dass geschlechtsreif werden auch mit jeder Menge Stress bei der Katze verbunden ist. Und wenn wir etwas verhindern müssen/wollen, dann ist es Stress.


Ihr Schnupfen ist nach wie vor nicht ausgeheilt, macht sich aber nur noch in gelegentlichem Niesen bemerkbar. So vereinbaren wir für den 03. März 2004 den Kastrationstermin in der Tierklinik, gleichzeitig soll Söckchens Nase ausgeleuchtet und durchgespült werden.

Wieder so ein Tag an dem die Nerven blank liegen. Wie wird Söckchen den Eingriff wegstecken ? Wie hoch ist der Stressfaktor der OP und der Narkosewirkung ?

Nachmittags um 16:00 Uhr holen wir sie wieder nach Hause, beide noch mächtig benommen, was Söckchen aber nicht davon abhält etwas in ihrer Transportbox zu randalieren. Die Kragen sind furchtbar und Krümel bekommt Panik, klemmt unterm Küchenschrank fest und so entschließen wir uns die Trichter zu entfernen und die beiden noch jeweils in ihrer Box zu lassen. Die Nacht verbringen wir in einem 6m2 großen Badezimmer, da es der einzige Raum mit Türe und wenig Klettermöglichkeiten ist.

Söckchen steckt die OP rasch weg, schon am nächsten Tag läuft sie Runde um Runde im Wohnzimmer ihre Narkosenachwirkungen aus ihrem Körper, nicht ohne nach jeder 3.Runde am Fressnapf Halt zu machen. Krümel kaut etwas länger daran und zieht sich 2 Tage komplett zurück, aber auch sie zeigt sich dann gnädig und spricht ab dem 3. Tag wieder mit uns.

Die Wunden verheilen sehr gut und nur ein kahlrasierter Fleck am Bauch erinnert noch längere Zeit an den Eingriff.

Eine Woche nach der OP macht sie wieder einen kleinen Schuss in die Höhe, ihr Körper kann sich wohl den wichtigen Aufgaben zuwenden.

Weil wir uns schon länger von unserer Tierärztin distanziert, und uns, aufgrund der technischen und personellen Möglichkeiten für die Kastration in der Tierklinik entschieden haben, hat uns der Eingriff je Katze 125 € gekostet, später kamen nochmals 10€ für das Fäden-ziehen dazu.
 
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Grizzly

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Familienzuwachs

Sehr früh haben wir uns nach Söckchens Diagnose Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn sie jung stirbt. Das würde für Krümel bedeuten, dass sie erst einmal alleine wäre. Gut, Söckchen und Krümel sind jetzt nicht die dicksten Freundinnen, aber Krümel dann alleine zu wissen, dieser Gedanke gefällt uns auch nicht. Vor allem, um so jünger sie sind, um so leichter dürfte die Zusammenführung klappen, und im Falle von Söckchens Tod wären sie dann immerhin noch zu zweit.


Es mag makaber anmuten, so als fordere man das Schicksal heraus, dem ist aber nicht so. Aber, wir haben auch noch eine zweite Katze, und auch ihr möchten wir ein liebevolles Zuhause bieten. Krümel ist nie aufdringlich, war anfänglich sehr scheu, fordert inzwischen ihre Streicheleinheiten ein und erhält sie selbstverständlich auch. Sie ist von allen 3 Katzen die robusteste, alle Krankheiten scheinen an ihr abzuprallen, und manchmal, vor Sorge um Söckchen, steht sie hinten an. Wir haben den Januar viel darüber nachgedacht, haben auch mit den Leuten von der Katzenrettung gesprochen die Söckchens Geschichte kennen, aber der Gedanke verlief sich erst einmal. Vielleicht ist es auch besser, wenn es so bleibt wie es ist.

Und im März dann ist unsere Mücke auf der HP „unserer“ Katzenrettung: Lena, schüchtern zu Menschen, liebt Hunde, unbedingt zu Artgenossen.

Wichtig aber ist für uns, das Mücke Leukose-negativ ist. Denn eine zweite Leuko-Katze mit einem geschwächten Immunsystem erhöht das Risiko der gegenseitigen Ansteckung enorm, und das müssen wir so weit es möglich ist ausschließen. Das unsere Nerven und Gefühle auch kein 2. Sorgenkind aushalten würden ist ein kleiner Nebengedanke. Und eine weitere Bedingung müssen wir leider stellen: wenn wir feststellen, das der Stressfaktor für Söckchen durch die Zusammenführung zu hoch wird, und sie sich mit der neuen Mitbewohnerin absolut nicht anfreunden kann, müssen wir Mücke schweren Herzens zurückgeben, aber – Söckchen ist nun mal das Maß der Dinge.

Mücke wird negativ getestet und erhält im Abstand von 4 Wochen ihre Leukose-Grundimmunisierung. Nach 6 Wochen darf sie dann unsere Gemeinschaft bereichern.

Wie bei vielen Zusammenführungen berichtet wird, so ist es auch bei Söckchen: sie ist neugierig, interessiert und zieht sich uns gegenüber etwas zurück Sie scheint aber keinen übermäßigen Stress mit dem Familienzuwachs zu haben und so erweitert Mücke unser kleines Rudel, und hat , manchmal sehr zu unserem Leidwesen, Söckchen schon den ein oder anderen Unfug beigebracht.

Den Leukosetest und die –impfung haben wir separat zur Vermittlungsgebühr an die Katzenhilfe bezahlt, Mücke war zwar kastriert, gechipt ,tätowiert und geimpft gegen Seuche und Schnupfen, aber eine Leukoseimpfung ist natürlich ein absolutes Muss bei einem Neuzugang. Und dann müssen dann natürlich auch noch die 6 Wochen abgewartet werden, bis der Impfschutz komplett greift.(also Grundimmunisierung + 2 Wochen nach der 2. Impfe).

Im Nachhinein betrachtet, war es eine sehr gute Entscheidung, Mücke zu uns zu nehmen. Söckchen hat sich stark an ihr orientiert, und manches, was durch eine fehlende Sozialisierung an Verhaltensmuster nicht vorhanden war, durch Abschauen und Nachmachen noch erlernt.
 
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Grizzly

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Sommer 2004

Es ist ein toller Sommer, Söckchen hat sehr viel Spaß und unser kleiner Entdecker nutzt die Zeit ausgiebig, alle Ecken und Verstecke im Garten auszukundschaften. Oft sind sie zu dritt unterwegs und wir finden sie zusammen unter einem Baum eingefunden, um eine konspirative Sitzung abzuhalten. Menschliche Gartenarbeit scheint von besonderem Interesse zu sein, wo wir sind, ist auch Söckchen um uns eifrigst an der effizienten Ausübung unserer Pflichten zu hindern. Manches es ist für sie noch sehr ungewohnt, aber im Zweifelsfall rennt sie dann direkt nach Hause, putzt sich eine Runde, denkt wohl über das Gesehene und Geschehene nach, um sich erneut ins grüne Abenteuer zu stürzen. Natürlich nicht, ohne vorher einen Happen zur Stärkung zu sich genommen zu haben.

Es ist eine schöne Zeit, nahezu unbeschwert, aber wir wissen auch, das sich alles ganz schlagartig ändern kann, und so ist ein gewisse Sicherheit die sich langsam aufbaut immer trügerisch. Andererseits nehmen wir die Zeit gerne so an, und freuen uns mit und an Söckchen, sie so lebenslustig und ausgeglichen zu erleben.
 
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Grizzly

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September / Oktober / November

Die kommenden Monate sollen ein einziges Auf und Ab werden. Es beginnt mit Unsauberkeit bei Söckchen, ein höchst allarmierendes Zeichen, ist sie es doch, die bei den anderen beiden sogar die Häufchen zuscharrt. Ihr Fell wirkt struppig und sie hat Wellen die über den ganzen Körper gehen. Sie maunzt vor der Katzenklappe um Ausgang, normalerweise ruft sie so nur nach Futter. Und da ist da noch dieser Geruch an ihr - nach Vanille. All das passiert quasi „über Nacht“


Wir packen sie ein, ab zum TA, anhand des Urins wird festgestellt, das dieser zu sauer ist. Das sonstige Allgemeinbefinden von Söckchen wird als gut bezeichnet.

Uns beruhigt das nur kurzfristig, denn wir spüren, dass mit Söckchen etwas nicht stimmt, wir bekommen Angst. Zwischendurch kommen noch Durchfall-Phasen dazu, was sollen wir tun ?

Wir bekommen unerwartet Hilfe von homöopathischer Seite. Und ich habe weder eine Ahnung noch eine Meinung zur Homöopathie, aber wir haben auch etwas anderes nicht mehr: Zeit ! Wir können nicht einfach nur dasitzen und hoffen, das es genauso schnell wieder weggeht wie es gekommen ist, und unser Gefühl sagt uns mal wieder, das wir etwas tun müssen. Wir entscheiden uns nach ausführlichem Austausch und Beobachtung unseres Sonnenscheins, es mit dem genannten Mittel auszuprobieren.

Eine halbe Stunde nach der ersten Verabreichung habe ich das Gefühl, das Söckchens Fell sich verbessert hat. Das kann nicht sein, oder ? Aber diese Tendenz behält sie die nächsten Tage bei, und wir erkennen Söckchen kaum wieder. Es scheint, als wäre in ihr neue Energie freigesetzt, und die Maus kommt jeden Tag auf neue Ideen mit denen sie uns überrascht.

Es gibt in diesen 3 Monaten einige Auf’s und Ab’s. Während die positiven Tendenzen hoffnungsfroh stimmen, sind auch Beobachtungen, die mir weniger gefallen auch direkt dazu angetan mich traurig und ängstlich werden zu lassen. So manchen Morgen sitze ich im Auto auf der Fahrt zur Arbeit und weine erst einmal, ich habe Angst um meinen kleinen Einstein, es kann doch nicht jetzt schon alles vorbei sein.

Wir verändern die homöopathischen Mittel, passen sie an Söckchens veränderte Ausstrahlung an und mit ihr geht es wieder aufwärts. Sie bekommt noch 2 schlimmere Durchfallphasen, in denen wir uns entschließen, ihr eine Kochsalzlösung subkutan verabreichen zu lassen und ihrem Magen-Darm-Trakt 24 Stunden Ruhe zu gönnen. Ende November werde ich wieder ruhiger, ob Einsicht oder sogar tw. Resignation, ich weiss es nicht, aber es gibt auch Grund dazu: mit Söckchen geht es weiter bergauf. Oder ist es genau umgekehrt ?

Ein Leben mit einer leukosen-kranken Katze ist sehr intensiv. Jede Empfindung wird wie durch eine Lupe mehrfach gebündelt und empfunden. Wenn ich genau hinschaue lehrt mich die Zeit auch einiges über mich, auch wenn es manchmal sehr sehr schmerzhaft ist.

zwei Dinge möchte ich mit/in diesem Beitrag nicht:

zum Einem eine Diskussion über die Homöopathie. Ich habe angefangen mich mit dem Grundverständnis von Homöopathie auseinander zu setzen und habe gemerkt, das ich es sehr gut mit meinen Einstellungen und Empfindungen überein bringen kann. Vor allem sagt mir die Beobachtung der Katze als ganzes sehr zu. Wir werden aber auch nach wie vor nicht auf die Schulmedizin verzichten, denn 4 Augen sehen mehr als 2.

und zum Anderen habe ich die hier angewendeten Mittel absichtlich nicht genannt. Was auf Söckchen bei der Erscheinung x passt muss für die Katze y noch lange nicht richtig sein, selbst wenn sich die Symptome ähneln sollten.
 
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Grizzly

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Hope’s Tod

Man sagt über mich, ich wäre ein Kopfmensch, kühl und distanziert. Ich weiß es besser, aber das behalte ich für mich.


Ich verfolge das Treiben der Leukose-Katzen die ich (virtuell) kenne. Aus ihren Schilderungen schöpfe ich Kraft und Hoffnung. Stärke, die mir auch mein Söckchen vermittelt, erhalte ich über die positiven Berichte der kleinen Wesen. Aber nicht immer...

Ich bin ihr nie begegnet, aber ich kannte Hope. Ich habe ihr Leben besonders verfolgt, seit bei ihr die Leukose festgestellt wurde, im Juni 2004. Vieles an ihr erinnert an mein Söckchen, sie war jung und voller Tatendrang. Hope durfte bei wunderbaren Menschen ein zu Hause finden, sie wurde behütet und umsorgt. Wurde zwischenzeitlich auch weniger von ihr berichtet, so habe ich sie doch nie vergessen. Die Frage nach der anstehenden Kastration brachte auch in mir wieder alle Überlegungen und Sorgen der Zeit hervor, als wir vor der gleichen Frage standen.

Und dann kam der 30. Oktober und ich das erste was ich sah, war eine Signatur, die das Ende des Lebens von Hope auf den 29. Oktober datierte.

Mit jedem Leukose-Kätzchen welches stirbt, stirbt auch in mir etwas Hoffnung. Mitgebangt, mitgefühlt und aufgeatmet, wenn alles sich wieder zum Guten gewendet hat. Aber manchmal ist es eben nicht so und der Tod von Hope hat mich sehr getroffen. Verstärkt wurde dieser Schmerz um die Sorgen, die ich mir in diesem Zeitraum auch um mein Söckchen gemacht habe.

Und dann ist halt nicht mehr viel mit positiver Energie, Unbefangenheit und Unbekümmertheit. Da sind dann nur noch Trauer, Schmerz und Angst. Ich war so sicher, dass Hope und Söckchen parallel aufwachsen würden, sich nie begegnen aber durch die gleiche Krankheit verbunden. Ich wollte noch so viele Gemeinsamkeiten zwischen den Beiden erkennen und hatte mich sehr darauf gefreut.

Es sollte wohl nicht sein.

Traurig über den Tod von Hope und Schmerz und Angst bei Söckchen etwas zu übersehen.

Die wenigsten Katzen sterben an Leukose, sie sterben an Krankheiten die ihr geschwächtes Immunsystem nicht mehr abwenden konnte. Hope starb an FIP.



Aber Hope wird nicht vergessen, sie wacht als guter Stern über Söckchen. Und in der Zeit wo Söckchen viel Kraft brauchte, da leuchtete dieser Stern extrem hell – so schien es mir zumindest. Hope wird uns auch weiterhin begleiten, Söckchen hat eine Schwester „im Geiste“

Man sagt über mich, ich wäre ein Kopfmensch, kühl und distanziert. Ich weiß es besser - aber das behalte ich für mich.
 
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Grizzly

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Unserem Sonnenschein


dies ist nun dein
1. Geburtstag, ein ganz besonderer Geburtstag, denn deinen richtigen kennen wir ja gar nicht.

Aber heute vor einem Jahr, da wurden wir gefragt, ob wir dich nicht lieber einschläfern lassen wollen.

Wir haben uns für dich entschieden, und dafür hast du uns reich beschenkt. Nicht, das es in deiner Absicht gelegen hätte, denn einzig und allein das es dich gibt ist ein Geschenk von unfassbarer Größe.

Geliebte Sausocke, du bist erwachsen geworden in diesem Jahr, reifer, (noch) eigenwilliger, aber du wirst immer unser Söckchen bleiben. Wir haben sehr viel mit dir gelacht, aber auch Ängste und Sorgen ausgestanden, zahlreiche Tränen die wir weinten.


Du bist unser Einstein, und forderst schon das ein oder andere von uns ein. Du bist unser Clown der auch gerne mal die Grenzen austestet. Du bist auch unsere kleine Fresskugel, die beim Futtern kein Ende zu finden scheint. Unser kleiner Entdecker, dem nichts verborgen bleibt. Du bist unser Söckchen !

Wenn ich heute überlege, ob ich das nochmals alles durchmachen würde, wenn ich vorher wüsste, was auf mich zukommt, so muss ich keine Sekunde überlegen um zu wissen, das die Antwort JA lautet. Ich habe soviel gelernt, so viel erfahren, so viel gefühlt, und ich bin noch lange nicht fertig damit.

Es ist dein Geburtstag, Söckchen, doch einen ganz großen Wunsch an dich habe ich dennoch: ich wünsche mir, dass du weißt, das du geliebt wirst, das du fühlst, das wir immer für dich da sein werden, das sich das Gefühl von Geborgenheit und ZuHause ganz tief in dein Herz verwurzelt hat.

An diesem Tag möchte ich mich auch bei den Menschen bedanken, die mit uns an dich glauben. Die uns in unserem Versprechen, um dich und mit dir zu kämpfen unterstützen, die uns mit Rat und Tat zur Seite stehen, oder einfach „nur“ mal ihr Ohr leihen.

Und dann ist da auch noch unser Stern, er wacht über dich, und wird uns hoffentlich noch viele Jahre gemeinsam begleiten.

Söckchen, wir lieben Dich !
 
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Grizzly

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Impfung

was für gesunde Katzen idR reine Routine sein mag, führt bei einer Leukose-Katze wieder dazu, sich mit dem Thema genauer auseinander zusetzten.


Das Jahr ist um und somit auch der offizielle Schutz der Katzenseuchen und –schnupfenimpfung. Nur zu gut habe ich noch die Impfreaktion des letzten Jahres im Kopf, zumindest was ich dafür hielt. Das Söckchen damals 4 Tage nach der Impfe stark abgebaut hat führe ich auf den gespritzten Tollwut-Schutz zurück, und dieser steht bei dieser Impfung nicht auf dem Programm. Dennoch, ein Unbehagen bleibt. Es ist und bleibt ein Eingriff in ihr Immunsystem. Wie wird dieses darauf reagieren ?

Immer noch mit mir am Kämpfen wird Montags erst einmal Krümel zur Impfung der TÄ vorgestellt. Diese erzählt mir dann, das sie in diesem Jahr soviel Katzen mit nachgewiesenem Katzenschnupfen in Behandlung hat, wie in ihrer gesamten vorherigen Praxis-Zeit nicht. Alleine 11 Katzen sind es bei ihr.

Das bringt mich doch ganz klar wieder zu dem Entschluss, Söckchen impfen zu lassen, auch aus dem Gefühl heraus, dass sie über keinen 100%-tigen Impfschutz mehr verfügt / verfügen kann.

Söckchen darf am nächsten Tag den Besuch bei der TÄ antreten, der leider etwas stressiger ausfällt als gewünscht, denn an diesem Tag ist die Praxis brechend voll.

Söckchen wird vorab eingehend untersucht und ihr wird ein sehr guter Allgemeinzustand bescheinigt. Sie hat noch etwas Zahnfleischentzündung, aber das kennen wir schon schlimmer von ihr. Hätte die Aussage bezüglich ihres Allgemeinzustandes nur ein Haar breit etwas anderes ergeben, hätten wir Söckchen „unverrichteter Dinge“ wieder mitgenommen. So aber lassen wir sie impfen.

Mein Gefühl sagt ja, es war die richtige Entscheidung, dennoch kann ich mich nicht dagegen wehren, dass ich sie nun noch sorgfältiger und misstrauischer beobachte. Aber, wenn ich ganz objektiv bin (oder zumindest es versuche zu sein), dann muss ich klar erkennen: Söckchen hat die Impfung hervorragend weggesteckt. Keine Müdigkeit, kein Nachlassen ihrer „Jugend-forscht-Aktivitäten“, auch ihr Fresstrieb ist unverändert ungebrochen. Ich bin spürbar erleichtert, auch wenn ich weiß, das in ihrem kleinen Katzenkörper es ganz anders aussehen kann.

Von nun an möchte ich die Impfintervalle auch auf 2-3 Jahre ausdehnen, es wäre zu schön, wenn das erst unser nächster TA-Termin mit unserem Söckchen wäre.



 
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Grizzly

Gast
die Mitbewohnerinnen

Heute stand die Leukose-Impfung bei Mücke an.


Auch wenn ich sehr zuversichtlich war, und nahe zu sicher, das sich weder Krümel noch Mücke bei Söckchen angesteckt haben, so bleibt ja immer noch ein Restrisiko.

Krümel wurde bereits im Februar negativ getestet und nun heute bei Mücke das gleiche Ergebnis - ebenso der FIV-Test.

Mein Gefühl wurde bestätigt. Und ich bin sehr froh darüber.

Und was macht Söckchen ?
Sie ist nach wie vor frech wie Dreck, neugierig wie ein Eroberer, wissensdurstig wie Einstein. Sie ist und bleibt etwas ganz Besonderes - so wird es immer sein.

Sie hat ihre kleinen Weh-Wehchen, etwas entzündetes Zahnfleisch und manchmal schnorchelt sie ein wenig. Aber sie stört es nicht, so tun wir es ihr gleich.

Söckchen, du wirst 20 Jahre alt - mindestens !
 
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Grizzly

Gast
keine Nachrichten sind gute Nachrichten.

So ist es auch im Fall von Söckchen, und auch das ist ein Teil ihrer Geschichte.

Söckchen geht es gut, sehr gut.
Seit einiger Zeit schon habe ich das Gefühl, das ihre Nickhäute, die sonst immer ein wenig sichtbar waren, sich noch mehr zurück gezogen haben. Ich sehe sie eigentlich nur noch, wenn sie nach dem Schlafen ihre Augen öffnet.

Ob das ein gutes Zeichen ist ? Manchmal überlege ich schon, sie nochmals einem Leukose-Test zu unterziehen. Und dann frage ich mich doch: wozu ?
Selbst wenn dieser negativ ausfallen sollte, was bei zwei positiven Tests ja eher unwahrscheinlich wäre, so wäre auch dann noch die Frage, ob der Virus sich nicht ins Knochenmark zurückgezogen hat. Und das rauszufinden wäre keine so einfache Angelegenheit.
Und - würde es etwas ändern an dem Verhältnis, an meinem Glauben und an meiner Liebe zu diesem kleinen Herzensbrecher ? Nein !

Ihr geht es gut, sehr gut. Sie ist frech, unternehmungslustig, neugierig, verspielt und wird dabei auch noch immer verschmuster.

Söckchen, du wirst 20 Jahre alt - mindestens.
 
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Grizzly

Gast
mmhhhhh ...

... hast du heute morgen kein Futter angerührt, weil du dieses Futter absolut nicht magst ?
... hast du mich die ganze Zeit angekrächzt, weil du in letzten Tagen gewohnt warst, das du ganz früh raus darfst, da ich Urlaub habe ?
... warum aber hast du ihm Blumentopf mit Seramis gescharrt, und es sah so aus, als ob du diesen als KaKlo benutzen wolltest, obwohl das KaKlo direkt daneben steht ?

In mir wächst wieder Angst, auch wenn ich versuche, sie permanent bei Seite zu schieben.

Heute nachmittag geht es auf jeden Fall zum TA.

Warum hab ich das Gefühl, das er nicht viel dazu sagen können wird ?
 
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Grizzly

Gast
Nachtrag

ich hatte gestern Söckchens Tagebuch aus den Erfahrungsberichten gelöscht, da ich mich (länger ?) aus dem KaFo zurückziehen werde.

Heute morgen saß ich in der Sonne auf der Bank und dachte weiter darüber nach, als Söckchen unter einer Tanne hervorkam, mich sah, auf mich zusprintete, mich umrundete um sich dann auf meinen Schoß zu legen und beschmusen zu lassen.
Und dann kam mir der Gedanke: meine Beweggründe sind unerheblich, nicht wichtig, Söckchen und Söckchens Geschichte die sind es aber.

Wenn nur ein Einziger aus Söckchens bisheriger Geschichte etwas Mut oder Hoffnung ziehen kann für sein anvertrautes Herzenstier, so wie mir Menschen ua. aus diesem Forum damals Mut machten, den Weg mit Söckchen weiter zu gehen, dann hat ihr Tagebuch eine Berechtigung und muss stehen bleiben.

Söckchen wird ca im September 3 Jahre alt, laut Literatur die durchschnittliche Lebenserwartung von Katzen die den FelV in sich tragen.
Wir werden alles daran setzen diese Statistik nach oben zu korrigieren.
 

Grizzly

Gast
September 2006

es wird mal wieder Zeit von Söckchen zu berichten.

Irgendwann in diesem Monat hat sie wohl Geburtstag, dann wird sie 3 Jahre alt. Genau weiß das ja keiner, denn sie wurde ja auf der Straße aufgelesen.

3 Jahre ist die durchschnittlich prognostizierte Lebenserwartung von Leuko-Katzen. Aber gerade wenn ich mir mein Söckchen die letzten Tage so anschaue, merke ich: sie hat noch so viel vor, das geht noch lange nicht.

Sie ist morgens die Erste die aufsteht, abends die letzte die sich schlafen legt. Gerade renovieren wir den oberen Flur damit der Weg zum Katzenknast auch dem üblichen Ambiente in nix nach steht und Söckchen ist mittendrin statt nur dabei.

Und wenn ich sie mir mit ihrem Temperament und ihrem Entdecker-Charme so anschaue, dann versuche ich mir immer diese Bilder einzubrennen. Einzubrennen und sie aufzurufen wenn ich merke das es ihr mal nicht so gut geht.
So wie in der letzten Woche, als sie ein Auge nicht mehr öffnen konnte. Die TÄ hat nichts gefunden, und in 2 Tagen wurde aus meiner einäugigen Piratenbraut wieder das alles-sehende Kampfmonster. Aber immer noch ist es so, das ich erschrecke, mein Puls beschleunigt und viele dunkle Gedanken und Befürchtungen sofort abrufbar sind. Da muss ich mich bessern, allein schon für mein Söckchen, die mein unruhiges Verhalten noch zusätzlich irritiert.

Inzwischen ist sie auch entwurmt und wieder gegen Seuche / Schnupfen geimpft. Keinerlei Anzeichen davon, das irgendetwas davon ihrem Katzen-Astral-Körper zu schaffen macht.

Söckchen, ich kann es garnicht oft genug schreiben: du bist der größte Kämpfer den ich bisher erlebt habe und du bist mein Vorbild.
Und ich freue mich sehr darüber, das dieser Riesenschatz bei uns Zuhause ist.

Bitte keine Antworten in diesem Thread da er von mir weitergeführt wird. Anregungen, Kommentare oder Fragen gerne als PN an mich.
 

Grizzly

Gast
Januar 2007

um mich herum, da häufen sich gerade die traurigen Nachrichten, auch über Leukose-Katzen, denen es nicht gut geht, und ihren Menschen die darüber in Angst und Sorge sind.

Deswegen möchte ich mal wieder über mein Söckchen schreiben.

Meinem Söckchen geht es gut. Selbst unter strengster Beobachtung kann ich nichts anderes schreiben. Und hoffen, das es noch lange so bleibt.

Manchmal, da kommt es mir so vor, als würde mein Söckchen ihr Leben im D-Zug-Tempo erleben. Es gibt nichts, was man vor ihr verheimlichen kann, sie ist überall. Sie ist ein Hans-Dampf in allen Gassen.
Und gerade im letzten Sommer habe ich auch wieder gemerkt, wie sie reifer, erwachsener wird.

Sie hat immer noch nichts von ihrem jugendlichen Charme verloren und doch wird sie abgeklärter. Jagten ihr vor einiger Zeit Windböen noch einen ungeheuren Respekt ein, so hat sie den Sturm vor ein paar Tagen schon fast gelangweilt betrachtet. Ich musste aufpassen, das ich sie nicht mit meiner Unruhe anstecke.

Und an etwas anderes hat sie inzwischen starken Gefallen gefunden: sie liebt es, sich nachts in meine Kniekehle zu kuscheln und mich auf Stunden auf diese Position festzutackern. :-) Das ich morgens mit leichten Haltungsschäden aufstehe, quittiert sie mit einem Blick der ganz klar sagt: wenn du dich jetzt bewegst und mir direkt Frühstück machst, denn gehen deine Schmerzen auch sofort wieder weg! Wie könnte ich mich dieser "ärztlichen" Anweisung wiedersetzen? :-)

Und dann lese und höre ich wieder von Leukosekatzen und deren Menschen, denen es augenblicklich nicht so gut geht. Und manchmal, da muss ich aufpassen, das ich es nicht zu nahe an mich heranlasse.

Ich schaue mir dann morgens den Sternenhimmel an, suche Söckchens Stern und bitte diesen, auch auf die anderen Leuko-Kätzchen ein wenig Obacht zu geben. Sie haben eine ganz besondere Aufmerksamkeit verdient...

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Grizzly

Gast
Die Zecke

vor ein paar Tagen verlangte mein Söckchen wieder einmal sehr eindringlich nach Streicheleinheiten. Und was Söckchen will, das bekommt Söckchen auch.

Beim Durchwuseln entdeckte ich in der Nähe der Schulterblätter einen kleinen Knubbel, und als ich die Haare um diese Stelle beiseite schob kam darunter eine Zecke zum Vorschein. Sie war schon etwas größer, sie hatte wohl auch schon Blut gesaugt.

Eine Stunde später und mit Zeckenzange bewaffnet, mit schlimmster Gegenwehr von Söckchen rechnend, begab ich mich mutigen Schrittes in mein Schicksal um diesen Parasiten von meiner Zuckerschnute zu pflücken. Mit einer stoischen Ruhe, Söckchen normalerweise ziemlich uneigen lies sie die etwas schwierige Prozedur über sich ergehen, so das ich dieses Untier einige Minuten später "zappelnd" in meiner Zange hatte.
Das weitere Schicksal der Zecke soll hier nun nicht weiter ausgeführt werden...

Nirgends konnte ich in der Literatur einem Hinweis bezüglich Zecken auf FelV-positiven Katzen finden. Fakt ist aber, das alle (!) Zecken, die wir letztes Jahr von Söckchen gepflückt haben, schon vor der Entfernung tot waren und kein Blut gesaugt hatten.

Diese Zecke ist etwas "Besonderes" für mich. Ich mag mich irren, aber mein Gefühl sagt mir, das sie ein gutes Zeichen ist. Und das Söckchen auf einem sehr guten Weg ist.

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Grizzly

Gast
Söckchens Patchworkdecke

wann immer Söckchen sich zu mir auf die Couch gesellt und sich an meinem Fußende zum Schlafen bettet, decke ich sie mit einer gedanklichen Decke zu.

Söckchens Patchworkdecke …

… beschützt ihren Schlaf, gibt ihr Kraft für ihre zukünftigen Taten, wärmt sie in kalten Tagen, kühlt sie wenn es zu warm ist, hüllt sie ein und gibt ihr ein sicheres Gefühl. Ein schützender Mantel der alles Böse, Unangenehme und Schmerzhafte von ihr fernhalten möge.

Söckchens Patchworkdecke …

… besteht aus ganz vielen guten Wünschen, Freude, Liebe, Wärme, positiven Gedanken, Kraft und Stärke, Freunde und Begleitung. Und auch ihr Stern, der über sie wacht, ist dort eingearbeitet.

Söckchens Patchworkdecke …

… wird mit jedem lieben Gedanken wärmer, mit jedem guten Wunsch (be-)schützender, durch jede Anteilnahme bunter und prächtiger.

Ich glaube an die Macht von Gedanken, an die Botschaften von Gefühlen. Wenn ich mal Sorge um mein Söckchen habe, dann sind Menschen da, die uns begleiten, die Anteil nehmen und mir so manche Sorgenfalte wieder glätten.

Und wenn ich mich mit und um mein Söckchen freue, dann sind Menschen an meiner Seite, die sich mit mir freuen. Die verstehen, denen ihre Geschichten auch ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht zaubert, die einfach da sind.

Bei diesen Menschen möchte ich mich hiermit ganz herzlich bedanken – sie tun uns gut.

Es gibt einen ganz besonderen, lieben Menschen, der an Söckchens bunten und farbenfrohen Patchworkdecke einen ganz großen Anteil hat. Der aus der Ferne über sie wacht, jederzeit ein offenes Ohr für uns hat, besonnen und beruhigend (vor allem auf mich) einwirkt und anscheinend nie müde wird mir zu erklären, mich zum Verstehen zu bringen, und durch Erfolge uns viele weitere Glücksmomente schenkt. Danke, Eva, vielen, vielen Dank!

Ich habe ein wenig überlegt, ob solch ein Post in einen Erfahrungsbericht „passt“. Und letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass er es sehr wohl tut. Denn der Verlauf einer Erkrankung hängt von weit aus mehr Faktoren ab, als wir erfassen und be-greifen können.

Söckchens Patchworkdecke …

… ist ein Phantasiegebilde, eine Ausdrucksform – meine Ausdrucksform.

Manch einer mag nun den Kopf schütteln, sei's drum. Mir tut es gut, und somit „hilft“ es auch meinem Söckchen.




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Grizzly

Gast
Auf Söckchens linker Seite war ein Knubbel zu fühlen, bzw. mal war er zu fühlen, mal war er kaum auszumachen.
Dennoch, es reicht um das Kopfkino anzuschalten ...

Am Wochenende durfte ich dann auch noch einen Blick auf ihre Öhrchen werfen und hab beschlossen, die 6-7 Vogelzecken die sich da wohl beheimaten werde ich als kleine Zugabe für die TÄ lassen.

Söckchen also der TÄ vorgestellt, und die ersten 2 Minuten wurde der Knubbel gecheckt. Er ist harmloser Natur, betrifft nur die obere Hautfalte und dürfte bald auf Nimmerwiedersehen verschwunden sein.

Und dann ging es ans Zecken entfernen. Was als kleines Zusatzeinkommen für meine TÄ gedacht war entpuppte sich als Haupteinnahmequelle für diese Konsultation. Ganze 30 Minuten hat die TÄ eine Vogelzecke nach der anderen von ihrem Kopfbereich, ihren Schultern und tw. noch am Körper abgelesen. Diese Mistviecher sind so winzig klein, das man sie mit den Augen kaum ausmachen kann, die am Ohr hatte ich auch nur entdeckt, weil sie weiß waren.
Frau Socke war die letzten Tage auch schon etwas unleidlich und leicht gereizt, an Schmusen war garnicht zu denken. Was ich nun auch gut nachvollziehen kann, wenn man mit diesen Zwickdingern dekoriert ist wie ein Weihnachtsbaum.
Und kein Schmusen - kein Erfühlen dieser Fellbeschmutzer.

Wo wir dann auch schon einmal da waren haben wir noch einen Leukose-Schnelltest durchführen lassen, das Ergebnis haben wir noch nicht, aber er färbte sich schon zu Beginn in Richtung positiv.

Die Herausforderung die sich uns nun stellt ist, ein Zecken- bzw. Flohmittel zu finden, was für eine Leuko-Katze in der Anwendung ohne Risiko ist. Und da fallen schon eine Menge an Chemie-Mittelchen hinten runter. Andererseits kann ich nicht da sitzen und hoffen, das die Sausocke sich nicht wieder mal ein Taubennest zum Mittagsschläfchen aussucht ...

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Grizzly

Gast
Krümel

Als Krümel für ihre Zahn-OP in Narkose gelegt wurde, haben wir auch gleich ein Blutbild in Auftrag gegeben.

Die Werte waren in Ordnung, bis auf die Lymphozyten, diese waren bei der maschinellen Auszählung um 30% höher als der Normwert. Auf Nachfrage meiner TÄ beim Labor, wurde ihr gesagt, das die manuelle Zählung einen niedrigeren Wert hatte, aber sich immer noch über dem Normwert befand.

Eine Möglichkeit für erhöhte Lymphozyten ist - Leukose!

Nein, das kann nicht sein, das darf nicht sein! Krümel hat sich nicht angesteckt! Selbst ungeschützt hat sie im Kittenalter mit Söckchen zusammengelebt und weit aus mehr Berührungspunkte gehabt als nun im adulten Alter. Und Krümel wird nun regelmäßig geimpft - nein, sie kann sich nicht angesteckt haben!

Gestern abend nun stand die nächste Leukose-Impfung für Krümel an. Ein Test vor der Impfung ist bei uns obligatorisch.

Und: Krümel ist LEUKOSE-NEGATIV!

Auch wenn ich "wusste", das Krümel sich nicht angesteckt haben konnte, eine Restsorge bleibt immer. Und es ist immer wieder schwer, damit "vernünftig" umzugehen.

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Grizzly

Gast
Söckchen, wenn du das Futter weiter verweigerst, dann werden wir dir heute abend ein Nährstoff-Depot spritzen lassen (müssen).

Vorgestern hab ich bemerkt, dass du nicht mehr auffrisst und überwiegend auf der rechten Zahnseite kaust. Sehr ungewöhnlich, dein Verhalten allerdings war nahezu unverändert. Gestern morgen das Gleiche, du hast gefuttert aber nicht alles. Gestern mittag von allem homöopathische Dosen aber mehr nicht. Selbst Trockenfutter wolltest du nicht mehr. Wenn dein Zahnfleisch dir Probleme gemacht hat, dann hast du wenigsten TroFu geknuspert, NaFu schien auf dem Zahnfleisch zu brennen. Aber nun willst du das auch nicht mehr.

Gestern nachmittag mit dir zum TA. Das Zahnfleisch ist stark entzündet und einen Restzahn, bei dem sich das Zahnfleisch auch schon vereitert hat wurde dir gezogen.
Alle Zähne ziehen ist für die TÄ keine Option, denn du hast deine Parondontose, alle Zähne sitzen fest.
Antibiotika in Tablettenform wurde mitgegeben, die 2 Tabletten hast du gestern abend auch noch geschluckt. 2 Esslöffel Lachsfutter hast du gegessen, aber nur, weil wir sie dir auf dem Küchenfussboden verabreicht haben. Aus den Schüsseln wolltest du nichts mehr essen.

Heute morgen kein Söckchen beim Frühstück. Der Versuch, die 2 AB-Tabletten in dich zu bekommen, endete damit, dass du sie wieder erbrochen hast. 5 geöffnete Futterdosen stehen da, nichts davon hast du angerührt. Auch die Calopet-Salbe wolltest du erst nicht. Erst als wir dir die Salbe auf die Nase geschmiert haben, hast du wohl erkannt, dass sie lecker ist und noch 2 kleine Häppchen von genommen. Dein übliches Futter wolltest du dennoch nicht.

Das AB geht wohl über den Speichel, es soll die Entzündung besser und direkter angehen. Vielleicht hast du jetzt einen ekelhaften Geschmack im Maul? Du hast Hunger, du willst essen, aber es geht anscheinend nicht.

Söckchen, wie hätten wir es früher merken können? Woran? Es tut mir so unendlich leid.

Aber wir werden kämpfen Söckchen, wir geben nicht auf! Das schaffen wir, wir haben doch schon ganz andere Situationen gemeinsam durchgeboxt. Wir sind da, hörst du. Wir lassen dich nicht alleine, wir lassen dich nicht im Stich - niemals!

SÖCKCHEN !!!!

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