Leben mit HCM ~ Vorkehrungen für den Notfall

Diskutiere Leben mit HCM ~ Vorkehrungen für den Notfall im Herzerkrankungen Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Gestern Abend haben wir noch die Blutwerte der geriatrischen Blutuntersuchung erhalten. An sich alles gut, ABER die Thrombozyten sind im unteren...
Boubou

Boubou

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Gestern Abend haben wir noch die Blutwerte der geriatrischen Blutuntersuchung erhalten. An sich alles gut, ABER die Thrombozyten sind im unteren Grenzbereich. Noch nicht bedenklich, aber nicht in
der Norm. Das könnte auf einen Tumor hindeuten, muß aber nicht. Aber alles ganz vage. Er hat immer mal wieder einen Blutstropfen beim Stuhlgang, deshalb hatte ich die Futterumstellung gemacht. Daraufhin wurde es auch besser, aber ab und an ist es halt doch noch da. Man könnte eine Darmkontrolle (Spiegelung?) machen. Wir sind uns aber nicht sicher, ob wir ihm das zumuten wollen wegen des Herzproblems. Irgendwie muß es erst mal sacken bei uns. Auf jeden Fall werden wir es mal weiter beobachten.
Gruß Boubou
 

Fehtschi

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Hallöchen!


Mein 10jähriges Persermäuschen Hermine lebt seit mittlerweile zweieinhalb Jahren mit der Diagnose HCM mit Sinustachykardie.
Das war ein Zufallsbefund, der während einer ganz normalen Routineuntersuchung festgestellt wurde. Natürlich sind wir dem sofort nachgegangen und seitdem ist Herminchen in regelmäßiger Behandlung, das Herz wird einmal pro Jahr geschallt und sie bekommt auch von Anfang an Atenolol 25mg (1/8 Tabl. pro Tag).
Wir sind bei der Kardiologin Fr. Dr. Niederhagen, deren Namen ich hier auch in anderen Threads schon öfter mal gelesen habe und die mit unserer Haustierärztin zusammenarbeitet.

Hermine ist (und war bisher immer) völlig symptomfrei *aufholzklopf*. Sie rennt unseren Catwalk rauf und runter wie ein junges Mädel, ist aktiv und aufmerksam, frisst für ihre Verhältnisse völlig normal (sie war halt schon immer ein Leichtgewicht) und hatte noch nie irgendwelche Schwierigkeiten bei der Atmung *nochmalaufholzklopf*
Trotzdem ich bin nicht so naiv zu denken, das würde nun immer so bleiben und darum will ich, so gut es geht, vorbereitet sein.

Ich arbeite in der außerklinischen (Human-)Intensivpflege, bin also nicht völlig unbedarft was schwere Krankheitsbilder angeht (gerade in Sachen (Be-)Atmung).

Hermine ist mein Ein und Alles. ::l
Wir haben noch zwei weitere Katzen, die mir natürlich auch sehr am Herzen liegen, aber Herminchen ist meine Seele.
Sie kam vor 9 Jahren aus schlechter Haltung zu mir (die Leute waren damals u.A. mit der Fellpflege völlig überfordert, Herminchen war völlig verfilzt, hatte Kotreste überall und unglaubliche Angst vor den im Haushalt lebenden Hunden). Als sie zu mir kam war sie ein klapperdürres, verfilztes und vor Angst zitterndes Häufchen Elend.
In den ersten paar Tagen hat sie ausschließlich hinter meiner Waschmaschine gehockt, ich habe mir frei genommen, mich ins Badezimmer auf den Fußboden gehockt und ihr stundelang Bücher vorgelesen, damit sie sich an meine Stimme gewöhnt (das war die "Millenium Trilogie" von Stieg Larsson. Das werde ich nie vergessen. :wink:)
Und dann kam sie eines Nachts zu mir ins Bett und hat sich sofort auf den Rücken geworfen und sich von mir durchkraulen lassen, während sie wie ein Hubschrauber geschnurrt hat. :herz: Seitdem ist sie, auch wenn das seltsam klingen mag und ich natürlich auch engeren Kontakt zu anderen Menschen habe, meine beste Freundin.
Wir haben im Laufe der Jahre ein paar, auch für mich ziemlich schwierige Zeiten durchgemacht und hängen wirklich sehr aneinander.
Herminchen schläft seit 9 Jahren jede einzelne Nacht in meinem Bett. Sie kuschelt sich dann immer in meine Halsbeuge und liegt dann die komplette Nacht über ganz nah bei mir.
Sie redet auch mit mir. ::bg Immer, wenn ich von der Arbeit nach Hause komme, erwartet sie mich direkt an der Wohnungstür und beginnt mich anzumaunzen. Dann sage ich ein paar Worte zu ihr und sie maunzt zurück. Das sind richtige, echte Gespräche. ::bg
Wenn ich meine Schuhe anziehen möchte, finde ich oft Geschenke von ihr darin (Spielmäuse und Bälle).

Lange Rede, kurzer Sinn:
Ich liebe dieses Tier mehr als ich mit Worten ausdrücken kann, und als die Diagnose HCM kam, habe ich ihr hoch und heilig versprochen, dass ich nicht zulassen werde, dass sie irgendwann elend an einem Lungenödem erstickt oder mit starken Schmerzen an einer Thrombose stirbt.
Dieses Versprechen gedenke ich zu halten und wenn ich dafür, sagen wir mal, etwas unkonventionellere Wege gehen muss, dann werde ich das tun.

Unsere tierärztliche Versorgungssituation ist aktuell so:
Wir haben halt unsere Haustierärztin, mit ganz normalen Praxisöffnungszeiten in der Nähe und unsere Kardiologin ist nicht jederzeit greifbar.
Die nächste, mir bekannte Tierklinik ist in Recklinghausen - das ist eine dreiviertel Stunde mit dem Auto (ich wohne in Wetter an der Ruhr) :? . Die Adresse hängt immer sichtbar an der Pinnwand und die Telefonnummer im Handy gespeichert.
Wie es der Teufel so will, passieren die meisten Notfälle ja nun einmal Nachts oder am Wochenende und dann muss es schnell gehen. Die weite Anfahrt zur nächsten Tierklinik beruhigt mich dabei natürlich kein bisschen.

Seit Hermines Diagnose habe ich immer Torasemid (zum Entwässern) und Diazepam (das ist ein Angstlöser) im Haus.

Ja, ich weiß, dass man nicht selber herumdoktern sollte. Aber ich bin medizinisch kein vollständiger Laie und mein absolutes Horrorszenario ist, dass Herminchen irgenwann mitten in der Nacht oder am Wochenende akute Atemnot (und damit verbundene Todesangst) bekommt und ich sie in so einem Zustand dann noch eine Dreiviertel Stunde bis zur Tierklinik karren muss.
(Okay, das noch größere und absolut allumfassende Horrorszenario ist es, dass so etwas passiert während ich auf der Arbeit bin - aber in diesem Fall kann ich ja dann nun einmal nicht eingreifen :-()
Sollte es wirklich irgenwann zu so einer Situation kommen, werde ich Hermine eigenmächtig medikamentöse erste Hilfe leisten, bevor ich mit ihr zur Tierklinik fahre. Sie wird mir jedenfalls nicht unter Todesangst ersticken, wenn ich das irgendwie verhindern kann.
Sollte sie eine Thrombose bekommen und nachts vor Schmerzen schreien, werde ich sie wohl gleich mit Diazepam einschlafen lassen.

Ja - ich bin mir der Folgen dieses Handelns und der Nebenwirkungen dieser Medikamente vollstens bewusst (genau so, wie ich mir bewusst bin, auf welche Art Herminchen irgendwann sterben könnte, wenn ich diese Mediamente nicht einsetzen würde).

Das mag jetzt alles furchtbar abgebrüht klingen, aber hinter diesem Text schlottern mir die Knie aus Angst vor dieser Situation.



Wie geht ihr mit dieser Angst vor dem "Tag X" um? Könnt Ihr das irgendwie verdrängen?
Habt Ihr Euch vorbereitet - und wenn ja, wie?

Manchmal wünschte ich mir wirklich, ich hätte nicht so viele Infos, kein medizinisches Hintergrundwissen und wüsste nicht was uns da wahrscheinlich erwartet. Dann könnte ich einfach in den Tag hinein leben und dann wäre die Zeit, die wir noch haben wahrscheinlich auch um einiges unbeschwerter. :? Manchmal könnte Unwissenheit wirklich ein Segen sein.
Aber ich kann diese Diagnose einfach nicht ausblenden. Irgendwo sitzt sie immer und permanent in meinem Hinterkopf und es hilft mir zumindest ein kleines bisschen, mich auf den Tag X vorbereitet zu fühlen, so gut ich es eben kann.
Wie handhabt Ihr das denn?


Ganz liebe Grüße und in der Hoffnung auch in den nächsten 5 Jahren nur vorbereitet sein zu müssen,
Jenny
Hallo Jenny

Wieviel Diazepam würdest du verabreichen? Ich habe nur Tropfen.
Lg Alexandra
 
Hiyanha

Hiyanha

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Die irgendmöglichste Minimmalstdosis.
Hermine wiegt ja nur 2,4 Kg. :?

Bei uns rückt übrigens so langsam der nächste Kontrolltermin näher.
Im November sind wir wieder dran und mir wird jetzt schon mulmig, sobald ich daran denke. :?
 
Karin61

Karin61

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Hallo Jenny,
diese Mulmigkeit wird bleiben. Da machen wir uns mal keine Illusionen.........Sie können normal rumspringen und sich verhalten und trotzdem können sich die WErte verschlechtert haben. Wir haben ja eine gute Nachricht bekommen dieses Jahr. Keine Veränderung. Aber ich weiß auch, daß Bärchen von heute auf morgen umfallen kann und stirbt.

Wir haben ja schon Erfahrung mit einem Herzkater. Billy ist damals voll Wasser gewesen und hat fast nur noch gelegen oder ist mit seiner letzten Kraft auf die Eckbank gehopst. Das war ein Jammer. Wir haben ihn einschläfern lassen und er mußte sogar noch eine 2. Spritze bekommen. Das Herz hat erst nach einer halben Stunde aufgehört zu schlagen, obwohl er herzkrank war. Aber er hat dennoch nicht leiden müssen.
Das ist alles nicht schön Jenny, aber Du mußt durch. Mit viel Glück kannst Du sie aber noch lange Zeit haben und Dich an ihr freuen. Unser Bärchen bekam schon Herzmedis mit einem halben Jahr und er ist 19 Jahre alt geworden. Vielleicht mach ich mich deshalb nicht verrückt und hoffe, Bärchen wird auch alt.
Ich kann Dir da keinen Rat geben, wie man damit umgeht. Bei mir hilft mein Glauben an Gott, das alle Seelen wieder zu ihm zurück gehen. Vielleicht sehe ich unsere Katzen alle mal wieder, aber ich weiß es nicht genau. Außerdem trägt mich auch das Wissen, daß alle es schön bei uns gehabt haben, gut über diesen Abschied hinweg.
Alle aus dem Elend geholt und eine schöne Heimat mit viel, viel Liebe gegeben. Das ist für uns ein großer Trost. Ich wünsche Dir Ruhe und Kraft und eine Leichtigkeit, das Leben mit Hermine zu genießen, bis der bestimmte Tag kommt. Alles Liebe Karin
 

Fehtschi

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Kommen grad vom Tierarzt, Samy hat eine arge Bronchitis, zum Glück kein Lungenödem.
Sind mal froh, aber fix und fertig. Hoffentlich verbessert sich die Atmung jetzt etwas. Der Kerl hat in 2 Wochen 500g zugenommen, nicht so gut, aber...naja.
Alles Liebe und gute für alle HCM Fellnasen wünsche wir aus Wien.
 
Boubou

Boubou

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@Fehtschi, danke für Deine Rückmeldung. Ist zwar auch sich sooo toll, aber auf jeden Fall heilbar. (y)
Dann gute Besserung, Kopf hoch, das wird! Viele Grüße zurück nach Wien.
 
Hiyanha

Hiyanha

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Von mir auch gute Besserung an Samy. ::knuddel

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass man zu seinen kranken Tieren eine noch intensivere Bindung aufbaut, als zu seinen gesunden Tieren.
Einfach schon deswegen, weil man sie viel intensiver beobachtet.

Augenscheinlich geht es Hermine prima.
Sie ist immer noch völlig symptomfrei und steht an Munterkeit unserem Nesthäkchen Ethan ins nichts nach. Sie hechtet in einem Affenzahn den Catwalk rauf und runter ohne danach auch nur ein bisschen zu schnaufen.
Trotzdem bleibt ein blödes Gefühl, sobald der Herbst kommt und es langsam auf den nächsten Kontrolltermin zugeht. :?
Nuja, wir werden sehen, was das Herzecho im November zeigt.
 
Hiyanha

Hiyanha

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Gerade eben habe ich den nächsten Kontrolltermin festgemacht. :?
Am 06.11. um 9.00 Uhr.

Ich wollte, es wäre schon rum und ich wüsste, dass es sich zumindest nicht verschlechtert hat.... :?
 

Fehtschi

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Wir halten euch ganz fest die Daumen!!!

Lg Fehtschi und Samy
 
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