Krankheitsauslöser Stress

Diskutiere Krankheitsauslöser Stress im Katzen-Sonstiges Forum im Bereich Katzen allgemein; Stress ist zu einem Begriff geworden, jeder weiß was darunter zu verstehen ist, aber bei dem Versuch „Stress“ genau zu beschreiben, wird es...

Grizzly

Gast
Stress ist zu einem Begriff geworden, jeder weiß was darunter zu verstehen ist, aber bei dem Versuch „Stress“ genau zu beschreiben, wird es schwierig. Stress ist ein Modewort geworden, aber, in Bezug unserer Katzen oftmals viel zu wenig wahrgenommen.

Der Duden sagt dazu: „den Körper belastende, angreifende, stärkere, Leistungsanforderung“. Was heißt das nun für unsere Katzen, deren Umfeld sich auch täglich ändert und immer neuen, oftmals nicht katzengerechten Anforderungen gegenüber sehen ? Und das ist keine Frage, die lediglich Freigänger betrifft, deren Lebensraum sich täglich neu umgestaltet, es trifft ebenso die Wohnungskatze die sich evtl. mit einer 24-Stunden-Radio-Berieselung, neuen Mitbewohner: vierpfötig oder zweibeinig, Umzug etc. auseinander setzen muss.

Es gibt so viele Situationen die Stress auslösen können, nur ein kleiner Auszug:
  • Umzug
  • Besitzerwechsel
  • Rolligkeit / Potenz
  • Besuch
  • Spannungen zwischen den Menschen die im Haushalt mit der Katze leben
  • Überforderungssituationen die dem Alter, der Gesundheit und des Reifegrades der Katze nicht gerecht werden
  • Zusammenführung neuer Katzen
  • Tierarzt-Besuche
  • Geburt eines Kindes
  • Schwangerschaft der Katze
  • Krankheiten der Katze
  • Krankheiten und / oder Tod eines menschlichen oder tierischen Mitbewohners
  • veränderte Situation im Umfeld (z.B. Möbel umstellen, neue Geräusche, etc)
  • Krach
  • nicht artgerechte Haltung
  • Langeweile
  • Änderung des gewohnten Tagesablaufes und somit Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühl der Katze
  • Entzug von Zuwendung
  • Ablehnung
  • zu viele Lebewesen auf zu engem Raum
  • schlechte Versorgung
  • Einsamkeit
Wie aber stellen wir nun fest, ob die Situation für die Katze nun belastend ist, oder lediglich eine neue Herausforderung darstellt ?

Es gilt genau zu beobachten, um bei den ersten Anzeichen direkt reagieren zu können. Um das zu bemerken muss man seine Katze schon gut kennen, nur so kann man Abweichungen von ihrem normalen Verhalten registrieren. Stressfaktoren auszumachen ist nicht leicht, zumal sie auch etwas in der Vergangenheit liegen können, und diese will erst einmal wieder rekonstruiert werden.

Die Auswirkungen und Symptome bei Stress sind so mannigfaltig wie die Ursachen, die diesen hervorrufen können: so können z.B. das Einschränken des Schnurrens und die geringere Bereitschaft zum Spielen die ersten Indizien sein. Kleine, liebenswerte Eigenarten verschwinden, die Katze agiert nicht mehr, sie reagiert nur noch. Abwehrverhalten kann dazu kommen, fauchen, Schläge oder knurren treten vermehrt auf. Die Katze macht einen genervten Eindruck.
War die Katze ursprünglich neugierig, aufgeschlossen und kontaktfreudig und zieht sich nun nach und nach in eine gewisse Teilnahmslosigkeit zurück, kann dies ebenfalls aus Stressgründen passieren. Ebenso kann sie auch an Ausgeglichenheit und Innerer Ruhe verlieren, sie wirkt ruhelos, pilgert durch alle Räume, miaut ohne ersichtlichen Grund und wird immer schreckhafter. Die Fähigkeit mit sich selbst zu beschäftigen verliert sich und gewisse Aggressionen auch ggü dem Menschen zeichnen sich ab.

Interessanterweise wird als eines der stärksten Stresssymptome das „Vergessen der erworbenen Verhaltensweisen“ interpretiert. Aus einer ursprünglich zahmen Katze wird eine verwilderte Artgenossin, da sie nun nur noch ihr ererbtes Verhalten an den Tag legt.

Wird aus Stress Panik können körperliche Anzeichen dazu kommen, wie zB Zittern, Speicheln unkontrollierter Absatz von Urin und Kot, schweißnasse Pfoten, Hecheln, Jammern. Hinzu kommen können Futterverweigerung, Erbrechen, Durchfall, übersteigertes Putzverhalten, Verlust der Stubenreinheit.

Betrachtet man die Katze als eine Einheit von Körper, Geist und Seele, dann wird auch klar, dass Stress auch lebensgefährlich werden kann.

Eine Schwächung des Immunsystems durch die permanente Überforderung der Katze öffnet Krankheiten Tür und Tor, gerade bei den Krankheiten wie FIP oder Leukose ist Stress der Türöffner für die Schädigung des Organismus und letztendlich tödlich.

Auch das Auftreten anderer, heilbarer Krankheiten kann oftmals vom Zeitpunkt des Ausbrechens mit einem gewissen Stressfaktor in Verbindung gebracht werden.

So, nun beginnt für mich der spannende Teil - wie kann ich Stress bei einer Katze verhindern, wenn klar ist, das die anstehende Situation Stresspotential enthält und unvermeindlich ist, wie zB Trennung, Umzug, TA-Besuch, etc. ?

Welche Möglichkeiten habe ich, und was wäre sogar stressfördernd ?

Ausserdem bin ich auf der Suche nach interessanten Artikeln und Untersuchungen (Google bis Seite 25 habe ich schon durch) die zB Studien aufzeigen, wie zB die Untersuchung schottischer Wissenschaftler die einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Blasenkrankheiten und Stressfaktoren nachgewiesen haben wollen.

Ich weiss, das das Thema Stress viele "Seitenarme" hat, und gerade deswegen würde ich es hier gerne auch diskutieren, um für mich in meinen Überlegungen etwas weiter zu kommen.
 
Zuletzt bearbeitet:
04.12.2004
#1

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Gast

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.

Kaya

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morgen grizzly,

ich mach dann schon mit am stressdiskutieren, bin leider unterwegs bis heute abend ca. um neun, obs heute noch reicht ist fraglich

gruss kaya
 

Sabsi

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Das ist ein sehr, sehr interessantes Thema finde ich.

Wobei auch hier wieder die Grenzen der Belastbarkeit bei jedem Individuum
anders anzusetzen ist. Der Eine ist belastbarer als der Andere. Was einer einfach wegsteckt kann den anderen schon umhauen.

Aus meiner eigenen körperlichen Erfahrung kann ich aber sagen dass man mich z. B. wochenlang mit Grippepatienten in einen Raum sperren kann, das kann mir gar nichts anhaben. Bin ich aber überbelastet, dann öffne ich jedem Erreger Tür und Tor, dann erwischt es mich auch.
 

Grizzly

Gast
@ kaya

nur kein Stress
es freut mich zu lesen, das es doch auf Interesse stösst.

@ Eva

die Belastbarkeit des Einzelnen ist genau das, was es eigentlich im Sinne unserer Katzen herauszufinden gilt.

Ich habe eine Nase, von der ich Stress abhalten muss, deren Stressschwelle ich aber für sehr hoch erachte.
Meine zweite Nase hat Stress, und ich habe noch nicht raus, wie ich ihr helfen kann.
Und meine dritte Nase scheint überhaupt nix zu "notteln", ich würde sie schon fast als cool bezeichnen und hoffe, das ich das richtig interpretiere.

Ich habe noch so ein paar Gedanken dazu, die ich im Laufe des Tages hier reinschreiben werde, vielleicht kommt doch eine Diskussion in Gang ?!
 

7aufeinenStreich

Gast
Ich klopf mal ganz feste auf Holz, denn ich bin froh, dass es meinen Katzen gesundheitlich so gut geht. In unserer großen Katzenrunde ist Stress ja auch wegen der vielen Tiere und ihrem Zusammenleben da.
Man kann gut beobachten wie unterschiedlich sie auf Stressreaktionen z.B. Neuzugang , Chaos in der Wohnung (da ich schon am Packen bin) reagieren, Reakionen der Katzen untereinander.
Wir versuchen hier viel um auf die jeweiligen Bedürfnisse der Katzen einzugehen, aber momentan fehlt uns einfach die Zeit.
Dieser Zeitmangel äußerst sich nicht in körperlichen Krankheiten, aber bei der ein und anderen Katzen in ihreren veränderten Verhaltensweisen.

Ich bin der Überzeugung, wenn man seine Katzen gut kennt und sie beobachtet, kann man Stress entgegenwirken.
Ich hab z. B. schon einen Plan im Kopf, was meine Katzen nach dem Umzug brauchen und hoffe ich kann ihnen so ein wenig helfen mit der Situation besser klar zu kommen.
 

katsi

Gast
Krankheitsauslösender Stress bei Katzen - die Möglichkeit bejahe ich unbedingt.
Beim Menschen ist es ja schon in der Schulmedizin angekommen (und es gibt Spezialkliniken nicht nur für Manager dafür), dass Stress eine Latte von Beschwerden und Störungen auslösen kann: von der "einfachen" Schlafstörung bis hin zum Herzinfarkt. Haut, Harnwege, Magen, Darm, Verhalten: all das ist heute erwiesenermaßen von Stress beeinflussbar.

Das Interessante für uns Katzenhalter: Stressforscher erforschen Stress oft zunächst mal an Tieren! Klarer Beweis, dass Stressreaktionen nichts nur "typisch Menschliches" sind.

Stress vermeiden / reduzieren: da ist die Forschung leider nicht so weit...
Ich versuche mal aufzuzählen, was meiner Meinung nach für Mensch und Tier hilfreich sein könnte (Betonung auf "könnte"):
- Entfernung vom stressauslösenden Faktor (z.B. Lärm oder ein Lebewesen)
- Pausen, Auszeiten, Ferien, Erholung im Schlaf
- feste Rhythmen und Rituale, guter Wechsel zwischen Ruhe und "Action"
- regelmäßige körperliche Bewegung (gegen den Anstau von Stresshormonen)
- schonende Ernährung, Weglassen von schwer Verträglichem
- REDUKTION !
Will sagen: das gestresste Wesen braucht nicht mehr an Aktionen in seiner Umgebung, sondern weniger. Weniger von fast allem ausser Ruhe.

Was aber (so hast Du ja auch gefragt), wenn kurzzeitiger Stress (z.B. Umzug) unvermeidbar ist? Mir fällt als Antwort nur ein: Stresszeit so kurz wie möglich halten, danach "Ruhe- und Ausgleichs"- Programm.

Tja, das ist Theorie. Die Praxis ist s...schwierig.:roll:
 

Grizzly

Gast
so, nun mal meine erste (etwas provokante) Aussage:


reine Wohnungshaltung ist /(kann) der Stressfaktor Nr. 1 (sein)

schottische Wissenschaftler haben in einer Studie herausgefunden, das die grösste psychische Belastung für Katzen das Zusammenleben mehrerer Artgenossen im gleichen häuslichem Umfeld darstellt.
Gefolgt von den Stressfaktoren neuer Familienmitglieder und Umzügen.
Ein sehr signifikantes Merkmal wäre demnach aufkommende Unsauberkeit. Der veröffentlichte Bericht (wenn ihn jemand im Netz findet wäre ich sehr an der Link-Adresse interessiert !) der Veterinärwissenschaftler der Universität Edinburgh kamen in ihrer Untersuchung darauf, das Blasenprobleme psychische Gründe hat. Es wurden dabei Katzen mit Urinierproblemen einer Gruppe gesunder Tiere gegenübergestellt und die Aufzeichnungen ergaben, das vor allem die Tiere, die mit Artgenossen zusammenlebten besonders verängstigt waren und Probleme beim Urinlassen hatten.

Katzen sind in einer Wohnungsumgebung ungefiltert diversen Stressfaktoren ausgesetzt. Z.B. muss ist ihre feine Nase permanent Gerüchen wie Kochdünsten, ätherischen Ölen, Parfumierungen, Zigarettenrauch aufnehmen. Ein hoher Lärmfaktor durch zB einer Überbelegung von Menschen beeinträchtigt das Wohlbefinden. Neue Lebenspartner, die die Katze ablehnen, vorhandene Aggressionen im Haushalt (zwischen den Menschen und der Katze gegenüber), permanenter Krach durch Radio oder Gebrüll, all das muss die Katze verarbeiten (können). Und dabei steht ihr nur ein geringer Raum als Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung.
Möglicher Stressabau durch Spielen oder (simulierte) Jagdsequenzen kommen oftmals nur zu bestimmten Zeiten oder garnicht vor. Der Bewegungsdrang der Katze wird durch Möbel und Gegenständen Einhalt geboten, die 3. Dimension ist unzulänglich oder schlimmstenfalls der Katze sogar untersagt.

und hier möchte ich nochmals darauf hinweisen:

die o.g. Lebensbedingungen können, müssen aber nicht (je nach Resistenz der Katze) zu Stress führen und krank machen. Wenn man dem nicht entgegenwirkt kann in besonderen Fällen durch Erhöhung der Infektionsbereitschaft der Organismus extremen Schaden nehmen.

und, ich habe hiermit stark focusiert, nicht, weil ich ein absoluter Gegner der Wohnungshaltung bin, oder gar der Meinung, Freigänger würden stressfrei(er) leben, sondern (auch) um eine Diskussion anzuregen.

Vor allem, was machen wir mit unseren Beobachtungen, wie wirken wir solchen Faktoren entgegen ?

Ich finde Katsi's Aussagen schon sehr interressant, nur, dieses setzt grundsätzlich voraus, das wir den möglichen Stress wahrnehmen und beobachten. Betrachten wir unsere Katzen auch unter diesem Aspekt ?
 
Nika

Nika

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Hallo Astrid

Tolles Thema.

Am wichtigsten finde ich, wenn eine Stresssituation bevorsteht: Man selbst sollte unbedingt der Ruhepol sein, Ausgeglichenheit ausstrahlen, Ruhe bewahren.

Ich habe die Erfahrung gemacht, je verrückter ich mich angestellt hatte, um so schlimmer wurde es von den Tieren aufgenommen. Sei es meine Angst früher vor dem bevorstehenden Tierarztbesuch, einer Hundeprüfung oder ein anderes aufregendes Ereignis.

Man kann Tiere auch vor Stress schützen, wenn man bereits im Kittenalter anfängt: Den Kennel mit etwas angenehmem verbinden, das Kitten mit Besuch oft konfrontieren, sie mit dem kleinen Kätzchen spielen lassen. Tierarztbesuche auch positiv gestalten, also auch mal vorstellen und nichts ausser streicheln machen lassen.

Durch meine Arbeit mit Hunden weiss ich, dass Hunde wesentlich ausgeglichener in Stresssituationen reagieren, wenn der Führer auch Ruhe ausstrahlt, sei es beim Tierarztbesuch oder bei der Integration von anderen Tieren in der Gruppe. Ich rege mich jedesmal tierisch auf, wenn ich mitbekomme, wie Hundebesitzer ihre zitternden Hunde in der Tierarztpraxis bemitleiden, ihre Angst noch streichelnd belohnen. Die Hunde meinen durch diese Handhabung wirklich, ihr letztes Stündlein hätte geschlagen. Spricht man die Leute dann auf diese falsche Verhaltensweise an, reagieren sie eingeschnappt, anstatt zu kapieren, was sie ihren Tieren mit der Streichelei und Bemitleiderei eigentlich antun.

Stress wird auch produziert, wenn man übervorsichtig mit seinen Tieren umgeht. Wenn man wegen jedem halben Dünnschiss (sorry) panisch reagiert, das Tier zum Arzt schleppt - ihm eigentlich suggeriert: "Du arme Maus, bist sehr krank". Die Katze steht unter Dauerstress, weil sie die Sorge des Dosi einfach nicht einordnen kann. Das wird zu einem regelrechten Teufelskreis. Katzen spüren diese "Schwingungen" nahezu körperlich.

Ruhe bewahren, dem Tier das Gefühl zu geben, es ist alles in Ordnung, Du bist in guten Händen, realistisch die Situation einschätzen, nicht in Zuckerwatte packen, keine Panik verbreiten - meiner Meinung nach die halbe Miete, Stressfaktoren auf ein Minimum zu beschränken.

Bis auf Rübe fahren alle meine Katzen gern Auto, sie kommen alle bereitwillig bei meiner Tierärztin aus dem Kennel, sie köpfeln und schnurren während der Untersuchung. Meine Hunde gehen gern zum Doc, sie lieben Besuch (ok, bis auf Kleines), aber es hängt auch mit meiner Einstellung zusammen. Natürlich weiss ich, dass sollte eines meiner Pfleglinge mal sehr, sehr krank sein, o.g. hinfällig wird, dann kommt Panik, das wird das Tier auch spüren, aber dafür bin ich eben Mensch.

Stresssituationen wird man nie vermeiden können, aber man kann ein Ruhepol darstellen, an dem sich die Tiere instinktiv orientieren. Ein Mensch, der den Kopf nicht verliert, signalisiert eben: So schlimm kann das alles gar nicht sein.

Liebe Grüsse

Nika

EDIT: Sehe gerade .. bin ich jetzt schon off topic ?
 
Zuletzt bearbeitet:

Grizzly

Gast
Hallo Moni,


du sprichst einen Punkt an, der mir schon die ganze Zeit im Kopf rumschwirrt.

Ich habe überlegt, warum Menschen oder Hunde besser mit Stress auszukommen scheinen als Katzen, obwohl sich ihr Umfeld nicht weniger täglich neu rasend ändert.

Und immer wieder komme ich auf den Punkt: Kommunikation.

Menschen können reden, sich verständlich mitteilen und somit einen Weg finden um Konflikte aufzulösen.
Hunde leben in ihrem Rudel, erhalten die Ansprache durch ihre Rudelmitglieder und -führer und somit eine soziales Netz, das ihnen eine Sicherheitsgefühl vermitteln kann und somit einen "geschützten" Raum darstellt.

Bei Katzen fehlt mir noch ein wenig die Idee:
Katzi's Ausführung hinsichtlich der Rituale finde ich sehr wichtig, denn sie schaffen einen Raum, der sich für die Katze nie verändert / verändern sollte, und somit immer etwas Gleichbleibendes darstellt.

Die von dir angesprochene Ausstrahlung finde ich ebenso enorm wichtig, nur, und das wissen wir wohl selbst zur Genüge, sind wir nicht immer in der Lage Ruhe und Besonnenheit auszustrahlen, da wir uns auch öfters überfordert fühlen. Und vormachen lassen sich gerade unsere Katzen ja nix, manchmal bzw. öfters merken sie es sogar vor uns und spiegeln das wider.
Und zB in einer Familie kannst du Spannungen nicht vermeiden, wie aber den Katzen vermitteln, das es garnicht "ihr Problem zu sein braucht" ?
Weiter gesponnen hiesse das auch, das die Familíenmitglieder Hilfe bräuchten um mit ihren unterschwelligen Aggressionen umgehen zu lernen, nur, wer lässt sich darauf ein, "nur" weil einer Katze ansonsten Stress widerfährt ?

Mhhhhh....

P.S. langsam wird's in deiner Signatur aber arch eng
 
Nika

Nika

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Hmmm, ein geregelter Tagesablauf finde ich schon wichtig, aber nicht nach sturen Regeln. Wie oft kommt doch etwas dazwischen und dann ? Der Hund meiner Eltern bekam auch jeden Tag um punkt halb 11 Uhr sein Fressen, 13 Jahre lang, die wenigen Tage, als er dann mal früher oder später bekam, waren geprägt von Unsicherheit etc.

Ist Dir noch nie aufgefallen - da eignet sich das Katzenforum wegen der Masse an Katzenhaushalten sehr gut - das gerade in den Haushalten, in denen die Dosis übervorsichtig reagieren, am häufigsten Erkrankungen zu lesen sind ? Wir hatten uns ja schon X-Mal über dieses Thema am Telefon unterhalten und ich bleibe dabei: Auch bei Katzen kannst Du positiv auf den Gesundheitszustand Einfluss nehmen, wenn Du nicht überreagierst.

Ich habe den Vorteil (Du übrigens auch :-)), Hunde als Gradmesser zu haben, wie es um mein Gemüt besteht. Sie zeigen mir sofort meine Nervösität mit Unterwürfigkeit, Umschwänzelungen an, ich weiss sofort: Halt, ich komme falsch rüber, Du musst zum Ausgleich vor die Türe, laufen, tief durchatmen, Dich sammeln, man versteht Dich gerade nicht.

Ich weiss nicht, wie ich es erklären soll, aber als Hundebesitzer bist Du einfach sensibler, weil Dir Dein Fehlverhalten sofort angezeigt wird, verstehst Du, was ich meine ?

Daher lerne ich durch meine Tiere - im besonderen durch die Hunde den verständnisvollen Umgang mit all meinen Tieren. Die Hunde, die durch mein Verhalten Ruhe ausstrahlen, geben diese doch auch an die Katzen weiter, deshalb herrscht hier doch diese Harmonie, die Tiere wissen, fühlen, sehen, hören, das alles in Ordnung ist.

ZU der Signatur: Ja, kleiner geht nicht mehr, jetzt ist kein Platz mehr
 

katsi

Gast
Und zB in einer Familie kannst du Spannungen nicht vermeiden, wie aber den Katzen vermitteln, das es garnicht "ihr Problem zu sein braucht" ?
Weiter gesponnen hiesse das auch, das die Familíenmitglieder Hilfe bräuchten um mit ihren unterschwelligen Aggressionen umgehen zu lernen, nur, wer lässt sich darauf ein, "nur" weil einer Katze ansonsten Stress widerfährt ?
Ich glaube, echte Katzenliebhaber würden das Argument schon akzeptieren, dass sie an sich selber arbeiten müssen, wenn Stress von ihnen ausgeht, unter dem die Katzen leiden. Aber -o.k.- Otto Normalkatzhaber vielleicht nicht...
P.S. langsam wird's in deiner Signatur aber arch eng
Aber hübsch ist sie, sehr hübsch....::bg
 

Grizzly

Gast
Ist Dir noch nie aufgefallen - da eignet sich das Katzenforum wegen der Masse an Katzenhaushalten sehr gut - das gerade in den Haushalten, in denen die Dosis übervorsichtig reagieren, am häufigsten Erkrankungen zu lesen sind ? Wir hatten uns ja schon X-Mal über dieses Thema am Telefon unterhalten und ich bleibe dabei: Auch bei Katzen kannst Du positiv auf den Gesundheitszustand Einfluss nehmen, wenn Du nicht überreagierst.
ich bin deiner Meinung. Aber, und auch das ist mein Eindruck, kann ich dir aus dem Stehgreif mind 10 Berichte von hier nennen, bei denen ich einen ganz klaren Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Ausbruchs einer Krankheit und einem vorausgegangenen (extremen ) Stressmoment vermute.

Ich habe den Vorteil (Du übrigens auch
), Hunde als Gradmesser zu haben, wie es um mein Gemüt besteht. Sie zeigen mir sofort meine Nervösität mit Unterwürfigkeit, Umschwänzelungen an, ich weiss sofort: Halt, ich komme falsch rüber, Du musst zum Ausgleich vor die Türe, laufen, tief durchatmen, Dich sammeln, man versteht Dich gerade nicht.
oh ja, meine Grizzly mutiert in solchen Augenblicken nämlich zu einem Ar......, sorry, für diesen zensierten Begriff, ist aber wirklich so. Da trifft nämlich erstaunlicherweise ein Satz aus meinen Threadbeginn haargenau zu:
Interessanterweise wird als eines der stärksten Stresssymptome das „Vergessen der erworbenen Verhaltensweisen“ interpretiert. Aus einer ursprünglich zahmen Katze wird eine verwilderte Artgenossin, da sie nun nur noch ihr ererbtes Verhalten an den Tag legt.
Jegliche Kommandos hat sie zu diesem Zeitpunkt nämlich total vergessen oder verdrängt

Und - sie hat die Möglichkeit sich körperlich auszutoben, sie rennt dann nämlich zB wie eine Furie im Garten auf und ab, als ob sie 2 Wochen nicht bewegt worden wäre.

Ich weiss nicht, wie ich es erklären soll, aber als Hundebesitzer bist Du einfach sensibler, weil Dir Dein Fehlverhalten sofort angezeigt wird, verstehst Du, was ich meine ?
Ja, ich verstehe was du meinst, aber das mussten wir auch erst lernen, lernen zu erkennen, lernen zu verstehen und lernen etwas zu verändern. Insofern macht es für mich keinen Unterschied ob Katze oder Hund, beide müssen beobachtet werden und man muss ihre Sprache verstehen lernen.
 

7aufeinenStreich

Gast
so, nun mal meine erste (etwas provokante) Aussage:


reine Wohnungshaltung ist /(kann) der Stressfaktor Nr. 1 (sein)


Katzen sind in einer Wohnungsumgebung ungefiltert diversen Stressfaktoren ausgesetzt. Z.B. muss ist ihre feine Nase permanent Gerüchen wie Kochdünsten, ätherischen Ölen, Parfumierungen, Zigarettenrauch aufnehmen. Ein hoher Lärmfaktor durch zB einer Überbelegung von Menschen beeinträchtigt das Wohlbefinden. Neue Lebenspartner, die die Katze ablehnen, vorhandene Aggressionen im Haushalt (zwischen den Menschen und der Katze gegenüber), permanenter Krach durch Radio oder Gebrüll, all das muss die Katze verarbeiten (können). Und dabei steht ihr nur ein geringer Raum als Rückzugsmöglichkeit zur Verfügung.
Möglicher Stressabau durch Spielen oder (simulierte) Jagdsequenzen kommen oftmals nur zu bestimmten Zeiten oder garnicht vor. Der Bewegungsdrang der Katze wird durch Möbel und Gegenständen Einhalt geboten, die 3. Dimension ist unzulänglich oder schlimmstenfalls der Katze sogar untersagt.
Man so schnell wie ihr schreibt, kann ich gar nicht denken:oops: ::bg

Um Stress zu vermeiden bei unserer großen Katzengruppe und noch dazu in reiner Wohnungshaltung:wink:
  • für ausreichend Platz sorgen (Hätten wir nicht das Haus gekauft, wären die 4 Neuzugänge dieses Jahr nicht dazu gekommen. Aber so war die Zeit in dieser Wohnung absehbar)
  • wenig Verbote ( eigentlich dürfen sie alles, auch auf den Tisch)
  • Viele Spielmöglichkeiten, diese sind bei uns auch abwechslungsreich, damit es nicht langweilig wird.(dazu gehören auch Kratzbäume, 3 Dimension ist im neuen Haus in Arbeit)Spiestunden machen wir oft in Kleingruppen, je nach Katze auch allein.
  • getrenntes Füttern, da wir beobachtet haben, das es unseren "Langsamfressern" dabei viel besser geht.
  • Katzenklos in 4 verschiedenen Zimmern, so kann jeder in Ruhe sein Geschäft machen
  • den Katzen die ein höheres Ruhebedürfnis haben z.b. Angstkatze Püppi und unser Oldie B.J. separieren wir stundenweise auch von den anderen Katzen
  • Außerdem hab ich angefangen mit TTouch, bis jetzt nur bei Püppi, aber wenn ich wieder mehr Zeit hab, werd ich in dem Bereich mehr machen
Seit kurzem führe ich ein Beobachtungstagebuch, wo ich kleine Begebenheiten reinkritzle. So kann ich Veränderungen und Entwicklung der Katzen besser verfolgen.
 

Grizzly

Gast
Seit kurzem führe ich ein Beobachtungstagebuch, wo ich kleine Begebenheiten reinkritzle. So kann ich Veränderungen und Entwicklung der Katzen besser verfolgen.
das finde ich zB eine absolut geniale Idee, denn so kann man auch im Nachhinein evtl. Zusammenhänge erkennen, die einem durch das Vergessen garnicht so in den Sinn gekommen wären.

Das TTouch-Buch liegt hier schon seit einiger Zeit auf meinem Tisch. Ich bin sehr zuversichtlich das ich es doch langsam mal schaffe es durchzulesen und anzuwenden
Wenn sich nicht immer Themen und Geschehnisse dazwischen mogeln würden, die mich dafür dann nicht die richtige Ruhe aufbringen lassen.
 

katsi

Gast
Ich glaube, bei Problemen hilft vielleicht eine Art "Stress-Tagebuch", um Langfrist- und Kurzfristursachen klarzukriegen. Beispiel:

Die Nierenkrankheit ist bei Amandus ausgebrochen (ich meine jetzt nicht die CNI, sondern die akute Nierenbeckenentzündung), nachdem folgendes zusammenkam:
- Kombi-Impfung beim Tierarzt, Stress fürs Immunsystem
- Besuch bei einem (jetzt gewechselten) ihm unsympathischen männlichen TA
- traumatisch ablaufende Untersuchung in der Praxis
- vorhandene Dauer-Angstsituation als Hintergrund.

Also 3 Akut-Auslöser, die plötzlich zu einem chronischen Stress-Zustand hinzukamen.

Könnte viele andere Beispiele nennen... neulich war im Spiegel ein Artikel über den Zusammenhang zwischen Ekelgefühlen und unmittelbar folgendem Ausbruch einer Virenerkrankung.

Edit: huch - da überschneiden sich gerade die Tagebuchgedanken...:lol:
 
Nika

Nika

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Also das Tagebuch ist eine geniale Idee (jetzt brauche ich nur noch jemanden, der mich jeden Tag anhält auch da rein zu schreiben ...
)
 

Grizzly

Gast
gut,


ein Tagebuch zu schreiben ist die eine Sache,

meine nächste Frage wäre nun, was macht ihr mit den Erkenntnissen daraus ?

Was, wenn ihr ganz klare Stresssymptome bei einer eurer Fellnasen bemerkt ?

Sicher, es käme auf den vermuteten Auslöser an, nur manchmal würde das evtl. einschneidende Maßnahmen erfordern ?!
 
Thema:

Krankheitsauslöser Stress

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