Kastrationspflicht nach Kauf einer Rassekatze

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Eroica

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Hagen, NRW
Dieses Thema taucht her ja auch immer mal wieder auf.
Nun bin ich
über diesen Link gestolpert.

Ich finde die Antwort des Anwalts ganz interessant. Nach dieser Ansicht sind diese oft erwähnten Klauseln sehr wohl gültig. Ich hatte schon des Öfteren Meinungen von Laien gelesen, die dies bezweifelten.
 

Simpat

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Sehr interessant, schade, dass die Halterin der Katze nicht besser aufgeklärt wurde, dass man nicht bis 18 Monate warten muss aus entwicklungstechnischen Gründen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn solche Klauseln im Kaufvertrag greifen, hatte die auch in meinen Kaufverträgen stehen, war für mich selbstverständlich, dass ich mein Versprechen gegenüber den Züchterinnen halte, auch wenn es jetzt nicht schriftlich festgehalten worden wäre. Hatte auch schon gehört, dass die nicht ganz unzulässig sind. Schade, dass es da nicht ein eindeutiges Urteil oder Formulierung gibt, immer scheinen sie leider nicht zu greifen, aber anscheinend doch öfters als man annimmt.

Habe auch die Kastrationsbestätigung von Sue und Murphy an meine Züchterin geschickt, obwohl sie es mir auch so geglaubt hat, die von Felix auch, bei ihm habe ich mir dann tatsächlich keine Bestätigung von der TÄ mehr ausstellen lassen. Bin mit beiden Züchterinnen immer noch in Kontakt, wir sind inzwischen per Du.
 
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mortikater

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Leute, die "nur mal einen Wurf" mit ihrer Katze haben wollen, werden im NKF in der Regel so "herzlich" begrüßt, dass sie gleich auf Nimmerwiedersehen verschwinden.

Ich habe mich schon mal geoutet, ich bin so ein schlechter Mensch, dessen Karriere als Katzenhalterin mit zwei Katzen aus einer Hobbyzucht begann. Ich habe nicht selber gezüchtet, nur profitiert, bin aber "Mittäter". So richtig schlecht habe ich mich nie dabei gefühlt, weil die Hobbyzüchterin sich hervorragend informiert hatte, die Katzen in der Familie blieben und alle glücklich waren. Natürlich waren mir vor dreißig Jahren die Bedenken aus Katzenforen nicht bekannt, weil es noch keine gab. Und natürlich sehe ich heute auch einiges anders.

Ich finde allerdings auch, dass man den Zeitpunkt der Kastration wie vom Anwalt in Wallys Link vorgeschlagen, nicht so sklavisch befolgen muss, sondern eventuell mit der Züchterin individuell absprechen kann. Ich habe meine Maine Coon-Mädchen erst mit 12 bzw. 13 Monaten kastrieren lassen, da waren sie noch nicht mal rollig, Spätentwickler. In meinem Vertrag gab es dazu gar nichts, die Züchterin hat mir vertraut.

Ich finde nachfolgenden Beitrag sehr gut, weil er gut informiert ohne allzu belehrend sein.

Das Thema Kastrationspflicht bei Rassekatzen wird auch thematisiert und offensichtlich ist es eben so, dass man sich tatsächlich mit der Unterschrift zur Kastration verpflichtet, sonst muß man ein Zuchttier kaufen und das ist teurer.

http://www.ciara.de/katzen_zuechten_nur_ein_wurf.html
 
sopran

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Sehr interessant, schade, dass die Halterin der Katze nicht besser aufgeklärt wurde, dass man nicht bis 18 Monate warten muss aus entwicklungstechnischen Gründen.
Du meintst jetzt die Züchterin, dass sie die Käuferin nicht entsprechend aufgeklärt hat oder den Anwalt?

Ich finde, 10 Monate ist schon eine lange Zeit bis zur Kastration. Es steht ja nicht da, was für eine Rassekatze das ist und es gut möglich, dass sie bereits früher rollig wird. Und mit 10 Monaten schon den ersten Wurf produzieren kann. Das will die Züchterin unterbinden und ehrlich gesagt, finde ich das gut.
 
mortikater

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Damit es nicht zu ungewollter Schwangerschaft kommen kann, muss aber auch ein potenter Kater da sein. Meine Kater habe ich früher kastrieren lassen als die weiblichen Katzen.
 
sopran

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alles ist möglich ::?

Weiß man es, ob nicht in potenter Kater vorhanden ist? oder der einer Bekannten von einer Bekannten? Oder die Katze wischt mal ebenso aus der Wohnung und ist für ein paar Tage verschwunden? Und ups, ist der Wurf da.
 

Simpat

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Du meintst jetzt die Züchterin, dass sie die Käuferin nicht entsprechend aufgeklärt hat oder den Anwalt?

Ich finde, 10 Monate ist schon eine lange Zeit bis zur Kastration. Es steht ja nicht da, was für eine Rassekatze das ist und es gut möglich, dass sie bereits früher rollig wird. Und mit 10 Monaten schon den ersten Wurf produzieren kann. Das will die Züchterin unterbinden und ehrlich gesagt, finde ich das gut.
Ja, ich meinte die Züchterin, nicht der Anwalt, sondern die Züchterin sollte empfehlen, wann man die Katze am besten kastrieren lässt, wobei einige Züchter immer noch trotz der Gefahr der Schwarzzucht eher einen späteren Termin für die Kastration vorschlagen. Viele halten in der Tat noch daran fest, dass die Tiere sich dann besser entwickeln.

Bei mir steht in dem einem Kaufvertrag sogar drin, dass die erst bis zum 14. Monat kastriert sein müssen, in dem anderen Kaufvertrag (von Felix) bis zum 8. Monat. Ich habe meine Tiere aber bereits mit 5 Monaten kastrieren lassen in Absprache mit der Züchterin. Murphy wurde erst mit 9 1/2 Monaten kastriert, war aber auch schon 9 Monate beim Einzug aber es war keine potente Kätzin im Haushalt und es war eine Notlösung nach dem plötzlichen Tod von Nico. Bei beiden Züchterinnen steht aber auch eine Schadensforderung drin, wenn man entgegen der Abmachung doch mit den Tieren züchten würde.

Die Züchterin der Katzen meiner Schwester, ist mit der Züchterin von Sue und Murphy befreundet (Murphys Mutter kommt aus deren Zucht), gibt ihre Kitten frühkastriert ab. Die beiden Züchterinnen sind zwar befreundet und haben auch schon Zuchttiere einander abgegeben bzw. Deckkater zur Verfügung gestellt, aber haben zum Thema Kastration doch sehr unterschiedliche Ansichten.

Ich finde es gut, dass jetzt einige Züchterinnen ihre Kitten bereits frühkastriert abgeben oder zum Beispiel nur eine Kopie des Stammbaums mitgeben und das Original erhält man dann erst nach Zusendung der Kastrationsbescheinigung. Bei dem Stammbaum vom Felix ist es z.B. im Stammbaum eingedruckt, dass er nicht zur Zucht zugelassen ist.

Ich finde solche Bemühungen von Züchtern diesbezgl. grundsätzlich gut, sie machen es ja nicht nur zur eigenen Absicherung, um den vielen Schwarzzüchtern und Vermehrern Einhalt zu bieten, sondern auch zum Wohl der Tiere. Zucht bedeutet eine große Verantwortung auch über den Verkauf hinaus.

Ich finde solche Klauseln sollten in jedem Kaufvertrag stehen, wenn die Kitten nicht schon gleich frühkastriert abgegeben werden und da sollte in meiner Meinung nach ruhig schon spätestens mit 6 Monaten drin stehen, wobei ich dann bei Abgabe eines gemischtgeschlechtlichen Pärchens dass dann auf 4-5 Monate noch ändern würde.


@Mortikater: Ich weiß genau was du meinst, wenn ich an meine erste Katzenhaltung vor über 30 Jahren denke, wird mir ganz schlecht, aber ich wußte es nicht besser und da gab es noch keine Aufklärung, es gab nicht nur keine Foren, es gab da noch gar kein Internet und keine vernünftigen Bücher. So waren meine ersten beiden Kater unkastrierte Freigänger, die mit Whiskas, Kitekat und Brekkies ernährt worden sind, man wußte es auf dem Land einfach nicht besser.
 
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Eroica

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Hagen, NRW
Über den richtigen Zeitpunkt einer Kastration wird man wohl mind. 8 unterschiedliche Antworten bekommen, wenn man 10 Leute fragt. :wink:

Was ich aber viel wichtiger finde in dem Statement des Anwalts, ist dieser Satz:

Zunächst erst einmal sind Verträge einzuhalten, auch wenn sie für eine Seite nachteilig sind
Ich habe hier schön öfter gelesen, dass Leute eine Katze beim Züchter gekauft haben und einen Vertrag unterschrieben haben, dessen Bedingungen (Freigang, Kastration) im Nachhinein als nicht mehr bindend angesehen werden. Und oft wurde dem hier zugestimmt mit dem Hinweis, ein solcher Passus wäre nicht rechtens

Diese Auskunft des Anwalts bedeutet für mich, dass solche Vereinbarungen in Verträgen durchaus einklagbar sind und man sich eben vorher überlegen muss, ob man einen solchen Vertrag unterschreibt oder nicht.
 

Simpat

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Über den richtigen Zeitpunkt einer Kastration wird man wohl mind. 8 unterschiedliche Antworten bekommen, wenn man 10 Leute fragt. :wink:

Was ich aber viel wichtiger finde in dem Statement des Anwalts, ist dieser Satz:



Ich habe hier schön öfter gelesen, dass Leute eine Katze beim Züchter gekauft haben und einen Vertrag unterschrieben haben, dessen Bedingungen (Freigang, Kastration) im Nachhinein als nicht mehr bindend angesehen werden. Und oft wurde dem hier zugestimmt mit dem Hinweis, ein solcher Passus wäre nicht rechtens

Diese Auskunft des Anwalts bedeutet für mich, dass solche Vereinbarungen in Verträgen durchaus einklagbar sind und man sich eben vorher überlegen muss, ob man einen solchen Vertrag unterschreibt oder nicht.
Dem kann ich nur voll und ganz zustimmen.
 

bangen

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Man kann als Züchter gleich wenn der Stammbaum beantragt wird kostenlos eine Zuchtsperre eintragen lassen.

Von Frühkastrationen hält meine Tierärztin nichts. Und Rassekatzen werden nun mal am besten mit 12 Wochen abgegeben.

Auch wenn Verträge natürlich gelten, gilt der Juristengrundsatz "Dus ut Des".

Also sinngemäss "Es gilt das was man tatsächlich tut".


Da kann man als Züchter nur sicher sein, wenn man vom Käufer eine Kaution für die Kastrierungspflicht verlangt.
 
Rüsselspinne

Rüsselspinne

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Hmm... von meinem persönlichen Rechtsempfinden her würde ich denken, da Tiere rechtlich wie eine Sache behandelt werden, erlischt ab dem Moment des Eigentumsübergangs durch Kauf jeglicher Anspruch des Verkäufers auf die Sache. Lediglich das Vorkaufsrecht ist dann etwas, das man vor Gericht einklagen könnte.

Wenn ich zum Beispiel ein Auto kaufe, kann mir der Verkäufer ja auch nicht vorschreiben, wie oft ich es zum Beispiel waschen soll, wenn es mir gehört. Oder dass ich damit nicht auf der Autobahn fahren soll oder so.

Klar, man kann grundsätzlich alles vertraglich vereinbaren. Aber ob das alles dann wirklich rechtlich bindend ist, ist eine ganz andere Frage. Da muss sich derjenige, der den Vertrag aufsetzt, wohl in erster Linie nur darauf verlassen, dass der Vertragspartner ein Gewissen hat und eine "ehrliche Haut" ist, die zu dem steht, was man abgemacht hat.

Ich glaube nicht, dass man eine vertraglich vereinbarte Kastrationspflicht nach dem Verkauf eines Tieres vor Gericht tatsächlich einklagen bzw. durchsetzen könnte. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die die mir bekannten Züchter machen mussten. Weder Kastrationspflicht, noch Besuchsrecht noch sonst etwas hat vor Gericht tatsächlich Bestand (lediglich das Vorkaufsrecht, da es sich hier um ein Sachenrecht handelt).

Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass man möglicherweise auf eine gewisse Summe Schadenersatz klagen könnte, wenn der Käufer mit einem Tier aus meiner Zucht weiter züchtet, obwohl vertraglich ausdrücklich festgelegt wurde, dass es nicht als Zuchttier an den Käufer geht (wenn ich nachweisen kann, dass mir daraus ein finanzieller Schaden entstanden ist).
Aber das ist ja dann eigentlich nicht das, worum es dem Züchter geht.

Aber wie gesagt - meine Meinung ergibt sich lediglich durch mein persönliches Rechtsempfinden und die Erfahrungen, die Züchter mir berichtet haben.
 
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Knoepfle

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Ich finde nachfolgenden Beitrag sehr gut, weil er gut informiert ohne allzu belehrend sein.

Das Thema Kastrationspflicht bei Rassekatzen wird auch thematisiert und offensichtlich ist es eben so, dass man sich tatsächlich mit der Unterschrift zur Kastration verpflichtet, sonst muß man ein Zuchttier kaufen und das ist teurer.

http://www.ciara.de/katzen_zuechten_nur_ein_wurf.html[/QUOTE]


Der Link ist leider nicht mehr aktiv.
Und warum werden Zuchttiere (viel) teurer verkauft? Der verkaufende Züchter hat doch mit einem Kätzchen, mit dem später gezüchtet wird, nicht mehr Aufwand?
 
saurier

saurier

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Aber er hat ggf. sehr viel mehr Geld in die Katzen gesteckt (ausländische Importe/Fremddeckungen/seltene Linien/besondere Farben), für die ein Züchter, wenn der diese Dinge für seine Zucht "nutzen" will, eben zahlen muss, ein LH aber eben nicht, weil es bei dem nicht darum geht, welche züchterischen Besonderheiten das Tier hat, sondern nur, dass es möglichst gesund ist.
 

Westpark-Nic

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Hmm... von meinem persönlichen Rechtsempfinden her würde ich denken, da Tiere rechtlich wie eine Sache behandelt werden, erlischt ab dem Moment des Eigentumsübergangs durch Kauf jeglicher Anspruch des Verkäufers auf die Sache. Lediglich das Vorkaufsrecht ist dann etwas, das man vor Gericht einklagen könnte.

Nun ... du kannst ja auch z.B. nicht einen Film kaufen und diesen öffentlich - ob gegen Entgeld oder nicht - vorführen. So ganz der Vergleich mit dem Auto nicht richtig. Denn wenn du eine Katze zur Zucht kaufst, würdest du für diese viel mehr bezahlen, als für das Liebhabertier, welches eben mit einer Katrationspflicht versehen ist.


Da muss sich derjenige, der den Vertrag aufsetzt, wohl in erster Linie nur darauf verlassen, dass der Vertragspartner ein Gewissen hat und eine "ehrliche Haut" ist, die zu dem steht, was man abgemacht hat.

Da irrst du dich aber gewaltig! Wenn ich einen sauberen Vertrag mache, ist dieser auch durchsetztbar. Leider gibt es auch unter den Katzenzüchter zu viele, die sich nur sehr laienhaft mit dem BGB auskennen und deshalb Verträge haben, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.



Ich glaube nicht, dass man eine vertraglich vereinbarte Kastrationspflicht nach dem Verkauf eines Tieres vor Gericht tatsächlich einklagen bzw. durchsetzen könnte.

Sowohl die Kastration oder eben das vereinbarte "Strafgeld" können und sind bereits in zahlreichen Prozessen erfolgreich eingeklagt worden.



Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die die mir bekannten Züchter machen mussten. Weder Kastrationspflicht, noch Besuchsrecht noch sonst etwas hat vor Gericht tatsächlich Bestand (lediglich das Vorkaufsrecht, da es sich hier um ein Sachenrecht handelt).

Wenn jemand schon Kastrationspflicht und Besuchsrecht auf eine Stufe stellt, wundert es mich nicht, dass jedes Gericht seine Verträge aushebelt. Aber das sind grundverschiedene Paar Schuhe, die rechtlich auch völlig anders zu bewerten sind. Und wenn man nicht zwischen einer individuellen Vereinbarung und einer AGB unterschieden kann, sollte man es besser einem Anwalt überlassen, einen vernünftigen Vertrag aufzusetzten.


Das einzige, was ich mir vorstellen kann ist, dass man möglicherweise auf eine gewisse Summe Schadenersatz klagen könnte, wenn der Käufer mit einem Tier aus meiner Zucht weiter züchtet, obwohl vertraglich ausdrücklich festgelegt wurde, dass es nicht als Zuchttier an den Käufer geht (wenn ich nachweisen kann, dass mir daraus ein finanzieller Schaden entstanden ist).
Aber das ist ja dann eigentlich nicht das, worum es dem Züchter geht.

Da man in diesem Fall den monetären Schaden in Euro und Cent beziffern muss, dürfte das die am schwierigsten einklagbare Version sein. Und wie du sagst: das ist nicht das, worum es mir geht, wenn ich ein Liebhabertier verkaufe.


Grüße,
Nic
 
AngiKr

AngiKr

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Nun ... du kannst ja auch z.B. nicht einen Film kaufen und diesen öffentlich - ob gegen Entgeld oder nicht - vorführen. So ganz der Vergleich mit dem Auto nicht richtig. Denn wenn du eine Katze zur Zucht kaufst, würdest du für diese viel mehr bezahlen, als für das Liebhabertier, welches eben mit einer Katrationspflicht versehen ist.

Sorry, aber der Vergleich hinkt auch. Filmvorführungen verstoßen gegen Urheberrechten und haben nichts mit Vertragsrecht zu tun.



Da irrst du dich aber gewaltig! Wenn ich einen sauberen Vertrag mache, ist dieser auch durchsetztbar. Leider gibt es auch unter den Katzenzüchter zu viele, die sich nur sehr laienhaft mit dem BGB auskennen und deshalb Verträge haben, die das Papier nicht wert sind, auf dem sie stehen.

Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht richtig. Verträge mit Tieren unterliegen eben auch dem Tierschutzgesetz. Und darum ist ein Vertrag zwar möglicherweise durchsetzbar, aber nicht zwingend im ursprünglich gedachten Sinne des Züchers.



Sowohl die Kastration oder eben das vereinbarte "Strafgeld" können und sind bereits in zahlreichen Prozessen erfolgreich eingeklagt worden.

Das Strafgeld: Definitiv ja. Die Katration? Wie denn? Es wird vertraglich vereinbart, dass die verkaufte Katze zum Zeitpunkt X kastriert sein muss und ein Nachweis zu erbringen ist. Und dann kommt der Nachweis nicht. Und dann? Wie soll der Vertrag verhindert, dass bis zu einem möglichen Prozess die Katze nicht tragend ist? Das ist schon zeitlich unmöglich. Daher kann es- im Nachhinein- nur noch um im Vertrag vereinbarte Strafzahlungen gehen.

Einzig ein äußerst schusseliger Katzenhalter, der die Katze NICHT decken lassen wird und keine Kastranachweis erbring kann evtl. (auch da fließt das Tierschutzgesetz und die Haltungsbedingungen mit ein, denn es gibt eben auch ANDERE Urteil Stichwort: Richterrecht) auf Kastra verklagt werden. Aber selbst wenn der schusselig Katzenhalter noch immer schusselig bleibt und die Katze tragend wird... dann ist sie tragend und nicht kastriert.



Wenn jemand schon Kastrationspflicht und Besuchsrecht auf eine Stufe stellt, wundert es mich nicht, dass jedes Gericht seine Verträge aushebelt. Aber das sind grundverschiedene Paar Schuhe, die rechtlich auch völlig anders zu bewerten sind. Und wenn man nicht zwischen einer individuellen Vereinbarung und einer AGB unterschieden kann, sollte man es besser einem Anwalt überlassen, einen vernünftigen Vertrag aufzusetzten.

Es gibt im Vertragsrecht keinen Unterschied zwischen individueller Vereinbarung und AGB. JEDER Vertrag unterlieg der AGB.

Ich gebe Dir absolut Recht: Ein guter Vertrag- insbesondere mit Lebewesen- sollte einem guten Anwalt- mit Fachkenntnissen im Tierschutzgesetz- überlassen werden.



Da man in diesem Fall den monetären Schaden in Euro und Cent beziffern muss, dürfte das die am schwierigsten einklagbare Version sein. Und wie du sagst: das ist nicht das, worum es mir geht, wenn ich ein Liebhabertier verkaufe.

Grüße,
Nic

Nein. Der finanzelle Schaden ist das, was am besten beziffert und eingeklagt werden kann. Natürlich will das kein seriöser Züchter.

Und vermutlich auch kein schusseliger Liebhaber.

Aber genau DER sollte schon im Vorfeld vertraglich geklärt sein. Stichwort: AGB.



Schon auf Grund der zeitlichen Abfolge eines Gerichtsverfahrens ist die Kastrationspflicht nur in Schadenersatz aber nicht zur Durchsetzung vertrag regelbar.



Und: Mal ehrlich: Da sitzen Richter, keine Zücher, keine Liebhaber von Katzen (oder Hunden oder sonstigen Tieren). Es gibt dabei keine "Eilverfahren". Die gibt es nichtmal im Tierschutz, wenn es wirklich um Leben oder Tod geht.



Abschließend noch: Tiere werden NICHT als Sachen in Gerichtsverfahren beurteilt. Vergehen werden analog des Sachrechtes verurteilt- also die Strafen bemessen. Das aber IMMER analog mit dem Tierschutzgesetz.
 

Westpark-Nic

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im Ruhrpott
@AngiKr ... vielleicht missverstehe ich deine Kommentare oder lese Dinge, die du so gar nicht meinst ... aber an der ein oder anderen Stelle, werde ich das Gefühl nicht los, dass du mich absichtlich falsch verstehen - oder einfach nur Klugscheißern willst ...



Sorry, aber der Vergleich hinkt auch. Filmvorführungen verstoßen gegen Urheberrechten und haben nichts mit Vertragsrecht zu tun.

Das ist schon klar - es ging viel mehr um die Aussage, dass man mit einer gekauften Sache im Prinzip machen kann was man will ... und genau das ist eben nicht so. Da es eben andere Gesetze gibt, die dem entgegenstehen. Wenn ich ein Auto kaufe, kann ich es hinterher mit einem Hammer kleinschlagen, wenn mir danach ist. Würde man vergleichbares mit einem Tier machen, wäre das - unabhängig vom Vertragsrecht - ein massiver Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt ... oder bei der von mir erwähnten Filmvorführung eben ein Vergleich gegen das Urheberrechtsgesetzt.



Das ist zwar nicht falsch, aber auch nicht richtig. Verträge mit Tieren unterliegen eben auch dem Tierschutzgesetz. Und darum ist ein Vertrag zwar möglicherweise durchsetzbar, aber nicht zwingend im ursprünglich gedachten Sinne des Züchers.

Was soll mir das jetzt sagen??

MIR ging lediglich die Aussage gegen den Strich, dass man bei Verträgen immer darauf "angewiesen" ist, dass sich der andere daran hält - und sie eh nicht durchsetzbar sind ... dein Einwand hat jetzt so nichts damit zu tun.



Das Strafgeld: Definitiv ja. Die Katration? Wie denn?


Es gibt mindestens ein Gerichtsurteil, indem jemandem auferlegt wurde, dass das Tier zu kastrieren ist. Es liegt jetzt wohl in der Natur der Sache, dass man nie eine rückwirkende (eben termingerechte) Erfüllung einklagen kann.




Es gibt im Vertragsrecht keinen Unterschied zwischen individueller Vereinbarung und AGB. JEDER Vertrag unterlieg der AGB.

Da irrst du ... aber ich bin jetzt zu faul, die Quelle dafür rauszusuchen. Bestimmte Dinge funktionieren in Kaufverträgen nur, wenn sie eben KEINE AGB, sondern eine individuelle Vereinbarung sind.



Nein. Der finanzelle Schaden ist das, was am besten beziffert und eingeklagt werden kann. Natürlich will das kein seriöser Züchter.

Na - dann rechne mir mal vor, wie ich als Züchter den monetären Schaden berechne, der mir entsteht, wenn jemand bei mir ein Liebhabertier kauft und dieses nach - sagen wir mal: fünf Jahren - weiterverkauft ohne, dass ich die Gelegenheit bekomme, von meinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.



Hier kenne ich keine einzigen Fall, wo hier ein Schadensersatz gezahlt wurde. Falls du hierzu ein Urteil kennst, wäre ich jetzt gespannt. Oder mir wenigstens erklären könntest, wie man das berechnen will ... ?



Abschließend noch: Tiere werden NICHT als Sachen in Gerichtsverfahren beurteilt. Vergehen werden analog des Sachrechtes verurteilt- also die Strafen bemessen. Das aber IMMER analog mit dem Tierschutzgesetz.

Hier erschließt sich mir jetzt auch nicht, an wen sich diese abschließende Bemerkung wendet. Ich persönlich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass hier lediglich das Sachenrecht angewendet wird ... aber vielleicht war das ja auch nicht an mich gerichtet.....
Grüße,

Nic
 

Simpat

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Bei mir steht auch in allen drei Kaufverträgen ausdrücklich drin, dass mit den Tieren nicht gezüchtet werden darf und dass die kastriert werden müssen, dass habe ich unterschrieben und den Züchterinnen versprochen, ist für mich vollkommen klar, dass ich mich daran halte, habe ja mein Wort gegeben, würde ich auch ohne Vertrag mich an die Abmachung halten.

Wobei ich auch nicht glaube, dass da alles was in den Kaufverträgen steht, rechtlich haltbar ist, leider.

Abgesehen davon bin ich ja ohnehin für die Kastration und gegen Vermehrer, weil ich mich vor dem Kauf mit dem Thema Zucht beschäftigt habe und durch mein Wissen, gerade so "Einmal- oder Upswürfe" absolut nicht für gut heiße und erst recht keine Vermehrung.

Seriös züchten kam für mich auch nie Frage, schon aus Platzgründen nicht und wenn ich genug Platz hätte, ich könnte die Kitten die ich 13/14 Wochen lang mit Liebe aufgezogen habe, nicht mehr abgeben, da würde ich echt zum Animal Horder. ::bg
 
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AngiKr

AngiKr

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@AngiKr ... vielleicht missverstehe ich deine Kommentare oder lese Dinge, die du so gar nicht meinst ... aber an der ein oder anderen Stelle, werde ich das Gefühl nicht los, dass du mich absichtlich falsch verstehen - oder einfach nur Klugscheißern willst ...






Das ist schon klar - es ging viel mehr um die Aussage, dass man mit einer gekauften Sache im Prinzip machen kann was man will ... und genau das ist eben nicht so. Da es eben andere Gesetze gibt, die dem entgegenstehen. Wenn ich ein Auto kaufe, kann ich es hinterher mit einem Hammer kleinschlagen, wenn mir danach ist. Würde man vergleichbares mit einem Tier machen, wäre das - unabhängig vom Vertragsrecht - ein massiver Verstoß gegen das Tierschutzgesetzt ... oder bei der von mir erwähnten Filmvorführung eben ein Vergleich gegen das Urheberrechtsgesetzt.






Was soll mir das jetzt sagen??

MIR ging lediglich die Aussage gegen den Strich, dass man bei Verträgen immer darauf "angewiesen" ist, dass sich der andere daran hält - und sie eh nicht durchsetzbar sind ... dein Einwand hat jetzt so nichts damit zu tun.







Es gibt mindestens ein Gerichtsurteil, indem jemandem auferlegt wurde, dass das Tier zu kastrieren ist. Es liegt jetzt wohl in der Natur der Sache, dass man nie eine rückwirkende (eben termingerechte) Erfüllung einklagen kann.







Da irrst du ... aber ich bin jetzt zu faul, die Quelle dafür rauszusuchen. Bestimmte Dinge funktionieren in Kaufverträgen nur, wenn sie eben KEINE AGB, sondern eine individuelle Vereinbarung sind.






Na - dann rechne mir mal vor, wie ich als Züchter den monetären Schaden berechne, der mir entsteht, wenn jemand bei mir ein Liebhabertier kauft und dieses nach - sagen wir mal: fünf Jahren - weiterverkauft ohne, dass ich die Gelegenheit bekomme, von meinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen.



Hier kenne ich keine einzigen Fall, wo hier ein Schadensersatz gezahlt wurde. Falls du hierzu ein Urteil kennst, wäre ich jetzt gespannt. Oder mir wenigstens erklären könntest, wie man das berechnen will ... ?






Hier erschließt sich mir jetzt auch nicht, an wen sich diese abschließende Bemerkung wendet. Ich persönlich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass hier lediglich das Sachenrecht angewendet wird ... aber vielleicht war das ja auch nicht an mich gerichtet.....
Grüße,

Nic

Lass gut sein. Du willst ja auch keine Quellen nennen. Dann suche ich auch nicht. Führt ja auch zu nichts.



Mit meiner letzten Bemerkung wollte ich lediglich der immer wieder kehrenden Meinung entgegenwirken, dass Tiere Sachen seien. Punkt.
 

Knoepfle

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Aber er hat ggf. sehr viel mehr Geld in die Katzen gesteckt (ausländische Importe/Fremddeckungen/seltene Linien/besondere Farben), für die ein Züchter, wenn der diese Dinge für seine Zucht "nutzen" will, eben zahlen muss, ein LH aber eben nicht, weil es bei dem nicht darum geht, welche züchterischen Besonderheiten das Tier hat, sondern nur, dass es möglichst gesund ist.
Vielleicht trifft das auf deine Orientalen zu. Aber nicht jeder, der Perserkatzen züchtet, betreibt dafür einen Aufwand.
 

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