Junge Katze ist sehr aggressiv.

Diskutiere Junge Katze ist sehr aggressiv. im Katzen-Verhalten Forum im Bereich Katzen allgemein; Hallo. (: Wir haben vor ca. einem Monat ein kleines Kätzchen bekommen. Die Vorbesitzerin war allerdings schon sehr kurios und hat uns...

cixv

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Hallo. (:
Wir haben vor ca. einem Monat ein kleines Kätzchen bekommen.
Die Vorbesitzerin war allerdings schon sehr kurios und hat uns verschiedene Geschichten über die Aufzucht der Katze erzählt. Zum einen hätte sie die Katze mit 2 Wochen heulend vor ihrer Tür gefunden, ohne Mutter, ohne alles und hätte sie dann alleine mit der Flasche großgezogen, zum anderen hat sie erzählt die Katze wäre mit dem Bruder aufgewachsen und mit weiteren zwei großen Katzen, etc. Wir haben uns anfangs nicht dabei gedacht. Die Vorbesitzerin meinte die Katze sei an Menschen gewöhnt und anderen Katzen gegenüber sozialisiert. Nach ein paar Tagen ist uns aufgefallen das sie sehr aufgeweckt ist und uns immer fester beißt und egal was
wir getan haben, sie hat nicht aufgehört. Sie springt mir ins Gesicht, zerkratzt uns die Beine und Arme. Unser großer Kater will leider nichts von ihr wissen, sie versucht mit ihm zu spielen aber er faucht und knurrt sie an und hält sich auf Abstand, weswegen wir zum Entschluss gekommen sind eine weitere kleine Katze zu holen, als Spielkameraden für sie. Nach längerem suchen haben wir dann "Katzenzüchter" in unserem Ort gefunden und haben des öfteren die neue Katze besucht, sie ist das komplette Gegenteil von unserer wo wir uns unsicher waren ob das gut gehen wird. Wir haben dann mal unser Kätzchen zum Test mitgenommen um die andere kennenzulernen. Sie hat allerdings die ganze Zeit nur gefaucht und geknurrt Stundenlang! Als ihr eine andere Katze zu nah gekommen ist, hat sie sofort einen Buckel gemacht und sie angegriffen, weswegen wir denken das die Katze null sozialisiert ist. Als wir dann mal vor ein paar Tagen beim Tierarzt mit ihr waren, ist sie komplett ausgerastet. Auch die ganze Zeit nur gefaucht und geknurrt und hat sich nicht anfassen lassen, bei einer Spritze hat sie sehr gezappelt und hat angefangen zu schreien wie am spieß, sie hat die Tierärztin den Arm verkratzt und meinem Freund fast den Finger durchgebissen. Selbst die Tierärztin hat nie so ein Verhalten gesehen und wusste nicht wie sie damit umgehen soll und meinte nach einer Unterhaltung zu uns das sie an Verhaltensstörungen leidet.
Wir wissen leider nicht ob wir damit umgehen können und ob wir die neue Katze überhaupt noch holen sollen. Jedes "spielen" entwickelt sich in ein festbeißen in Hände und Unterarmen, ihr biss löst sich auch nicht mehr bis man sie wirklich wegreißt. Sie rennt nur wie wild durch die Wohnung, oft aufgeplüscht und mit Buckel.
Wüsste jemand wie wir das mit ihr wieder hinbekommen? oder wo wir Hilfe für sowas bekommen? Da sie immer aggressiver wird und ihre Bisse immer fester werden sind wir am überlegen sie eventuell abzugeben. Aber da wäre nur unser letzter Gedanke, weil wir sie dennoch sehr ins Herz geschlossen haben.
Danke im vorraus für die Antworten.

Gruß Lina.
 
11.07.2019
#1

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Guest

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
MinjaundJimmy

MinjaundJimmy

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Hallo Lina, herzlich Willkommen!

Wie alt ist der kleine Wirbelwind denn? Es ist also eine Katze, kein Kater?
Ich würde immer Katzen aus dem Tierschutz holen, so weiß man eher was man bekommt und unterstützt die sogenannten Vermehrer nicht.

Sie springt mir ins Gesicht, zerkratzt uns die Beine und Arme.
Sie scheint nicht gut an den Menschen gewöhnt und sozialisiert zu sein. Die Geschichten der Vorbesitzerin braucht man nicht glauben.
Vermutlich hat sie schon schlechtes erlebt, oder ist als wildes Kätzchen zu euch gekommen und kennt Menschen gar nicht.

Wie spielt ihr denn mit ihr (mit was)? Wie lange am Tag und wie oft?

Geht sie auch so auf den Kater los?
Wie alt ist dieser?

Unser großer Kater will leider nichts von ihr wissen, sie versucht mit ihm zu spielen aber er faucht und knurrt sie an und hält sich auf Abstand, weswegen wir zum Entschluss gekommen sind eine weitere kleine Katze zu holen,
Die Idee ist an für sich gut eine zweites Kitten zu holen!


und haben des öfteren die neue Katze besucht, sie ist das komplette Gegenteil von unserer wo wir uns unsicher waren ob das gut gehen wird.
Nein, wird es eher nicht. Die beiden sollten einen ähnlichen Charakter haben, sprich das neue Kitten sollte auch sehr agil, selbstbewusst und spielfreudig sein. Und vor allem Sozialisiert! Sprich mind. 12 Wochen bei Mutter und Geschwistern gewesen sein.


Wir haben dann mal unser Kätzchen zum Test mitgenommen um die andere kennenzulernen. Sie hat allerdings die ganze Zeit nur gefaucht und geknurrt Stundenlang! Als ihr eine andere Katze zu nah gekommen ist, hat sie sofort einen Buckel gemacht und sie angegriffen,
Das war keine gute Idee...Und das kann nicht funktionieren...
Es ist schon großer Stress, die Katze aus dem gerade gewohnten Umfeld in ein fremdes Revier zu setzen zu anderen Katzen.
Zusammenführungen bitte immer in Ruhe Zuhause...

Was kann ich euch raten...
Spielen mit ihr komplett nur noch mit Angel, nichts was nah an eurem Körper ist. Und aus der Hand füttern in "nicht-Spiel-Zeiten".
Ich würde eine Tierheilpraktikerin fragen, was man Homöopathisch machen kann.
Ich denke nicht das sie wirklich aggressiv ist, mit ihr wurde vermutl. falsch umgegangen und jetzt muss sie lernen was tabu ist (Menschen kratzen/beißen) z.B.
Ich würde ein 2. Kitten holen, aber nur in den Voraussetzungen wie ich oben schrieb.
Evtl. sollte es ein bisschen älter sein und es sollte sie auch in die Schranken weisen können.
Ein Tierschutzverein wird euch da sicher beraten für euren Wildfang.

Habt ihr evtl. ein Video?
Bitte haltet uns auf dem laufenden...Das wird!

LG Jo
 

cixv

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Sie ist laut Tierarzt mittlerweile 12 Wochen alt. Ja, es ist eine Katze, kein Kater.

Wir spielen fast den ganzen Tag mit ihr. Also mehrere Stunden bis sie müde ist, dann schläft sie vielleicht höchstens eine halbe Stunde, dann will sie wieder spielen. Wir haben verschiedene Sachen, Mäuse, eine Angel, Kuscheltiere. Egal mit was wir versuchen mit ihr zu spielen, sie spielt ein bisschen damit, dann nimmt sie es in den Mund versteckt es und greift uns wieder an.
Also anfangs wollte sie normal mit unserem Kater spielen, mittlerweile fängt sie auch an ihn anzuspringen. Unser Kater ist 13 Jahre alt.

Danke für die vielen Tipps, die werden uns auf jeden Fall helfen! (:
Ein Video haben wir Momentan nicht, aber ich denke das können wir schnell nachholen und posten (:
 
Tatjana462

Tatjana462

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Herzlich Willkommen im Forum, auch wenn Dich Sorgen hierher führen.

Was unternehmt Ihr denn, wenn sie nach Euch beißen oder kratzen will? Wir haben bei nicht erwünschten Verhaltensweisen immer etwas lauter "Nein" gesagt. Manchmal dann auch mehrfach.
Wir haben ja ebenfalls solche Wildlinge vor Jahren aufgenommen. So richtig kuschelig sind sie auch noch nicht geworden, so wie man sich das vorstellt. Aber beißen und kratzen geht nicht. Ganz konsequent reagieren - oder auch mal links liegen lassen bzw. danach nicht beachten. Kindern muss man auch die Grenzen aufzeigen. Das gilt aus meiner Sicht genauso für Tiere.

Ich sehe die Gefahr, dass jedesmal, wenn sie Euch angreift, Ihr mit der Katze "zur Belohnung" (so könnte sie es deuten) spielt, sich das immer mehr ausprägt. Weil sie dann nicht weiß, dass sie etwas falsch gemacht hat.
Jetzt kann es sein, dass mancher dies anders sieht, aber ich bin durchaus der Meinung, dass wir die Tiere schon noch prägen können.
Bei unseren vorhergehenden Katzimäusen, die leider nicht mehr unter uns sind, hat sich dadurch sehr viel im Verhalten verändert. Sie wurden im Laufe der Jahre immer schmusiger und anhänglicher, obwohl wir gerade in jungen Jahren ihnen auch bestimmte Grenzen aufgezeigt haben.

Versucht es doch mal auf diese Weise. Hat das Katerchen denn einen Namen?
 
MinjaundJimmy

MinjaundJimmy

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Also anfangs wollte sie normal mit unserem Kater spielen, mittlerweile fängt sie auch an ihn anzuspringen. Unser Kater ist 13 Jahre alt.
Zu einem Senior setzt man eigentlich auch kein kleines Kitten, dass kann nicht gut gehen :-(
Er will seine Ruhe haben, war womöglich die ganzen Jahre in Einzelhaltung (?) und dann kommt da so ein kleines, quirliges Ding, welches nur spielen will.

Ich denke in dem Fall unbedingt ein 2. Kitten holen. Ich fände 16 Wochen alt ganz gut...Alles andere schrieb ich ja schon ;)
Ich denke, dass sich damit die meisten Missverständnisse, Probleme lösen werden...

LG Jo ::wgelb
 
xioni

xioni

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Wir haben bei nicht erwünschten Verhaltensweisen immer etwas lauter "Nein" gesagt. Manchmal dann auch mehrfach.
Wir haben ja ebenfalls solche Wildlinge vor Jahren aufgenommen. So richtig kuschelig sind sie auch noch nicht geworden, so wie man sich das vorstellt. Aber beißen und kratzen geht nicht. Ganz konsequent reagieren - oder auch mal links liegen lassen bzw. danach nicht beachten. Kindern muss man auch die Grenzen aufzeigen. Das gilt aus meiner Sicht genauso für Tiere.
Das, was Helga hier schreibt, kann ich ebenfalls nur empfehlen:
Sobald die Katze beißt oder kratzt, ein deutliches Kommando Nein geben und sofort aufhören, zu spielen oder was auch immer man gerade macht. Und ansonsten viel aus der Hand füttern, Leckerli geben....so dass sie die Hand als etwas positives sieht.
Katzen sind durchaus lernfähig - bei meinen hat das jedenfalls gut geholfen.
 

cixv

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Das Kätzchen haben wir nicht für unseren Kater geholt, aber man kann es ja auch nicht vermeiden das sie sich über den Weg laufen.
Leider sieht sie das wegsetzen als Teil des Spiels. Sobald sie beißt puste ich sie an und setze sie weg, ob ich sie dann noch beachte oder nicht, interessiert sie nicht. Sie stellt dennoch ihren Kamm, macht einen Buckel und springt uns an.
Immer öfter fängt sie an ins Gesicht zu springen und ich kann einfach nichts dagegen machen weil sie sauer wird wenn ich sie weg tu und dadurch wird's dann schlimmer.
 
Nika

Nika

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Poste doch mal ein Bild von dem Kätzchen
 
Rosi

Rosi

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Hallo und herzlich willkommen im Forum. ::wgelb

Leider sieht sie das wegsetzen als Teil des Spiels.
Das siehst Du ganz richtig. Deshalb nicht weg setzen, sondern aufstehen und gehen. Jede weitere "Aktion" ist für sie Spiel. Zweitkatze finde ich eine gute Idee, aber am besten einen agilen kleinen Kater, der ihr zeigt, wo es lang geht. Raufen ist anscheinend ja ihr Ding. Und sozialisiert ist diese Katze mit Sicherheit nicht, der wurden nie Grenzen aufgezeigt.

Ich gebe Helga recht. Wenn ihr "als Belohnung" mit ihr spielt, bestärkt das nur ihr Verhalten. Spielt mit ihr, wenn sie gerade einmal brav ist, damit sie merkt, dass ihr Euch nur dann mit ihr beschäftigt.
 
KleineWölfin

KleineWölfin

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Moin Lina,
auch von mir ein herzliches Willkommen!

Aus Deinem Bericht kann man gut herauslesen, dass ihr die kleine Wilde schon sehr in euer Herz geschlossen habt und alles versucht, ihr den Weg zum Schmusetiger zu zeigen. Allerdings standen mir auch die Haare zu Berge, denn irgendwas stimmt ganz und gar nicht. Es gibt m.E. nach nur drei Möglichkeiten, welche die Ursache für ihr schräges Verhalten sein können:
1. die Kleine hat ein organisches Problem
2. sie ist erst spät in Menschenhand gekommen
3. sie hat wenig Mamaliebe, Mamaerziehung erlebt

Ich hab immer mal wieder solch einen kleinen Wildfang an die Akzeptanz von Menschenmamas gewöhnt. Das letzte Mal hab ich eine lütte Kratzemaus im Alter von ca. 10-11 Wochen bekommen (konnte es aus einem wildgeborenen Wurf ohne vorherigen Menschenkontakt GsD herausfischen) und konnte 4 Wochen später ein freundlich aufmerksames und spieltalentiertes Kätzchen in gute Hände abgeben, wo sie ein geschätztes Familienmitglied wurde. Meist klappt es in dem Alter 8-12 Wochen (und sehr viel Ruhe) sehr schnell, weil das die wichtigste Prägephase ist. Danach geht das Sozialisierungsfenster kontinuierlich zu, womit ich den dringenden Rat geben will, jetzt sehr schnell eine Entscheidung zu treffen. Denn die Kleine wird jetzt für ihr ganzes Leben geprägt. Das heißt nicht, dass es bald nicht mehr möglich wäre, es wird aber schwerer. Vor allem auch wird es sauschwer, die "falschen" Verhaltensweisen im Umgang mit Menschen und anderen Katzen wieder zu glätten.
Nach dem was Du schreibst, hab ich große Bedenken, dass das mit euch und diesem Kätzchen so klappt. Irgendetwas stimmt so arg nicht, dass sich auf diese Weise aus dem Kitten nie eine entspannte Hauskatze entwickeln wird. Das soll euch nicht verurteilen, aber absolut warnen. Und noch blöder für die Kleine ist, dass offensichtlich auch andere Katzen sie nicht verstehen. Ich halte euren 13-jährigen Kater eigentlich für grundsätzlich geeignet, dem neuen Erdenbewohner das Wichtigste beizubringen. Dass er mit ihr (noch immer) nichts zu tun haben will, ist gar kein gutes Zeichen.

Ihr müsst entscheiden, ob ihr es euch zutraut, die Kleine zu zähmen und dabei die falsch erlernten Verhaltensweisen auzubügeln (als Angststopper und Bedürfnisbefriedigung hat sie möglicherweise nicht Zuneigung gefunden sondern Aggression). Oder das Kratzebündel schnellst möglich in sehr erfahrene Hände gebt. Beides ist sehr sehr schwer, ich weiß. Aber ein dazwischen gibt es nicht. Lasst ihr es laufen, bekommt ihr eine Tyrannin wider Willen, die ihr dann doch noch am Ende eurer Geduld abgeben werdet. Und die vermutlich nie Glück erleben wird.
Wollt ihr es noch einmal neu versuchen, dann braucht es viel intensive Zeit mit ihr durch möglichst einen bestimmten Menschen, Mamageduld wie auch Mama´s "Nein" und jede Menge Empathie für ein kleines Kind, das die Welt und ihre Regeln noch nicht kennt, sich einsam fühlt, die Mamazunge vermisst und statt dessen offenbar kratzen und beißen als Kommunikationsmöglichkeit und Erfolgsstrategie versteht.
Hilfestellungen in Form von Fallberichten findet man im WWW viele unter "wildes Kätzchen zähmen" o.ä. .
Bericht der Koblenzer Katzenhilfe über diverse Zähmungen
Bericht von einer Auffangstation
Ruf da ruhig mal an oder schreib ne Mail, die lieben Menschen geben gern Rat.

Würde ich es mit dem Kitten versuchen, würde ich als Erstes die Kleine für lange Zeit (zwei bis vier Wochen?) in einen separaten Raum nehmen, und zwar den Raum, in dem auch ich vorwiegend lebe und auch schlafe. Sie braucht jetzt nicht 100 Ablenkungen sondern Konzentration auf ihren ersten Menschen, den Mamaersatz. Ersatzweise wenn ich draußen bin EIN Stofftier. EINE Quietschemaus. EINE Angel. Diverse kuschelige Schlafplätze mit einem von mir getragenen T-shirt oder Pulli. Zweitens: Zwangskuscheln, an die Brust drücken bis der Knoten platzt (der Herzschlag hat schon oft schlagartig einem Angstkratzer den Weg zum Nuckeln und Treteln als Beruhigung gezeigt). Drittens: Rituale konsequent einführen. Bspw. wenn Du kommst, kommt das (sehr leckere) Futter. Hat sie ihre blöden 5 Minuten, gehst Du mit dem sehr leckeren Futter. Vorlesestunden. Spielzeiten. Wenn Du "Nein" zu ihr sagst, ist Schluss, dann aus dem Raum rausgehen. Also unerwünschtes Verhalten konsequent abbrechen, wie Helga und Rosi es auch schon beschrieben haben. Viertens: ähnliche Disziplinierungen wie Mama anwenden, aber immer Obacht wegen Deiner weit höheren Kraft. Also zeigt sie ihr gewohntes Kratzeverhalten, dann nicht schlagen, sondern anpusten, schrecklich knurren, mit den Händen fuchteln, leicht am Nackenfell packen. Es genügt, dass es für einen Moment unangenehm ist. Fruchtet das nicht, rausgehen. Zeigt sie aber Angst, sie schnell in den Arm nehmen, dabei ein bestimmtes (gutes) Wort sagen oder Geräusch machen, dann gründlich streicheln (auch wenn sie zappelt) und anschließend absetzen und mit streicheln ein Leckerchen geben.
Also Trigger setzen, wieder und wieder. Sie soll lernen: wenn ich Angst habe oder ein Bedürfnis habe, kratz ich nicht, sondern such den Schoß von Lina ... dann gibt´s sogar einen Leckerbissen. Nix gibt es, wenn ich es zu doll treibe. Gleiches, wenn sie zu hibbelig ist, sie muss sich beruhigen, bevor es ans Spielen geht. Also an die Brust drücken, sanft sprechen und geduldig streicheln. Dann absetzen. Ein leicht feuchter Massagehandschuh kann Mama´s Zunge gut imitieren. Mamas putzen ihre Kids oft von oben bis unten um sie runterzuholen, auch wenn die Racker noch so sehr dabei zappeln. Guck Dir mal Filme von resoluten Katzenmüttern an. Fünftens: 1000 Misserfolge einkalkulieren. Sie braucht vermutlich viele Anläufe, um "gut" und "blöd" neu zu lernen.
Einen Spielgefährten würde ich ihr auf jeden Fall auch schenken, aber erst nachdem sie die grundsätzlichen Regeln neu gelernt hat. Sie ist sonst zu abgelenkt von Dir. Alternativ einen etwas älteren (1-3-jährigen) Kater, der sie unter seine Fittiche nimmt. Kümmerkater sind die besten Ersatzmütter und freuen sich oft ihr Leben lang über Spiel und Abenteuer ...

Wenn Du das durchziehst, wirst Du eine unvergessliche Zeit mit ihr haben und eine weiterhin lebendige und spielfreudige Katze, die Dich aber nicht anspringt um zu Dir zu kommen, sondern andere Varianten gelernt hat um ne Kuscheleinheit oder Aufmerksamkeit von Dir zu erhaschen.
Traust Du Dir ihre Umorientierung nicht zu, bring die Mietz entweder zu der Frau zurück oder gib sie an jemanden, der sich eine Zähmung/Umorientierung zutraut. Auch, wenn Dein Herz dabei blutet. Noch hat sie nur kleine Zähne ...

Ich wünsch Dir viel Erfolg und jede Menge Katzenmamaideen, die Mietz groß zu ziehen!
 

Pat

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Hallo Lina,
auch von mir hier ein herzliches willkommen!

Ich kann mich dem oben geschriebenen nur anschließen, besonders diesen umfassenden und ausführlichen Vorschlägen von "Kleine Wölfin" , darüber könntest du einen guten Erfolg erleben.

Meine Überlegen gehen dabei aber immer wieder in die Richtung …… wie alt ist eure kleine Katze wirklich????? ….. ich habe den starken Verdacht, das sie nicht erst 12 Wochen alt sein wird, sondern schon ein ganzes Stückchen älter?
Es hat sich dabei schon ziemlich viel verfestigt, das sich bei solch einem ganz jungen Kitten vermutlich noch nicht so heftig zeigen würde.
Sollte sie schon etwas älter sein (bei diesen vermutlich schon vielen Erlebnissen und den widersprüchlichen Angaben der Vorbesitzerin, kann das ja durchaus möglich sein?), wäre es z.B. wichtig. das auch ein Spielpartner dann entsprechend älter sein sollte......das von dir erwähnte Kitten wäre dann entschieden zu jung und dadurch deinem Wildfang absolut nicht gewachsen.

Kannst du mal Fotos von ihr in verschiedenen Positionen zeigen …… vielleicht kann man darauf auch das ungefähre Alter erkennen?

Uns war auch vor 1 1/2 Jahren ein Kitten-Mädchen im Garten zugelaufen und wir haben es dann letztendlich behalten. Zunächst dachten wir auch, das unsere beiden Kater (beide ein Stück über 10 Jahre alt) genug Unterhaltung für unseren Findling wäre.
Beide Kater haben zwar unser Kitten wirklich liebevoll und gut angenommen, aber es dauerte nicht lange, da merkten wir, das beide damit überfordert waren und mehr ihre Ruhe haben wollten, als solch ein Wirbelwind...….. das Ergebnis war dann, das wir nach 2 Monaten ein in etwa gleichaltriges Kitten-Mädchen als Spielgefährtin aus dem Tierheim dazu geholt haben.
Dadurch hatten unsere beiden Senior-Kater mehr Ruhe und spielen jetzt nur noch mit, wenn sie selbst mal dazu Lust haben.
Unser Findling war zu der Zeit vermutlich irgendwas zwischen knapp 5 Monate und 7 Monate alt, es war auch da schon für den TA nicht möglich genauer das Alter zu schätzen, Emma war da wohl gerade mitten im Zahnwechsel und verlor zwar keine Zähne mehr sichtbar, aber hatte überall ziemliche Zahnlücken.

Der Zahnwechsel bei Katzen findet meist im Alter von 4 - 6 Monaten statt ……. hier mal ein informativer Link mit Bildern dazu ..
.https://www.tierischehelden.de/gesundekatze/zahnwechsel-bei-katzen.html .

Das Alter einer jungen Katze kann man daher in dieser Zeit am Zustand und der Vollständigkeit des Gebiss meist ganz gut so in etwa einordnen.

Ich denke, das für euer Temperament-Bündel tatsächlich ein selbstbewußtes und gerne wild spielendes Katerchen besser wäre, als ein vorsichtiges Katzenmädchen dazu zu nehmen.

Bitte berichte doch weiter über deine Entscheidungen und ERgebnisse, vielleicht können wir dann gemeinsam überlegen und helfen, welche Schritte dann helfen könnten.

LG Waltraud
 
KleineWölfin

KleineWölfin

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Leider sieht sie das wegsetzen als Teil des Spiels. Sobald sie beißt puste ich sie an und setze sie weg, ob ich sie dann noch beachte oder nicht, interessiert sie nicht. Sie stellt dennoch ihren Kamm, macht einen Buckel und springt uns an.
Vielleicht schaffst Du es, vom Spiel zum kurzen Kuscheln überzugehen, bevor sie zu beißen beginnt. Jedes junge Lebewesen gedeiht mit Ganzkörperberührungen. Das könnte auch erklären, dass sie das Wegsetzen als Teil des Spiels, also positiv versteht ... vielleicht beißt, um von Händen weggesetzt zu werden?
Es ist eine Abfolge von mehreren "wenn ... dann", sie würde sicher auch gern den "gute-Laune-Ausgang" finden, also die Aktion positiv beenden. Also a) wenn ich spiele, spielt Mensch mit b) ich spiel wilder, Mensch spielt immer noch mit, c) Mensch nimmt mich erfreut auf den Arm und knuddelt mich durch, d) ich schnurr, strampel vergnügt und freu mich auch, e) ich bekomm ein Leckerchen/Lob.

Jo, sicher ist fauchen für Katzenmütter nicht die erste Disziplinierungsmethode, sie fauchen aber durchaus auch um Grenzen aufzuzeigen. Warum würdest Du das nicht machen um Dein Missfallen auszudrücken?

Bin auch auf Lina´s Fortsetzung gespannt! Vor allem ob und welcher Spielgefährte kommt ;-)
 
MinjaundJimmy

MinjaundJimmy

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Ich glaube ich hätte Sorge, dass das Vertrauen dann noch mehr leidet.
Ist hier halt ein schwieriger Grad zwischen "Erziehung"/ungewolltem Verhalten abzugewöhnen und Vertrauen gewinnen. Eine echte Herausforderung...
 
KleineWölfin

KleineWölfin

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Ich hab ein hübsches Video zum Thema gefunden. Der Kater braucht kein Fauchen, seine ganze Körperhaltung sagt aber: "wenn Du noch EINMAL ..."
Ja, solch ein prächtig wedelnder Schweif ist natürlich verlockend, als Peitsche aber MEEEGAOUT.

Jo, ich kann grad Deinen Beitrag nicht zitieren ::? , stimme Dir aber absolut zu. Besser, sich sonne grollende Peitsche zuzulegen ;-) (joke)
 

cixv

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Ich danke euch allen für die ganzen Tipps und die Hilfe! Aber ich denke das "kleine Wölfin" schon recht hat. Wir trauen uns das noch nicht zu, da wir sowas selbst nie erlebt haben und wir wollen es eigentlich nicht schlimmer machen. Wir möchten das sie in guten, erfahrenen Händen ist.
Uns ist die Entscheidung sehr schwer gefallen und bricht uns das Herz, aber wir wollen das beste für sie und das hat sie bei einem der weiß was er tut.
 

Pat

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Ich denke, das Alter könnte tatsächlich mit 12 - 14 Wochen in etwa hinkommen.

Wenn ich die beiden auf dem Video so sehe, dann würde ich nicht davon ausgehen, das die Kleine aggressiv ist ……. ich finde sie verhält sich ganz normal für ihr Alter. Auch der Große geht sehr gut mit ihr um und macht überhaupt keinen genervten Eindruck.
Von der Fellfärbung der Kleinen könnte man davon ausgehen, das da eine Siam-Katze mit gemischt hat (komisch, auf dem Video sieht das Fell völlig anders ….. und damit dort einer Siamkatze sehr ähnlich ….. aus, als auf den anderen Bildern).
Bei Siam wäre sie ja vorprogrammiert ein Energie-Bündel, daher vielleicht auch ihr Temperament ……. hier mal ein Link über die Art und Verhalten von Siamkatzen
https://www.fressnapf.de/ratgeber/katze/rasseportraits/Siamkatze ….

Nach diesem Video und den Bildern würde ich nicht sagen, das es so hoffnungslos ist, die Kleine zu erziehen ….. sie wirkt da für mich ganz einfach wie ein übermütiges Katzenkind, aber überhaupt nicht aggressiv.
Ich denke, das ihr einfach bei ihrem Temperament ein gleichgesinnter Spielpartner fehlt, damit wird sie sich schon genug auspowern.
Ich kann euch zwar auch verstehen das ihr euch das nicht zutraut, aber ich glaube es liegt ganz einfach bei ihr viel an zu großer Langeweile...…. und Kitten aufnehmen ist immer ein Risiko, man ist zunächst völlig überfordert, wenn man ihren Bewegungsdrang nicht gewöhnt ist, oder nicht damit gerechnet hat.
Habt ihr schon einen neuen Abnehmer ???? …. oder überlegt ihr noch???

Ich denke auf Grund des Videos, das es noch eine ganz simple und lohnenswerte Lösung für das Zusammen leben mit der Kleinen geben könnte..... sie brauchte dringend einen Spielpartner …… wenn sie dann mal älter ist, dann wird auch sie wesentlich ruhiger werden .
Bei unseren fängt es erst jetzt so ganz langsam damit an, aber es wird noch immer gerannt, gesprungen und gekloppt ……. das ist halt ein Teil der Kindheit bei Kitten …… und ich denke der "Große" bekommt die Kleine schon prima in Griff und zeigt ihr die Grenzen, wenn er Unterstützung zum auspowern durch ein weiteres Kitten bekommt.
 

cixv

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Das auf dem Video sind nicht unsere Katzen. Unser Kater sieht zwar auch so aus wie der große, aber unsere kleine ist nur die von den Bildern. Das Video hat jemand anderes geschickt.:censored:
Unser Kater lässt sie nicht so nah dran. Unsere kleine ist noch mal was ganz anderes als wie auf dem Video.
 

cixv

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Da ist sie frisch zu uns gekommen und näher als so, lässt er sie auch nicht an sich dran. Er faucht und knurrt sofort auf sie. Wäre er nicht so auf Abstand eingestellt, wäre das alles auch kein Problem gewesen. Klar denken wir das er sie dann "erzogen" hätte. Aber leider kann sie sich auch nichts von ihm abgucken.
 
romulus

romulus

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Ich hab auch gerade gemerkt, dass Pat wohl meint, das Video sei von Eurem Kitten - nein, das hat kleine Wölfin als Anschauungsmaterial geschickt, wie ein erwachsener Kater ganz ruhig ein aufdringliches Kitten zur Räson bringen kann.
Ein tolles Video übrigens, der Kater ist total souverän und erreicht sein Ziel vorbildlich!
 
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