Interferon

Diskutiere Interferon im Infektionskrankheiten Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Guten Morgen, ich hätte gerne mal von Euch ein paar Informationen, wenn ihr eure Katze/Kater bereits mit Interferon behandeln firstlassen habt...

Grizzly

Gast
Guten Morgen,

ich hätte gerne mal von Euch ein paar Informationen, wenn ihr eure Katze/Kater bereits mit Interferon behandeln
lassen habt (egal für welches Krankheitsbild):

bei welcher Diagnose wurde Interferon eingesetzt ?
wurde vorher mit anderen Mitteln behandelt, also zB Antibiotika, Baypamun, etc ?
wie weit fortgeschritten war die Krankheit schon ?
wie war der Erfolg ?
in welchen Intervallen wurde Interferon verabreicht, also wie oft, in welchen Abständen ?
wie teuer war die Behandlung ?

Für Eure Meldungen wäre ich sehr dankbar.
 
22.01.2004
#1

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Interferon . Dort wird jeder fündig!

Anonymous

Gast
Huhu,

ich wieder. Ich hab es bei Bazi nicht gemacht. Aber ich sammele Berichte:

http://www.catgirly.de/Krankheiten/leukose.htm

Darunter sind die Berichte (bitte runterscrollen) .... Sind bisher 3 Berichte. Allerdings geht es hier mehr oder weniger nur um Leukose, in einem Bericht aber auch um kränkelnde Katzen....

Viele Grüsse
 

Grizzly

Gast
Liebe Simone,

die Berichte auf deiner Seite kannte ich schon.

Den Bericht von Röschen habe ich gerade gelesen.

Vielen Dank für deine Links, aber sei mir nicht böse, wenn ich sage, das ich doch hoffe das es auch noch positive Berichte gibt.

(das ist einer der Gründe, warum ich mich nicht ständig mit Leukose beschäftige, aber wenn, dann zieht es mich beim Lesen der Literatur manchmal dermassen runter - in dieser Verfassung bin ich für Söckchen weniger hilfreich :oops: )

Da wir Söckchen nun schon einer Baypamun-Therapie unterzogen haben, möchte ich für mich nun eine Meinung zur Interferon-Therapie bilden, auch um zu wissen, wie wir weitermachen werden. (Krümel wird heute übrigens dem 2.Leukose-Test unterzogen, da die 2. Impfung zur Grundimmunisierung ansteht - ich kann dir kaum sagen, wie sehr ich dieser Gewissheit entgegenfiebere und mind. genauso viel Angst davor habe)

Meine Begeisterung über Deine Hilfestellung ist nach wie vor ungebrochen, vielen Dank dafür.
 

Anonymous

Gast
Vielen Dank für deine Links, aber sei mir nicht böse, wenn ich sage, das ich doch hoffe das es auch noch positive Berichte gibt..
Natürlich bin ich nicht böse. Ich hab auch immer gehofft, mehr Positives zu hören. Dann hätte ich es bei Bazi wohl auch versucht ... Einen positiven Bericht gibt es aber doch auf meiner HP. War es der Bericht 2? Der von Lucy, die immer noch lebt und nach meinem letzten Wissenstand von vor ca. 1 Monat nun aber die nächste Interferon-Therapie bekommen sollte ...

Viele Grüsse
 

SilviaHunger

Registriert seit
02.10.2002
Beiträge
753
Gefällt mir
0
Hallo Grizzly,

ich kann Positives über den Einsatz von Interferon berichten, allerdings nicht bei Leukose sondern bei Katzénschnupfen.

Aus dem "Gespräch" zwischen Dir und Simone entnehme ich allerdings, dass es Dir wohl um die Behandlung von Leukose geht. Deshalb wären meine Erfahrungen für Dich ja uninteressant. Sollte dem nicht so sein, schreib's mir hier einfach noch mal.

Viele Grüße,

Silvia
 

Grizzly

Gast
Nein, nein Silvia,

ich bin an jeden Einsatz von Interferon interessiert !

Sicher, beschäftige ich mich mit dem Thema, weil ich ja ein Leukose-Söckchen zu Hause habe, aber mir geht es auch um die anderen Einsatzgebiete.

Und gerade Katzenschnupfen finde ich sehr interessant, da Söckchen seit dem 1.Januar ja niesst. Baypamun hat leider "keine Wunder" vollbracht, und nachdem sie letzten Samstag Fieber hatte geben wir ihr AB.
Nur will ich mal langsam auch ne klare Linie kriegen, und dafür benötige ich alle Informationen die ich bekommen kann.

Silvia, bitte stelle mir deine Erfahrung auch zur Verfügung. Danke !
 

Pino

Registriert seit
12.01.2004
Beiträge
1.350
Gefällt mir
0
Hallo Gizzly,

wir sind mit unserem Grisu seit 5 Wochen beim TA in Dauerbehandlung (unter Infektionskrankheiten - dringend Hilfe zum Thema FIP gesucht) kannst Du genaueres erfahren. Unser Kleiner hat auch Interferon bekommen, ich bin ja leider Laie, aber wir hatten das Gefühl, daß ihm das schon etwas geholfen hat. Er ist seit über einer Woche fieberfrei, auch sein Gewicht ist in den letzten beiden Wochen stabil geblieben. Gestern waren wir wieder mit ihm beim TA, weil wir die Atropinsalbe, die er für seine Augen bekommt absetzen möchten, da er sehr mit den Nebenwirkungen zu kämpfen hat. Und auch gestern hat er nochmals eine Interferon-Spritze bekommen, die ihm augenscheinlich gut getan hat. Über den Preis kann ich Dir leider nichts genaues sagen (wir haben noch keine Rechnung), billig ist das sicher nicht, aber das ist Baypamun auch nicht!

Ich wünsche Dir und Deinem Sorgenkind alles Liebe und Gute - wir machen gerade die Erfahrung, daß man auf keinen Fall die Hoffnung aufgeben darf!
Regina ::w
 

Grizzly

Gast
) Hallo Regina,

erst einmal herzlichen Dank für deinen Bericht.

Habe aber noch 2,3 Fragen:

wieviele Interferon-Spritzen hat er schon erhalten ?
Und, welche Zeitabstände lagen dazwischen ?
Gibt es einen weiteren Plan über die noch zu verabreichenden Interferon-Gaben ?

Sicher hast du Recht, was die Kosten angeht, doch für die Baypamun-Spritze zahlen wir je Stück 15 € (ausser wir nehmen mal wieder den Mondschein-Tarif der TK in Anspruch :( ) bei Interfereon meine ich gehört zu haben, dass es 50 € je Stück sind, finde ich schon ein Unterschied.
Nur der Preis ist für mich absolut nebensächlich, die Wirkung ist es, die mich interessiert.

Ich drücke Eurem Grisu gaaanz fest die Daumen (ich habe dein Posting verfolgt) und hoffe nur das Beste für Euch.
 

Lilly

Registriert seit
28.12.2002
Beiträge
1.782
Gefällt mir
0
Hallo Grizzly,

in einem von mir eröffneten Thread zum Thema Eosinophiles Granulom, eine Autoimmunkrankheit, schreibt Minnieline über positive Erfahrungen mit Interferon.

https://www.netzkatzen.de/threads/4206/

Allerdings habe ich zu dieser Krankheit schon sehr viel gelesen und diesen Satz kann ich nachvollziehen:

Es gibt auch ein teures Interferon namens "Virbac Omega" mit dem angeblich schnelle Erfolge zu erzielen sind. Alle diese Behandlungen zielen auf Beseitigung der äusseren Erscheinungsform der Krankheit. Die Ursache wird nicht bekämpft.

aus: http://www.ligne-bleu.de/Chartreux/kartaeuser.html?/Chartreux/e_granulom.html

Bei einer Autoimmunkrankheit kann es wohl als Alternative zum Cortison eingesetzt werden, aber wie oben schon zitiert, scheint es genau wie Cortison auch nur kurzfristig die Begleitumstände wie Hautausschlag usw. zu mildern.

Liebe Grüße,
Iris
 

Pino

Registriert seit
12.01.2004
Beiträge
1.350
Gefällt mir
0
Hallo Grizzly,

also unser Grisu hat am 24.12. am 25.12., am 28.12.2003, sowie gestern Interferon bekommen. Ich denke mal, daß er eventuell heute abend nochmals eine Injektion bekommt, das kann ich aber morgen berichten.
Den genauen Preis pro Spritze kann ich Dir leider noch nicht sagen, aber 50 Euro kostet sie definitiv nicht. Natürlich ist unser Zwergi sehr intensiv behandelt worden u.a. auch mit Antibiotikum, doch sehe ich persönlich es als Fortschritt, daß er jetzt schon über eine Woche fieberfrei ist und auch keine Gewichtsabnahme erfolgt ist. Bei dem schlimmen Verdacht, den unsere Tierärztin hatte...
Deshalb kann ich leider auch nicht mit Sicherheit sagen, ob diese Tatsache auf das Interferon zurückzuführen ist, aber ich kann mir duchaus vorstellen, daß es mit beigetragen hat. Auf jeden Fall werde ich heute abend unsere TA nochmals fragen, damit ich Dir noch mehr Infos geben kann.
Weiter Kopf hoch!
Lieben Gruß
Regina
 

SilviaHunger

Registriert seit
02.10.2002
Beiträge
753
Gefällt mir
0
Hallo Grizzly,

meine drei Katzen hatten als Welpen hartnäckigen Katzenschnupfen (ständiges Niesen, etwas Ausfluss, geschwollene Bindehäute in den Augen sowie Ausfluss bzw. "weiße Fäden", Herpesbläschen auf der Zunge - Lisa hatte zusätzlich Bronchialgeräusche).

Das wurde zunächst mit Synolux (also Antibiotikum) behandelt sowie Gloveticol für die Augen. Nach kurzfristiger Besserung waren die Symptome nach einer Woche wieder voll da. Daraufhin wurde mir eine Interferon-Behandlung nahegelegt.

Hierbei erklärte mir der TA, dass das Virbagen Omega (Interferon) dem körpereigenen Interferon gleiche (gentechnisch hergestellt), so dass Nebenwirkungen nicht zu befürchten seien, zudem dieses spezielle Interferon besonders geeignet für die Abwehr der Katzenschnupfen-Viren (Herpes und Calici) sei. Dagegen würde Baypamun "lediglich" die körpereigene Interferon-Produktion ankurbeln, sei also in der Wirkung nicht so durchschlagend wie Interferon und benötige eine längere Behandlungsdauer (nach seiner Erfahrung).

Sie kriegten drei kurz aufeinanderfolgende Injektionen: 16.12., 18.12. und 24.12.03. Die Symptome verschwanden in kurzer Zeit (das Niesen hörte bei zwei meiner Katzen innerhalb von wenigen Tagen auf, die Lungengeräusche bei Lisa waren bereits nach der 2. Injektion nicht mehr hörbar, die Herpes-Bläschen auf den Zungen waren etwas hartnäckiger, hier dauerte es bis Anfang Januar, bis diese bei allen dreien verheilt waren - neue waren nicht dazugekommen; die Bindehäute der Augen wurden auch schlagartig besser (Gloveticol musste ich parallel weitergeben). Ninja brauchte am längsten bis zur Heilung - sie nieste noch gelegentlich, aber nicht mehr täglich und ca. ab Mitte Januar waren bei ihr auch keine Symptome mehr vorhanden.

Alle drei hatten in der Folgezeit immer wieder mal kleinere Infekte (Lymphknoten am Hals mal bei der einen für ein paar Tage, mal bei der anderen geschwollen - jedoch keine Katzenschnupfen-Symptome mehr). Bis zur Impfung gegen KaSchnupfen und KaSeuche dauerte es allerdings wegen dieser kleineren Infekte mehrere Monate.

Eine Injektion mit Virbagen Omega kostete netto 27,23 € (MWSt muss man noch dazu rechnen).

Viele Grüße,

Silvia

P.S.: Wozu willst Du das so genau wissen? Bereitest Du eine Studie zur Wirksamkeit von Interferon vor? :lol:
 

Grizzly

Gast
P.S.: Wozu willst Du das so genau wissen? Bereitest Du eine Studie zur Wirksamkeit von Interferon vor? :lol:
Nein, ganz so wissenschaftlich bin ich nicht.

Seit wir seit Weihnachten wissen, dass Söckchen Leukose-positiv ist, ihr Imunsystem schon labil ist, seit wir sie bei uns haben (Ende Nov. 2003) bin ich auf der Suche nach allem, womit wir ihren "Kampf" des Lebenwollens unterstützen können.
Mit Baypamun haben wir schon eine Therapie gemacht.
Bei dem Thema Leukose wird man immer mit "Interferon" konfrontiert, und ich möchte einfach für mich eine Meinung bilden, ob wir das als Möglichkeit in Betracht ziehen, und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt, also bei evtl. welchen Symptomen.

Ich muss halt immer abwägen zwischen: was ist "unnötiger" Stress für Söckchen, was ist erfolgsversprechend, was lassen wir lieber.

Söckchen zeigt uns jeden Tag, dass sie leben will, und so ist es an uns, unser Versprechen einzulösen, sie darin mit allen Möglichkeiten die uns zur Verfügung stehen zu unterstützen.
 

SilviaHunger

Registriert seit
02.10.2002
Beiträge
753
Gefällt mir
0
Au backe, Grizzly, das wusste ich nicht. Ich drücke Dir ganz doll die Daumen. Leider habe ich gar keine Erkenntnisse, was den Einsatz von Interferon bei Leukose angeht.

Alles Gute für Dein Kätzchen und Dich,

Silvia
 

Teufeline

Registriert seit
17.06.2003
Beiträge
3.690
Gefällt mir
0
Hallo ihr Lieben!!!


Bei uns hätte jetzt beinah auch eine Interferontherapie gemacht werden müssen, wegen Zahnfleischentzündung. Ging aber jetzt mit normalen Medis weg, zum Glück. Jetzt wird erst der Zahnstein nur so entfernt.
Zu Interferon habe ich mal folgendes herausgesucht:


Interferon

In jüngster Zeit wird vermehrt auch in der Tiermedizin Interferon eingesetzt. Da es sich dabei um eine neuartige Therapie handelt, bieten wir einige Informationen über Interferone und das derzeit einzige für die Tiermedizin erhältliche Produkt „Virbagen omega“ der Firma Virbac.


Was sind Interferone ?

Interferone sind Proteine, die im Körper (bei Mensch und Tier) auf zellulärer Ebene als Botenstoffe dienen und daher zur Klasse der Zytokine gezählt werden. Sie haben ein bestimmtes Molekulargewicht und eine definierte Aminosäurezahl und werden von verschiedenen Zellen im Körper, wie z.B. Abwehrzellen (Leukozyten u.ä.) oder Epithelzellen gebildet. Über Andocken an bestimmte Rezeptoren anderer Zellen (Empfängerproteine) entfalten sie über einen komplizierten biochemischen Mechanismus ihre Aktivität innerhalb der Zellen (auch außerhalb, extrazellulär).
Es sind verschiedene Typen der Interferone bekannt (je nach Andocken an unterschiedliche Rezeptoren), die entsprechend unterschiedlich wirken und therapeutisch eingesetzt werden können (Typ I mit Subtyp alpha, beta, omega; Typ II mit Subtyp gamma).


Wie oder was bewirken jetzt die Interferone ?

Interferone besitzen
1.) einen antiviralen Effekt durch Hemmung der Virusvermehrung,
2.) einen immunmodullierenden Effekt durch Aktivierung des Immunsystems und
3.) einen antiproliferativen Effekt durch Hemmung der Zellteilung z.B. bei Tumoren.


Therapeutischer Nutzen und Einsatz der Interferone in der Medizin ?

In der Humanmedizin werden mit Interferonen, z. B. mit dem Humanen Interferon alpha, Hepatitis B u.C und diversen Tumorerkrankungen wie Kaposi-Sarkom, chronisch lymphatische Leukämie u. ä. behandelt. Humanes Interferon beta wird neuerdings eingesetzt bei Multipler Sklerose und schweren unbeherrschbaren Viruserkrankungen wie Enzephalitis oder bei immungeschwächten Patienten (z. B. AIDS). Bei einer Autoimmunerkrankung, der chronischen Granulomatose wird Humanes Interferon gamma eingesetzt.
Seit Beginn der neunziger Jahre wird auch in der Tiermedizin der Nutzen der Interferone an Hunden und Katzen besonders bei viralen Erkrankungen erforscht; Ende der 90iger Jahre stand dann beginnend in Japan das erste Interferon zur Verfügung.
Das für die Tiermedizin auf dem deutschen Markt erhältliche Virbagen omega gehört zum Typ I Interferon und hat eine besonders ausgeprägte antivirale, neben weniger immunmodullierender und antiproliferativer Aktivität.
Während bei bakteriellen Infektionen seit vielen Jahrzehnten gut wirksame Antibiotika zur Bekämpfung zur Verfügung stehen, gibt es bei viralen Infektionen (mit wenigen Ausnahmen) kaum effektive Medikamente oder gezielte Behandlungsstrategien. Ein Schutz gegen Viren wird hauptsächlich durch vorbeugende Impfungen erzielt oder durch Stimulierung und Unterstützung des Immunsystems, welches dann „allein“ mit der Infektion fertig werden muss. Die Interferone bieten erstmalig eine Alternative, da sie in der Lage sind, die Virusvermehrung in der Zelle zu hemmen.
Insgesamt ist der Einsatz der Interferone in der Human- und Tiermedizin noch selten, wird aber in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.


Informatives über Virbagen omega von Virbac!
Das Virbagen omega wird gentechnisch hergestellt (rekombinates Interferon felinen Ursprungs, rFeIFN) und ist derzeit in Deutschland nur zur Behandlung des Hundes gegen Parvovirose zugelassen. Es kann aber nach sogenannter Umwidmung aus dem Arzneimittelgesetz auch bei der Katze eingesetzt werden. Eine Zulassung für den Einsatz bei der Katze wird nach Angaben des Herstellers in Kürze folgen.
Anmerkung: in Japan ist das Mittel schon längere Zeit bei der Katze zur Behandlung der FCV (Felines Calicivirus) zugelassen.
Das Mittel ist nur über den Tierarzt erhältlich und wird von ihm per Injektion angewendet. Die Applikation erfolgt je nach Einsatzbereich in unterschiedlichen Dosierungen und Intervallen entsprechend dem Körpergewicht des Tieres und erfolgen i.v. oder s.c. (in die Vene oder unter die Haut). Das Mittel wird vor der Injektion frisch gelöst und ist in Fläschchen mit 5ME und 10ME (Millionen Einheiten) erhältlich.



Spezieller Einsatz bei der Katze ?

Der Einsatz des Interferon omegas bei der Katze resultiert aus diversen internationalen Studien sowohl in Labors als auch in Kliniken und aus Erfahrungswerten. Man kann davon ausgehen, dass sich das Wissen um die Substanz oder ähnliche Produkte in den nächsten Jahren noch erweitern und entwickeln wird.
Wichtige Information: Der mögliche Einsatz bei nachfolgend aufgeführten Erkrankungen und die erwartete Linderung der Symptome oder Heilung ist natürlich von Fall zu Fall unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig (z. B. Art, Dauer, Grad der Erkrankung, Alter, Pflege u. s. w.). Auch sollte und wird die Interferon-Therapie selten als einziges Medikament (Monotherapie) eingesetzt, sondern i. d. R. gleichzeitig mit anderen Medikamenten (z. B. Antibiotika) oder in Zusammenhang mit einer Zahnsanierung bei chronischen Zahnfleisch- und Maulentzündungen (GSO). Eine generelle Aussage über den Erfolg oder eine Prognose über den Heilungsverlauf kann daher nicht gemacht werden. Auch kann ein wiederholter Einsatz des Interferons außerhalb der angeführten Grenzen nötig sein.
Hochgradig an FIP, FeLV oder FIV erkrankte Tiere sind i. d. R. auch mit Interferon omega nicht zu retten (Multiorganversagen etc.) und sollten nach Abwägung des Falles durch den Tierarzt erlöst werden.
Wie die bis jetzt durchgeführten Untersuchungen und Erfahrungen (auch eigene Erfahrungen des Verfassers) zeigen, kann der Einsatz von Interferon omega bei vielen bisher nicht oder schlecht behandelbaren viralen Erkrankungen allerdings Linderung unterschiedlichen Ausmaßes, bis hin zur Heilung erzielen.
Der Einsatz des Medikamentes muss immer dem behandelnden Tierarzt und dessen spezieller Einschätzung des individuellen Falles vorbehalten bleiben.


Derzeitige Einsatzmöglichkeiten bei der Katze mit empfohlenen Dosierungen (Millionen Einheiten/je KG Körpergewicht s.c.):

1.) Feline Parvovirose (FPV, Katzenseuche) (2,5 ME/kg KGW 1 mal tägl. über 3 Tage)
2.) Feline Calicivirose (FCV, beteiligt am Katzenschnupfen-Komplex) (2,5ME/kg KGW 1mal tägl. 1.,3., 5.Tag)
3.) Gingivitis-Stomatitis-Oropharyngitis-Komplex (GSO): (wie 2.), incl. subgingivale InjektionenAnmerkung: beteiligt an der Entstehung des GSO-Komplexes sind virale Infektionen mit z.B. Calici-, Immundefizienz (FIV) -, felinen Spuma- und Herpesviren und sekundäre bakterielle Infektionen
4.) Feline Herpesvirus (FHV-1) wie 2.), oder als Augentropfen 5ME/10ml NaCl-Lösung
5.) FeLV (Katzenleukose) (1ME/kg KGW 1mal tägl. über 5 Tage)
6.) FIV (Katzen-Aids) (wie 4.)
7.) FIP (1ME/kg KGW alle 2 Tage, bis klinischer Besserung, dann z.B. 1mal je Wo)
8.) Immunstimulierend/modulierend (0,5ME/kg KGW Tag 1., 3., 9.)
9.) Prophylaxe (1ME/Kg KGW 1 Tag vor Exposition)
10.) Virale Welpendurchfälle (1ME/kg KGW 1malig, oder wie 1.)



Gibt es Nebenwirkungen oder Risiken der Behandlung ?

Die Nebenwirkungen besonders bei der Katze sind noch nicht genau erforscht, treten aber selten auf. Beim Hund wurde von folgenden möglichen Nebenwirkungen berichtet: Hyperthermie (Fieber), Erbrechen, leichte Abnahme der Blutzellen (Leukozyten, Thrombozyten, Erythrozyten), die nur vorübergehend auftreten.
Während einer Interferon-Therapie sollten Impfungen unterbleiben, ebenso sollten keine trächtigen oder laktierenden Tiere behandelt werden (es liegen keine ausreichenden Untersuchungen darüber vor).
Wie bei allen Medikamenten könnten allergische Reaktionen oder Unverträglichkeitsreaktionen nach mehrfacher Anwendung auftreten.
Beim Menschen werden auch psychische Nebenwirkungen erwähnt, die bei Tieren allerdings nicht beobachtet wurden und vermutlich auf wesentlich höhere Dosierungen und längere Behandlungsintervalle z. B. bei Tumorpatienten zurückzuführen sind.
In Zukunft werden wir weiterführende Untersuchungen, neue positive Wirkungen und auch mögliche unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) offenlegen können.

Nachteil der Therapie mit Virbagen omega ist der hohe Preis. So kann für eine erwachsene Katze nur der Medikamentenpreis für eine Injektion (2,5ME/Kg) um die 100€ betragen. Eine vollständige Therapie mit zusätzlichen Maßnahmen und Diagnostik kostet entsprechend mehr.


Zusammenfassung

Für Tierhalter und Tierärzte ist es erfreulich, dass die Forschung und die pharmazeutische Entwicklung immer wieder neuartige Medikamente auf den Markt bringen. Interferon stellt eine große Bereicherung in den Behandlungsmöglichkeiten viraler Infektionen dar. Allerdings sollte vor zu hohen Erwartungen der Tierhalter oder gar vor Wunderheilungen von massiv an FIP/FIV oder FeLV erkrankten Tieren gewarnt werden.
Bei sachgerechtem Einsatz kann das Medikament sehr hilfreich sein und rechtfertigt auch die höheren Kosten.




Liebe Grüsse, Kordula und gute Besserung an alle kranken Mietzen
 

Raspu

Registriert seit
02.06.2003
Beiträge
89
Gefällt mir
0
Felines Interferon

Hallo Katzenfreunde!

Meine Katze Rasputin hat FIV und ich benutze regelmäßig Interferon. Als Nebenwirkung übergibt sie sich meistens nach der ersten Spritze - danach kann ich nichts mehr negatives feststellen.

Die Schwester meiner Katze hatte auch FIV und starb bereits vor ca. 2 Jahren - etwa 1/2 Jahr nachdem sie ganz offensichtlich erkrankte und hohes Fieber und Gingivitis bekam. Bei ihr reichte die Zeit nur zu einer Interferonbehandlung á 5 Spritzen, da wir zu spät auf Interferone gestossen sind.

Der Immunstatustest von Rasputin zeigt, daß ihr Immunsystem bereits stark angegriffen ist. Sie hat trotzdem sonst keine negativen Erscheinungen und benimmt sich wie eine völlig gesunde Katze (allerdings baut sie bei hohen Temperaturen sehr schnell ab - der Winter tut ihr besser als der Sommer...)

Zu Interferon findet man sehr viel auf dem Netz. Man bezeichnet es gelegentlich als "hartes Medikament", hat Angst vor den "schweren Nebenwirkungen" oder man findet seltsame Aussagen zum Preis. Ich hörte sogar von Nutzern, die anscheinend ca. 200 Euro für 10 ME zahlen. Woanders las ich, daß der Preis 10 Euro pro Spritze betrage...

siehe: http://www.wdr.de/tv/service/tiere/download/2005/0320pdf.pdf

Zum Preis (das ist auch ungefähr der Preis, den ich zahle):
http://www.dooyoo.de/tierarzneimitt...-vet-trockensubstanz-mit-loesungsmittel-5-st/

Die von Virbac empfohlene Behandlung:

http://www.virbac.ch/de/html/pdfs/ResearchUpdateVO_d.pdf

Darin steht auch, woran man erkennen kann, daß die Behandlung nicht anschlägt.

Unter diesen Links findet man weitere Studien:

http://webedit.planix.ch/myimages_virbac/Memento_final.pdf

http://webedit.planix.ch/myimages_virbac/VIR074_Folder_VirOmega_d_final.pdf


Ich führe den Gesundheitszustand von Rasputin auch auf die Behandlung mit Interferon zurück - kann es aber natürlich nicht beweisen. Natürlich kann man an den Studien auch zweifeln - sie wurden schließlich von der Firma erstellt, die das Produkt verkauft. Ich kann mir aber nicht vorstellen, daß die Studien gefälscht wurden, um den Verkauf zu fördern.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig Licht in die Angelegenheit "Felines Interferon" bringen ;-)
 

Axel

Gast
Hallo!
Wir haben durch den schrecklichen Krankheitsverlauf unseres Katers einige Erfahrungen mit Interferon. Die verabreichte Menge kommt auf das Gewicht an. Und abgerechnet wird dann in Einheiten. Unser Kater wog bei Behandlungsbeginn 2,8 kg und die Einheit reichte dann für eine Kur mit 3 Spritzen, die dann 70 € kosteten.
Bei uns spielte der hohe Preis jedoch keine Rolle. Wir wollten das bestmögliche für unseren Kater versuchen. Baypamun und alles andere mögliche ging der Behandlung voraus.
Nun noch seinem Tod gehen wir mit grosser Wahrscheinlichkeit von FIP aus, da auch alle anderen Anzeichen dafür sprachen. Unser TA hat uns auch auf die relativ geringen Erfolgsaussichten aufmerksam gemacht.
Ich möchte hiermit niemanden die letzten Hoffnungen nehmen, jedoch ist es wichtig realistisch zu bleiben. Ich weiss genau wovon ich rede, da wir unbeschreiblichen Schmerz erlitten haben.
Wir behandelten unser Kater mit etwa 15 Spritzen über etwa 4 Wochen. Letztendlich mussten wir ihn aber trotzdem erlösen.
Ich bin gerne bereit genauere Infos (soweit mir das natürlich möglich ist, bin letztendlich auch Laie auf dem Gebiet) über dieses Thema zu geben.
Am besten dann per eMail,

Liebe Grüße,
Axel.
 

Axel

Gast
Leukose

Hallo!
Unsere TA´ in erzählte uns sie habe einmal Interferon bei Leukose eingesetzt mit positivem Ergebnis. Leider weiss ich da dann auch nicht mehr darüber.

Lieber Gruß,

Axel.
 

Mautschi

Gast
Hallo ...


auch wir haben einen Kater der mit Interferon behandelt wird ..
bei Bilbo wurde "Leukose" festgestellt ...die Therapien begannen im Juni ..
er bekam ab Tag 1 ..an 5 Tagen je 1 Spritze ....dann ab Tag 16 ..wieder 5Tage je 1 Spritze ...ab Tag 60 wird er weiter behandelt ...wieder an 5 Tagen je 1 Spritze
der Erfolg war (bis jetzt) super ...:lol: ...Bilbo hat schon wieder 1,3 kg zugenommen ...
wir hoffen das es anschlägt ...8)

ach ja , zu den Kosten ...jede Therapie kostet ....326 €....(aber da ist immer eine Blutuntersuchung enthalten)...

LG iris
 

Gabriele

Registriert seit
23.05.2005
Beiträge
2.577
Gefällt mir
0
Hallo Grizzly,

unsere Trixi ist auch Leukose-positiv. Nachdem das fest stand, riet die TÄ zu einer Interferonkur. Sie meinte, es bestünde eine geringe Chance, dass die Katze mit starkem Immunsystem mit den Viren fertig wird. Sie bekam 5x täglich eine Spritze (Dosierung nach Gewicht). Nach 6 Wochen wurde wieder positiv getestet und eine 2. Kur verabreicht. Da sich daraufhin nichts änderte, unternehmen wir vorerst nichts weiter. Allerdings muss ich dazu sagen, dass Trixi keinerlei Krankheitssymptome aufweist, sie ist vorläufig topfit. So wollen wir weitere Therapien aufsparen, für den Fall, dass die Krankheit zum Ausbruch kommt.
Alles Gute für Söckchen und liebe Grüße
von Gabriele + Pucki + Trixi
 
Thema:

Interferon

Interferon - Ähnliche Themen

  • FIV - Interferon?

    FIV - Interferon?: Hallo zusammen, ich habe mich jetzt mehr oder weniger die letzten 15 Stunden mit dem Thema FIV beschäftigt, da wir gestern Abend die Diagnose bei...
  • Interferon bei Leukose - wer hat Erfahrungen?

    Interferon bei Leukose - wer hat Erfahrungen?: Hallo zusammen, Am Montag musste ich leider mein kleines Baby einschläfern lassen.:cry::cry: Ich war mit ihr beim Tierarzt in Behandlung wegen...
  • Fragen zur Interferon-Behandlung

    Fragen zur Interferon-Behandlung: Hallo zusammen, bin noch ganz neu im Forum. Hab seit dem 01.09.2011 eine kleine BLH zuhause die kleine ist vom 12.06.2011 und ist seit über 6...
  • Interferon welches ist das beste??

    Interferon welches ist das beste??: Es gibt ja viele verschiedene Interferon Spritzen aber mit welchem ist meiner Mini am besten geholfen. Leider kann ich die Links zu dem Thema...
  • Erfahrungen bei FIV: Interferon/Colostrum

    Erfahrungen bei FIV: Interferon/Colostrum: Hallo ihr Lieben, ich bin auf der Suche nach Erfahrungswerten von denen, die eine FIV-Katze zuhause haben, und zwar in Bezug auf a) die Therapie...
  • Ähnliche Themen
  • FIV - Interferon?

    FIV - Interferon?: Hallo zusammen, ich habe mich jetzt mehr oder weniger die letzten 15 Stunden mit dem Thema FIV beschäftigt, da wir gestern Abend die Diagnose bei...
  • Interferon bei Leukose - wer hat Erfahrungen?

    Interferon bei Leukose - wer hat Erfahrungen?: Hallo zusammen, Am Montag musste ich leider mein kleines Baby einschläfern lassen.:cry::cry: Ich war mit ihr beim Tierarzt in Behandlung wegen...
  • Fragen zur Interferon-Behandlung

    Fragen zur Interferon-Behandlung: Hallo zusammen, bin noch ganz neu im Forum. Hab seit dem 01.09.2011 eine kleine BLH zuhause die kleine ist vom 12.06.2011 und ist seit über 6...
  • Interferon welches ist das beste??

    Interferon welches ist das beste??: Es gibt ja viele verschiedene Interferon Spritzen aber mit welchem ist meiner Mini am besten geholfen. Leider kann ich die Links zu dem Thema...
  • Erfahrungen bei FIV: Interferon/Colostrum

    Erfahrungen bei FIV: Interferon/Colostrum: Hallo ihr Lieben, ich bin auf der Suche nach Erfahrungswerten von denen, die eine FIV-Katze zuhause haben, und zwar in Bezug auf a) die Therapie...
  • Schlagworte

    interferon katze

    ,

    ,

    interferon katze kosten

    ,
    interferon bei katzen
    , interferonbehandlung katze, interferontherapie bei katzen nach sarkomop, zylexis einkaufspreis, interferon katze wir schnell wirkt es, , interferonbehandlung bei katzen, interferon kosten, interferon behandlung katze kosten, interferon kosten katze, kosten interferon katze, therapie mit intaferon bei katzen wie teuer
    Top Unten