Freigänger und CNI - eine dringende Empfehlung

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vilma

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Aus aktuellem Anlass würde ich gern eine Empfehlung an alle Dosis aussprechen, die einen Freigänger mit CNI haben.

In den vergangenen beiden Jahren gab es zwei Fälle hier im Forum, in denen CNI-Freigänger von zu Hause losgezogen sind und nicht mehr zurückkamen. Es ist davon auszugehen, daß sie sich zum Sterben irgendwohin verkrochen haben, denn es handelte
sich beide Male um Katzen in einem fortgeschritteneren Stadium der Krankheit, denen es am Tag ihres Verschwindens sehr schlecht ging. Ein Kater ist bis heute nicht nach Hause zurückgekehrt, der andere wurde erst nach ein paar Tagen gefunden, aber jede Hilfe kam letztlich zu spät. :cry:

Deshalb meine dringende Bitte an die Dosis, die CNI-Katzen in dem oben beschriebenen Zustand beherbergen: Lernt aus der Erfahrung anderer und laßt eure Miezen nicht nach draußen, wenn sie körperlich nicht gut beieinander sind. Katzen, die sich krank fühlen, neigen generell dazu, sich zurückzuziehen und zu verstecken, um ihre Schwäche vor der Außenwelt zu verbergen. Es ist auch gut möglich, daß ein geschwächtes CNIchen den Weg nach Hause einfach nicht mehr schafft, selbst wenn es das möchte.

Und wenn eure Katze noch so sehr nach Freigang verlangt - erspart ihr und euch diesen vermeidbaren Kummer und behaltet sie vorsichtshalber drinnen. Ich habe sehr mit den armen Dosis mitgelitten, deren Katzen verschwunden sind, und für die Beteiligten selbst war es sicher die Hölle auf Erden!
 
Ziggie

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Du hast ein sehr bewegendes Thema angeschnitten, bei dem man wirklich zweifeln kann, was für die Katze das Beste ist. Soll man es denn großherzig tolerieren, wenn sich die Katze zum Sterben ganz für sich irgendwohin zurückziehen will? Hier kann man sicher geteilter Meinung sein. Ohne den Menschen (und den Tierarzt) ist ihr Leiden sicher länger und schmerzhafter - aber wenn die Katze es will?
 

Sandra_Luzie

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Und wenn eure Katze noch so sehr nach Freigang verlangt - erspart ihr und euch diesen vermeidbaren Kummer und behaltet sie vorsichtshalber drinnen. Ich habe sehr mit den armen Dosis mitgelitten, deren Katzen verschwunden sind, und für die Beteiligten selbst war es sicher die Hölle auf Erden!
Meine Katze ist zwar nicht krank, aber ich denke, wenn ich ihr in dieser Phase ihren Freigang nehmen würde, wäre sie todunglücklich.

Warum darf man es nicht zulassen, dass sich seine Katze zum Sterben zurückzieht?

Das ist gewiss ein sehr heikles Thema und für die Dosis ist es sicherlich schwer, wenn das geliebte Tier nicht mehr nach Hause kommt. Es aber einzusperren käme für mich persönlich wohl eher nicht in Frage. Wobei ich bei der Wortwahl vorsichtig sein möchte, denn man weiß nie, wie man in bestimmten Situationen reagieren würde.

Gruß
Sandra
 
vilma

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Ich möchte hier aus Rücksicht auf die aktuell betroffene Dosi keine Diskussion entfachen und auch nichts bewerten. Nur darauf hinweisen, daß eine CNI-Katze im Regelfall nicht mal so eben schnell stirbt - wenn sie an CNI eingeht, ist das Ende ohne tierärztliche Hilfe alles andere als kurz und schmerzlos, um es mal schonend auszudrücken. So etwas würde ich keiner Katze antun wollen, egal, wie traurig sie über den entzogenen Freigang sein mag.
 
Ziggie

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Ich möchte hier aus Rücksicht auf die aktuell betroffene Dosi keine Diskussion entfachen und auch nichts bewerten. Nur darauf hinweisen, daß eine CNI-Katze im Regelfall nicht mal so eben schnell stirbt - wenn sie an CNI eingeht, ist das Ende ohne tierärztliche Hilfe alles andere als kurz und schmerzlos, um es mal schonend auszudrücken. So etwas würde ich keiner Katze antun wollen, egal, wie traurig sie über den entzogenen Freigang sein mag.
Eben darum ist es eine moralisch heikle Frage, die jeder für sich entscheiden muss. Gut, dass Du aber noch einmal auf die medizinischen Fakten hingewiesen hast, nach denen man entscheiden sollte.
 

Sandra_Luzie

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Nur darauf hinweisen, daß eine CNI-Katze im Regelfall nicht mal so eben schnell stirbt - wenn sie an CNI eingeht, ist das Ende ohne tierärztliche Hilfe alles andere als kurz und schmerzlos, um es mal schonend auszudrücken. So etwas würde ich keiner Katze antun wollen, egal, wie traurig sie über den entzogenen Freigang sein mag.
Das ist gut, dass du darauf hinweist, wie das Sterben in diesem Fall abläuft. Besitzer gesunder Katzen sind sich dessen nicht so sehr bewusst.

Nur stelle ich mir das sehr schwierig vor, einen eingefleischten Freigänger im Haus lassen zu müssen. Wenn man Kinder hat, steht schon mal eine Tür offen und schwupp ist die Katze weg. Ich schätze, unsere würde regelrechten Terror veranstalten, wenn sie plötzlich nicht mehr raus dürfte.

Trotzdem: Ich hoffe, dass ich niemals vor einer solchen schweren Entscheidung stehen werde.

Gruß
Sandra
 

Sonicx

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Stellt sich mir die Frage wann der Zeitpunkt des Einsperrens gekommen ist?
 
vilma

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Spontan würde ich sagen, wenn die Katze sehr abgebaut hat, wacklig auf den Beinen ist und insgesamt ein schlechter Allgemeinzustand vorliegt... Was ja alles in allem erst im Endstadium der Fall sein sollte.

Mitten in einer akuten Krise würde ich sowieso keine CNI-Katze rauslassen.
 

Thea

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Also wir mußten Tipsi gar nicht einsperren.
Als es ihr im Sommer so schlecht ging, hat sie den ganzen Tag nur geschlafen. Sie lag in ihrem Katzenbett oder ging in den Schuppen in ihre Heukiste.
Sie ist bis dahin ein eingefleischter Freigänger gewesen.
Nach und nach, als sich ihr Gesundheitszustand besserte, wurden die Ausflüge auch wieder ausgedehnter. Erst ist immer jemand von uns mitgegangen auf die Wiese und irgendwann ging Tipsi wieder normal spazieren, wie vor ihrer Erkrankung. Ich glaube, sie konnte sehr gut selbst einschätzen, was sie sich zutrauen konnte und was nicht.
Aber das ist sicherlich auch von Katze zu Katze unterschiedlich.
 
vilma

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Der Thread ist ja schon etwas älter und vielleicht ist im Eingangsposting nicht so ganz rübergekommen, um was es mir ging.

CNI im Endstadium führt bei einer Katze in der Regel zu keinem bequemen oder angenehmen Tod. Bei einer bereits geschwächten, körperlich verfallenen CNI-Katze mit hohen Werten können innerhalb kürzester Zeit Untertemperatur, urämisch bedingte Krampfanfälle, Unfähigkeit zu urinieren usw. auftreten. Die Katze kann ebenso ins Koma fallen. Meinem Verständnis von Tierliebe entspräche es nicht, einer Katze, die sich CNI-bedingt in einem desolaten körperlichen Zustand befindet, Freigang zu gewähren, wenn ihr die o.g. Dinge zustoßen können.

Selbst wenn diese nicht eintreten, ist es möglich, dass geschwächte CNIchen sich verstecken und in ihrem Versteck durch Futter- und Wasserentzug noch kränker werden. Ob sie dann noch in der Lage sind, selbständig nach Hause zu finden, sei dahingestellt.

Folgendes schreibt Helen dazu auf ihrer Website:

Weglaufen
Wie im Kapitel Symptome erwähnt, ist es natürlich für Katzen sich zu verstecken, wenn sie sich nicht wohlfühlen: Es ist ein Selbstschutz gegen Raubtiere. Manche Katzen, deren Ende naht, gehen da sogar noch einen Schritt weiter, und es kommt vor, dass sie sogar von zu Hause wegrennen und sich verstecken, wenn sie Freigang haben. Selbst eine Katze, die immer nur im Haus war und normalerweise nie ein Interesse an der Welt draußen zeigte, kann die Gelegenheit ergreifen, wenn sie sich ergibt, und rauslaufen.
Ich wiederhole, es handelt sich hier um einen Instinkt. Die Katze sucht einen Ort geschützt vor Raubtieren, aber leider kann das auch bedeuten, dass ihre Menschen sie nicht mehr finden und dass diese Katze einen einsamen und vielleicht auch unbequemen Tod erleidet. Bei Katzen, die überleben und nach Hause zurückkehren, kann der Futter- und Flüssigkeitsmangel während ihrer Abwesenheit eine ohnehin schon kranke Katze noch kränker machen.
Wir machten diese Erfahrung mit Thomas: Normalerweise ging er alleine nach draußen. Aber an seinem letzten Morgen führten wir ihn an einer Leine hinaus, um ihm eine letzte Gelegenheit zu geben, seinen Garten zu riechen. Er versuchte wegzurennen und hätte auch Erfolg gehabt, wäre er nicht an der Leine gewesen.

Da es furchtbar ist nicht zu wissen, was Ihrer geliebten Katze zugestoßen ist, empfehle ich Ihnen daher, lassen Sie Ihre Katze nicht alleine nach draußen wenn Sie befürchten, dass das Ende nah ist. Führen Sie sie auf jeden Fall an einer Leine raus, und bitte machen Sie nicht den Fehler zu glauben, dass Ihre Katze zu schwach ist sich zu bewegen. Sie könnten eine wirklich böse Überraschung erleben.


http://www.felinecrf.info/die_letzten_stunden.htm
 

Rotelola

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Freigänger und CNI

Ich musste meinen Kleinen gestern über die Regenbogenbrücke führen.:cry: Er war Zeit seines Lebens begeisterter Freigänger - aber er hat wohl gegen Ende seiner CNI-Erkrankung selbst gemerkt, dass es besser ist, sich nicht zu weit vom Haus zu entfernen. Sein mühevoller Weg ging nur noch 2-3 Meter in den Garten von wo er jederzeit wieder hereingetragen werden konnte. Ich denke, unsere Tiere merken mehr als wir ihnen zutrauen!
 

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