Frage zu Nierenversagen bzw - insuffizienz

Diskutiere Frage zu Nierenversagen bzw - insuffizienz im Harnwegserkrankung Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo Unser Kater Shirkan ist jetzt schon 2 Wochen Tod. Er war nierenkrank. Ich möchte Euch mal ein paar Fragen dazu stellen, da ich mit dem...

Pascal

Gast
Hallo

Unser Kater Shirkan ist jetzt schon 2 Wochen Tod. Er war nierenkrank. Ich möchte Euch mal ein paar Fragen dazu stellen, da ich mit dem Krankheitsverlauf noch immer nicht klarkomme.

Also ich erzähle mal die Ganze Geschichte von vorne an, auch wenn das vielleicht noch nichts damit zu tun hat.

Vor ca. 6 Wochen hatte unser Kater Shirkan, 13 Jahre alt, starken Harndrang. Er lief im Minutentakt auf's Katztenklo. Es kam aber kein Urin.
Da schauten wir uns 2 Tage an und gingen dann zur TÄ. Diese hat nicht besonderes festgestellt, sie vermutete Blasenentzündung und verschrieb ihm 4x 1/4 Antibiotika. Danach urinierte er auch wieder normal.

Eine Woche später waren wir dann beim TA, weil ihm ein Eckzahn ausgefallen war, der noch an einem "Fädchen" im Mund hing. Der Zahn wurde entfernt. Es war nichts entzündet, alles i.O. Zur Vorbeugung bekamm Shirkan noch eine Antibiotikasprutze. Auf die Frage, ob sonst alles i.O ist, sagte meine Frau dass der Kater etwas viel dinkt. Da Shirkan vor einem jahr schonmal leicht erhöhte Nierenwerte hatte, machte die TÄ ein großes Blutbild und 4 Tage später wurden wieder leicht erhöhte Werte festgestellt. Wir holten Waltham Nierndiät vom TA mit und
Shirkan bekamm in den folgenden 4 Tagen 1/4 Tabl. Fortekor, um den Blutdruck zu senken.

Shirkan nahm das Diätfutter direkt an, bis er dann plötzlich gar nicht mehr fraß. Das fiel uns nach 2 Tagen bewusst und wir gingen wieder zum TA. Jetzt kommt das für mich absolut unbegreifliche. Die wiederum gemessenen Nierenwerte lagen ausserhalb des Messbereichs, Harnstoff > 300 und Kreatinin >10.

Shirkan bekam sofort stätionär Kochsalzinfussionen zur Nierenspülung, insgesamt 4 Tage lang, der Harnstoffwert war danach unverändert, der Kreatininwert 5.8, also immer noch schlecht.

Jetzt bekam er ca. 10 Tage lang 100 ml Kochsalzlösung subcutan gespritzt (also unter die Haut), dabei war uns unser Nachbar sehr behilflich, wir hatten es einfach nicht fertiggebracht. In dieser Zeit wechselten wir auch den TA, der die subcutane Behandlung fortführte.
Gleichzeit ernährte ich Shirkan künstlich, weil er ja nichts mehr fraß und auch nicht mehr drank. Ich bekam vom Arzt hochkonzentrierte Nährstoffpaste mit. ausserdem besorge ich mit noch ein Aufbaupulver, welches ich Shirkan als Brei mit einer spritze verabreichte ( ehemals von Troofizon, jetzt vertrieben von Cat's Country), ausserdem bekam er täglich 1x Fortekor (auf mein Verlangen, aber mit Absicherung vom TA)

Leider brachten diese subcutanen Spritzen überhaupt nichts, nach der Bahandlung von 10 Tagen waren die Kreatininwerte wieder auf >10.

Neben der künstlichen Ernöhrung machte ich mich auf dem Gebiet der Hoöopathie schlau und besorgte die entsprechenden Sachen, welche ich dann auch in der entsprechenden Dosis verabreichte. (Arsenicum album, Lespedeza capitata, Solidago, Berberis vulgaris)
Der TA konnte nichts mehr tun.

Leider stellte sich keine Besserung von Shirkans Befinden ein. Da half auch keine Bitten, Betteln, Schreien oder Heulen!
3 Tage vor Shirkans Tod ging er zosugagen auf den Hinterbeinen im Entengang. Er ging auf den ganzen Füssen ! Ein Tag später waren die Hinterbeine wie gelähmt. Er konnte gar nicht mehr gehen.

Die Nacht darauf konnten wir es nicht mehr mit ansehen. Er hatte ja schon Tage nichts mehr selbständig gegessen und gedrunken, hatte schon 2 Tage nicht mehr uriniert. Nicht nur die Hinterbeine waren durch den Harnstoff, der das Nervensystem beeinflusste, larmgelegt. Er hatte auch Probleme beim Schlucken und Atmen. Als er dann Nachts um 2 Uhr angefangen hat, unaufhörlich zu wimmern, rief ich sofort die TÄ an. Sein kleines Körperchen war ganz schlapp, die Augen weit aufgerissen.
Um 2:30 wurde er erlöst!

Ich möchte vermeiden, dass obiges jetzt etwas hart klingt. Es ist ja nacherzählt. Diese 3-4 Wochen waren die traurigsten und schmerzhaftesten in unserem Leben. Wir haben alles getan, was in unserer Macht stand. Leider reichte dies nicht aus. Wir verstehen das ganze bis heute nicht und werden es wahrscheinlich auch nie richtig begreifen. Shirkan ist wie gesagt jetzt 2 Wochen tod.

Was soll man jetzt davon halten.

Wie kann es sein, dass die Nierenwerte trotz Behandlung von leicht erhöht auf unmessbar steigen, und dass in einer Woche. Das ist eigentlich meine Hauptfrage.

Es war doch nie im Leben eine chronische Niereninsuffizienz, sondern ein Nierenversagen. Shirkan hat im Endeffekt doch innerhalb 3 Wochen stetig abgebaut, trotz Behandlung. Hat da jemand Fehler gemacht ? Ich frage mich heute, warum eigentlich niemals die Ursache erforscht wurde. Kein Röntgen, keine Urinuntersuchung, kein Ultraschall. Es koennte doch z.B sein, dass nur eine Zyste oder ähnliches auf die Nieren drückte und dass die Nieren ansonsten i.O waren.

Kann mir dazu jemand was sagen. Ist der Krankheitsverlauf "normal" oder ist da irgendwo Mist gebaut worden.

Dass Katzen nur 30 % ihrer Niere brauchen, weiss ich! Trotzdem verstehe ich nicht, wie das Ende so abrupt kommen konnte !

Dankeschön im Voraus und Grüße

Pascal
 
18.08.2002
#1

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Gast

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SilVi

Gast
Hallo Pascal!
Vor einem Jahr musste meine Katze (16) auch wegen Nierenversagen (und, in ihrem Fall, Leberatrophie) eingeschläfert werden. :cry: So kenne ich die ganze Sache viel zu gut: die Infusionen (dafür war ich zuständig, heul! :(), die künstliche Ernährung, usw.

Das Hauptproblem bei Niereninsuffizienz ist, dass sobald die ersten Symptome auftreten, schon 66%-75% der Niere(n) gar nicht mehr "arbeitet". Daher kann man nur versuchen, das Leben ein bisschen zu verlängern... solange es noch lebenswert ist.
Bei meiner Katze war es so, dass die Werte nach der ersten Behandlung (Infusionen, usw. - sie hatte wie gesagt auch Leberprobleme) etwas besser wurden, aber trotzdem noch gar nicht so gut. Das war Ende Juni 2001. Da meine Eltern den Sommer in unserem Landhaus verbringen (die Katze war immer mitgefahren in all den Jahren), beschlossen wir, sie Ende Juli auch mitzunehmen (früher war es nicht möglich, da meine Oma im Krankenhaus lag). Auf dem Land ging es ihr anfangs besser, doch jetzt frage ich mich, ob das vielleicht nur ein "Schwanengesang" gewesen sei, denn ca. 2 Wochen später verschlechterte sich ihr Zustand innerhalb einer Woche so schnell, dass wir halt keine Alternative mehr hatten (am Ende erbrach sie sich sogar auch, wenn sie aufs Klo ging, weil die Anstrengung für sie zu groß war).
Ich bin zwar keine Expertin, habe aber eben (leider) eine direkte Erfahrung und kann Dir bestätigen, dass auch bei meiner Katze alles am Ende so schnell ging (bei ihr war auf jeden Fall auch ein Ultraschall gemacht worden, deshalb bestand kein Zweifel, worum es sich handelte. Ich weiß nicht, was für Symptome Nierenzysten verursachen können. Aber wenn die Werte so hoch sind, kann man vielleicht ohnehin eine Niereninsuffizienz diagnostizieren? :?).

So, das war's... ich hoffe, das kann Dich/Euch wenigstens ein bisschen trösten? Ich kann auf jeden Fall sehr gut nachempfinden, wie Du Dich dabei fühlst... In 2 Tagen wird es übrigens ein Jahr sein, seitdem mein Schätzchen uns verlassen hat... :cry: :cry: :cry:

Traurige Grüße

Silvia
 

Pascal

Gast
Hallo Silvia,

ich fühle mit dir. Nicht war, man kann so etwas kaum begreifen...

mit der Zyste, das war jetzt nur ein Beispiel. Ich wollte damit nur betonen, dass die Ursache gar nicht untersucht wurde. Die Ärztin sagte halt, in diesem Stadium ist die Ursache uninteressant. Das wichtigste ist jetzt, die Werte runter zu bekommen.

Wir müssen uns wohl alle damit abfinden, dass unsere Lieben uns meistens vor uns verlassen. aber das Wichtigste ist, sich an die schönen Zeiten zu erinnern und im Herzen für immer vereint zu sein.

Danke und Grüße

Pascal
 

Fischkopf

Gast
Hallo Silvia und Pascal,

Ich verstehe gut, wie ihr euch fühlt.
Mein Kater Louis ist mit 12 Jahren auch an Nierenversagen gestorben. Er hatte genau dieselben Symptome, wie ihr sie beschreibt. Das Schlimmste war für uns zu sehen, wie er verfiel. Zum Schluß schleppte er den ganzen Hinterkörper nach. Unser Tierdoc hat gesagt, daß das Problem oft erst viel zu spät sichtbar wird. Louis' Werte waren dann schon so schlecht, daß er mir nach 2wöchiger erfolgloser Behandlung klar sagte, daß ich ein sterbendes Tier im Arm habe. Er sagte, daß der größte Teil der Nieren bereits versagt hätte, so daß es nur noch eine Frage von Tagen sein würde, bis der ausgezehrte Körper sich selbst vergiftet hätte. Wir haben ihn dann schweren Herzens erlöst...

Was bleibt, ist Fassungslosigkeit - wie konnte er so krank werden, ohne daß wir etwas gemerkt haben?? Darauf gibt es keine Antwort. Er hatte einen ersten "Schub" (wie wir erst jetzt wissen), der sich nur durch mehrfaches starkes Erbrechen und Appetitmangel bemerkbar machte. 2 Tage Magenmedikamente, und er war wieder der Alte! Er lief im Garten rum und war wie immer. 4 Wochen lang, dann ging es wieder los, wieder erst mit Brechen, dann kam der ganze Rest... Möglicherweise war das Futter ein bißchen mitschuldig - er hatte immer KitteKat bekommen, wir wußten es damals noch nicht besser.

Vielleicht sind alle unsere toten Katzen Schutzengel für die, die wir jetzt haben.

Martina, Miss Sophie und Batman
 

Dobby & Co

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Pascal, das ist ja schrecklich und traumatisch, was Ihr und Shirkan mitmachen mußtet. Das tut mir sehr leid. Leider kann ich Dir die Fragen auch nicht beantworten, aber vielleicht findest Du hier einige Antworten: www.loetzerich.de unter "Lucas Geschichte".

Liebe Grüße
Alex
 

Pascal

Gast
Danke nochmal für die Interessanten Beiträge. Es scheint echt eine verflixte Sache zu sein, das mit den Nieren.
So etwas dürfte es eigentlich gar nicht geben !!!

Danke an Dobby für den Link. Das war eine sehr interessante Geschichte.

Grüße

Pascal
 

mondkind

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Nach einem Virus im September 2004 war mein Kater (nun fast 16-jährig) herzkrank. Am Samstag ging es ihm dann auf einmal zunehmends schlechter, so daß ich Sonntag Früh die Tierärztin aus dem Bett klingelte. Aufgrund der Anzeichen tippte sie auf Nierenprobleme, worauf ich mich natürlich dann sofort ins Netz begab und so zu dieser Seite kam. Der Bericht von Pascal über Shirkan machte mich doch schon sehr nachdenklich und betroffen - ich wollte (wie sicher jeder andere auch) natürlich alle "unnötigen" Schmerzen von meinem Kater Ritchie abwenden. Ich traf mich mit der Tierärztin kurz darauf, sie gab ihm Infusionslösung, die leider so gut wie keine Reaktion bei dem Vierbeiner auslöste. Am Montag sollte er dann die 2. Infusion erhalten, hatte aber den ganzen Tag nichts gegessen, sodaß wir den auf Dienstag angesetzten Bluttest bereits am Montag durchführten. Nochmals las ich hier nach.. zog mir alle erhältlichen Werte heraus und notierte, was ich kriegen konnte. Mein Kater verzog sich ständig.. fraß nicht.. wollte nur seine Ruhe. Er tat mir unendlich leid und ich merkte, er wollte einfach nicht mehr. Ich telefonierte noch mit einer Krankenschwester, um mir selbst ein kleines Bild machen zu können, was da im Falle einer Nierenerkrankung auf mich zukommt. Ich wollte mich nicht nur der Entscheidung meines Tierarztes hingeben, obwohl ich große Stücke auf sie halte, aber ich wollte wissen, um was es geht - wenigstens soviel ich in dieser kurzen Zeit tun konnte.

Immer wieder beobachtete ich meinen Kater, streichelte ihn und versuchte, ihn zum Fressen zu bewegen. Im Grunde stand mein Entschluß kurz vor dem Termin beim Tierarzt dann aber fest: ich werde ihn nicht mehr lebendig mit nach Hause nehmen. Die täglichen Medikamente aufgrund seines Herzens, die ich ihm schon spritzen mußte da er sie freiwillig meist nicht einnahm, waren eine tägliche Tortur. Sobald es anfing zu dämmern, verkroch er sich bereits. Selbst wenn wir ihn dieses Mal noch über den Berg bekommen, er würde mehr Medikamente benötigen und es würden weitere Untersuchungen sowie Behandlungen von Nöten sein. Es mußte für ihn grausam sein, zumal er schon einen Horror vor dem Autofahren hatte.

Die Ergebnisse des Bluttests wurden nach meinem Eintreffen in der Praxis telefonisch angefragt, da sie noch nicht schriftlich vorlagen. Zu unser aller Erstaunen lag der Nierenwert bei 2,1 - bis 2,0 wäre der Normalbereich. Es lag also nicht an den Nieren. Aber die Leberwerte waren im Kontrolldurchgang, wobei der 1. Durchlauf ergab, daß die Zellen wohl verändert sind und alles deutete auf ein Leberkarzinom hin.

Es ist sehr schwer, in diesem Moment die Antwort auf die gestellte Frage "Soll ich ihn wirklich einschläfern?" zu geben - jeder wird mir das bestätigen. Im Grunde habe ich die bereits seit 1,5 Jahren auswendig gelernte Antwort gegeben: "Ja". Nochmals wollte ich ihm einen wochenlangen Kampf ums Überleben nicht zumuten.

Dann war es eine Sache von Minuten, er schlief friedlich auf meinem Arm, eng an mich gedrückt, ein und ich merkte, wie auch ich langsam ruhiger wurde. Irgendwo doch froh, daß die Torturen der letzten 1,5 Jahre nun zu Ende sind, froh, zu wissen, daß ihm doch sehr, sehr viele Schmerzen nun erspart blieben und er nun gut aufgehoben ist, denn: sein Herz war nun bereits stark geschädigt. Es wäre sehr fraglich gewesen, ob er die Untersuchungen und Behandlungen überhaupt überlebt hätte. Aber zu letzt hätte ihn der Krebs dann mit Sicherheit besiegt. Dafür war sein Zustand einfach zu schlecht.

Alles war nun gestern.. es ist alles noch sehr frisch und ich bin irgendwie noch etwas "neben mir". Aber ich bin auch erleichtert. Ich war froh, hier eure Berichte und teilweise tröstenden Worte lesen zu können auch wenn mein Kater nun letztendlich nicht wegen der Nieren starb.

Ein Danke an alle Schreiber und ich wünsche jedem - 2- und 4-Beiner - alles Gute!

Liebe Grüße,
Marion
 
pünktchen

pünktchen

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Hallo Marion,

es tut mir leid für deinen Ritchie, ich trauere mit dir.
Du hast bestimmt alles für ihn getan, und durch deinen letzten Liebesdienst hat er nun keine Schmerzen mehr und kann im Regenbogenland mit den anderen Plüschis spielen.
Ich kann auch deine Erleichterung -trotz der Trauer- verstehen.
Mein Sternenkater Romeo war 3 Jahre krank.....
Ich wünsche dir viel Kraft
Antje
 

mondkind

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Liebe Antje,

danke dir für deine lieben Worte! Wie ich sehe, hast du deine beiden aber auch recht kurz hintereinander verloren.

Wenn ich mich hier etwas besser durchgearbeitet hab, versuch ich auch mal, ein Foto reinzusetzen :-)

Liebe Grüße,
Marion
 
pünktchen

pünktchen

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Wie ich sehe, hast du deine beiden aber auch recht kurz hintereinander verloren.
Ja, es war eine sehr schlimme Zeit.
Die Zwei waren Geschwister, die sehr eineinander gehangen haben und in dem Seniorenalter ...... wenn dann der erste geht, geht der zweite bald hinterher :cry:

Wenn ich mich hier etwas besser durchgearbeitet hab, versuch ich auch mal, ein Foto reinzusetzen :-)

Liebe Grüße,
Marion
Viele Fragen werden unter FAQ beantwortet und ansonsten helfen wir gerne.

Alles Liebe für dich
Antje
 

mondkind

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Nun bin ich sozusagen "Witwe" - am 25.07.2008 habe ich nun auch noch meine Nine einschläfern müssen. Eigentlich begann alles fast harmlos und deutete für mich eher auf ein Hüftleiden hin. Niemals kam ich auf die Idee, daß ihre Niere nicht mehr bzw. kaum arbeitete. Am vergangenen Wochenende fiel es mir besonders auf, sie lief sehr komisch. Ich grübelte.. schob es aber am Sonntag noch aufs Alter, immerhin war sie bereits 18,5 oder gar 19 Jahre. Da ich sie aus dem Tierheim hatte, kann ich das so genau nicht sagen.

Jedenfalls rief ich gleich am Montag Früh bei der Tierärztin an und bekam einen Termin auf Donnerstag. Mittwoch wollte sie dann nicht mehr richtig fressen und ich mußte meinen einstigen Nimmersatt schon regelrecht überreden, irgendwas zu sich zu nehmen. Im Kühlschrank und in der Küche türmten sich sämtliche Leckereien, angefangen von Gourmet-Schälchen über Sheba-Menüs und Leberwurst bis hin zu Thunfisch, gekochtem Schinken und frischem Hackfleisch. Von letzerem nahm sie dann ein paar Happen. Ich kochte ihr noch Hüherbrühe und pürierte das Fleisch. Die Brühe trank sie wohl sehr gerne, die schien zu schmecken.

Der Besuch am Donnerstag Mittag dann bei der Ärztin griff dann eine schlecht arbeitende Niere auf. Meine Nine bekam noch Infusionen und man nahm ihr Blut ab. Tapfer und ohne einen Mucks ließ sie alles über sich ergehen. Wir vereinbarten, daß ich mich um die Mittagszeit am nächsten Tag melde. Bis dahin müßten die Blutwerte da sein und dann könnte man weiter entscheiden.

Die Nacht war für mich sehr unruhig. Ich machte mir große Sorgen. Nine schien jedoch zu schlafen. Tief und fest. Da sie auch schon ein paar Jahre nichts mehr hörte, war dies hier wohl eher nun ein Vorteil.

Leider wollte sie nach wie vor nicht wirklich was fressen und mittlerweile auch fast nichts mehr trinken. Entgegen der Vereinbarung rief ich um 10 Uhr in der Praxis an und bat um einen Termin. Ich konnte nicht mehr warten und hatte das Gefühl, daß es meiner Katze immer schlechter ging. Trotz der Infusionen, die sie eigentlich etwas aufbauen hätten sollen.

Als ich gegen 13 Uhr ins Wohnzimmer kam, suchte ich erstmal nach meiner Katze. Überall hatte ich ihr auf dem Boden Liegeplätze mit Fell, dicken Kissen und Decken oder Handtüchern eingerichtet sowie Sitzkissen als Toilette, da sie nicht mehr in der Lage war, über den Rand der Katzentoilette zu steigen. Aber nirgends konnte ich sie sehen. Plötzlich entdeckte ich sie: ich hielt es ja fast selbst nicht für möglich, aber meine Nine lag auf der Couch auf meinem Platz und schlief!

Auf einmal schaute sie auf.. schnell brachte ich ihr wieder diverse Leckerbissen und wärmte ihr ein wenig der Hühnerbrühe auf. Diese schlabberte sie sofort und mir wurde richtig warm uns Herz! Eilig holte ich das Hackfleisch, wärmte es etwas in meinen Händen und gab ihr davon. Erstaunlicherweise fraß sie sogar noch davon!

Voller Freude ging ich um 16 Uhr zum Tierarzt. Sind wir wohl doch noch um den letzten Gang für dieses Mal herumgekommen!

Bereits an der Türe wurde ich von der Helferin abgefangen.. "Wir gehen gleich nach hinten durch..." Ich konnte es nicht fassen. Natürlich war mir gleich klar, was das zu bedeuten hatte. "Die Blutwerte sind miserabel, oder?" fragte ich im Laufen. "Die Ärztin wird sofort kommen und Ihnen alles erklären" Ja, sie durfte nichts sagen. Aber ich wußte auch so Bescheid.

Als die Ärztin den Raum betrat, erzählte ich ihr gleich von dem Erfolg.. und daß Nine etwas gefressen und getrunken hatte.. und sogar auf der Couch lag. Aber es half nicht wirklich. Im Grunde wußte ich, daß es nichts an der Tatsache änderte. Der Nierenwert war bereits über 10. Unvorstellbar sagte die Ärztin, die Katze sähe dafür super aus. Sie hätte selbst nicht gedacht, daß es bereits so schlimm wäre.

Angesichts des Alters und dieses enorm hohen Wertes, was genau genommen schlußendlich dann eine Frage von Tagen gewesen wäre, nickte ich der Ärztin nur noch zu. Ich spürte, wie sie mit mir fühlte. Sie hasste diesen Bereich ihrer Arbeit.

Auch Nine hielt ich, wie bereits meinen Ritchie vor 2,5 Jahren, in ihren letzten Minuten auf dem Arm bis alles vorbei war.

Nine war 17,5 Jahre ein Teil von mir... im Grunde die Hälfte meines Lebens. Nun hat sie ihre letzte Ruhestätte in unserem Garten, neben Ihrem Gefährten Ritchie und unserem Hund Rocky, der vor knapp 4 Wochen von uns ging....

Immer wieder frage ich mich, woran man so eine Krankheit erkennt. Nun habe ich die 2. Katze wegen den Nieren verloren. Sind sie vielleicht wirklich im Alter diesbezüglich sehr anfällig? Gibt es hier Vorsorgemaßnahmen?
 
Eldarion

Eldarion

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Hallo Mondkind,:cry:

wie liebevoll Du vom Abschiednehmen Deiner Nine erzählst. Wie Du die Kraft besessen hast, sie gehen zu lassen, obwohl bei Dir die Hoffnung noch einmal aufgekeimt war. Du hast ihr wirklich einen letzten Liebesdienst erwiesen.

Liebe Nine, lass' es Dir gut gehen im Regenbogenland. Dort wirst Du Deinen Freund Ritchie wiedertreffen und alle unsere Fellnasen, die auch schon dorthin gegangen sind.

Traurige Grüße:cry:
 
vilma

vilma

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Lieber Pascal,

du bekommst auf Tanyas Website www.felinecrf.info viele Antworten auf deine Fragen. Chronische Niereninsuffizienz endet letztendlich immer in einem totalen Nierenversagen, wenn die Katze nicht vorher erlöst wird. Diese Krankheit ist progressiv und nicht heilbar. Ich denke, ihr habt alles getan, was man tun konnte. Ob es sich bei deiner Katze um Nierenzysten oder Schrumpfnieren oder noch etwas anderes gehandelt hat, hätte röntenologisch abgeklärt werden können, aber es hätte trotzdem keinen Unterschied gemacht - die Nieren waren irreparabel kaputt, wie auch die Werte bestätigt haben.

Leider ist das Ende bei CNI immer ein trauriges... ich habe das auch schon durch. Es tut mir sehr leid für dich.

Alles Gute!

EDIT:
Im CNI-Forum findest du sehr viele Erfahrungsberichte und Informationen. Lies doch mal quer.
 

mondkind

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Liebe Gaby!

Ich danke Dir für Deine lieben Worte.. auch an meine Nine :-)... und Deine Bestätigung.

Liebe Grüße,
Marion
 

Renate61

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Auch ich möchte dir sagen wie leid es mir tut.
Unsere Sternenkatze Mimi bekam schon nach wenigen Wochen als sie aus dem TH zu uns kam epileptische Anfälle.Die Tä vermutete gleich eine Anomalie der Nieren da sie schon beim abtasten eine Deformierung spürte:cry:
Die Blutwerte waren sehr schlecht und beim Ultraschall stellte sich heraus das nur noch eine Niere da war und die auch schon erheblich geschädigt:(
Mit Diätfutter und häufigen Infusionen haben wir noch ein Jahr mit ihr verbringen dürfen bis letztendlich doch ein Nierenversagen auftrat.
Wir vermissen sie sehr!!
 

mondkind

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Liebe Renate,

ich danke auch Dir für Deine Anteilnahme. Ist schon komisch, ich bin eigentlich selten im Forum. Aber an diesen beiden Ereignissen war das mein erster Weg.

Ist irgendwie tröstend zu wissen und auch hier immer wieder zu lesen, daß es viele gibt, die in einem Haustier nicht "nur" ein Tier sehen, sondern ein Familienmitglied und die dann auch nachempfinden können, wie man fühlt.

Manchmal stelle ich mir vor, die sitzen alle irgendwo da oben auf einem Stern (so, wie ich es meinem Sohn immer erkläre, wer stirbt, wird zu einem Sternchen und kann dann von da oben runterkucken. Der hellste Stern ist immer der, der nun als letztes gehen mußte), schauen auf uns runter und kriegen mit, wie wir hier kommunizieren :-) Da hätten sich deine Mimi und meine Nine und die ganzen anderen Sternentiger sicherlich einiges zu erzählen!

Liebe Grüße,
Marion
 
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Frage zu Nierenversagen bzw - insuffizienz

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