FIV positive Katze in eine bestehende negative Katzengruppe integrieren?

Diskutiere FIV positive Katze in eine bestehende negative Katzengruppe integrieren? im Infektionskrankheiten Forum im Bereich Katzenkrankheiten; vielleicht hat hier Jemand eine Idee: ich habe aus einem landwirtschaftlichen Hof einen Kater, der dort schon länger aber ohne Besitzer lebt, zum...
Mietzekatz13

Mietzekatz13

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vielleicht hat hier Jemand eine Idee: ich habe aus einem landwirtschaftlichen Hof einen Kater, der dort schon länger aber ohne Besitzer lebt, zum Tierarzt gebracht, weil er viel trinkt. Wir füttern dort die Katzen schon seit längerem und vor 3 Wochen ist leider erst eine an Nierenversagen gestorben. Der Tierarzt hat sofort ebenfalls eine Niereninsuffizienz festgestellt. Da ich ihn
mit dieser Diagnose natürlich nicht mehr dorthin bringen konnte, habe ich ihn zu mir genommen. Der TA schlug einen Leukose u. FIV-Test vor. Leider ist er FIV positiv. Wir haben zuerst den Elisa-Test (Schnelltest) gemacht, der war positiv, dann den PCR-Test, der war negativ und dann noch den Western Blot, der war leider wieder positiv und zwar auf 3 Antikörper, der TA hat gemeint, der ist ganz sicher. Jetzt bin ich etwas ratlos, was ich machen soll. Ich habe ihn vorläufig bei mir im Wohnzimmer, aber das ist natürlich keine Dauerlösung und füttere ihm Nierenfutter und Medikamente. Ich habe auch schon Plakate aufgehängt, dass ich einen lieben Platz für ihn suche, aber es interessiert sich leider keiner, was ich eh verstehe, wer will schon gerne eine kranke Katze. Ich habe ein Haus mit gesichertem Garten, aber leider bereits 14 Katzen (alles Findelkinder), bei so vielen habe ich schon Sorge, dass sie sich anstecken können. Soll ich es doch riskieren, evtl. nur wenn wer zuhause ist um Konflikte sofort lösen zu können? Freue mich über jeden Ratschlag!
 
28.04.2022
#1

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Gast

Pat

Pat

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Hallo und herzlich willkommen hier im Forum! ::w

Über alles was zum Thema FIV wichtig ist zu wissen, hast du ja bereits sicher schon in dem von Rosi eingestellten Link gefunden.

Ich selbst habe auch bereits 2 x einen ehemaligen Streuner-Kater aufgenommen, der mit FIV infiziert war.

Unser erster Kater "Toni" kam auch von einem Bauernhof und hatte sich schon als Kitten auf einem anderen Bauernhof in der Nachbarschaft einquartiert .... dieser Bauernhof wurde nicht mehr landwirtschaftlich bewirtschaftet und war nur noch als Wohnhaus mit Unterstellplatz in den Scheunen für Mietobjekte benutzt, bzw. die Wohnungen vermietet .....der Bauer mit seiner Familie wohnte auch auf dem Hof, daher war bekannt, ab wann sich der Toni dort als Kitten angesiedelt hatte..... und wir konnten dadurch sein ungefähres Alter gut abschätzen.
Als der Toni dann ca. 7 Jahre dort lebte, hat ihn unsere Tochter dort kennen gelent und mit dem "Ergebnis", das er dadurch zu uns umzog , schwerst abgemagert und total krank, mit offenen wunden Pfoten.

Bei uns ergab sich dann der Befund FIV und wir haben ihn nicht nur gesund gepflegt, sondern bei uns für immer aufgenommen, obwohl wir zu der Zeit bereits schon 2 gesunde Katzen und 1 Hund hatten ....... die Zusammenführung lief problemlos .... und Toni hat dann noch gut 7 Jahre bei uns, bei reiner Wohnungshaltung zusammen mit den anderen Katzen bei uns gelebt.
Als er dann gut 14 Jahre alt war, brach bei ihm FIV akut aus, das zeigte sich in nicht mehr stillbar und nicht behandelbarem extremen Durchfall.
Das war dann so extrem, da mussten wir ihn schweren Herzen erlösen lassen.

Wir haben dann unsere beiden anderen Katzen genau testen lassen, aber keine der beiden hatte sich mit FIV angesteckt.

Einige Jahre später liefen uns dann 2 Kater zusammen zu, die ( wie wir später ermitteln konnten, Wurfgeschwister waren ) zu der Zeit vom Tierschutz und Tierarzt auf ca. 3 - 5 Jahre alt waren. Beide waren unkastriert und mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit seit ihrer Geschlechtsreife zusammen als Team unterwegs gewesen ..... vermutlich von dem "Geburtsort" von den dort auch noch lebenden älteren potenten Katern vertrieben worden.

Einer der beiden Kater war schwer verletzt und kaum noch in der Lage, sich durch "Beute" zu fangen, zu ernähren ..... daher hatten sich wohl auch beide bei unserer Igel-Futterstelle eingefunden und konnten von uns mit einer Lebendfalle eingefangen werden.
Beide haben wir sofort kastrieren und untersuchen lassen ..... dabei stellte sich heraus, das einer der beiden ( Moritz ) mit FIV infiziert war.
Sein Kumpel Flecki war ja nun bereits einige Jahre unkastriert mit ihm zusammen, durch das beide unkastriert waren, blieben sicher bisher auch keine "Rivalenkämpfe" aus ......... trotzdem hat sich herausgestellt, das nur Moritz FIV hatte, sein Kumpel Flecki hatte sich nicht angesteckt.

Wir haben dann beide bei uns aufgenommen, auch bei reiner Wohnungshaltung....... und Flecki lebt noch heute bei uns, ist jetzt ca. 15 Jahre alt und hat auch nie FIV bekommen ..... auch unsere damals noch bei uns lebende alte Katzen-Omi Momo hat sich nicht angesteckt.

Unser FIV - Moritz bekam nach einigen Jahren einen Zungengrund-Tumor und wir mussten ihn erlösen lassen.

Ich habe durch unsere beiden FIV-infizierten Kater gelernt, das es durchaus gut möglich ist, das auch FIVIS in einer sonst gesunden Gruppe durchaus leben können, ohne das sich die anderen anstecken ..... genau so, wie es auch Vilma erlebt und beschrieben hat.

Entscheidend ist es immer, das alle Tiere kastriert sind und dadurch kein Geschlechtsverkehr entstehen wird ..... und das man es gut schafft, ein friedliches miteinander bei der Zusammenführung zu schaffen, damit es nicht zu wirklich schweren und vor allem nicht zu blutigen Kämpfen kommen wird.

Alle anderen Bedenken würde ich nicht mehr haben und vernachlässigen und daher auch jederzeit wieder eine FIV erkrankte Katze aufnehmen und mit den anderen zusammen leben lassen.
Wenn du mit einer Gittertür anfängst, dann kannst du von Anfang an besser beobachten und gefahrlos beobachten, wie sie sich alle gegeneinander verhalten .... oder, wie du es bereits schreibst, zunächst dazwischen gehen um zu vermeiden, das es blutige Kämpfe gibt.
Selbst wenn mal blutige Kratzer passieren, dann müssten ja auch beide Katzen gleichzeitig blutige Stellen haben und diese blutigen _Stellen müssten dann genau aufeinander treffen und sich berühren ..... also sind dabei dann Kratzer durch Krallen auch nicht ein Problem zu einer Ansteckung.

Anders wäre es, wenn sich heftig gebissen wird, denn da würde dann ja der Speichel und das Blut des anderen sich "verbinden", dabei wäre dann eine Ansteckung leichter möglich ...... aber genau dabei hilft es mit einer Gittertür zu beobachten, ob in deiner Gruppe dann "Beißereien " an der Tagesordnung sind.

Bitte berichte doch weiter, wie du dich entscheidest ...... auch Bilder von deiner Gruppe werden hier bestimmt gerne geguckt.

Liebe Grüße von Waltraud
 
Mietzekatz13

Mietzekatz13

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Hallo Pat, vielen Dank für die rührende Geschichte! Ich habe mich dazu entschlossen, ihn mit meinen Katzen zusammen zu lassen, denn er liebt den Garten. Wenn ich zuhause bin, sind alle zusammen und außer ein wenig fauchen, passiert zum Glück nicht. Wenn ich weg bin und in der Nacht sperre ich ihn sicherheitshalber noch ins Wohnzimmer, da kann er dann in Ruhe sein Nierenfutter fressen, später hoffe ich, dass ich ihn immer zusammen lassen kann. Leider hat mir gestern mein Tierarzt mitgeteilt, dass sich seine Nierenwerte extrem verschlechtert haben und er ihm nur mehr wenige Wochen zu leben gibt. Umso wichtiger ist mir, dass er diese letzten Wochen glücklich und zufrieden verbringt. Er ist so anhänglich, rennt mir auf Schritt und Tritt nach wie ein Hund, der Gedanke, dass ich ihn bald erlösen muss ist schrecklich.
 

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Rosi

Rosi

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Was für ein hübscher Bursche. :love: Hoffen wir mal, dass er noch ein wenig Zeit hat, nachdem er jetzt entsprechend seiner Krankheit versorgt wird.
Ich finde es toll, dass Du ihm einen schönen Lebensabend schenkst. ::knuddel
 
Pat

Pat

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Ich finde es toll, dass Du ihm einen schönen Lebensabend schenkst.
Dafür danke ich dir auch, im Namen deines Katers ( der ja vermutlich Lajos heißt ?? ).

Als wir unseren Toni damals aufgenommen haben, da blieb er in reiner Wohnungshaltung und mochte nur noch aus dem sicheren Fenster raus gucken .... er hatte niemals wieder ein Bedürfnis gezeigt, das er raus möchte ..... ich denke er war unendlich froh, das er nun endlich ein warmes und sicheres Zuhause hatte und immer genug Futter und Streicheleinheiten bekam.
Und obwohl Toni bereits schwer krank zu uns kam, hat er noch 7 wunderschöne Jahre bei und mit uns gelebt. ..... und genau das wünsche ich euch auch von ganzen Herzen.
 
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