FAQ (frequently asked questions) - Krankheitsbild CNI

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vilma

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Hallo ihr Lieben,

wir haben beschlossen, einen FAQ-Thread zum Krankheitsbild CNI zu erstellen, der in erster Linie eine praktische Hilfestellung für Neuankömmlinge bieten soll, bei deren Katzen gerade erst CNI diagnostiziert wurde und die sich von der Informationsflut zunächst erschlagen fühlen.

Die wichtigsten und häufigsten Fragen sollen
hier in loser und willkürlicher Reihenfolge behandelt werden. Bitte bedenkt, daß hier keine Tierärzte, sondern Laien am Werk sind, die in der Regel zwar gut informiert, aber nicht unfehlbar sind! Deswegen besprecht bitte jedes Vorgehen grundsätzlich mit eurem TA und handelt nicht auf eigene Faust, dem Wohle eurer Katze zuliebe.

Solltet ihr Antworten auf bestimmte Fragen vermissen, fragt bitte im Thread "Erfahrungsaustausch" im Wichtig-Bereich nach oder erstellt euren eigenen Thread. Wir erheben aus o. g. Gründen keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit der Informationen.

Wer sich als Mitschreiber an diesem Thread beteiligen möchte, erstellt zu der Frage, die er bearbeiten will, einfach einen neuen Beitrag. So bleiben die FAQ übersichtlich. Möchte man in einem bereits vorhandenen Beitrag eine Info ergänzen, bitte eine PN an den Verfasser schicken, damit dieser entsprechend editiert.

Viel Spaß und gutes Gelingen wünsche ich uns allen!

Eure vilma
 
14.12.2010
#1

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Guest

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
vilma

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Bei meiner Katze wurde CNI diagnostiziert. Kann sie wieder gesund werden?

Nein, denn bei CNI handelt es sich um eine chronische und progressive (fortschreitende) Krankheit. Die an den Nieren entstandenen Schäden sind irreversibel. Abhängig vom individuellen Verlauf der Krankheit, der sich bei jeder Katze anders darstellt, und vom Stadium, in dem die Krankheit entdeckt wurde, ist es jedoch häufig möglich, den Krankheitsprozess zu verlangsamen und der Katze mittel- oder längerfristig eine gute Lebensqualität zu erhalten. Dies kann durch eine individuell angepasste Therapie, die man unter Umständen bisweilen "überarbeiten" muss, erreicht werden.
 
vilma

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Bei meiner Katze wurde ein Blutbild erstellt und CNI diagnostiziert. Welche Blutwerte sind bei CNI relevant?

Für ein Nierenprofil sind immer die primären Nierenwerte Kreatinin/CREA und Harnstoff/BUN/UREA sowie die sekundären Nierenwerte Phosphat, Calcium, Kalium und Natrium relevant. Um Begleiterkrankungen der CNI aufzudecken, werden noch andere Blutwerte beurteilt, wie zB Hämatokrit, um eine Anämie zu bestimmen.

Wer hier im Forum eine grobe Einschätzung des Nierenprofils seiner Katze wünscht, sollte immer die jeweiligen Referenzwerte (= Normalwerte) hinter die ermittelten Werte schreiben, damit überhaupt ein Abgleich möglich ist. Und bitte bedenkt, daß in diesem Forum keine TÄ, sondern Laien am Werk sind!
 
vilma

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Bei meiner Katze wurde CNI diagnostiziert und ich würde mich gern in das Thema einlesen. Wo finde ich seriöse Informationen?

(Im folgenden wird eine willkürliche Auswahl an CNI-Websites vorgestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.)

Die wohl umfangreichste Informationssammlung zum Thema CNI bietet Tanyas Website:
www.felinecrf.info

CNI bei Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Chronische_Niereninsuffizienz_der_Katze

Hilfe zum Verständnis von Blutbildern bei Katzen:
http://www.katzen-lexikon.de/Blutbild
http://www.catgirly.de/Krankheiten/parameter.htm

Übersicht an Päppelfutter für inappetente Katzen, eigentlich für Diabetiker erstellt, jedoch auch für CNI-Katzen geeignet:
http://www.katzendiabetes.de/1496981.htm

Zum Nachschlagen von Medikamenten:
http://www.vetpharm.uzh.ch/perldocs/index_t.htm

Englischsprachige Seite von IRIS, der International Renal Interest Society:
http://www.iris-kidney.com/

Informative, ebenfalls englischsprachige Seite des Pharmakonzerns Novartis zu CNI:
http://www.felinegood.co.uk/index.shtml

Eine Suche nach Stichworten bei Google Bücher ist zB in den Werken "Krankheiten der Katze", "Innere Medizin der Kleintiere", "Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren" möglich, wenn man sich die Bücher nicht selbst kaufen möchte.

Weiterhin wurden in den Threads, die im oberen "Wichtig"-Bereich dieses CNI-Forums zu finden sind, die wichtigsten Informationen für die Praxis von Forum-Usern aufbereitet!!!
 
vilma

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Gibt es eine Standardbehandlung bei CNI?

Nein, leider nicht. CNI ist ein sehr komplexes Krankheitsbild mit vielen verschiedenen Gesichtern und unschönen Begleiterkrankungen "im Gepäck". Zudem verläuft jede CNI anders, so daß die jeweilige Therapie individuell auf die Bedürfnisse der Katze abgestimmt werden sollte. Den einen goldenen Weg gibt es bei der CNI-Behandlung nicht.

CNI ist keineswegs automatisch ein Todesurteil, wenn es auch leider immer wieder vorkommt, daß die Krankheit zu spät erkannt wird und keine Behandlung mehr anschlägt. In der Regel ist es jedoch möglich, den Katzen mit einer konsequent durchgeführten Therapie längerfristig ein katzengerechtes Dasein zu schaffen. Dabei ist es wichtig, herauszufinden, wovon die eigene Katze profitiert und was weniger gut anschlägt. Bisweilen kommt es auch vor, daß eine bis dato erfolgreiche Therapie abgeändert werden muss, weil zB ein Mittel nicht mehr in der gewünschten Weise wirkt.

Es gibt klassische CNI-Symptome, die in fast jedem Verlauf vorkommen, und probate Mittel, die sich zur allgemeinen und spezifischeren Behandlung bewährt haben. Dazu zählen Arzneimittel aus der Schulmedizin und der Homöopathie.

Grob schematisiert lässt sich sagen, daß sich Medikamente wie SUC und Neynerin, vereinzelt auch Renes viscum, zur allgemeinen dauerhaften Unterstützung der Nierenrestfunktion bewährt haben. Bei akuten Krisen und/oder starker Austrocknung der Katze sind intravenöse Infusionen, die grundsätzlich in die Hände eines TA gehören, unersetzlich.

Weiterhin zum Einsatz bei der Behandlung von CNI-Symptomen kommen beispielsweise ACE-Hemmer und/oder Calciumkanalblocker, subkutane Infusionen, Phosphatbinder, Nierendiät, B-Vitamine, Kaliumcitrat oder -gluconat, SEB (= Ulmenrinde), Magensäurehemmer und Appetitanreger aus der Schulmedizin usw.

Die Auflistung dieser Medikamente stellt keine Behandlungsanleitung, sondern lediglich eine Veranschaulichung dar. Die Therapie muss immer in Zusammenarbeit mit einem kompetenten TA erfolgen.

Das Thema Fütterung, das bei CNI ebenfalls einen nicht unbeachtlichen Aspekt darstellt, wird gesondert behandelt. Auch die Medikamente werden an anderer Stelle näher vorgestellt.
 
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vilma

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Meiner Katze geht es sehr schlecht und der TA spricht von Einschläfern. Soll ich meine Katze lieber erlösen lassen?

Pauschal lässt sich diese Frage natürlich nicht beantworten, dafür ist immer der individuelle Zustand des Tieres ausschlaggebend.

Oft wird eine vorhandene CNI erst erkannt, wenn die Katze sich in einer akuten Krise befindet und bereits völlig "in den Seilen hängt". Ihr Zustand kann zu diesem Zeitpunkt besonders für einen Laien sehr erschreckend sein und einen dramatischen Eindruck hinterlassen. Es muss aber klar gesagt werden, daß es durchaus Fälle gibt, in denen eine kurzzeitig aggressive und konsequente Therapie durch einen kompetenten TA solchen Katzen wieder auf die Beine helfen kann.

So lange man sich selbst unsicher ist, ob bereits der Zeitpunkt zum Einschläfern gekommen ist, sollte man vielleicht über folgendes nachdenken:

Einschläfern ist für immer, danach gibt es kein Zurück.

Es existieren/existierten hier im Forum diverse Katzen, die von TÄ bereits totgesagt wurden und die sich noch heute oder über längere Zeit nach dieser "Totsagung" einer guten Lebensqualität erfreuen/erfreuten. Unter Umständen lohnt es sich, nicht kampflos aufzugeben, solange die Katze noch Lebenswillen zeigt. Dabei sollte man bereit sein, eine Therapie jederzeit abzubrechen, wenn offensichtlich wird, daß diese für die Katze nur noch Qual bedeutet. Ein "zu Tode therapieren" sollte keinesfalls das Ziel sein.

Jeder Katzenbesitzer muss für sich selbst die Entscheidung treffen, wie weit er zu gehen bereit ist und was der Katze zugemutet werden kann. Bisweilen ist es auch der bessere Weg, sein Tier in Würde gehen zu lassen, ungeachtet der persönlichen Befindlichkeiten.
 
mortikater

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Welche Möglichkeiten der Früherkennung bei CNI gibt es?

Wenn CNI über das Blutbild festgestellt wird, ist in der Regel bereits ein Funktionsverlust von ca. 2/3 vorhanden.

Welche Möglichkeiten zur Früherkennung von CNI gibt es?

1. Test zur Bestimmung der GFR (glomuläre Filtrationsrate)
2. Spezifisches Harngewicht
3. Bestimmung von Cystacin C

Zu 1) GFR

http://www.felinecrf.info/frueherkennung.htm#GFR

Bei Tanya wird im Zusammenhang mit der Bestimmung der glomulären Filtrationsrate vom Ioxehol Clearance Test und vom Inulin Clearance Test gesprochen. Beides Substanzen, die injiziert werden. Der Test mißt wie lange die Nieren benötigen, um die Substanz wieder auszuscheiden.

Für den Inulin-Test verweist sie auf die Fa. Alomed, die diesen Test in Deutschland anbietet. Danach ist nur eine Injektion nötig und drei Stunden später eine Blutprobe.

http://www.alomed.de/DI_nierenfruehdiag_katze.htm

Bei Alomed steht, daß die früher praktizierten Verfahren der GFR-Bestimmung (z.B. endogene oder exogene Kreatinin-Clearance, Iohexol- oder Inulin-Clearance) so zeit- und kostenaufwendig waren, daß sie sich in Praxis und Klinik nicht durchsetzen konnten.

Nach erfolgreichem Abschluß einer Studie (vorgetragen auf dem ESVIM-Kongreß im September 2001 in Dublin) stand dann der Test zur Verfügung, von dem Tanya auf ihrer Seite wohl spricht.
  1. Intravenöse Injektion von 3 g Inutest*/m2 Körperoberfläche.
  2. Blutabnahme genau 3 Stunden danach und Einsendung von mindestens 0.5 ml Serum an ALOMED zur Inulin-Bestimmung . Es ist somit kein Basalwert, sondern nur dieser 3-Stunden-Wert erforderlich.
Finnah/Hartmann haben einen neuen Test entwickelt, der praxistauglicher sein soll.

(Anke Finnah ist Tierärztin aus Ahaus, hat eine Dissertation über dieses Thema geschrieben
http://www.diss.fu-berlin.de/diss/se...nnah.pdf?hosts=)

(Helmut Hartmann, Professor für Pathophysiologie FU Berlin
http://docs.google.com/viewer?a=v&q=...ICBh4Gx3iPC-1A)

So wird er bei Laboklin beschrieben:

http://www.laboklin.de/pages/html/de...b_akt_0903.htm

Bei LABOKLIN testen wir die modifizierte Plasma-Clearance von exogenem Kreatinin.
Damit überprüft man die Filtrationsleistung der Niere mittels Messung der Ausscheidungsgeschwindigkeit von exogenem Kreatinin als Markersubstanz. Abhängig von der Körperoberfläche (KOF) des Tieres (Umrechnungstabelle: kg KGW in m2 KOF) wird eine genaue Menge der 5%igen Kreatininlösung verabreicht, nachdem die Serumprobe für den Ausgangswert (= Probe 0) entnommen wurde. Kreatinin verteilt sich unabhängig von der Verabreichungsform (i.v., s.c) sehr rasch im Körper, zeitgleich setzt bereits die renale Ausscheidung ein. Im Zeitfenster von 3 bis 8 Stunden nach der Kreatininapplikation wird die Blutabnahme für die Proben 1, 2 und 3 im Mindestabstand von einer Stunde durchgeführt. Zwei der Werte sind für die Berechung der GFR ausreichend, der dritte sichert die Richtigkeit der Testdurchführung ab. Wichtig ist die minutengenaue Zeitangabe der Probennahme, die einfach durch Einschalten einer Stoppuhr zu Beginn (=Kreatininapplikation) ermittelt werden kann.

Nach Aussage von Vet. med. Labor

http://docs.google.com/viewer?a=v&q=...aJY3koSN34vmoA

wurde von einer Arbeitsgruppe (Hartmann) im Institut für Vet. Physiologie der FU Berlin in Zusammenarbeit mit Vet. med. Labor das vereinfachte Verfahren der GFR-Bestimmung entwickelt.

Als Marker stehen das dem Inulin verwandte Sinistrin sowie das Creatinin zur Verfügung. Da Sinistrin zehnmal so teuer ist, nimmt man Creatinin. Eigentlich braucht man 8-12 Blutproben, aber durch Einsetzen einer mathematischen Formel kann man das Ganze auf 3 Blutproben im Zeitraum 4 - 9 Stunden begrenzen....

Sowohl Laboklin als auch Vet med. Labor beschreiben den Test so:
Blutprobe 0
Kreatininverabreichung
Blutprobe 1
Blutprobe 2
Blutprobe 3

Zu 2) spezifisches Harngwicht

Dieser Test ist sehr viel einfacher, erfordert nur eine Urinprobe.

Das Spezifische Uringewicht (USG)
Wegen ihres Wüstenerbes haben gesunde Katzen einen konzentrierten Urin. Die normalen Werte liegen zwischen 1.008 und 1.060. Bei einer Katze mit einem USG unter 1.040 geht man jedoch davon aus, dass sie ein Problem hat. Bei CNI-Katzen liegt der Wert wahrscheinlich zwischen 1.008 und 1.012. Sobald eine Katze eine regelmäßige Flüssigkeitstherapie bekommt, ist dieser Test recht unzuverlässig. Katzen mit Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion können ebenfalls verdünnten Urin haben.

http://www.felinecrf.info/diagnose.htm#uringewicht

Zu 3) Cystacin C

Cystacin C ist ein Wert, dem von unterschiedlichen Laboren unterschiedliche Bedeutung beigemessen wird.

Laboklin schreibt dazu:

"Untersuchungen bei Hunden mit einer renalen Malfunktion im subklinischen „Kreatinin-blinden“ Bereich(40%<GFR<100%) haben für Cystatin C und Kreatinin ähnlich gute diagnostische Qualität ausgestellt (Hartmann 2007). Eine neuere Studie von Wehner 2008 zeigt für Cystatin C eine bessere Korrelation mit der GFR und eine höhere Sensitivität als für Serum-Kreatinin.

Bei der Katze gibt es derzeit keine Studien, die den Wert des Cystatins belegen. Mehrmalige Messungen von Cystatin C (im Rahmen von geriatrischen Vorsorgeuntersuchungen) können nach unseren Beobachtungen eine beginnende Problematik darstellen".

http://laboklin.es/pdf/de/news/laboklin_aktuell/lab_akt_0903.pdf

Vet med. schreibt dazu:

Ende der 1990 er Jahre wurden auch zahlreiche Untersuchungen zur Aussagekraft von Cystacin C in der Veterinärmedizin durchgeführt. Die Ergebnisse ließen die anfängliche Euphorie wieder schwinden...die Anzahl falsch positiver Befunde ist bei Cystacin C deutlich höher als Creatinin. Bei der Katze streut die Konzentration von Cystacin C so stark, daß eine verläßliche Aussage über die Nierenfunktion nicht durchführbar ist.

http://www.vetmedlabor.de/pdf_dateien/vortragszusammenfassung_62_154_237_1061074253839.pdf
 
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Was kann ich tun, um die Nierenfunktion zu unterstützen - homöopathische Komplexmitte

Neben Diät-Maßnahmen, die im wesentlichen nur Einfluß auf den Harnstoff-Wert haben, nicht auf den Kreatininwert, der der eigentliche Indikator für das Voranschreiten einer CNI ist, kann man die Restfunktion der Niere unterstützen, die Filterleistung optimieren.

Im Bereich der homöopathischen Komplexmittel gibt es drei Mittel.

1) Renes Viscum (Plantavet)
2) SUC (Heel)
3) Neynerin (VitOrgan)

Allen drei Mitteln ist gemeinsam, daß sie aus Organen toter Tiere gewonnen werden. SUC vom Schwein, Neynerin und Renes vom Rind. Insofern ist es auch sinnvoll, auf ein anderes Präparat umzusteigen, wenn das erste keine Wirkung zeigt. Manche Katzen sprechen besser auf Schwein, manche besser auf Rind an.

SUC und Renes können sowohl subkutan gespritzt werden, als auch oral gegeben werden, Neynerin sollte gespritzt werden.

Auch wenn die Mittel frei verkäuflich in Apotheken angeboten werden, sollte der behandelnde TA in die Behandlung einbezogen werden. Im Idealfall schlägt er sie natürlich vor. Es kann Unverträglichkeiten in einzelnen Fällen geben. Was wirkt, kann auch Nebenwirkungen haben.

1.) Renes Viscum

Dort ist als Organbestandteil die Niere des Rindes enthalten. Equisetum arvense bezeichnet den botanischen Namen des Schachtelhalms, der ein Bestandteil des Plantavet-Präparats darstellt.

Zusammensetzung:

http://www.pharmazie.com/graphic/A/11/8-30011.pdf

Zu Renes Viscum liegen, so weit ich weiß, keine Studien vor.

2.) SUC

SUC besteht aus drei Bestandteilen

Solidago compositum
Ubichinon compositum
Coenzyme compositum

Zu SUC gibt es eine (herstellerfinanzierte) Kleintierstudie des TA Dr. Ulrich, wonach 80 % aller Katzen davon profitieren.

Auch hier im Forum gibt es bei vielen Forinen positive Erfahrungen mit SUC.

Alles weitere zu SUC gibt es hier im Forum:

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=119100

Ebenfalls von Heel gibt es ren. suis.

Telefonische Nachfragen bei Heel ergaben leider keine eindeutigen Antworten auf die Frage, ob der Einsatz von ren. suis zusätzlich Sinn macht.

Teilweise wurde diese Frage bejaht, teilweise wurde sie verneint mit der Begründung, die Inhaltsstoffe seien weitestgehend identisch mit Solidago.

3. Neynerin (früher Neynephrin)

Neynerin ist ein zytoplasmatisches Präparat. Zytoplasmatisch nennt man das Verfahren nach dem das Mittel aus den Organen toter Rinder gewonnen wird, die Organe werden schockgefroren. Die zytoplasmatische Therapie geht zurück auf Prof. Karl Theurer.

Zu Neynerin existiert eine Dissertation des TA. Dr. Metz, Ludwigshafen über eine Praxisstudie in seiner Praxis.

Alles Weitere zu Neynerin hier:

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=143511

Neynerin ist leider nicht so bekannt wie SUC.

Die Fa. Heel ist sehr viel auskunftsfreudiger auch Laien gegenüber, Vitorgan setzt sehr stark auf die tiermedizinischen Kreise aufgrund der rechtlichen Problematik. Bei Nachfragen empfehlen sich Telefonate anstatt mails...

Der wissenschaftliche Nachweis fehlt naturgemäß bei homöopathischen Komplexmitteln. Dennoch sprechen Blutbilder bei den behandelten Katzen oft eine deutliche Sprache. Bei manchen Katzen hilft allerdings nichts, auch das muß leider gesagt werden.
 
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Wie kann ich meiner Katze am schnellsten und besten helfen?

Das ist wohl die erste Frage, die sich jeder Tierhalter stellt und ich glaube, das ist nirgends besser erklärt als in Tanyas Informationscentrum.

Und deshalb sei dieser Teil einfach hier rüber kopiert und es kann nur jedem empfohlen werden, sich durch die entsprechenden Seiten zu lesen.

http://www.felinecrf.info/schwerpunktthemen.htm

Es gibt acht Themenschwerpunkte, auf die sich ein CNI-Dosi-Halter erst mal konzentrieren muß.

Was soll ich füttern?
Erbrechen, Appetit- und Gewichtsverlust
Flüssigkeitshaushalt
Verstopfung
Kaliumungleichgewicht
Phosphatungleichgewicht
Bluthochdruck
Anämie

Und das sind die Sofortmaßnahmen
  1. Ihre Katze muss fressen. Sie stellen sicher, dass sie Futter in den Magen bekommt, egal welches. Sie werden daran arbeiten, später zu besserem Futter zu wechseln.
  2. Falls Ihre Katze erbricht (insbesondere weißen Schaum) und/oder nur wenig Appetit hat, dann diskutieren Sie mit Ihrem TA die Behandlung von überschüssiger Magensäure und sehen, ob es hilft.
  3. Wenn Ihre Katze auszutrocknen droht, dann sprechen Sie mit Ihrem TA über subkutane Infusionen.
  4. Wenn Ihre Katze verstopft ist, dann sprechen Sie Ihren TA auf Lactulose, Miralax oder Slippery Elm Bark an.
  5. Wenn der Kaliumspiegel Ihrer Katze unter 4 liegt, dann fragen Sie Ihren TA nach einer Kaliumsupplementierung. Liegt der Kaliumspiegel über 6, dann bitten Sie Ihren TA den Test zu wiederholen, da es wahrscheinlich ein Messfehler ist.
  6. Falls der Phosphatspiegel Ihrer Katze über 6 (international: 1,9) liegt, dann sprechen Sie mit Ihrem TA über den Einsatz eines Phosphatbinders.
  7. Liegt der Blutdruck Ihrer Katze über 160, oder wenn Ihr TA den Blutdruck nicht messen kann, aber ernste Symptome wie eine Erblindung auftreten, dann sprechen Sie mit Ihrem TA über den Beginn einer Medikation mit Amlodipin.
  8. Leidet Ihre Katze an einer Anämie, dann besprechen Sie mit Ihrem TA die Behandlung. Liegt der Hämatokrit (PCV) Ihrer Katze über 20 Prozent, ist aber noch unter dem Referenzwert, dann fragen Sie nach dem Beginn einer Behandlung mit B-Vitaminen und einer Eisenergänzung. Liegt der Hämatokrit (PCV) Ihrer Katze zwischen 15 bis 19 Prozent, dann sprechen Sie Ihren TA auf die zusätzliche Behandlung mit menschlichem Erythropoetin wie Epogen oder Eprex an. Liegt der Hämatokrit (PCV) Ihrer Katze unter 15 Prozent, dann fragen Sie Ihren TA, ob Ihre Katze nicht zusätzlich noch eine Bluttransfusion benötigt, um sie über den Zeitraum zu bringen bis die anderen Behandlungsmaßnahmen greifen.
 
vilma

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Bei meiner Katze wurde CNI diagnostiziert und der TA sagt, sie dürfe ab sofort nur noch Nierendiät fressen. Ist das richtig?

Nein. Erstens gibt es gleichwertige oder, je nach Zustand der Katze, sogar besser geeignete Alternativen, mit denen die meisten Tiere besser klarkommen als mit Nierendiät. Zweitens ist es grundsätzlich am wichtigsten, daß die Katze überhaupt (ausreichend) frisst, egal was - und das können auch Leberwurst, Kochschinken oder Fischstäbchen sein. Wenn ein geschwächtes, inappetentes Tier sich wieder stabilisiert hat, kann man immer noch versuchen, ihr Futter schmackhaft zu machen, das "nierenfreundlicher" ist.

Nierendiät wurde zwar prinzipiell für Nierenerkrankungen konzipiert, ist jedoch nach wie vor umstritten, da sie neben diversen Vorteilen leider auch Nachteile aufweist. TÄ verschreiben sie meist standardmäßig als Bestandteil der Behandlung; man sollte jedoch vorsichtig sein, wenn sonst nichts weiter an Medikamenten oder Therapien angeboten wird. Nierendiät ist in den allermeisten Fällen keinesfalls ausreichend zur Behandlung einer CNI und man sollte sich das von einem TA auch nicht einreden lassen.

Es muss erwähnt werden, daß ein Teil der Allgemein-TÄ keine klare Vorstellung von den tatsächlichen Ernährungsbedürfnissen von Katzen haben. Dieses Wissen wird im Studium kaum vermittelt. In vielen Fällen sind TÄ lediglich von Futtermittelherstellern "geschult" und entsprechend auf deren Produkte eingestimmt - nebenbei bemerkt, verdienen auch beide Parteien nicht schlecht daran. Folglich dürfte es kaum verwundern, daß Nierendiät den CNI-Dosis im allgemeinen als unverzichtbar aufgedrängt wird, weil einige TÄ es schlicht nicht besser wissen.

Katzen jedoch, ob krank oder gesund, haben als Carnivoren grundsätzlich einen hohen Bedarf an tierischem Protein. Der Proteinanteil aber ist die Schwachstelle quasi aller Nierendiäten und -schonkost: Er ist in der Regel zu niedrig, weil man ursprünglich der Meinung war, zuviel Protein belaste die Nieren. Diese Ansicht ist mittlerweile für Katzen wissenschaftlich widerlegt, aber leider noch immer weit verbreitet. Aufgrund des niedrigen Proteingehaltes ist Nierendiät zur dauerhaften Ernährung eher ungeeignet und außerdem für den Großteil der Katzen geschmacklich unattraktiv, so daß viele das Futter gar nicht erst anrühren. Wer versucht, seiner Katze um jeden Preis Nierendiät aufzuzwingen, nimmt in Kauf, daß das Tier zu wenig Nahrung aufnimmt und körperlich noch mehr verfällt. Zudem birgt der geringe Proteingehalt das Risiko, daß auf Dauer Muskelmasse und Gewicht abgebaut werden. Ein körperlich so geschwächtes Tier hat der CNI wenig entgegenzusetzen.

Ein Vorteil von Nierendiät ist definitiv ihr geringer Phosphatgehalt. Eine konsequente Reduzierung des im Futter enthaltenen Phosphats (jede Art von Fleisch ist leider extrem phosphathaltig) ist das A und O in der Ernährung von CNIchen und sollte lt. aktueller Studien ab dem Zeitpunkt der Diagnose stattfinden, auch wenn der Blutphosphatwert noch im Referenzbereich ist. (Das gilt wie gesagt nicht für Katzen, die schlecht fressen, denn diese müssen in erster Linie einfach Nahrung aufnehmen.)

Man geht mittlerweile bei CNI-Katzen davon aus, daß die Phosphatausscheidung von Anfang an gestört ist. Phosphat kann sich aufgrund dessen bereits vermehrt im Körper abgelagert haben, auch wenn sich dies im Blutbild noch nicht zeigt. Deswegen ist es wichtig, möglichst phosphatarm zu füttern.

Phosphatreduzierung kann auch durch einen Phosphatbinder, den man dem gewohnten Katzenfutter beifügt, erreicht werden. Die diversen auf dem Markt erhältlichen Binder werden in einem separaten Beitrag vorgestellt.

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=132292

Als weiteren Vorteil von Nierendiät muss man den hohen Fettgehalt benennen. Ausreichend Fett ist sehr wichtig für CNI-Katzen, denn es liefert Energie, belastet die Nieren nicht und hilft bei der Gewichtserhaltung.

Zusätzlich sind viele Nierendiäten mit Kaliumcitrat und Omega 3-Fettsäuren angereichert, die entzündungshemmend wirken sollen.

Wann ist das Füttern von Nierendiät denn nun angebracht?

Grob gesagt, können insbesondere Katzen mit hohen Harnstoffwerten (die oft in einem fortgeschrittenerem Krankheitsstadium auftreten) von Nierendiät profitieren, weil sich der geringere Proteingehalt positiv auf eine Übersäuerung des Körpers auswirken kann. So wird möglicherweise die CNI-typische Übelkeit, oft gepaart mit Erbrechen, und Fressunlust reduziert, weil die Katzen sich körperlich einfach besser fühlen.

In einem frühen Krankheitsstadium ist das dauerhafte Füttern von Nierendiät aufgrund der o. g. Eiweißproblematik eher kontrainduziert. Es ist jedoch ratsam, die Katze schon an Nierendiät zu gewöhnen, solange sie von sich aus noch gut frisst. In einem späteren Stadium der CNI, wenn der Appetit nachlässt, könnte sich das sehr viel schwieriger gestalten.

Es ist auch jederzeit möglich, die Vorteile von Nierendiät mit denen eines höherwertigen Normalfutters (bevorzugt nass, mit ausreichend Protein und Fett und möglichst wenig Getreide und anderen Zusatzstoffen) zu kombinieren, indem man beides füttert und das Normalfutter zusätzlich noch mit Phosphatbinder versetzt.

Wichtig ist in jedem Fall, daß die Katze ausreichend Futter aufnimmt, deswegen sollte man im Zweifelsfall einfach das Lieblingsfutter servieren und die "Theorie" außer Acht lassen!!!

Hier geht es zum "Ernährungsthread" des CNI-Forums:
https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=128272

Hier der Abschnitt über Nierendiät:
https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showpost.php?p=2063456&postcount=4
 
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Meine CNI-Katze frisst momentan schlecht oder gar nicht und hat an Gewicht verloren. Was kann ich tun, um sie aufzupäppeln bzw. überhaupt Futter in sie hineinzubekommen?


Es ist lebenswichtig, daß eine CNI-Katze frisst. Bereits nach ein bis zwei Tagen Hungern kann bei Katzen eine hepatische Lipidose (Leberverfettung) auftreten, die potenziell lebensbedrohlich ist. Zudem baut ein CNIchen, das nicht genügend Nahrung aufnimmt, körperlich sehr schnell ab und hat der Krankheit nichts mehr entgegenzusetzen.

Um dies zu verhindern, gibt es zahlreiche Möglichkeiten. Oft muss man sehr viel ausprobieren, bis man herausgefunden hat, was die Katze zum Fressen animiert. Leider wechseln CNI-Katzen ihre Futtervorlieben sehr häufig; was gerade noch gut angekommen ist, kann in einer Stunde schon wieder out sein. :(

Auf Tanyas Website wird sehr ausführlich auf dieses Thema eingegangen:
http://www.felinecrf.info/zum_fressen_motivieren.htm

Meine persönliche Lieblingsseite, auf der diverse Päppelfutter vorgestellt werden, ist eigentlich für diabetische Katzen erstellt worden; die Futtertipps sind m. E. aber ebenso gut für CNI-Katzen geeignet:
http://www.katzendiabetes.de/1496981.htm

Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit der Multivitaminpaste von Gimpet gemacht, dies es in verschiedenen Größen im Tierfachhandel gibt. Sie ist preisgünstiger als die beim TA erhältlichen Pasten, wird sehr gut akzeptiert, enthält mehr Taurin, mehr Fett und weniger Vitamine als zB Nutri-Cal. Man kann sie auch ins Fell oder auf die Pfoten schmieren, damit die Katze sie ableckt, wenn sie die Paste anderweitig nicht annimmt.

Weiterhin kann ich gute Erfahrungen mit Trockenfutter von Royal Canin aus dem Tierfachhandel verbuchen. Trockenfutter ist prinzipiell nicht für CNI-Katzen zu empfehlen, da es den ohnehin gestörten Wasserhaushalt negativ beeinflusst, aber viele Katzen scheinen die Sorten von Royal Canin (kurz: RC) zu lieben. Zum Päppeln eignen sich zB Kitten 36, Babycat und Outdoor, da sie reichlich Fett enthalten und sich positiv auf das Gewicht der Katzen auswirken können.

Sehr beliebt sind auch die Babygläschen mit reinem Fleisch, zB Huhn oder Rind von Hipp. Leicht erwärmt ist der Inhalt von cremiger Konsistenz und braucht von den Katzen nur noch aufgeleckt zu werden. Man kann zusätzlich noch Rinderfettpulver aus dem Tierfachhandel unterrühren, um das Futter reichhaltiger zu machen.

Hier im Forum wird zudem positiv von Reconvales Tonicum und RC Convalescence Support berichtet. Beide sind unter obigem "Katzendiabetes"-Link zu finden und lassen sich im Internet bestellen bzw. sind beim TA in der Praxis erhältlich.

Grundsätzlich kann jedes Futter (evtl. mit etwas warmem Wasser) püriert angeboten werden. Vielen kranken Katzen scheint das mehr zuzusagen.

Wenn die Katze selbständig keine Nahrung mehr aufnimmt, muss man sie unter Umständen zwangsernähren bzw. assistenzfüttern. Das geht per Einwegspritze, die mit flüssiger bzw. pürierter Nahrung gefüllt und direkt - in kleinen Schüben - ins Maul der Katze entleert wird. Die richtige Technik wird auf Tanyas Website in einem Video dargestellt und mit etwas Übung erlernen es Mensch und Katze recht schnell. Leider gibt es auch Katzen, die man partout nicht per Spritze füttern kann, weil sie sich heftig wehren und der Stressfaktor einfach zu hoch ist. Dann muss man Alternativen suchen.

Wenn die Katze fressen möchte, aber nicht kann, etwa aufgrund von Übelkeit oder Entzündungen im Maul, muss der TA diese Ursachen so schnell wie möglich beheben. Bitte sprecht ihn darauf an, ob ein Medikament gegen Übelkeit, Verstopfung, ein Magensäurehemmer oder ein Appetitanreger angebracht sind. Kurzzeitig eingesetzt können derartige "Bomben" nötig sein, um das Leben der Katze zu retten!!

Gegen entzündetes Zahnfleisch und Mundgeschwüre kann man ebenfalls medikamentös vorgehen (bzw. operativ, wenn eine Zahnsanierung gemacht werden muss). Manchmal hilft hier bereits Ulmenrinde (slippery elm bark = SEB), die auch gegen Übelkeit eingesetzt werden kann.

Nähere Informationen zu den oben angesprochenen Medikamenten findet ihr hier:

http://www.felinecrf.info/behandlung.htm#magensaeure_kontrolle

http://www.felinecrf.info/behandlung.htm#mundgeschwuere

http://www.felinecrf.info/behandlung.htm#verstopfung

http://www.felinecrf.info/ganzheitliche_behandlung.htm#SEB

http://www.lillysbar.de/epages/61181519.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61181519/Categories/%22Slippery%20Elm%20Bark/Ulmenrinde%22

https://www.katzen-links.de/katzenforum2/showthread.php?t=136055
 
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Ich möchte meine CNI-Katze weiter mit normalem Nassfutter ernähren. Welche Sorten kann ich füttern?


Prinzipiell können alle Sorten gefüttert werden. Es macht wenig Sinn, bestimmte Marken zu empfehlen, weil die Geschmäcker der Katzen grundverschieden sind. Die Hauptsache ist immer, daß CNI-Katzen so lange wie möglich mit Appetit und ausreichend fressen.

Man sollte aber bedenken, daß normales Nassfutter bis auf sehr wenige Ausnahmen immer einen zu hohen Phosphatgehalt für CNI-Katzen aufweist. Deshalb sollte ein Phosphatbinder verwendet werden, wenn man "normal" weiterfüttern möchte und keine Nierendiät einsetzt.

Weiterhin gilt es zu beachten, daß die Nieren umso weniger belastet werden, je weniger schlecht zu verstoffwechselnde Bestandteile im Futter enthalten sind. Bei Katzen zählen dazu jede Form von Kohlenhydraten (Getreide allgemein, Reis, Nudeln), pflanzliche Fette, künstliche Konservierungs- und Farbstoffe. Futtersorten, die einen hohen Anteil der genannten Substanzen beinhalten, sind eher von minderwertiger Qualität.

Man kann Defizite zT auch supplementieren, also zB tierisches Protein (gekochte ganze Eier oder gekochtes Eiweiß, Muskelfleisch, Hüttenkäse) oder tierisches Fett (Lachsöl, Gänseschmalz, Rinderfettpulver, Sahne, ungesalzene Butter) eigenhändig hinzufügen, wenn das Futter zu wenig davon enthält. Wenn die Katze mitspielt, macht es natürlich Sinn, gleich ein mittel- bis höherwertiges Futter zu geben, das ausreichend von allen benötigten Nährstoffen enthält.

Dies wären in erster Linie genügend hochwertiges (tierisches) Protein, auf dem Etikett deklarierter Anteil ab ca. 9 % und höher, und genügend tierisches Fett, auf dem Etikett deklarierter Anteil möglichst über 5 %. Der Feuchtigkeitsgehalt von Nassfutter liegt in der Regel um die 80 % und kann zugunsten einer ausreichenden Versorgung des Körpers mit Flüssigkeit aufgestockt werden, indem man dem Futter einfach ein wenig Wasser zusätzlich beimischt.

Nähere Infos zur Ernährung von CNI-Katzen siehe HIER.
 
vilma

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Warum ist es so wichtig, einen CNI-kompetenten Tierarzt an seiner Seite zu haben?


Kurz zusammengefasst hängt die Überlebensdauer einer CNI-Katze ganz wesentlich davon ab, daß der behandelnde TA sein Handwerk versteht, d. h. die passende Therapie zusammenstellt und anwendet und die Katze in einer gesundheitlichen Krise konsequent und umfassend betreut. Dazu bedarf es eines aktuellen Wissensstandes und möglichst umfangreicher Erfahrungen. Längst nicht jeder TA kennt sich im weiten Feld der CNI gut aus!

Auch ein CNI-Neuling kann einen schlechten TA von einem guten TA unterscheiden.

Erfahrungsgemäß sollte man misstrauisch werden, wenn ein TA

- wenig auskunftsfreudig ist und keine Erklärungen zu Krankheit, Blutbild und möglicher Therapie liefert,
- Fragen oder Einwände des Besitzers abschmettert oder lapidar beantwortet,
- sich keine Zeit für Katze und Besitzer nimmt,
- außer Nierendiät und/oder Phosphatbinder keine Medikamente verschreibt,
- darauf beharrt, die Katze dürfe nur Nierendiät und nichts anderes fressen und beständig darauf herumreitet, daß zuviel Eiweiß schädlich für die Nieren sei,
- bei akuten Problematiken (Bsp.: Katze frisst nicht oder erbricht dauerhaft) nicht bereitwillig Hilfestellung leistet,
- ohne verständliche Erklärungen der Gründe und Umstände baldigen Tod oder Notwendigkeit der Einschläferung prophezeit und dergleichen mehr.

Im Interesse der Katze kann es durchaus Sinn machen, den TA zu wechseln oder zumindest eine zweite Meinung einzuholen, wenn man sich aus irgendwelchen Gründen (und sei es nur ein schlechtes Bauchgefühl) bei einem TA nicht gut aufgehoben fühlt.

Empfehlungen für CNI-kompetente TÄ könnt ihr im CNI-Forum erfragen bzw. im entsprechenden Thread finden oder aber im Unterforum "Tierarzt" in Erfahrung bringen.
 
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vilma

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Was sind CNI-typische Symptome?


- starkes Durstgefühl, viel Trinken
- vermehrtes Urinieren, große "Pipiböller" im Klo
- glanzloses, struppiges bis abstehendes Fell
- Gewichtsverlust, Hervortreten der Wirbelsäule
- Fressunlust, Appetitverlust
- Körper- und Mundgeruch
- Mattigkeit, Schwäche, Lethargie
- eingesunkene Augen
- Erbrechen, Übelkeit
- Verstopfung
- schwankender, unsicherer Gang
- Hocken in der "Kauerstellung"

Eine umfangreichere Auflistung der häufigsten Symptome und ihrer Behandlungsmöglickeiten findet ihr HIER.
 
vilma

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Dürfen meine gesunden Katzen das Nierendiätfutter meiner CNI-Katze mitfressen?


Jein. Man sollte berücksichtigen, daß die ernährungsphysiologischen Anforderungen von CNI-Katzen sich zT deutlich von denen gesunder Katzen unterscheiden. Gegen gelegentliches Naschen oder Reste vom Teller klauen seitens der Nicht-CNIchen ist nichts einzuwenden, solange die gesunden Katzen nach wie vor ihr eigenes vollwertiges Normalfutter bekommen.

Dauerhaft ist Nierendiät nicht für gesunde Katzen geeignet, da sie phosphat- und eiweißreduziert ist sowie diverse Zusätze wie zB Kaliumcitrat enthalten kann, die ohne Indikation nicht verabreicht werden sollten. Außerdem benötigen CNI-Katzen Futter mit einem anderen Ca-/P-Verhältnis, was in Nierendiät normalerweise berücksichtigt wird.
 

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