Empfehlungen zur Haltung von Hauskatzen

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Linktip > Empfehlungen zur Haltung von Hauskatzen

Hallo zusammen,

gerade für Menschen die noch nie eine Katze hatten aber sich mit dem Gedanken tragen in Zukunft ihr Leben durch eine Samtpfote zu bereichern, ergeben sich viele Fragen.

Neben zahlreichen Büchern und den vielen Praxis-Tips in diesem Forum kann sich der Anfänger auch in einem Merkblatt des TVT über die Haltung von Hauskatzen informieren.

TVT - Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
Empfehlungen zur Haltung
von Hauskatzen Merkblatt Nr. 43
Erarbeitet vom Arbeitskreis 2 (Kleintiere)
http://www.tierschutz-tvt.de/index.php?id=merkblaetter&eID=tx_rtgfiles_download&tx_rtgfiles_pi1[uid]=245

http://www.tierschutz-tvt.de/merkblatt43.pdf
Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz wurde im Jahre 1985 gegründet, um der Schutzbedürftigkeit des Tieres in allen Bereichen und Belangen Rechnung zu tragen. Gerade der Tierarzt mit seinem besonderen Sachverstand und seiner Tierbezogenheit ist gefordert, wenn es gilt, Tierschutzaufgaben kompetent wahrzunehmen. Dieses geschieht in Arbeitskreisen der TVT, die zu speziellen Fragenkomplexen Stellung nehmen.

Die TVT ist keine Massenorganisation, sondern als ein Zusammenschluß von Fachkundigen konzipiert. Tierärzte und Personen mit Spezialkenntnissen (Fördermitglieder) bearbeiten bestimmte Schwerpunkte des Tierschutzes. Zur Gründung, am 30.11.1985, gehörten der Vereinigung ca. 150 Tierärzte an. Heute gibt es etwa 800 Mitglieder (Stand 2001) , von denen 270 aktiv tätig sind, darunter 27 Berater. Die Vereinigung hat elf Arbeitskreise, die relativ selbständig wirken und nach Fachgebieten oder bestimmten Schwerpunkten gegliedert wurden. Die Spezialisten der TVT befassen sich, in der Reihenfolge der Arbeitskreise genannt, mit folgenden Themen: Nutztierhaltung, Kleintiere, Betäubung und Schlachtung, Tierversuche, Handel und Transport, Jagd und Fischerei, Zirkus und Zoo, Zoofachhandel, Tierschutzethik, Tierzucht und Pferde. Damit umfaßt ihr Tätigkeitsfeld das gesamte Spektrum des Tierschutzes für Wirbeltiere.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
11.06.2007
#1

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Guest

Ich kann dir den Ratgeber von Gerd empfehlen. Eventuell hilft dir das ja bei deinem Problem.
Santino

Santino

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Hallo Katzen-Halter-Neuling,

wir haben in diesem Forum immer mal wieder Besuch von zukünftigen Katzenhaltern, die erste Informationen zur Haltung von Katzen suchen.

In diesem Beitrag versuchen die Mitglieder des NKF (Netzkatzen-Forums), die wichtigsten Punkte herauszuarbeiten. Vielleicht hilft dir der eine oder andere Punkt und beantwortet bereits deine Fragen.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. hatte mal ein Merkblatt zum gleichen Thema herausgegeben. Dieses ist allerdings sehr sachlich und nüchtern geschrieben.

1. Grundbedarf

- Katzenklo(s). Es gibt Haubenklos und Klos ohne Haube. Man muss ausprobieren, was der Katze lieber ist. Ein bewährter Grundsatz bei der Anzahl ist "Anzahl der Katzen plus 1".

- gut zu reinigende Futternäpfe für Nass- oder Trockenfutter aus Keramik oder Edelstahl. Bei Plastiknäpfen setzen sich in den unvermeidlichen Kratzern am Boden schnell Keime fest. Edelstahlnäpfe werden von manchen Katzen nicht angenommen, da das Futter den Metallgeschmack annehmen kann.

- Am besten mehrere Schüsselchen für Trinkwasser. Einige Katzen trinken mehr, wenn das Wasser "in Bewegung ist". Dafür gibt es auch spezielle Trinkbrunnen. Das Wasser sollte nicht direkt neben dem Futterplatz stehen.
> für weitere Informationen hier klicken oder hier

- mindestens ein Kratzbaum oder ein Kratzbrett, an dem die Katze ihre Krallen wetzen kann. Bei Kratzbäumen ist es sinnvoll, wenigstens eine längere durchgehende Säule zu haben, an der die Katze sich beim Kratzen auch strecken kann. Außerdem kann diese gut zum Klettern benutzt werden.

- mehrere Schlafplätze. Diese gibt es in Form von Katzenbettchen, Körbchen, Höhlen etc. Oft sucht sich die Katze aber selbst ihren Schlafplatz auf Sofas, Betten oder Stühlen des Menschen.

- eine Bürste zur Fellpflege. Sie ist besonders bei Langhaarkatzen unbedingt nötig, sonst bilden sich schnell Verfilzungen im Fell.

- Spielzeug: Fellmäuse, Bälle, Angeln, gibt es in jedem Zoofachhandel.

- Transportbox: Sie sollte problemlos zu reinigen sein. Als praktisch erweisen sich Transportbehälter mit Tür und Dachöffnung (leichteres Herausnehmen der Katze beim Tierarzt). Vorteilhaft sind Behälter, die man im Auto anschnallen kann.


2. Haltungsarten

2.1 In der Wohnung oder mit Freigang?

Zur Haltung von Katzen gibt es unterschiedliche Varianten, die ihre Vor- oder Nachteile haben. Man unterscheidet die Wohnungshaltung, den Freigang oder den gesicherten Freigang.

Dass Katzen ausschließlich in der Wohnung gehalten werden, ist in manchen Fällen nicht zu vermeiden (z. B. Stadtwohnungen, Lage in verkehrsreichen Gebieten, im oberen Stockwerk etc.). Hat die Katze ausreichend Möglichkeiten zur Beschäftigung (z.B. mit anderen Katzen, siehe 2.2), so tut dies dem Wohlbefinden der Katze jedoch keinen Abbruch. Es gibt jedoch auch Tiere, die bei ausschließlicher Wohnungshaltung unglücklich sind, z.B. wenn sie von klein auf draußen oder verwilderte Streuner waren.

Freigang sorgt hingegen dafür, dass die Katze zahlreiche Reize aus der Natur aufnimmt und sich so quasi "selbst beschäftigt", andere Katzen kennen lernt und ihrem Jagdtrieb nachgehen kann. Der Nachteil des uneingeschränkten Freigangs: Nicht alle Gegenden sind so sicher, dass die Katze guten Gewissens einfach loslaufen sollte. Ob man seine Katze also in den ungesicherten Freigang lässt, muss jeder Katzenhalter selber entscheiden. Man sollte sich dabei über die Risiken im Klaren sein.

Eine Kompromisslösung bietet der gesicherte Freigang z. B. im eingezäunten Garten. Die Katze hat die Möglichkeit, im Freien ihrem Jagdtrieb nachzugehen, einfach nur "frische Luft zu schnappen" oder eben einmal neue Reize aufzunehmen. Solch eine Lösung ist unter Umständen etwas kostspieliger und handwerkliches Geschick ist gefragt. Die Vorteile in Punkto Sicherheit liegen jedoch auf der Hand.

2.2. Eine oder mehrere Katzen?

Die Erfahrungen der Kittenzeit und die Erziehung durch Katzenmutter und -geschwister in den ersten 12 Wochen prägen eine junge Katze maßgeblich. Ob und wie stark eine Katze später Kontakt zu anderen Katzen sucht, entscheidet sich hauptsächlich in dieser Zeit.
Auch frei lebende Katzen sind keine absoluten Einzelgänger, sondern weisen ein vielfältiges Sozialverhalten auf. Fast alle Katzen freuen sich daher über die Gesellschaft von Artgenossen (siehe hier :wink:).

Allerdings gibt es auch Katzen, die keine Artgenossen mehr mögen, vielleicht weil sie zu lange als Einzelkatzen gehalten wurden oder in ihrer Sozialisierungsphase schlechte Erfahrungen mit anderen Katzen gemacht haben. Bei der Entscheidung ist also immer der individuelle Charakter der Katze maßgeblich und zu beachten. Darüber sollte der Vorbesitzer oder das Tierheim Auskunft geben können. Egal, ob die Katze alleine oder zu mehreren gehalten wird: Sie braucht auf jeden Fall viel Zuwendung durch den Menschen. Wenn sie keine Katzengesellschaft hat, entsprechend mehr menschliche Zuwendung.

Wenn kein Freigang möglich ist (wo die Katze andere Katzen treffen kann) und definitiv nur eine Katze gehalten werden soll, sollte man sich nach einer älteren Katze umsehen, die keine anderen Katzen mag und als Einzelkatze vermittelt wird.
Es ist nicht zu empfehlen, Katzen, die Artgenossen mögen, alleine zu halten.Besonders Katzenkinder sollten nicht alleine leben müssen. Hier empfiehlt es sich, gleich zwei Kätzchen (wenn möglich ein Geschwisterpärchen oder ein Kitten in einem ähnlichen Alter) zu nehmen.



3. Impfungen


Bei jeder Impfung ist grundsätzlich zu beachten, dass eine Katze mit Wurmbefall (vorher mit dem Tierarzt abklären) einige Tage vorher entwurmt werden und der Impfling zum Zeitpunkt der Impfung außerdem vollständig gesund sein sollte.
Eine Impfung stellt praktisch eine kontrollierte Infektion dar. Man unterscheidet zwischen Viruslebendimpfstoffen, inaktivierten Virusimpfstoffen und Impfstoffen gegen Viren und Bakterien.

Die Grundimmunisierung junger Katzen erfolgt in der Regel durch zwei Impfungen in der 9. und 13. Lebenswoche. Die Meinung, dass jährliche Auffrischungsimpfungen nötig wären, ist mittlerweile überholt, im Regelfall werden dreijährliche Wiederholungsimpfungen empfohlen (Link zum Bundesverband praktizierender Tierärzte)
Dennoch gibt es auch Stimmen, die für eine noch längere Wirkdauer der Impfstoffe plädieren.

Die wichtigsten in Deutschland zugelassenen Impfungen im Überblick:

3.1 Felines Parvovirus - Katzenseuche

Die Impfung gegen Katzenseuche stellt vermutlich die wichtigste Katzenimpfung überhaupt dar. Eine Grundimmunisierung gegen diese Krankheit ist daher unverzichtbar.
Allerdings gibt es keine Belege über die Notwendigkeit jährlicher oder auch dreijährlicher Nachimpfungen; in einer Studie (Scott/Geissinger 1997/1999) stellte sich heraus, dass grundimmunisierte Katzen mindestens 7,5 Jahre, wahrscheinlich sogar lebenslänglich, gegen diese Krankheit immun sind.

3.2 Katzenschnupfen

Diese Krankheit kann durch verschiedene Erreger ausgelöst werden. Allen Impfungen ist gemein, dass nur die Symptome der Infektion gelindert, nicht die Infektion selbst verhindert wird, da keine Immunität in den Schleimhäuten erreicht wird (wo die Infektion angreift), sondern nur im Blut.

Felines Herpesvirus (FHV-1)
Die Impfung soll Symptome und Virenausscheidung vermindern. Die Wirkdauer der Impfung wird diskutiert, bei Scott/Geissinger ergab sich auch nach 7,5 Jahren noch eine partielle Immunität sowie eine schnelle Immunantwort beruhend auf Gedächtniszellen. Eine jährliche Impfung wird hier nicht für nötig erachtet.

Felines Calicivirus (FCV)
Da der Calicivirus sehr wandlungsfreudig ist, ergibt sich hier das Problem, dass viele Impfungen nur gegen veraltete und nicht gegen die aktuellen Virenstämme schützen; die Impfungen sind also zumindest teilweise wirkungslos.
Das 2005 zugelassene Purevax von Merial enthält in der Calicikomponente zumindest zwei neue Virenstämme.
Da inaktivierte Impfstoffe nicht zur Erkrankung des Impflings führen und nicht in dessen Körper mutieren können, sind diese hier die bessere Wahl.

Chlamydien (Chlamydophila felis)
...sind keine Viren, sondern Bakterien, und mit Antibiotika behandelbar. Die Impfung ist nach Meinung der US-Katzenimpfrichtlinien für Katzen, die nicht in großen Beständen leben, nicht notwendig.
Auch geimpfte Tiere scheiden den Erreger aus.

Bordetella bronchiseptica
...sind ebenfalls Bakterien und mit Antibiotika behandelbar, allerdings klingen die Symptome nach 10 Tagen meist von selbst wieder ab. Mit Lebendimpfbakterien geimpfte Tiere können diese zudem bis zu einem Jahr nach der Impfung noch ausscheiden und auf fremde Tiere übertragen. Die Impfung ist somit eher von fragwürdigem Nutzen.

3.3 Feliner Leukämievirus – FeLV - “Leukose”

Katzen haben gegen FeLV eine ausgeprägte Altersresistenz. Am empfänglichsten sind junge Katzen, ab einem Jahr ist die Infektionswahrscheinlichkeit eher gering. Auch in den Zulassungsunterlagen zu den Purevax-Kombiimpfstoffen wird erwähnt, dass geimpfte Katzen gegenüber ungeimpften erwachsenen Katzen nicht signifikant besser geschützt sind, da eine niedrige dauerhafte Infektionsrate vorherrscht.
Bei der Infektionswahrscheinlichkeit ist auch der Infektionsdruck entscheidend: Katzen, die mit Dauerausscheidern zusammen leben, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich ebenfalls zu infizieren als Katzen, die beim Freigang ab und an mit positiven Katzen zusammentreffen; beim Zusammenleben mit Dauerausscheidern bietet allerdings auch die Impfung keinen vollständigen Schutz.
Auch geimpfte Katzen können sich infizieren!
Nach einer Schweizer Studie hält die Impfstoffwirksamkeit drei Jahre.
Eine FeLV-Grundimmunisierung ist bei Katzen unter einem Jahr, die Kontakt zu Virenausscheidern haben könnten sinnvoll (nach Test), erwachsene Katzen haben eine gute eigene Abwehr – zwischen Nutzen und Risiko der Impfung muss abgewogen werden (Impfsarkome!).

3.4 Feline infektiöse Peritonitis – FIP

Diese Krankheit entsteht durch Mutation des Corona-Virus. Es handelt sich um eine immunkomplexvermittelnde Krankheit, das heißt, die Antikörper, die das Immunsystem gegen die Viren bildet, verursachen die Krankheit mit. Eine herkömmliche Impfung kommt daher nicht in Frage; versucht wurde es mit einem temperaturempfindlichen, intranasal verabreichten Impfstoff (Primucell), der sich nur in den oberen Atemwegen der Katze vermehren und nur dort Antikörper verursachen soll, dieser führt anscheinend aber trotzdem zur Bildung von Antikörpern im Blut, was den Ausbruch der FIP beschleunigt. In Studien (Leukert 2002) erkrankten teilweise mehr geimpfte Katzen als ungeimpfte.
Eine Schutzwirkung ist nur zu erwarten, wenn das Tier nicht schon bereits Coronavireninfiziert ist, beim Mindestalter für die Impfung (16 Wochen) ist aber meist schon eine Infektion vorhanden
Der Nachweis, dass die durch die Impfung verabreichten Viren eventuell nicht doch mutieren können ist noch nicht vorhanden, es kann also sein dass das FIP-Problem bei einem coronavirenfreien Bestand erst durch die Impfung ausgelöst wird – abgeschwächte Viren der Impfung können durch Mutation wieder scharf werden. Die Wirksamkeit der Impfung ist also sehr umstritten.

3.5 Tollwut

Diese Impfung ist in tollwutgefährdeten Gebieten vorgeschrieben, ungeimpfte Tiere unter Ansteckungsverdacht werden von Amts wegen getötet!
Seit Februar 2006 sind mehrjährige Impfintervalle zulässig (obwohl es die gleichen Impfstoffe sind wie vorher), bei Essex und Pfizer betragen die Abstände vier Jahre, bei Merial und Intervet drei Jahre, bei Virbac zwei Jahre.
Eine Impfung reicht laut Beipackzettel für einen Mehrjahreseintrag aus
Zumindest eine Grundimmunisierung ist auch in tollwutfreien Gebieten eventuell sinnvoll, da Katzen vermutlich für das Fledermaustollwutvirus empfänglich sind; Gebiete, in denen Fledermaustollwut, aber keine Fuchstollwut vorkommt, werden aber trotzdem zu tollwutfreien Gebieten erklärt.
Bei dieser Impfung besteht ein hohes Impfsarkomrisiko durch stets adjuvanshaltige Impfstoffe, daher nicht öfter impfen als nötig.

3.6 noch einige grundsätzliche Dinge:

- Viele inaktivierte Impfstoffe enthalten als Konservierungsstoff Thiomersal. Eventuell sollte daher wenn möglich auf Lebendimpfstoffe zurückgegriffen werden.
- Adjuvansfreie Impfstoffe sind in jedem Fall vorzuziehen. Adjuvantien nennt man in Impfstoffen enthaltene Stoffe, die das Immunsystem bzw. die Immunreaktion auf die Impfung anregen, meist Aluminiumsalze (Aluminiumhydroxid, seltener Aluminiumphosphat, können neurotoxisch wirken und Granulome hervorrufen) oder Öle (Unbedenklichkeit ebenfalls nicht erwiesen); zudem wird über eine Beteiligung bei der Entstehung von Impfsarkomen diskutiert.
- Nicht zwischen den Schultern impfen, im Falle der Entstehung eines Impfsarkoms kann hier nur schwer operiert werden. Besser ist das Hinterbein, es kann im Notfall amputiert werden.
- Mehrfachimpfstoffe meiden, möglichst Einzelimpfstoffe oder möglichst kleine Kombinationsimpfstoffe verabreichen lassen - vermindert Impfnebenwirkungen.
- Bei Katzen, die ein Impfsarkom überlebt haben, sollte keine Impfung mehr durchgeführt werden.

weiterführende Links:
http://edoc.ub.uni-muenchen.de/9800/
http://www2.vetmed.uni-muenchen.de/m...df/Impfung.pdf
http://www2.vetmed.uni-muenchen.de/m...pdf/Impfen.pdf



4. Kastration

Hat man nicht vor, mit seiner Katze zu züchten, so sollte man sich frühzeitig mit der Kastration der Katze auseinandersetzen.
Kastrationen sind wichtig, um das Leben mit den Katzen zu erleichtern und ihre Gesundheit zu schützen.

Kastriert werden sowohl weibliche als auch männliche Tiere. Bei der Kastrationwerden die Keimdrüsen entfernt, bei der Katze also Gebärmutter und Eierstöcke, beim Kater die Hoden.
Eine Sterilisation dagegen ist eine andere Art der Operation, bei der die Eileiter bei der Katze bzw. die Samenleiter beim Kater lediglich durchtrennt werden. Die "unangenehmen Nebenwirkungen" der Geschlechtsreife bleiben dadurch jedoch erhalten. Ein Kater wird z. B. weiterhin markieren, was gerade bei einer Haltung der Katze in der Wohnung wenig erwünscht sein dürfte. Eine Katze rollt "leer" weiter, was mit einem erhöhten Krebsrisiko einher gehen kann. Die Sterilisation wird deshalb heute von Tierärzten ohnehin kaum noch durchgeführt.
Trotzdem ist eine Kastration eine Operation und natürlich gibt es wie bei jeder Operation auch Risiken. Dies sollte man bedenken.

Warum sollte man eine/n Katze/Kater im Freigang kastrieren lassen?
Kater, die nicht kastriert sind, haben einen weitaus größeren Freiheitsdrang und Wandertrieb als kastrierte Kater. Sie ziehen durch ihr mitunter recht großes Revier und bekämpfen dabei potentielle Rivalen. Diese Kämpfe können blutig ausgehen und hohe Tierarztkosten für den Halter der Katze nach sich ziehen. Bei diesen Kämpfen oder bei unkontrollierten Deckakten könnenaußerdem leicht gefährliche Krankheiten übertragen werden (z. B. Infektion mit FeLV (= Leukose) oder FIV).
Zudem wird eine ungewollte Trächtigkeit verhindert.

Warum soll ich meine Katze oder meinen Kater kastrieren lassen, wenn ich sie nur in der Wohnung halte oder wenn sie gesicherten Freigang ohne Kontakt zu anderen Katzen haben?
Katzen, die nicht kastriert werden, können dauerrollig werden. Jede Rolligkeit bedeutet für Katzen jedoch Stress, der sich auch auf die Immunabwehr auswirken kann (Schwächung der Abwehrkräfte).
Die ständigen Hormonschwankungen können außerdem zu einer lebensgefährlichen eitrigen Gebärmutterentzündung (Pyometra) oder anderen Gesundheitsproblemen führen, unkastrierte Katzen sind auch für Krebserkrankungen, besonders in der Gesäugeleiste, besonders anfällig.
Potente Kater, die nie zu einem Deckakt kommen, leiden ebenfalls unter starkem Stress. Zudem markieren potente Kater häufig ihr Revier, was in der Wohnung unangenehm werden kann. Der Geruch solcher markierter Stellen ist nur unter großen Anstrengungen wieder zu neutralisieren.

Nebenwirkungen wie Trägheit der Katze, Antriebslosigkeit, Gewichtszunahmen etc. sind in den meisten Fällen nicht zu erwarten. Die überwiegende Mehrheit der Katzen verändert sich nach der Kastration nicht.

Das beste Alter für eine Kastration solltest du mit deinem Tierarzt besprechen. Normalerweise kann man ab sechs Monaten bedenkenlos kastrieren. Bei gemischtgeschlechtlichen Pärchen kann dies auch früher erforderlich sein, damit es nicht zu unerwünschtem Nachwuchs kommt. Dies geschieht bei Katzen auch bei Geschwistern.
Es besteht auch die Möglichkeit der Frühkastration.
Katzen können entgegen einem weit verbreiteten Vorurteil bedenkenlos vor der ersten Rolligkeit kastriert werden. Man vermeidet damit unerwünschte Trächtigkeiten (Entlaufen der Katze) und erspart der Katze viel Stress.

Warum sollte ich bei Mehrkatzenhaltung alle Tiere kastrieren lassen?
Potente und kastrierte Tiere zusammen zu halten ist oft sehr schwierig, da potente Tiere im Rang immer über unpotenten Tieren stehen. Das führt sehr häufig zu schweren Spannungen und Rangkämpfen, vormals befreundete Tiere vertragen oftmals nicht mehr.

Sollten Sie wirklich einmal züchten wollen, sollte dieser Schritt wohl überlegt sein! Es ist wichtig, sich im Vorfeld ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen und sich gut vorzubereiten.Was man u.a. alles beachten sollte, kann man z.B. hier nachlesen.

5. Sicherheitsmaßnahmen

- gekippte Fenster können für Katzen zur tödlichen Falle werden (klick). Bei Abwesenheit die Fenster also nie ohne Kippfenstersicherung (z.B. hier) gekippt lassen
- eine auf dem Balkongitter balancierende Katze kann abstürzen - Balkon daher mit Netz sichern
- Manche Katzen nagen gern an Stromkabeln. Daher Kabel durch Kabelkanäle sichern, möglich sind auch solche Lösungen
- Reinigungsmittel und Chemikalien in Bad und Küche für Katzen unerreichbar aufbewahren, bei Freigängerkatzen auch auf Frostschutzmittel usw. (Garage) und Pflanzenschutzmittel (Garten) achten
- Rasierklingen und manuelle Rasierapparate nicht liegen lassen
- zumeist jüngere Katzen versuchen aus dem WC zu trinken und verunglücken dabei. Daher stets den WC-Deckel schließen
- Bänder, Schnüre können für Katzen lebensgefährlich sein, es besteht die Gefahr des Verschluckens oder der Strangulation (klick)
- Viele Pflanzen können für Katzen giftig sein und vor allem junge Katzen knabbern gerne an Pflanzen. Bitte überprüfe vor der Anschaffung deiner Katze, ob die Pflanzen unbenklich sind

Weitere Informationen zu Sicherheitsrisiken allgemein > hier klicken
Weitere Informationen zu Pflanzen > hier klicken oder hier


6. Kennzeichnung der Katze

Damit eine entlaufene Katze wiedergefunden und dem Besitzer eindeutig zugeordnet werden kann, sollte sie mit einem Mikrochip versehen und/oder tätowiert und bei einem Register (z.B. TASSO, Deutsches Haustierregister) eingetragen worden sein.
Auch Wohnungskatzen können entlaufen, daher ist eine solche Kennzeichnung auch für diese sehr sinnvoll.

Für weitere Informationen > hier klicken
 
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