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Ronja*

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"Du bist gesegnet, dass dir Tiere nichts sagen. Das befreit dich von Leid. Ich - und nicht bloß ich -, Menschen wie Kassandra oder Jacky und Millionen andere haben sich auf eine entsetzliche Gratwanderung eingelassen. Wir gehen auf einem Grat, von dem der Sturz so schmerzlhaft ist, dass ich zumindest wünschte, ich hätte nie begonnen mit diesem Weg. Tiere zu lieben heißt loszulassen, sie
nicht einzusperren. Vor allem Katzen. Mama Samtpfote betet jeden Tag darum, dass alle wieder unversehrt auftauchen. Mama Samtpfote steht da mit bebendem Herzen und ruft und lockt, und mit jeder Katze, die um die Ecke biegt, jubiliert ihr Herz. Mit jeder, die einen Tag etwa nicht zu sehen ist, schnürt sich die Kehle mehr zu. Denn Katzen verschwinden, verlieren den Kampf gegen einen Marder, geraten in Mähmaschinen und werden überfahren. Sie haben auch meinen Kater überfahren, diesen schwulen Pazifisten, den liebsten von allen, ein Wollknäul, das immer davon überzeugt war, alle müssten auch ihn lieben. Er kam auf meinem Kopfkissen zur Welt, er war meine erste Hausgeburt, er hat mich acht Jahre begleitet. Jeden Tag, viele Stunden. Mehr als all die anderen meiner Katzen. Weil er in meine Seele sehen konnte. Ich hab ihn von der Straße geholt, ihn heimgetragen in einer Holzkiste. Ihn beerdigt. [....]
Es gibt keine Erlösung. Niemals. Jacky wusste das sehr genau. Ihr Weg war klüger als meiner. Sich nicht einlassen auf die Liebe, vorher abzublocken, sich dagegenstemmen, gegen den Wunsch, zu beschützen. Sie wusste, dass du als Mensch nur verlieren kannst."

Nicola Förg, Nachtpfade, S. 87 f
 
17.12.2007
#1

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Gast

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Katze Lizzy

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"Du bist gesegnet, dass dir Tiere nichts sagen. Das befreit dich von Leid. Ich - und nicht bloß ich -, Menschen wie Kassandra oder Jacky und Millionen andere haben sich auf eine entsetzliche Gratwanderung eingelassen. Wir gehen auf einem Grat, von dem der Sturz so schmerzlhaft ist, dass ich zumindest wünschte, ich hätte nie begonnen mit diesem Weg. Tiere zu lieben heißt loszulassen, sie nicht einzusperren. Vor allem Katzen. Mama Samtpfote betet jeden Tag darum, dass alle wieder unversehrt auftauchen. Mama Samtpfote steht da mit bebendem Herzen und ruft und lockt, und mit jeder Katze, die um die Ecke biegt, jubiliert ihr Herz. Mit jeder, die einen Tag etwa nicht zu sehen ist, schnürt sich die Kehle mehr zu. Denn Katzen verschwinden, verlieren den Kampf gegen einen Marder, geraten in Mähmaschinen und werden überfahren. Sie haben auch meinen Kater überfahren, diesen schwulen Pazifisten, den liebsten von allen, ein Wollknäul, das immer davon überzeugt war, alle müssten auch ihn lieben. Er kam auf meinem Kopfkissen zur Welt, er war meine erste Hausgeburt, er hat mich acht Jahre begleitet. Jeden Tag, viele Stunden. Mehr als all die anderen meiner Katzen. Weil er in meine Seele sehen konnte. Ich hab ihn von der Straße geholt, ihn heimgetragen in einer Holzkiste. Ihn beerdigt. [....]
Es gibt keine Erlösung. Niemals. Jacky wusste das sehr genau. Ihr Weg war klüger als meiner. Sich nicht einlassen auf die Liebe, vorher abzublocken, sich dagegenstemmen, gegen den Wunsch, zu beschützen. Sie wusste, dass du als Mensch nur verlieren kannst."

Nicola Förg, Nachtpfade, S. 87 f
Puuh - das geht einem echt nahe!!
 

deichbiene

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*schluck*
Das muss ich sacken lassen.
 

Tinker

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ich bin kein Freund von Freigängern, aber deine Gefühle sind mir wohl bekannt und die fühlen sich gar nicht toll an. Ich habe bewußt nur noch Wohnungskatzen

aber manchmal kommt es vor, dass nicht alle mich begrüssen. Dann hechte ich durch die Wohnung - ich habe hier viel zuviele Rückzugsmöglichkeiten - ich hechte auf den Balkon, der immer zugänglich ist..und für mich gar nicht überschaubar....

und breche weinend zusammen, wenn alle wieder da sind. Obwohl ich eigentlich sicher sein kann, dass nix passiert ist. Naja, sicher bin ich dennoch nie... soon Balkon hat auch seine Lücken.

LG Tinker
 

Ronja*

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ich bin kein Freund von Freigängern, aber deine Gefühle sind mir wohl bekannt und die fühlen sich gar nicht toll an. Ich habe bewußt nur noch Wohnungskatzen
Es sind zwar meine Gefühle, die da so treffend beschrieben werden, aber nciht meine Worte - so gut kann ich das leider nicht :oops:.
Ich hab mir das Buch letzt gekauft, dann in einem Rutsch durchgelesen, aber an der Stelle bin ich einfach hängen geblieben.
Ein Bekannter von uns sagt immer "Ich liebe Tiere, darum hab ich keine" - und ich denke, er meint genau das, was Nicola Förg da schreibt.
Wir lassen uns immer wieder und wieder auf die Liebe zu einem Tier ein, obwohl wir genau wissen, dass es zeitlich begrenzt ist. Wir tun unser möglichstes, um zu schützen, und letztendlich haben wir es doch nicht in der Hand.
Liebe Grüße, Susanna
 

betti

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Sehr berührend, dein Zitat!
Aber geht es uns nicht mit den "menschlichen" Beziehungen genauso? So schnell kann alles vorbei sein ..., wir haben es tatsächlich nicht in der Hand.
Man müsste es schaffen, wirklich nur in der Gegenwart zu leben, so wie unsere Tiere, jeden Tag bewusst wahrnehmen und geniessen und nicht so viel über Vergangenes und Zukünftiges grübeln.
 
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