Das ist sehr Schade:

Diskutiere Das ist sehr Schade: im Grundsatzdiskussionen Forum im Bereich Katzenzucht; Es geht nicht um wilde Katzen, die schon immer draussen allein auf firstsich gestellt waren, sondern um Katzen, die keiner will. Und darunter...

feuerzahn

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Es geht nicht um wilde Katzen, die schon immer draussen allein auf
sich gestellt waren, sondern um Katzen, die keiner will. Und darunter fallen zu allererst die Katzen, die im TH gelandet sind oder ausgesetzt wurden.
Die meisten von denen wünschen sich ein Zuhause, das dürfte klar sein. :roll:
 
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vilma

vilma

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Es geht nicht um wilde Katzen, die schon immer draussen allein auf sich gestellt waren, sondern um Katzen, die keiner will. Und darunter fallen zu allererst die Katzen, die im TH gelandet sind oder ausgesetzt wurden.
Die meisten von denen wünschen sich ein Zuhause, das dürfte klar sein.
Ahh, jetzt kommen wir zu einem Punkt, wo es wiederum interessant wird. Da wir hier ja eh schon völlig OT sind und die TE sich gar nicht mehr meldet. :lol:

Ich habe ja am eigenen Leib miterlebt, wie aus einem TH mit sehr schlechtem Ruf ein Muster-TH wurde, so möchte ich es mal formulieren. Wie war der Weg dahin? Was kann man tun, damit die ungewollten Katzen auch ein Zuhause finden?

Ich lese hier so oft, dass Interessenten, die in ein TH gehen, um sich eine Katze auszusuchen, vom Personal unfreundlich und abweisend behandelt werden. Das kann es doch nicht sein, wenn ich eigentlich Katzen erfolgreich vermitteln soll und will!

Kastration ist eindeutig der Hauptschlüssel. Aber es gibt wirklich noch eine Menge mehr, damit die Räder ineinandergreifen und man der Katzenflut Herr wird.
 
Nika

Nika

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Die Katzen, die niemand will...

Wir haben hier ja etliche Streuner. Ich kann beim besten Willen aber nicht sagen, dass alle Familienanschluss wollen. Manche haben noch ihre Ur-Instinkte - sie schätzen unser Futter und vielleicht noch eine Styroporbox, wollen mit uns aber nichts zu tun haben. Und ich weiß nicht, ob wilde Katzen automatisch immer unglückliche Katzen sind.
Wilde Katzen haben sich ihr Schicksal eben nicht selbst ausgesucht. Es wurde ihnen aufgezwungen. Sei es durch verantwortungslose Vermehrung, durch Aussatz oder durch schlechte und nachlässige Haltung, die Katzen abwandern lassen.

Ich verstehe nicht, wie man immer wieder nahezu romantisch verklärt davon sprechen kann, wie gut es unseren (verwilderten) Katzen mit ihrer ach so tollen Freiheit gehen würde. Tut es nämlich nicht. Ihnen wird nachgestellt, sie werden beschossen, vergiftet, gequält. Sie leiden unter Hunger, unter Parasiten und infizieren sich mit tödlichen Krankheiten, die sie an andere verwilderte, ungeimpfte Katzen weitergeben. Sie müssen sich gegen andere Katzen im Revier behaupten und leben je nach Lage und Katzendichte in permanentem Streß. Sie werden von Hunden gehetzt, ihre Nachkommen krepieren an Schnupfen oder verhungern, weil die Mutter nach dem x-ten Wurf ausgemergelt ist.

Am schlimmsten sind die ausgesetzten Katzen dran, die es nie gelernt haben, Beute zu machen oder sich vom Strassenverkehr fern zu halten. Die von ihren Artgenossen auf Grund von Revieransprüchen permanent verjagt werden. Diese armen umher irrenden Katzen, die traumatisiert und total verstört mit der aufgezwungenen Freiheit nicht zurecht kommen. Nicht unglücklich sieht für mich anders aus. Wie schlimm muss es sein, wenn eine Katze nicht nur ihren vertrauten Menschen verliert, sondern auch ihr Vertrauen im Überlebungskampf gegenüber dem Menschen allgemein. Der ihr plötzlich unerbittlich nachstellt, weil sie in unser Ökosystem eben nicht reingehört, anstatt sie wie bisher auf der Couch zu knuddeln.

Bei uns lief letztes Jahr ein schwarzer Kater herum, dem das rechte Vorderbein abgerissen war. Wochen haben wir gebraucht, bis wir ihn einfangen konnten. Lieber wäre er verhungert, als in die bereit stehende Falle zu gehen. Ich habe ihn immer vom Balkon aus gesehen, wenn er sich auf den freien Platz inmitten der Brombeerhecken mal zum ausruhen hinlegte. Dieses Bild eines gehetzten Tieres werde ich nie vergessen. Der Kater hatte solch eine Angst und war so schlimm misstrauisch, eigentlich vor allem. Er wurde sehr oft von den anderen streunernden Katern gemobbt und gejagt. Er hat von jedem auf die Mütze bekommen - vom Menschen, von Artgenossen und vor allem von Hunden. Wie oft habe ich geheult, weil er einfach nicht in die Falle gehen wollte. Es wäre nur ein kleiner Schritt für ihn gewesen. Lieber hat er gehungert. Erst im Winter konnten wir das total entkräftete, fast verhungerte Tier mit der Hand einfangen. Er hatte sich zu dem Zeitpunkt aufgegeben und war nur noch ein Gerippe mit Hautüberzug, der im Gebüsch liegend auf seinen Tod wartete. Hannes, so nannten wir ihn, hat mit uns den Kampf um sein Leben aufgenommen und wird heute bei meiner Freundin auf deren Hof liebevoll verpflegt. Er musste auch irgendwann in seinem Leben ein nettes Zuhause gehabt haben, denn er hat sich seinen Lebensrettern geöffnet und schläft jetzt wieder glücklich auf seiner neuen Couch. Er entfernt sich nicht, als hätte er Angst, wieder alles zu verlieren.

Wo ich wieder beim Thema bin: er ist irgendwo irgendwann zur Welt gekommen. Vielleicht sogar bei Menschen, die doch auch nur mal einen Wurf Katzen haben wollten. Aber ihre Verantwortung wahrscheinlich nicht ernst genug nahmen. Falsche Leute für ihn aussuchten oder ihn einfach vor die Türe setzten. Leider kann Hannes uns sein Schicksal nicht erzählen. Aber es hatte es zumindest zeitweise mit ihm alles andere als gut gemeint.

Mit der Praxis, Katzen mit bereits weit entwickelten Föten zu kastrieren, kann ich mich nicht anfreunden. Aber auch hier gibt es nicht nur schwarz und weiss. Eine verwilderte Katze, die die Decke in Gefangenschaft hoch und runter rennt und nur in Panik lebt, wird ihre Kitten nur unter allergrösstem Stress in Gefangenschaft aufziehen können. Diese Katze sollte ihre Kitten nicht bekommen müssen, sondern kastriert und wieder an ihren Platz, wenn der denn betreut ist, gesetzt werden.

Dem Menschen zugewandte Katzen sollten ihre Kitten austragen können. Aber dazu braucht es eben Pflegestellen. Ich habe leider keine Lösung parat, wie es mit den vielen Katzen weiter gehen soll. Ich weiss, das jedes Jahr die Heime, Pflegestellen aus allen Nähten platzen und es jedes Jahr schlimmer wird.

Mein Verein kastriert in Rumänien Hunde - da wird wirklich alles kastriert, was eingefangen werden kann. Die Welpen hätten in den Lagern, in denen bis zu Hunde 4500 Hunde weggeschlossen sind, NULL Chance. Aber dort hat man auch nicht die Möglichkeit und die finanziellen Mittel, bei jeder Hündin vorher nachzuschauen, wie weit sie in der Trächtigkeit ist. Und auch gar nicht den Anspruch, die Hundepopulation weiter ansteigen zu lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Ärzte glücklich sind, wenn sie ungeborenes Leben aus den Leibern schneiden. Diese Aktionen werden das unendlich schlimme Tierelend nicht nicht auslöschen können. Áber sie bewahren ungeborenes Leben vor unendlich schlimmen Leid und schenken den betroffenen Hündinnen u.U. sogar ein etwas besseres und längeres Leben.

So schlimm wie es ist, für diese ungeborenen Welpen in diesem Land ist alles besser als überhaupt geboren zu werden. Ihre Chance, im Lager geboren zu werden und dort bis zum Tode bleiben zu müssen, läge ja auch bei fast 90 %. Die der dort untergebrachten Muttertiere liegt bei gleich 0, jemals überhaupt nur einen einzigen Interessenten zu bekommen.

Meine ehemalige Straßenhündin hat 4 Welpen in Rumänien in der Obhut einer Tierärztin zur Welt gebracht. Erst anschliessend wurde sie in das Hundelager Cluj verbracht. Der letzte Welpe musste fast 2 Jahre alt werden, bis auch er nach Deutschland in ein neues Zuhause kommen durfte. 2 Jahre in einem Auslauf mit 10 anderen Hunden, der gerade mal 14 qm hatte. Nie Gras under den Füßen, nur rundherum Hunde, keinen Zuspruch, keine Zuneigung. Ein dahin vegetieren. Welch eine Qual für alle Hunde. Ein kranker Hund war gleichbedeutend schon ein toter Hund.

In Deutschland sind wir auf dem besten Weg, das in naher Zukunft mit den vielen heimatlosen Katzen genauso umgegangen wird, wie rund um uns in Europa mit den armen Hunden.

Nur mit dem Unterschied, dass die Katzen leise leiden und das Elend meist erst dann zu sehen ist, wenn die meisten Menschen in ihren Betten liegen und schlafen. Es wird nur eine Frage der Zeit sein, wenn sich an dieser Vermehrungsproblematik nichts ändert, dass auch in Deutschland gesunde Katzen eingefangen und getötet werden müssen, weil keiner mehr weiss und es auch nicht wissen will, wohin mit ihnen.

UNd daher ist jede Katzenvermehrung eine Vermehrung zu viel.

NS:
Ich musste gerade feststellen, dass in 10 km Radiusg rund um meinen Wohnort aktuell über eine Internetplattform 792 Katzen zum Verkauf angeboten werden ! Da sind nicht mal die Tierschutztiere dabei.
Ich bin gerade sprachlos.
 
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blacky93

blacky93

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Als als ich mitten in der schönsten Kittenzeit im TH Berlin nach 2 Kitten gefragt habe, hatten sie keine. Die wären immer sofort weg. Ich kann ja nächste Woche mal anrufen, müsste dann aber sofort kommen und sie einpacken. Kitten werden nicht reserviert. Dann werden sie grundsätzlich mit 8 Wo. abgeben, auf meinen "so früh" Einwand kam, dass später ja nur für Rassekatzen gilt (nur weil das ja auch immer ein Argument gegen die Vermehrer ist).
Als ich nach etwas älteren Katzen gefragt habe, bis 2 Jahre ca., hatten sie mitten in der Großstadt angeblich keine für die Wohnung...
Die Erfahrung aus der Familie bei Mehrschweinchenvermittlung war ebenfalls merkwürdig. Man kam ihnen einfach mit einem grundsätzlichen Misstrauen entgegen und haben damit schon mal bei dem 12 jährigen Jungen für grundsätzliches Misstrauen gegen TH gesorgt...

Ich glaube im TH sind die Kitten eher nicht das Problem, sondern die Zurückkommer, weil immer wieder Menschen Kitten furchtbar süß finden und Katzenhaltung ja ein klacks ist.
Bei Hunden hat sich schon eher rumgesprochen das sie Einsatz und Verantwortung bedeuten. Ich wünsche der Katze sehr, dass das Wissen über sie zu nimmt. Wir tragen hier dazu bei und auch deshalb sollten Neuankömmlinge nicht gleich mit entsprechenden Vorhaltungen belegt werden, wenn die Katze schon da ist, ist es sowieso gelaufen. Wir können nur helfen das es der Katze und dem Halter gut miteinander geht.
 
Mietzie

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Ich verstehe nicht, wie man immer wieder nahezu romantisch verklärt davon sprechen kann, wie gut es unseren (verwilderten) Katzen mit ihrer ach so tollen Freiheit gehen würde. .
Dann will ich es dir gerne erklären. Ich denke, dass Begriffe wie Katzenelend u.a. dadurch entstanden sind, weil häufig in der Tierschutzdiskussion von Millionen bis Trilliarden von Katzen gesprochen wird. U.a. mit dieser fiktiven Zahl wird dann das "Ausräumen" trächtiger Katzen begründet und legitimiert. Das kann meiner Meinung nach nicht angehen. Ich persönlich finde, dass es auch unter Tierschützern militante Leute gibt, die einen Teil ihrer Macht, die sie zweifellos in diesem System haben, nach ihren Vorstellungen verwirklichen. Ich finde, dass schon viel zu lange ein "Mainstream" im Tierschutz herrscht, der längst hätte reflektiert werden müssen.

Romantisch ist das Leben der Streuner, die bei uns leben, sicher nicht. Ich verwende aber bewusst den Begriff "artgerechter", wenn ich es mit dem Leben meiner mit Sicherheit verwöhnten und wahrscheinlich auch häufig vermenschlichten Wohnungskatzen-Familie vergleiche. Wir stellen "Erleichterungsfaktoren" zur Verfügung. Dazu gehören Futter, Schlafkisten und Medikamente bei Bedarf. Wir haben zusammengelegt und eine Lebendfalle gekauft. Bei Bedarf haben wir so die Möglichkeit, individuell zu reagieren und Tierarztbesuche zu tätigen.

Unsere Blacky starb letzten Sommer, sie wurde als reine Streunerin 15-18 Jahre alt. Als sie immer dünner und struppiger wurde, kam heraus, dass sie eine CNI entwickelt hatte. Mit SUC und Diätfutter konnten wir noch ein paar Monate hinauszögern. Ihre Mutter/Schwester Teuferla lebt - ohne jemals von uns berührt worden zu sein - ich sage GLÜCKLICH! in unserem Garten. Sie ist versorgt - und es geht ihr gut.

Die Streuner, die bei uns leben, haben mit den selben möglichen Erkrankungen zu kämpfen wie Wohnungskatzen auch. Schnupfis Nabelbruch, Harry`s Mastzelltumor am Ohr, Blacky`s CNI, Katerchen, das überfahren wurde, Frechdachs mit seinem chronischen Schnupfen, seine Freundin mit Spulwürmern, die in regelmäßigen Abständen sichtbar werden...............es sind Dinge, die für jede Hauskatze auch zum Leben gehören bei ungünstiger Konstellation. Wichtig ist, dass Leute HINSEHEN und handeln. Und nicht auf den "anonymen" Tierschutz warten.

Nochmal: Der globale Tierschutz in seiner Gesamtheit muss aufpassen, dass er nicht durch Verallgemeinerungen Gefahr läuft, Dinge zu tun, die im eigentlichen Sinne nichts mehr mit dem Schutz der Tiere zu tun hat.

Der Tierschutz....

...fängt bei uns allen an. Ich kenne mittlerweile unzählige Leute, die im Kleinen versuchen, den Tieren vor ihrer Haustür oder im Tierheim zu helfen. Man braucht Ideen, man muss kreativ und manchmal auch penetrant sein. Mir ist es zu allgemein und - manchmal auch zu einfach -, mich auf den TIERSCHUTZ und seinem Verhaltenskodex zu berufen. Ich bin selbst ein minimini-kleines Rädchen in diesem System - und möchte, bei allem, was ich in dessen Namen tue, noch in den Spiegel schauen können.
 
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Mietzie

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Ahh, jetzt kommen wir zu einem Punkt, wo es wiederum interessant wird.
:lol: - schön!

Lina, ich habe mir darüber ebenfalls - auch durch Threads hier im NKF - Gedanken gemacht:

Ich lese hier so oft, dass Interessenten, die in ein TH gehen, um sich eine Katze auszusuchen, vom Personal unfreundlich und abweisend behandelt werden. Das kann es doch nicht sein, wenn ich eigentlich Katzen erfolgreich vermitteln soll und will!
Wenn ich das Personal in "unserem" TH so betrachte, dann arbeitet dort eine Leiterin, die - ich schätze mal - mit 1000-1200.- Euro heimgeht. Sie fährt eine Uralt-Klapperkiste. Aber: Sie ist kompetent und freundlich.

Dann gibt es ein paar "Normale". Sie sind neutral, nicht freundlich, aber auch nicht pampig. Die sind - das weiß ich zufällig, auf 400.- Euro-Basis (oder wie das jetzt heißt) angestellt.

Und dann gibt es die, die Sozialstunden machen (müssen). Ui, da handelt es sich teilweise um Unmotivierte, manchmal auch richtige Drachen.

Ich kann nur von unserem TH sprechen - aber dort arbeiten ganz einfache Leute. Die meisten sehe ich nur in Jogginghosen, manche haben Zahnlücken. Die Umgangsformen sind - das vermute ich jetzt einfach mal - eng gekoppelt mit ihrer Herkunft. Wenn man solche Leute zu nehmen weiß (oft steckt viel Misstrauen fremden Leuten gegenüber drin), kommt man ganz gut mit ihnen klar. Wer allerdings keine Erfahrung damit hat, ist mit Sicherheit oft erschrocken und enttäuscht.

Ich denke, dass - zumindest in unserer Region - TH stark unterfinanziert sind. Eigentlich sollte immer - wie in allen Pflegeberufen - eine Grundhaltung, Manieren, kommunikative Fähigkeiten - gegeben sein. Die Leute, die ich dort mittlerweile kenne, haben häufig viel mit sich selbst zu tun, ohne das jetzt auf alle TH übertragen zu wollen und können. Vielleicht ist das eine mögliche Antwort auf deine Frage?
 
vilma

vilma

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Ich wünsche der Katze sehr, dass das Wissen über sie zu nimmt.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt: Aufklärung. Es sind zuviele Menschen viel zu naiv und zu unwissend, was Katzen, ihre Haltung und ihre Bedürfnisse angeht. Da gibt es unendlich viele alte Zöpfe, die abgeschnitten gehören, und deshalb muss mit flächendeckender Aufklärung bereits in den Schulen, bei den Jüngsten, begonnen werden, denn das sind die Katzenhalter von morgen.

Wir haben im TH endlich wieder eine Jugendgruppe, die Tierschutz aktiv erlernen soll. Also nicht (nur) drinnen rumhocken und basteln, sondern sie betreuen zB eine feste Stelle, an der Amphibienschutzzäune errichtet sind, damit zur Zeit der Krötenwanderung nicht unendlich viele Tiere auf der Straße umkommen. Tierschutz fängt im Kleinen an.

Außerdem brauchen Tiere Marketing, wenn sie ein Zuhause finden sollen - es ist mit ihnen wie mit jedem anderen "Produkt" auch, das man an den Mann bringen will. Eine vernünftige eigene Website und Facebook sind gute Grundlagen. Wir bringen alle paar Monate ein Tierschutzmagazin heraus, das von einem Journalisten koordiniert wird. Um das Erscheinungsbild des gesamten Tierheim-Auftritts kümmert sich ein Grafiker. Es gibt intern eine Katzen-AG, eine Hunde-AG, eine Marketing-AG. Es ist wichtig, Netzwerke zu schaffen und sich mit wirklich engagierten Leuten zu umgeben, gerade beim hauptberuflichen Personal, aber auch unter den Ehrenamtlichen - das kann man an jedem Ort in Deutschland zuwege bringen, nicht nur bei uns.

Die Kastrationspflicht für Katzen gehört deutschlandweit eingeführt. Das ist bei weitem keine perfekte Lösung, aber ein Ansatz. Leider hat sie bislang nur unsere Nachbargemeinde, aber auch bei uns laufen seit längerem die Verhandlungen.

Der Auslandstierschutz, gerade das Beispiel Rumänien, ist leider noch mal ein anderes und noch schwierigeres Feld. Die rumänische Kultur, um bei dem Beispiel zu bleiben, spielt dem Tierschutz nicht gerade in die Hände, denn allein das Thema Kastration ist für die meisten Rumänen noch ein Absurdum. Die politische Lage ist ein weiteres Problem. Wie soll man einem Land Tierschutz nahebringen, wenn nicht mal alle Menschen genug zum Leben haben.

EDIT:
Nicht, dass jetzt falsche Vorstellungen über die finanzielle Lage unseres TH entstehen - sowohl Journalist als auch Grafiker arbeiten rein ehrenamtlich!
 
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vilma

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Wenn ich das Personal in "unserem" TH so betrachte, dann arbeitet dort eine Leiterin, die - ich schätze mal - mit 1000-1200.- Euro heimgeht. Sie fährt eine Uralt-Klapperkiste. Aber: Sie ist kompetent und freundlich.

Dann gibt es ein paar "Normale". Sie sind neutral, nicht freundlich, aber auch nicht pampig. Die sind - das weiß ich zufällig, auf 400.- Euro-Basis (oder wie das jetzt heißt) angestellt.

Und dann gibt es die, die Sozialstunden machen (müssen). Ui, da handelt es sich teilweise um Unmotivierte, manchmal auch richtige Drachen.

Ich kann nur von unserem TH sprechen - aber dort arbeiten ganz einfache Leute. Die meisten sehe ich nur in Jogginghosen, manche haben Zahnlücken. Die Umgangsformen sind - das vermute ich jetzt einfach mal - eng gekoppelt mit ihrer Herkunft. Wenn man solche Leute zu nehmen weiß (oft steckt viel Misstrauen fremden Leuten gegenüber drin), kommt man ganz gut mit ihnen klar. Wer allerdings keine Erfahrung damit hat, ist mit Sicherheit oft erschrocken und enttäuscht.

Ich denke, dass - zumindest in unserer Region - TH stark unterfinanziert sind. Eigentlich sollte immer - wie in allen Pflegeberufen - eine Grundhaltung, Manieren, kommunikative Fähigkeiten - gegeben sein. Die Leute, die ich dort mittlerweile kenne, haben häufig viel mit sich selbst zu tun, ohne das jetzt auf alle TH übertragen zu wollen und können. Vielleicht ist das eine mögliche Antwort auf deine Frage?
Ja, so kenne ich es auch von uns zum Teil noch, in erster Linie aus früheren Zeiten. Bei uns kam die Wende, als der Vorstand wechselte und der 1. und 2. Vorsitzende zum ersten Mal nicht aus Profilierungssucht antraten, sondern ehrlich um das Wohl der Tiere bemüht waren. Dann kam ein fließender Personalwechsel, bis nach ca. einem Jahr nur noch einige wenige von der alten Pflegetruppe übrig waren - das waren die, denen die Tiere wirklich am Herzen lagen. Und ja, auch die haben Zahnlücken und sprechen manchmal ein komisches Deutsch, aber für die Tiere sind sie ein Segen. :)

Das neu angestellte hauptberufliche Personal sorgte nicht nur für bessere hygienische Verhältnisse und eine Optimierung der Fütterung, sondern begann ENDLICH mit dem, was Aufgabe eines TH sein sollte - sie begannen rigoros mit der Tiervermittlung. Heute passiert es nicht mehr, dass Interessenten zu Öffnungszeiten pampig von einer schlampigen Katzenpflegerin abgewiesen werden, so wie es früher gang und gäbe war. Heute werden Katze und Halter auch nach der Vermittlung weiterbetreut, falls das gewünscht wird; niemand wird mit Problemen alleingelassen. Die Katzen-AG übernimmt einen Teil der Beratung und sorgt für bauliche Verbesserungen, denn das Personal schafft neben dem Tagesgeschäft ja nicht unendlich viel anderes. Alle arbeiten eng mit dem Vorstand zusammen, die Wege sind kurz und unkompliziert.

Ich glaube, die richtige Einstellung aller Beteiligten und auch der Wille, Verantwortung zu übernehmen und am Ball zu bleiben, kann unendlich viel bewegen - dafür sind dann auch nicht zwangsläufig Unsummen von Geld nötig. Klar, auch in unserem TH gäbe es baulich noch reichlich zu verbessern, insbesondere im Hundebereich, wofür lange das Geld gefehlt hat, aber dank einer besseren Öffentlichkeitsarbeit hat sich auch da was bewegt.

Letztlich ist es wie mit jedem Unternehmen, das man zum Erfolg führen will: Man muss es professionell aufziehen, sonst wird es nichts.
 
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Flori-Cat

Flori-Cat

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Der Tierschutz....

...fängt bei uns allen an. Ich kenne mittlerweile unzählige Leute, die im Kleinen versuchen, den Tieren vor ihrer Haustür oder im Tierheim zu helfen. Man braucht Ideen, man muss kreativ und manchmal auch penetrant sein. Mir ist es zu allgemein und - manchmal auch zu einfach -, mich auf den TIERSCHUTZ und seinem Verhaltenskodex zu berufen. Ich bin selbst ein minimini-kleines Rädchen in diesem System - und möchte, bei allem, was ich in dessen Namen tue, noch in den Spiegel schauen können.
Das hast Du ganz, ganz toll gesagt.
Tierschutz fängt bei jedem einzelnen von uns an. ::knuddel
 
Mietzie

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Ich denke, das sind ganz, ganz wichtige Punkte:

Aufklärung

Jugendgruppe

Marketing/Tierschutzmagazin

Netzwerke

Kastrationspflicht
Die Kinder einer Schule haben letztes Jahr ein Referat über den Tierschutz bei uns gehalten. Man spricht über zig abstrakte und vermeintlich wichtige Dinge im Unterricht. Deutschland ist und hat eine Leistungsgesellschaft. Wahrscheinlich ist das ein Grund, weshalb es wichtiger ist, Einzeller wissenschaftlich erklären zu können - aber kaum jemand mehr Wert auf Grundhaltungen legt, wie man mit Tieren umzugehen hat.
 
vilma

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Mittlerweile glaube ich ehrlich gesagt sogar, dass nicht alle TH so maßlos mit Katzen überfüllt sein müssten. Wenn die TSV sich von Grund auf besser organisieren würden, die richtigen Leute an den richtigen Stellen säßen, könnte die Lage u.U. deutlich besser aussehen.

Beispiele für schlechte Arbeit von TSV kenne ich zuhauf aus persönlicher Erfahrung, leider aber deutlich weniger bzw. kaum Orgas, die als Vorbild taugen. Warum ist das so?
 
Mietzie

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Beispiele für schlechte Arbeit von TSV kenne ich zuhauf aus persönlicher Erfahrung, leider aber deutlich weniger bzw. kaum Orgas, die als Vorbild taugen. Warum ist das so?
Von Orgas kann ich selbst nichts berichten. Es kann ein Einzelfall sein - aber die vier Streunerkitten, die an Seuche gestorben sind, waren alle auf einer offiziellen Pflegestelle des Tierheimes. Ich hatte das Gefühl, dass bewusst nichts diagnostiziert werden sollte, weil das Konsequenzen für alle (Pflegestelle und TH ) zur Folge hätte haben können. Es waren - ich glaube um die 12-14 Katzen (Jung und Alt) auf dieser Stelle - und nicht eine davon wurde jemals geimpft. Insgesamt starben zu diesem Zeitpunkt unsere vier und, ich glaube, 7-8 des weiteren Bestandes. Selbst bei Züchtern kann Seuche ausbrechen. Das ist nicht der Punkt. Aber wie damit umgegangen wurde, war eine Katastrophe, von Leuten, denen man Herz und Verstand zutraut. Die kleine Sissy und Katerchen wurden über die Biotonne entsorgt, weil an diesem Tag wenige Zentimeter Schnee lagen. Das erste Kätzchen, das diese Symptome zeigte (keines unserer Vier), legten sie abends in die Werkstatt auf eine "schöne warme Decke"; am nächsten Morgen war sie steif.

Seuche wurde ja vehement verneint, das Veterinäramt winkte ab. Da sollte und durfte nichts nach draußen dringen.

Warum das so ist? Ich denke, weil ich nur für diese sprechen kann, auf dieser Pflegestellen fehlte es grundlegend an Wissen. Zig Streuner und Bauernhofkatzen auf eine Stelle zu setzen (es wurden ja immer mehr) - und diese weder zu untersuchen, noch gegenseitig zu schützen - ... Das TH braucht die Pflegestellen, diese Pflegestelle zumindest aber war ein "gesetzloser" Raum. Ich wünschte, es wäre ein Einzelfall.
 
vilma

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Das ist wirklich, wirklich schlimm, Tanja - und kein Einzelfall, wie ich befürchte. Aber in einer solchen Pflegestelle mit hoher Fluktuation an Katzen niemals zu impfen ist schon nicht mehr fahrlässig, sondern vorsätzlich! So traurig es klingt, aber es ist kein Wunder, dass dort Katzenseuche auftritt.

Viele PS sind fragwürdig. Wir haben m.E. keine festen PS mehr, wobei es eine gibt, die ausschließlich Kitten, auch neugeborene, aufnimmt und großzieht. So weit, so löblich - leider kam mir aber hinsichtlich der Vermittlungspraxis dieser PS schon so einiges zu Ohren. U.a. wurden vor ein paar Jahren während einer Festivität des TH von dieser PS Katzenkinder im Auto mitgebracht und aus dem Kofferraum verschachert... Heute unter der neuen TH-Leitung nicht mehr denkbar, aber es gab da wohl noch einige andere "Klopfer", die diese PS sich geleistet hat. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass dort viele todgeweihte Kitten gesundgepflegt werden.

Eine andere lokale Orga hier in der Gegend, sehr klein und privat, hat das mit der Öffentlichkeitsarbeit noch nicht verinnerlicht. Sie ertranken vor einigen Jahren regelrecht in Katzen; mein Mann und ich und noch andere boten Hilfe an, eine Website zu generieren und diese zu pflegen, aber es scheiterte komplett an der mangelnden Zuarbeit der Orga. Facebook galt als böse, nein, sie wollten keinesfalls ein Profil dort anlegen! Und feste Besuchszeiten wollten sie auch nicht, sie hielten die Tiere in ihrem Privathaus und wollten nur auf Anfrage Besucher zulassen... Klar, dass man so keine Katzen loswird. Wir haben uns schließlich zurückgezogen, da war nichts zu machen.

Dann habe ich mich schon reichlich grün und blau geärgert über eine mir wohlbekannte deutsche Orga, die Griechenland-Tiere vermittelt. Dort hält man es nicht mal für nötig, Emails und Anrufe mit konkreten Anfragen zu beantworten - potenzielle PS-Angebote werden ignoriert, Tierprofile nicht aktualisiert, Pflegeverträge nicht zurückgeschickt usw. Der Gipfel war, dass Hunde nicht an geeignete Personen vermittelt wurden, weil diese keinen eingezäunten Garten vorweisen konnten. Meine Arbeitskollegin war dort Kassenwartin und konnte irgendwann die Augen nicht mehr vor dem dort herrschenden Wahnsinn verschließen, so dass sie letztlich hingeschmissen hat, um sich psychisch nicht weiter zu verausgaben.

Ach, es ist so frustrierend. Die Tiere sind schlußendlich immer die Leidtragenden, wenn die Menschen es nicht geregelt kriegen.
 
Kater Gismo

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Das ist wirklich, wirklich schlimm, Tanja - und kein Einzelfall, wie ich befürchte. Aber in einer solchen Pflegestelle mit hoher Fluktuation an Katzen niemals zu impfen ist schon nicht mehr fahrlässig, sondern vorsätzlich! So traurig es klingt, aber es ist kein Wunder, dass dort Katzenseuche auftritt.

Viele PS sind fragwürdig. Wir haben m.E. keine festen PS mehr, wobei es eine gibt, die ausschließlich Kitten, auch neugeborene, aufnimmt und großzieht. So weit, so löblich - leider kam mir aber hinsichtlich der Vermittlungspraxis dieser PS schon so einiges zu Ohren. U.a. wurden vor ein paar Jahren während einer Festivität des TH von dieser PS Katzenkinder im Auto mitgebracht und aus dem Kofferraum verschachert... Heute unter der neuen TH-Leitung nicht mehr denkbar, aber es gab da wohl noch einige andere "Klopfer", die diese PS sich geleistet hat. Schade eigentlich, wenn man bedenkt, dass dort viele todgeweihte Kitten gesundgepflegt werden.

Eine andere lokale Orga hier in der Gegend, sehr klein und privat, hat das mit der Öffentlichkeitsarbeit noch nicht verinnerlicht. Sie ertranken vor einigen Jahren regelrecht in Katzen; mein Mann und ich und noch andere boten Hilfe an, eine Website zu generieren und diese zu pflegen, aber es scheiterte komplett an der mangelnden Zuarbeit der Orga. Facebook galt als böse, nein, sie wollten keinesfalls ein Profil dort anlegen! Und feste Besuchszeiten wollten sie auch nicht, sie hielten die Tiere in ihrem Privathaus und wollten nur auf Anfrage Besucher zulassen... Klar, dass man so keine Katzen loswird. Wir haben uns schließlich zurückgezogen, da war nichts zu machen.

Dann habe ich mich schon reichlich grün und blau geärgert über eine mir wohlbekannte deutsche Orga, die Griechenland-Tiere vermittelt. Dort hält man es nicht mal für nötig, Emails und Anrufe mit konkreten Anfragen zu beantworten - potenzielle PS-Angebote werden ignoriert, Tierprofile nicht aktualisiert, Pflegeverträge nicht zurückgeschickt usw. Der Gipfel war, dass Hunde nicht an geeignete Personen vermittelt wurden, weil diese keinen eingezäunten Garten vorweisen konnten. Meine Arbeitskollegin war dort Kassenwartin und konnte irgendwann die Augen nicht mehr vor dem dort herrschenden Wahnsinn verschließen, so dass sie letztlich hingeschmissen hat, um sich psychisch nicht weiter zu verausgaben.

Ach, es ist so frustrierend. Die Tiere sind schlußendlich immer die Leidtragenden, wenn die Menschen es nicht geregelt kriegen.
Ich kann Dir da in soooo vielen Punkten zustimmen. Vieles hängt einfach von Tierheimleitung und Öffentlichkeitsarbeit ab. Unser TH hat in den letzten Jahren auch einen großen Schritt nach vorn gemacht. Und das war nicht so einfach. Neue Tierheimleitung (die prompt kritisiert und schlecht gemacht wurde), viele neue AUSGEBILDETE Pfleger, Homepage auf aktuellem Stand. Wenn mal kein Text zu einem Tier da ist, ok. Aber vorher war es so, dass Neuzugänge einfach nicht aufgeführt wurden. Facebook-Seite, die betreut wird und auf der Rico (ein Hund der im TH bleiben wird, weil er das TH seltsamerweise als sein Zuhause ansieht) jeden Abend in der Woche seinen Blog schreibt ... Wenn man heutzutage in unser TH kommt, wird man freundlich empfangen und steht nicht dumm rum und wird doof angeglotzt. Futterspenden muss man nicht selbst rein schleppen, da ist sofort jemand, notfalls mit Schubkarre, da, der hilft. Das sind viele Kleinigkeiten, die aber das Bild nach außen prägen. Futterspenden werden inzwischen zwischen Tierheim und einer vom Tierheim eingerichteten "Tiertafel" für Bedürftige geteilt, eine Krankenkasse für Tiere bedürftiger Menschen wurde eingerichtet und jedes Jahr gibt es eine Katzenkastrationsaktion: Tierhalter können bei bestimmten Tierärzten ihre Katzen kastrieren lassen und bekommen vom Verein einen Zuschuss. Und schlussendlich: nach Jahren können wir hoffentlich unser marodes Tierheim hinter uns lassen, weil endlich neu gebaut werden kann.

Ein absolutes Negativbeispiel im Tierschutz ist mir leider in den letzten Wochen auch begegnet. Diese Orga holt Hunde aus Rumänien. Die Tiere sind NICHT auf deren Hompage, werden nur über Facebook vorgestellt. Dann aber so viele massiv auf einmal, teilweise in schlechtem deutsch, dass es m. M. so nichts bringt. Ich hatte angeboten, zumindest die Texte zu überarbeiten. Nein, nicht gewünscht, wäre nicht authentisch. Ich habe dann geholfen, dass sie in einer Lokalzeitung eine kostenlose Anzeige schalten konnten und Tiere online in der Lokalzeitung eingestellt. Dann wurde aber auf Facebook öffentlich über unser TH hergezogen. Da hab ich mich verabschiedet, nachdem ich noch länger mit der Vorsitzenden diskutiert hatte. Ich finde, so was gehört sich einfach nicht. Inzwischen tobt da öffentlich auf Facebook eine Schlammschlacht vom Feinsten gegen ein ehemaliges Mitglied. Ich denke, in einem seriösen Verein läuft sowas im Hintergrund und nicht öffentlich.
 

feuerzahn

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Hier auf dem Land gibt es genau 1 kleines TH, das städtisch geführt wird. Alle anderen Organisationen werden einzig und allein von Ehrenamtlichen geführt. Die gehen aber nebenbei noch vollzeit arbeiten. Da KANN es nicht immer reibungslos laufen. Da sich diese Vereine allein durch Spenden finanzieren, ist auch für solche Dinge wie marketing schlicht kein Geld da.
Bis zum nächsten TH, das übrigens sehr klein ist, fahre ich 40 km.
 
Kater Gismo

Kater Gismo

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Das ist logisch, dass dann nicht alles perfekt laufen kann. Aber warum wird dann oft nicht Hilfe angenommen, wenn sie angeboten wird? Und warum finden immer so Kleinkriege statt? Es sollte doch im Sinne der Tiere gehandelt werden und nicht, um das eigene Ego zu streicheln.
 
vilma

vilma

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Unser TH hat in den letzten Jahren auch einen großen Schritt nach vorn gemacht. Und das war nicht so einfach. Neue Tierheimleitung (die prompt kritisiert und schlecht gemacht wurde), viele neue AUSGEBILDETE Pfleger, Homepage auf aktuellem Stand. Wenn mal kein Text zu einem Tier da ist, ok. Aber vorher war es so, dass Neuzugänge einfach nicht aufgeführt wurden. Facebook-Seite, die betreut wird und auf der Rico (ein Hund der im TH bleiben wird, weil er das TH seltsamerweise als sein Zuhause ansieht) jeden Abend in der Woche seinen Blog schreibt ... Wenn man heutzutage in unser TH kommt, wird man freundlich empfangen und steht nicht dumm rum und wird doof angeglotzt. Futterspenden muss man nicht selbst rein schleppen, da ist sofort jemand, notfalls mit Schubkarre, da, der hilft. Das sind viele Kleinigkeiten, die aber das Bild nach außen prägen. Futterspenden werden inzwischen zwischen Tierheim und einer vom Tierheim eingerichteten "Tiertafel" für Bedürftige geteilt, eine Krankenkasse für Tiere bedürftiger Menschen wurde eingerichtet und jedes Jahr gibt es eine Katzenkastrationsaktion: Tierhalter können bei bestimmten Tierärzten ihre Katzen kastrieren lassen und bekommen vom Verein einen Zuschuss. Und schlussendlich: nach Jahren können wir hoffentlich unser marodes Tierheim hinter uns lassen, weil endlich neu gebaut werden kann.
Das liest sich toll und macht mir persönlich Mut, dass doch nicht überall alles verloren ist, Anke. Besonders gut finde ich die Krankenkasse für die Tiere bedürftiger Menschen, dazu werde ich bei uns auch anregen! (Wobei ich damit beim TH-Tierarzt womöglich sogar offene Türen einrenne...)

Dann wurde aber auf Facebook öffentlich über unser TH hergezogen. Da hab ich mich verabschiedet, nachdem ich noch länger mit der Vorsitzenden diskutiert hatte. Ich finde, so was gehört sich einfach nicht. Inzwischen tobt da öffentlich auf Facebook eine Schlammschlacht vom Feinsten gegen ein ehemaliges Mitglied. Ich denke, in einem seriösen Verein läuft sowas im Hintergrund und nicht öffentlich.
Aber warum wird dann oft nicht Hilfe angenommen, wenn sie angeboten wird? Und warum finden immer so Kleinkriege statt? Es sollte doch im Sinne der Tiere gehandelt werden und nicht, um das eigene Ego zu streicheln.
Solche Aktionen sind unter aller Kanone und man macht sich damit alles kaputt, insbesondere den eigenen Ruf. Das ist mehr als unseriös und schreckt ernsthafte Interessenten ab.

Da sich diese Vereine allein durch Spenden finanzieren, ist auch für solche Dinge wie marketing schlicht kein Geld da.
Unser TH hat natürlich auch kein großartiges Budget für Marketing, ich denke, die wenigsten deutschen TH haben das. Die Stadt/Gemeinde zahlt dem TSV mit TH einen bestimmten Betrag für Fundtiere, der die reellen Kosten gerade mal zum Teil abdeckt. Glaub nicht, dass städtische Unterstützung viel wert sei... Der Rest finanziert sich durch Spenden, Erbschaften und Sponsoren.

Wie ich oben schon schrieb, arbeitet der Grafiker, der sich um das Layout des Tierschutzmagazins (das kostenlos zu haben ist), die Drucksachen und das gesamte CD des Vereins kümmert, komplett ehrenamtlich bzw. buttert einiges an eigenem Geld mit rein, das ist dann halt seine Art zu spenden. Und der hat einen Vollzeitjob und ein Nebengewerbe, so dass er für das TH eben bisweilen Nachtschichten einlegt. Den normalen Stundensatz eines Grafikers kann sich kein TH leisten...

Die Web- und Facebookseite wird gemeinsam vom TH und dem erwähnten Journalisten betreut, das klappt soweit wunderbar.

Natürlich ist auch die örtliche Presse mit im Boot. Insgesamt ist das dann bezahlbares Marketing, das auch funktioniert - es muss einfach jeder seinen Teil zuverlässig beisteuern.

Alle anderen Organisationen werden einzig und allein von Ehrenamtlichen geführt. Die gehen aber nebenbei noch vollzeit arbeiten. Da KANN es nicht immer reibungslos laufen.
Leider ist es wohl ein weitverbreitetes Problem, dass solche Orgas nur bedingt funktionieren. Der deutsche Verein mit den Griechenland-Tieren, den ich erwähnte, besteht auch nur aus Ehrenamtlichen. Und die sind allesamt dermaßen mit ihrem eigenen Leben beschäftigt, dass man sich ehrlich fragen muss, warum sie den Laden nicht dichtmachen oder sich Leute mit mehr Zeit heranholen. Natürlich ist es ihr gutes Recht, sich zuerst um ihren eigenen Kram zu kümmern, aber warum muss ich dann auf Teufel komm raus noch einen Verein führen, wenn ich es doch einfach nicht schaffe? Idealismus ist gut und schön, aber wenn ich was bewegen will, leider nicht ausreichend.
 
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