Chronische Gingivitis/Faucitis

Diskutiere Chronische Gingivitis/Faucitis im Zähne Forum im Bereich Katzenkrankheiten; Hallo Katzenfreunde, ich habe mich entschieden, einmal den Krankheitsverlauf unserer Lisa, die unter einer chronischen Gingivits-Faucitis leidet...

Mariechen197

Registriert seit
26.05.2019
Beiträge
15
Gefällt mir
11
Hallo Katzenfreunde,

ich habe mich entschieden, einmal den Krankheitsverlauf unserer Lisa, die unter einer chronischen Gingivits-Faucitis leidet, zu dokumentieren. Eventuell hilft es anderen, von unseren Erfahrungen zu hören, und wir profitieren wiederum auch von den Erfahrungen anderer Katzenhalter mit gleichen Problemen.

Wir haben unsere Lisa und ihre Schwester Molly (jetzt beide 2 Jahre alt) vor 1 Jahr und 3 Monaten aus dem Tierheim geholt. Von Beginn an fiel uns auf, dass Lisa merkwürdig fraß - nämlich mit der Pfote das Futter aus dem Napf nahm. Wir hielten das allerdings anfangs für eine lustige Marotte... Am Schwanz von Lisa fielen uns zudem immer Verkrustungen auf - wie angebackenes Futter, dachten wir. Nach einigen Wochen bei uns hatten wir das Gefühl, sie zieht sich mehr und mehr zurück als dass sie langsam auf uns zukäme bis sie schließlich unter dem Bett lag und gar nicht mehr herauskommen wollte - auch nicht zum Fressen. Da sind wir mit ihr zum Tierarzt gefahren, der zunächst nur feststellte, dass sie Fieber hätte und ihr Antibiotikum gespritzt hatte. Damit ging es ihr zunächst einmal besser. Aber nach rund zwei Wochen ging es ihr wieder so schlecht wie vorher, Lisa wollte nicht fressen, zog sich total zurück, und wir fühlten wieder diese Verkrustungen am Schwanz. Also sind wir wieder zum Tierarzt gefahren, welcher dann feststellte, dass ihr ganzes Zahnfleisch schlimm entzündet war. Und die Verkrustungen am Schwanz kamen von ihrem Speichel über das Putzen ins Fell.

Es wurde dann ein großes Blutbild gemacht - aber alle Organe waren in Ordnung, sie hatte kein Diabetes oder ähnliches. Auch hat er auf FIP/FIV untersucht, ebenfalls negativ. Dann wurde uns gesagt, dass manche Katzen allergisch gegen ihre eigenen Zähne seien. Wir haben wieder Antibiotikum für sie bekommen und auch ein Schmerzmittel (Metacam) und sollten abwarten, ob das helfe, andernfalls sollten wir die Backenzähne entfernen lassen.

Das Antibiotikum half aber wieder nur vorübergehend. Dann wurde es wieder schlimmer, so dass sogar ihr weißes Fell ganz braun wurde, dort wo sie sich geputzt hatte. Und fressen wollte sie auch kaum mehr. Da wir es besser fanden, die Backenzähne entfernen zu lassen als ständig Antibiotikum und Schmerzmittel zu verabreichen, haben wir also die Backenzähne ziehen lassen. Aber danach ging es ihr leider auch nicht besser - im Gegenteil, sie speichelte extrem, und die
Zahnfleischentzündung blieb. Unser Tierarzt gab uns dann Prednisolon-Tabletten für sie. Sie sollte immer 7 Tage lang eine halbe Tablette bekommen, dann wieder 10 Tage Pause. Auch das ging aber nur kurze Zeit gut, dann halfen diese Tabletten gar nicht mehr und waren auch nicht mehr in sie reinzubekommen. Das Schlucken der Tablette muss ihr total weh getan haben, so dass wir dann gesagt haben, das machen wir nicht mehr - wie quälen unser Tier doch nicht! Daraufhin hat sie dann Kortison-Depotspritzen bekommen, die anfangs 14 Tage wirkten, später sogar 5 Wochen. Aber dann fingen sie an nicht mehr so lange zu wirken, bei höherer Dosierung keine 14 Tage mehr! Zudem wirkte Lisa sehr aufgeschwemmt, sie musste oft Wasser lassen, und wir waren alles andere als begeistert von einer ständigen Kortisongabe. Aber unser damaliger Tierarzt meinte, es gäbe nichts anderes, das wir machen könnten. Der Körper wehre sich gegen die eigenen Zähne, und angeblich wäre das meist auf eine Allergie zurückzuführen oder aber genetisch bedingt, und man könne da nichts anderes machen. Eine Allergie bei Katzen ausfindig zu machen, wäre zudem furchtbar schwierig, und sie könne auch allergisch auf irgendetwas in der Umwelt reagieren, so meinte er.

Wir haben dann den Tierarzt gewechselt. Die neue Tierärztin gefällt uns viel viel besser. Sie nimmt sich viel Zeit, erklärt alles sehr gut, und hat praktisch da weitergemacht, wo der alte Tierarzt aufgehört hat. Sie hat zunächst einmal noch einen Abstrich aus dem Mund genommen und festgestellt, dass Lisa Caliciviren und Mykoplasmen hat. Caliciviren sind wohl sehr oft ein Auslöser für Zahnfleischentzündungen, wenn zusätzlich das Immunsystem im Mundbereich nicht richtig funktioniert. Sie hat zunächst auch wieder mit Antibiotikum behandelt, damit die Entzündung zurückging, und uns dann Interferon empfohlen. Kortison hält sie für eine so junge Katze für total falsch, da es das Immunsystem runterfährt, es bei Lisa aber eher hochfahren soll, um sich zu wehren. Wir haben dann Interferon für Lisa bestellt, welches beim Tierarzt aufbewahrt wird, da es gut gekühlt sein muss. Wir holen alle 10 Tage eine Ampulle verdünntes Interferon für Lisa ab, wovon wir ihr täglich einige Tropfen auf das Zahnfleisch tröpfeln. Anfangs wirkte das super, aber dann ging es ihr wieder schlechter. Die Tierärztin war dann der Meinung, noch einen Zahn-/Wurzelrest im linken Backenbereich zu sehen. Wir haben diesen dann in der Tierklinik entfernen lassen (es war wirklich ein Wurzelrest) und alle vier Backentaschen dentalröntgen lassen, um sicherzugehen, dass hier keine Wurzelreste mehr stehengeblieben waren. Dann hat Lisa erneut Antibiotikum bekommen und natürlich weiterhin Interferon. Es ging ihr aber immer wieder schlechter, so dass wir dann mit Metacam und Interferon behandelt haben (ohne Antibiotikum), was eine Zeitlang besser funktionierte. Schließlich war das Zahnfleisch aber dennoch ständig entzündet, weil die Entzündung nun auf die Reißzähne übergegangen war.

Wir wollten ihr auch nicht dauernd Metacam und Antibiotikum zumuten, denn wir hatten mittlerweile schon große Angst um ihre Nieren. Außerdem ging es ihr ja nie wirklich gut. Interferon hat angeblich eine lange Laufzeit - die Tropfen sollen wir rund ein Jahr lang geben. Aber damit allein ging es ihr halt überhaupt nicht besser. Wir hatten es dann zusätzlich auch in Absprache mit dem Tierarzt noch mit Propolisgaben versucht, die weigerte sie sich aber einzunehmen - das muss wohl total übel schmecken...

Jedenfalls hat uns unsere Tierärztin zum Schluss geraten, alle übrigen Zähne (also Reiß-/Schneidezähne) entfernen zu lassen, da die Entzündung fast immer von den Zähnen ausgeht und, wenn alle Zähne entfernt sind, zusätzlich auch das Zahnfleisch geschlossen ist, so dass Bakterien weniger Chancen haben, in das Zahnfleisch einzudringen. Und Lisa hat ja leider ein schlechtes Immunsystem im Mund, so dass alle zusätzlichen Bakterien für sie ein Problem sind. Wir konnten zudem auch selbst sehen, dass die Entzündung immer an einem Zahn ihren Anfang nimmt und sich dann nach und nach im ganzen Mund-/Rachenraum ausdehnt... Da wir wissen, dass Katzen sehr gut ohne Zähne leben können und sicherlich alles besser ist als ständige Schmerzen haben wir nun vor ein paar Tagen alle übrigen Zähne in der Zahnklinik entfernen lassen. Zudem haben wir, da Lisa schon einmal in Narkose war, zusätzlich noch pures Interferon direkt in das Zahnfleisch spritzen lassen. Das ist jetzt rund 5 Tage her, und auch wenn Lisa noch ein Depot-Antibiotikum im Körper hat und auch noch für rund eine Woche Metacam erhält, glauben wir fest daran, dass sie nun wieder ganz gesund wird. Ihr Zahnfleisch ist nun nach 5 Tagen zum ersten Mal wieder - bis auf eine kleine Stelle - ziemlich rosa. Noch ist es leicht geschwollen, es sieht aber erheblich besser aus als vorher. Und zum ersten Mal scheint sie auch große Mengen normal fressen zu können - ohne den Kopf schief zu legen, zu würgen oder ähnliches. Sie ist auch lebhaft, spielt - es geht ihr gut.

Wir hoffen nun sehr, dass wir die Krankheit mit dieser letzten OP besiegt haben. Lt. verschiedener Tierärzte, die wir alle befragt haben, reicht es bei 80 % der Katzen bereits, wenn die Backenzähne entfernt sind. Und von diesen übrigen 20 %, die danach noch nicht gesund sind, werden noch einmal 80 % gesund, wenn alle Zähne entfernt sind - also die Chance ist sehr hoch. Wir hoffen also jetzt, dass auch sie damit geheilt ist und in der Zukunft keinerlei Medikamente mehr benötigt oder nur ganz selten einmal...

Diese ganzen Behandlungen haben insgesamt rund ein Jahr gedauert, wir waren ständig beim Tierarzt mit der kleinen Lisa, mussten sie täglich mit Medikamenten versorgen... es ist ein Wunder, dass die Kleine dennoch so zahm und zutraulich geworden ist und alles so geduldig über sich ergehen lässt... Ihre Schwester ist völlig gesund und hat diese Probleme nicht zum Glück. Und zum Glück ist ihre Schwester auch sehr lieb und nimmt viel Rücksicht auf die kleine Lisa.

Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen gemacht und vielleicht aus dem gleichen Grund sämtliche Zähne (also nicht nur die Backenzähne) entfernen lassen, und hat es geholfen???? Wir sind selbst nämlich mittlerweile auch schon fix und fertig. Wir lieben Lisa und leiden natürlich mit ihr. Jeden Tag, wenn wir nach Hause kommen, schauen wir als erstes, wie es der Katze geht und sind ständig in Sorge. Auch geht das alles unheimlich ins Geld. In den letzten 3 Monaten haben wir allein schon rund 1.500,-- Euro für Lisa ausgegeben. - Nicht, dass wir das nicht total gern getan haben, wir verzichten gern für die Katze... Allerdings sind unsere Reserven bald verbraucht :( Jeden Monat ca. 500,-- Euro für die Katze können wir uns auf Dauer nicht mehr leisten, dann müssten wir einen Kredit aufnehmen.

Ich würde mich sehr darüber freuen, von anderen Erfahrungen zu hören! Wir hatten schon viele Katzen (auch mit allen möglichen Erkrankungen), aber noch nie etwas, was einfach nicht wegging, egal, was man auch für ein Medikament gegeben hat oder was auch immer... das ist furchtbar!

Wir hoffen wirklich sehr, dass sie nun, nach dieser letzten OP, endgültig geheilt ist!
 
26.05.2019
#1

Anzeige

Gast

Schau mal hier: Chronische Gingivitis/Faucitis . Dort wird jeder fündig!

Mariechen197

Registriert seit
26.05.2019
Beiträge
15
Gefällt mir
11
Update: Leider geht es der kleinen Lisa nun eine Woche nach der OP noch immer nicht viel besser. Sie hat noch ein Antibiotikum-Depot im Körper und erhält jeden Nachmittag Metacam. Aber das Metacam wirkt max. 12 Stunden, danach geht es ihr meiner Meinung nach schon wieder deutlich schlechter, d. h. morgens frisst sie nicht, erst abends zwei Stunden nach Eingabe des Metacam. Und über Nacht speichelt Lisa dazu unheimlich viel. Der Schwanz ist wieder ganz verklebt und auch rund ums Schnäuzchen sieht man es. Zudem erkenne ich es an ihrem Verhalten, dass es ihr nicht wirklich gut geht. Ein Unterschied ist vielleicht, dass der Speichel nicht mehr riecht (früher roch dieser wie Gammelfleisch), und während es früher mit dem Speicheln immer links an der Seite anfing (man sah das immer am Schnäuzchen), kommt es meiner Meinung nach jetzt immer von vorne und eher von oben, also schon von dort, wo jetzt auch operiert wurde. Weiß vielleicht jemand, ob das noch immer von der OP herrühren könnte? Es war ja eine lange und schwierige OP, vielleicht ist das normal, dass es ihr da noch immer nicht gut geht und sie noch immer so sabbert? Morgen Früh haben wir den nächsten Nachsorge-Termin beim Tierarzt. Aber ich habe mittlerweile große Angst, dass das alles nichts gebracht hat... Wir geben ihr auch weiterhin jeden Tag Interferon ins Mäulchen, aber ich bin mir - ehrlich gesagt - nicht sicher, ob das überhaupt irgendetwas bringt... Und ich weiß auch ehrlich nicht, was wir sonst noch tun könnten... Nochmal zusammengefasst: Sie war letzte Woche Mittwoch zu ihrer großen OP, Donnerstag waren wir zur Nachsorge beim Tierarzt, der ein Depot - Antibiotikum gespritzt hat und ein Schmerzmittel. Freitag waren wir noch einmal beim Tierarzt zur Kontrolle und zum nochmaligen Schmerzmittel spritzen (weil wir die ersten zwei Tage nach der OP auch nicht selbst an ihr Mäulchen gehen wollten). Die Tierärztin hat uns gebeten, ihr dann ab Samstag wieder Interferon und Metacam zu geben, was wir auch getan haben. Seitdem wir ihr aber das Metacam wieder oral verabreichen, wirkt es längst nicht so langfristig, wie es wirkt, wenn es ihr direkt gespritzt wird. - Aber sie kann ja auch nicht monatelang Metacam bekommen, dann stirbt sie daran durch einen Nierenschaden! Kann ich erwarten, dass das vielleicht doch noch die Nachwirkungen der OP sind, und es in Kürze besser wird? Freitag (also morgen) soll sie eigentlich zum letzten Mal ein Schmerzmittel erhalten, danach sollte es ohne gehen - das sehe ich aber nicht.... Und wenn sich doch wieder alles entzündet hat (wir können das selbst z. Z. nicht richtig sehen, weil wir das Mäulchen nicht so weit aufmachen, da sie ja dort von der OP total berührungsempfindlich ist, das überlassen wir lieber dem Tierarzt), was für Möglichkeiten haben wir dann noch??? Sollten wir es dann doch wieder mit Kortison versuchen? Gibt es noch irgendwelche anderen Möglichkeiten? Ich weiß, dass unserem Tierarzt (und auch allen sonstigen Tierärzten mit denen wir gesprochen haben) hier auch nicht mehr viel einfällt, weil wir eigentlich alles durchprobiert haben... Hat denn niemand hier vielleicht ganz ähnliches erlebt, und weiß noch Rat? Wir wollen Lisa auch nicht quälen, es muss jetzt eine längerfristige Besserung her, sonst macht das alles keinen Sinn... Wenn sie jeden Tag Schmerzen hat, ist das kein Leben. Ich werde morgen beim Tierarzt auch mal fragen, wie eine Gabe mit Traumeel wäre. Darüber habe ich im Internet gelesen, das soll ja ein natürliches Schmerzmittel sein, allerdings schreibt der Hersteller selbst mehr von Gelenkschmerzen und ähnlichem... nur in den Foren habe ich gelesen, dass manche auch Erfolge damit hatten bei einer Zahnfleischerkrankung. Ob das allerdings bei Lisa ausreichend sein kann, wenn sie selbst auf Metacam nur noch max. 12 Stunden reagiert - da habe ich meine Zweifel... Ich werde aber in jedem Fall morgen die Tierärztin danach fragen, was sie von diesem Mittel hält und ob ich es gefahrlos damit versuchen könnte, es also auch nicht kontraproduktiv für Lisa wäre...

Wenn hier irgendeiner noch weitere Infos für uns hat, wären wir wirklich total dankbar! Denn wir wissen so nicht mehr weiter... Und auch Lisas Schwester - Molly - leidet mittlerweile unter der Situation. Sie möchte immer so gern mit ihrer Schwester spielen, und das geht meist nicht, weil es Lisa nicht gut geht, und sie ihre Schwester dann nur anfaucht und sich verkriecht... Was sollen wir nur machen???
 
Rosi

Rosi

Registriert seit
23.01.2004
Beiträge
3.789
Gefällt mir
1.548
Hallo und herzlich willkommen im Forum. ::wgelb

Mit dieser Problematik kenne ich mich nicht aus und habe mich mal an Google gewandt.
Was ich aus den verschiedenen Berichten lese ist, dass die Behandlung dieser Krankheit sehr problematisch ist und kann auch langwierig sein. Sehr interessant fand ich den folgenden Artikel, der sich mit der Therapie der immunologischen Entgleisung befasst. Da steht schon vieles drin, was Ihr schon gemacht habt, aber auch noch einige Menge weitere Informationen. Vielleicht findest Du dort noch einige Anregungen, die Du mit Deinem TA besprechen könntest.

Feline Stomatitis: Therapeutische Herausforderung einer immunologischen Entgleisung Eingang Maul - von Dr. Susann-Yvonne Mihaljevic
 

Mariechen197

Registriert seit
26.05.2019
Beiträge
15
Gefällt mir
11
Hallo und herzlich willkommen im Forum. ::wgelb

Mit dieser Problematik kenne ich mich nicht aus und habe mich mal an Google gewandt.
Was ich aus den verschiedenen Berichten lese ist, dass die Behandlung dieser Krankheit sehr problematisch ist und kann auch langwierig sein. Sehr interessant fand ich den folgenden Artikel, der sich mit der Therapie der immunologischen Entgleisung befasst. Da steht schon vieles drin, was Ihr schon gemacht habt, aber auch noch einige Menge weitere Informationen. Vielleicht findest Du dort noch einige Anregungen, die Du mit Deinem TA besprechen könntest.

Feline Stomatitis: Therapeutische Herausforderung einer immunologischen Entgleisung Eingang Maul - von Dr. Susann-Yvonne Mihaljevic

Hallo Rosi,

vielen lieben Dank für Deine Meldung! Ich bin für jeden Rat und Artikel dankbar, der uns noch irgendwie helfen könnte! Wir sind selbst auch viel im Internet unterwegs in Bezug auf diese Problematik... Deinen Artikel kannte ich noch nicht. Im Wesentlichen ist mir die Situation so auch bekannt. Es gibt halt die Möglichkeit, das Immunsystem zu unterdrücken (Kortison) oder zu befeuern (Interferon), um es mal ganz kurz zu sagen. Kortison heilt allerdings nicht, sondern unterdrückt nur die Symptome. Interferon soll langfristig heilen können. Ja, wir wissen, dass die Therapie mit Interferon auf lange Sicht angelegt ist, und sind auch gerne bereit, ihr das ein Jahr lang oder länger zu geben. Allerdings hilft ihr das halt z. Z. noch einfach gar nicht... Im Artikel steht etwas von zusätzlichen Vitaminpräparaten und Aloe-Präparaten - hier werde ich noch einmal nachfassen. Von Vitamin C in diesem Zusammenhang hatte ich schon einmal gelesen, allerdings hat unsere Tierärztin diesbezüglich recherchiert und meinte dann, dass nichts diesbezügliches bekannt sei. Bei Lisa ist auch sehr doof, dass sie tatsächlich keinerlei Leckerchen anrührt - weder harte, noch weiche, keine Pasten, keine Leberwurst - einfach nichts! - Habe ich vorher auch noch nie erlebt... Sie isst nur Nassfutter, mit Abstand am liebsten Miamor Deli. - Wir geben nur Futter ohne Zucker, ohne Weizen mit wenigstens 70 % Fleischanteil und vorsichtshalber auch nur mit einem oder zwei Proteinquellen. - Na ja, jedenfalls bedeutet das für uns, egal, was wir probieren wollen, um ihr zu helfen, wir müssen es oral direkt in Mäulchen geben... Sie akzeptiert nichts, was man unter ihr Futter mischt oder ihr so reichen möchte... Und da wir bereits jeden Tag Interferon-Tropfen und Metacam verabreichen müssen, ist das alles verdammt nicht einfach.... Lisa ist zwischenzeitlich schon wirklich zahm geworden hier (was echt ein Wunder ist, da wir sie praktisch vom ersten Tag an ständig medizinisch betreuen mussten), aber leicht ist das alles trotzdem nicht... Da sie weiß, dass sie jeden Nachmittag, wenn ich von der Arbeit komme, ihre Medikamente bekommt, begrüßt sie mich z. B. nie, sondern schleicht sich zu dieser Uhrzeit immer hinter das Sofa im Arbeitszimmer. Dort muss ich sie dann herausholen, was zwar unkompliziert ist, sie hat im Grunde keine Angst vor mir, sie weiß, ich tue ihr nicht weh... Aber sie will das natürlich einfach nicht, und es tut einem im Herzen weh, das jeden einzelnen Tag trotzdem so handhaben zu müssen...

Ich drucke Deinen Artikel mal aus und nehme ihn morgen mit, vielleicht erschließt sich für die Tierärztin daraus noch etwas Neues. Aber wir müssen unbedingt herausfinden, wie wir ihr Leben in nächster Zeit lebenswert gestalten können, denn mit dauernden Schmerzen oder Metacam und Antibiotikum bis die Nieren zerschlagen sind, geht es ja nicht weiter. Und Interferon nimmt ihr halt momentan nicht die Schmerzen oder irgendetwas... als Laie kann ich hier leider überhaupt keine Erfolge erkennen...

Hoffentlich hängt das alles noch mit der OP zusammen und wird besser...
 

Mariechen197

Registriert seit
26.05.2019
Beiträge
15
Gefällt mir
11
Hallo und herzlich willkommen im Forum. ::wgelb

Mit dieser Problematik kenne ich mich nicht aus und habe mich mal an Google gewandt.
Was ich aus den verschiedenen Berichten lese ist, dass die Behandlung dieser Krankheit sehr problematisch ist und kann auch langwierig sein. Sehr interessant fand ich den folgenden Artikel, der sich mit der Therapie der immunologischen Entgleisung befasst. Da steht schon vieles drin, was Ihr schon gemacht habt, aber auch noch einige Menge weitere Informationen. Vielleicht findest Du dort noch einige Anregungen, die Du mit Deinem TA besprechen könntest.

Feline Stomatitis: Therapeutische Herausforderung einer immunologischen Entgleisung Eingang Maul - von Dr. Susann-Yvonne Mihaljevic
...ich sollte vielleicht noch dazu sagen, dass das Hauptproblem ist, dass ich einfach bei keiner bisherigen Therapie irgendeine Besserung sehe, es geht ihr jedes Mal nach sehr kurzer Zeit wieder schlechter und alle Medikamente, die anfangs zumindest noch eine Woche oder zwei gut wirkten, wirken nach und nach nur immer kurzfristiger... vielleicht wird sie auch immun dagegen durch die langfristige Gabe? Ich hatte im Laufe meines Lebens schon einige Katzen aus dem Tierheim, habe Katzenschnupfen auskuriert, hatte eine Katze, deren Nebennieren nicht mehr richtig funktionierten, habe eine Nierenkrankheit behandelt... Alles ließ sich aber immer gemeinsam mit einem guten Tierarzt auch in den Griff bekommen... Es ist das erste Mal, dass ich alles tue, was der Tierarzt sagt, und einfach nichts hilft... das ist schon zum Verzweifeln....
 

Mariechen197

Registriert seit
26.05.2019
Beiträge
15
Gefällt mir
11
Update 01.06.19: Gestern waren wir also erneut beim Tierarzt, und leider hat die Entzündung wieder voll durchgeschlagen - auch komplett ohne Zähne. Jetzt gehen leider nur noch Immunsupressiva, das Immunsystem muss also runtergefahren werden. Damit hat sie dann noch einige gute Jahre ohne Schmerzen... Gestern hat uns die Tierärztin zunächst ATOPICA vorgeschlagen, da dieses Immunsupressiva dem Depotkortison wohl vorzuziehen sei, wenn Lisa es verträgt, hat sie aber leider nicht... Nachdem wir es ihr heute Morgen gegeben haben, hat sie sich eine halbe Stunde später hingesetzt und sich nicht mehr gerührt... wir hatten schon totale Panik bekommen! Also Lisa wieder eingepackt und heute Morgen erneut direkt zum Tierarzt gefahren... - sie verträgt das ATOPICA nicht, hatte extremste Bauchschmerzen und brauchte erst einmal eine Spritze für den Magen... Für morgen haben wir jetzt eine normale Cortisonspritze für sie mitbekommen, die wir ihr morgen einmalig selber spritzen werden (ich habe jetzt schon Bammel davor - aber einmal schaffen wir das schon), und danach gehen wir alle zwei Tage mit ihr zum Tierarzt bis das von uns bestellte Depot-Cortison da ist. Davon bekommt sie dann die kleinste Einheit gespritzt, und wir hoffen, dass es ausreichend ist, wenn wir dann rund einmal im Monat mit ihr zum Tierarzt fahren und nachspritzen lassen... Mit Kortison geht es ihr auch sofort wieder besser... Wir hatten diese Therapie ja am Anfang ihrer Behandlung schon, waren damit aber nicht zufrieden, weil wir sie ja gesund machen wollten... Aber sie ist nicht gesund zu bekommen, und so ermöglichen wir ihr wenigstens noch einige schöne Jahre ohne Schmerzen... Und mit etwas Glück funktioniert ja das Kortison jetzt auch mit noch längeren Zeitabständen dazwischen, weil ja die Zähne alle raus sind und daher nicht mehr so viel Reiz im Kiefer entsteht. - Das hoffen wir sehr und werden jetzt die Zeit, die uns mit ihr noch bleibt, genießen!!!

Ich hoffe wirklich sehr, dass gegen diesen Immundefekt im Mund bei Katzen mal irgendwann ein Medikament erfunden wird, dass hilft und heilt!!!! Bislang gibt es halt verschiedene Therapieansätze, aber nichts hilft wirklich hundertprozentig... wenn das Zähne ziehen nicht hilft, hat man wohl noch immer gar keine Chance...
 

corinnenp

Registriert seit
02.01.2021
Beiträge
1
Gefällt mir
0
Hallo Mariechen
Unsere Katze hat leider auch eine Gingivitis und Faucitis. Vor einem Monat wurden ihr die Backenzähne gezogen. Das Zahnfleisch sieht gemäss Tierarzt etwas besser aus aber leider die Faucitis nicht. Der Gaumen ist noch sehr stark entzündet. Wir mussten an Weihnachtem sogar zur Notfallklinik, weil sie mehrere Tage nichts gegessen oder getrunken hat. Sie hat eine Kortisolspritze erhalten und seit Dienstag geben wir ihr noch Cortisol Tropfen.
Ich bin nun auf deine Geschichte gestossen.
Ich wollte dich fragen, wie es deiner Kleinen seither geht.
Danke für deine Antwort.
Liebe Grüsse
Corinne
 
BlueCatWomen

BlueCatWomen

Registriert seit
25.08.2019
Beiträge
4.236
Gefällt mir
6.053
Hallo Corinne,

erst Mal ein herzliches Willkommen im Forum! Die Userin "Mariechen196" war die vergangenen sechs Monate nicht mehr aktiv im Forum unterwegs. Vielleicht solltest Du mit Deinem Anliegen einen neuen Thread eröffnen.
 
wofritz

wofritz

Registriert seit
26.12.2008
Beiträge
741
Gefällt mir
232
Mein Herkulinchen hatte ebenfalls Gingivitis und Faucitis. Es wurde mit Kortison behandelt, was für eine gewisse Zeit half. Die Abstände wurden aber immer geringer, so dass wir zuletzt zum Radikalmittel griffen: Entfernung aller Zähne ausser den vier Fangzähnen.

Seitdem ist Herkulinchen beschwerdefrei.

Die Erfolgsaussichten bei dieser Behandlung sind laut Tierärztin etwa 50 %, daher haben wir lange gezögert. Aber bei Herku war sie letztendlich erfolgreich.

Alles Gute für euch.
 
Thema:

Chronische Gingivitis/Faucitis

Chronische Gingivitis/Faucitis - Ähnliche Themen

  • Chronische Gingivitis-Stomatitis

    Chronische Gingivitis-Stomatitis: Hallo Ihr Lieben, ich hoffe ihr habt Erfahrungen oder Tipps. Kasimir (mittlerweile dann doch auch schon 10 Jahre alt) hatte dieses Jahr kein so...
  • chronische Zahnfleischerkrankung

    chronische Zahnfleischerkrankung: Huhu... vorab: es handelt sich bei meiner Frage nicht um eine "Zahn"-Frage im engeren Sinne. Ich denke aber, hier ist die Frage vielleicht...
  • Chronische Zahnfleisch/ Rachenentzündung Calici

    Chronische Zahnfleisch/ Rachenentzündung Calici: Hallo liebe Forum Mitglieder, ich bin neu hier und hoffe dass ich hier richtig bin. Ich habe mich bei euch schon etwas eingelesen und habe schon...
  • Chronische ZFE - weiter Zähne ziehen???

    Chronische ZFE - weiter Zähne ziehen???: Hallo zusammen, ich muss einfach mal nach Meinungen fragen. Mein Kater Finn (1 Jahr alt) hat seit ich ihn bekam immer wieder mit chronischer...
  • Chronische ZFE- Odyssee ohne Ende

    Chronische ZFE- Odyssee ohne Ende: Hallo liebe Katzenfreunde, ich bin neu hier und sagen Euch allen erst mal ein freundliches "Hallo". ::w Die pure Verzweiflung treibt mich in...
  • Ähnliche Themen
  • Chronische Gingivitis-Stomatitis

    Chronische Gingivitis-Stomatitis: Hallo Ihr Lieben, ich hoffe ihr habt Erfahrungen oder Tipps. Kasimir (mittlerweile dann doch auch schon 10 Jahre alt) hatte dieses Jahr kein so...
  • chronische Zahnfleischerkrankung

    chronische Zahnfleischerkrankung: Huhu... vorab: es handelt sich bei meiner Frage nicht um eine "Zahn"-Frage im engeren Sinne. Ich denke aber, hier ist die Frage vielleicht...
  • Chronische Zahnfleisch/ Rachenentzündung Calici

    Chronische Zahnfleisch/ Rachenentzündung Calici: Hallo liebe Forum Mitglieder, ich bin neu hier und hoffe dass ich hier richtig bin. Ich habe mich bei euch schon etwas eingelesen und habe schon...
  • Chronische ZFE - weiter Zähne ziehen???

    Chronische ZFE - weiter Zähne ziehen???: Hallo zusammen, ich muss einfach mal nach Meinungen fragen. Mein Kater Finn (1 Jahr alt) hat seit ich ihn bekam immer wieder mit chronischer...
  • Chronische ZFE- Odyssee ohne Ende

    Chronische ZFE- Odyssee ohne Ende: Hallo liebe Katzenfreunde, ich bin neu hier und sagen Euch allen erst mal ein freundliches "Hallo". ::w Die pure Verzweiflung treibt mich in...
  • Schlagworte

    katze wurde behandelt mit Antibiotika Zahn mit Wurzel gezogen nach 5 Tagen frisst Sie nicht mehr?

    Top Unten