Begriffsbestimmung > Schwarzzucht/Hobbyzucht/Gewerbsmäßige Zucht

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Katzenfan

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Hallo zusammen,

da ich mich so gut wie gar nicht auf dem Gebiet der Katzenzucht auskenne aber immer wieder über die Begriffe Schwarzzucht / Hobbzucht stolpere habe ich versucht eine Art Begriffsbestimmung vorzunehmen.

Ergänzungen und Korrekturen sind ausdrücklich erwünscht..


Schwarzzucht (Vermehrer)
für den Begriff Schwarzzüchter scheint es keine allgemeingültige Definition zu geben. In der Regel versteht man darunter Zuchten die keinem Zuchtverband angeschlossen sind und nach eigenem Ermessen die Verpaarungen und Häufigkeit der Schwangerschaften festlegen. Oft fehlt das Grundwissen in Bezug auf Genetik/Vererbung und daraus folgende mögliche Komplikationen. In vielen Fällen werden Kitten frühzeitig, ungeimpft, nicht entwurmt und ungetestet auf Krankheiten abgegeben. Papiere für die Kitten fehlen und der Preis der Rassekatze im Vergleich zu richtigen Züchtern erscheint als Schnäppchen.

Hobbyzucht
Ein seriöser "Hobbyzüchter", der im relativ kleinem Rahmen züchtet, ist immer in einem ordentlichen Verein organisiert und unterwirft sich damit freiwillig einer Kontrollfunktionen. Dazu gehören jährliche und vom Tierarzt attestierte Gesundheitskontrollen aller im Bestand lebender Zuchtkatzen, in etlichen namhaften Vereinen oft zusätzlich auch so genannte "Zwingerkontrollen“ durch entsprechend autorisierte Vereinsmitglieder, vollständige und mehrfache Impfungen aller im Haushalt lebender Katzen (also auch der Kastraten), Vererbungsteste (wie zum Beispiel der DNA-PKD-Test), gewissenhafte Nachweise über das Erbpotential (Stammbaum) und den Verbleib der Katzenbabies sowie deren Nachsorge.

Gewerbsmäßige Zucht
Züchter mit mindestens fünf oder mehr Zuchtkatzen in ihrem Bestand müssen diese Hobbyzucht als Gewerbe anmelden. Hierbei spielt es keine Rolle ob Gewinn erzielt wird oder nicht..

In einer allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes wird der Begriff "gewerbliche Zucht" folgendermaßen erklärt:

Ein Katzenzüchter züchtet in der Regel dann gewerbsmäßig, wenn seine Haltungseinheit folgenden Umfang erreicht:
5 oder mehr fortpflanzungsfähige Katzen oder 5 oder mehr Würfe pro Jahr.
Als Haltungseinheit gelten dabei alle Katzen eines Züchters, auch wenn diese an unterschiedlichen Einrichtungen gehalten werden, aber auch die Haltung von Tieren mehrerer Züchter, wenn Räumlichkeiten, Ausläufe und ähnliches gemeinsam genutzt werden. Voraussetzung ist weiter, dass die Tätigkeit des Züchtens selbständig, planmäßig, fortgesetzt und mit der Absicht der Gewinnerzielung ausgeübt wird. Das zuletzt genannte Kriterium wird in der Regel bei einer seriösen Hobbyzucht von Katzen nicht vorliegen, doch kommt es bei dieser Regelung nicht auf einen steuerlichen Gewinn an, sondern lediglich darauf, dass Umsatz geschrieben wird.
 

Katzenfan

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Grundlagen der gewerbsmäßigen Katzenzucht
(ohne juristische Gewährleistung)

Wer gewerbsmäßig Katzen züchten will oder mit Katzen handeln will, bedarf der Genehmigung des zuständigen Veterinäramtes. Die Genehmigungsnotwendigkeit erfüllt die Nachweispflicht der Zuverlässigkeit und der Sachkunde.

Dieses ist so im § 11 des Tierschutzgesetzes (Zucht, Halten von Tieren, Handel mit Tieren) geregelt.
Gemäß § 11 Abs. des Tierschutzgesetzes (TierSchG) bedarf der Erlaubnis der zuständigen Behörde, wer gewerbsmäßig Wirbeltiere (außer landwirtschaftliche Nutztiere) züchten oder halten bzw. mit ihnen handeln will. Zuständige Behörde für die Erlaubnis (Antrag auf Erteilung einer Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz (TierSchG)) ist das örtliche Veterinäramt.

Das Merkmal der Gewerbmäßigkeit ist damit im Rahmen des Tierschutzgesetzes gleichbedeutend mit dem Begriff des gewerblichen Handelns im Sinne des Gewerberechts. Ein Gewerbebetrieb braucht im Sinne des Tierschutzgesetzes dabei nicht vorliegen, kann aber aufgrund der Unternehmereigenschaft des Züchters zwingend erforderlich sein. Im Bereich der Hunde und Pferdezucht gibt es bereits einige Urteile diesbezüglich.

Die Erlaubnis (zur Zucht, Halten von Tieren, Handel mit Tieren) wird nur erteilt, wenn geeignete Räumlichkeiten zur artgerechten Haltung und Pflege der Tiere vorhanden sind. Darüber hinaus muss Betreuungspersonal über eine entsprechende Sachkunde verfügen. Die Sachkunde wird vom Veterinäramt anhand der vorgewiesenen Qualifikationen, etwa über eine geeignete Berufsausbildung oder mehrjährige Tätigkeit im Umgang mit den Tieren, sowie durch ein Fachgespräch (Fachwissen über Tierkrankheiten, Handlungsbedarfe, gesetzliche Grundlagen und ähnliches) geprüft bzw. überprüft.

Die gewerbsmäßigkeit einer Zucht ergibt sich aus der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Tierschutzgesetzes vom 9. Februar 2000. (Aufgrund des Artikels 84 Abs. 2 des Grundgesetzes in Verbindung mit § 16b Abs. 1 Satz 2 des Tierschutzgesetzes
in der Fassung der Bekanntmachung vom 25. Mai 1998 (BGBl. I S. 1105, 181 wird nach Anhörung der Tierschutzkommission folgende allgemeine Verwaltungsvorschrift erlassen)

Gewerbsmäßig im Sinne § 11 - Nummer 3 handelt, wer die genannten Tätigkeiten selbständig, planmäßig, fortgesetzt und mit der Absicht der Gewinnerzielung ausübt. Die Voraussetzungen für ein gewerbsmäßiges Züchten sind in der Regel erfüllt, wenn eine Haltungseinheit
folgenden Umfang oder folgende Absatzmengen erreicht:
- Katzen: 5 oder mehr fortpflanzungsfähige Katzen oder 5 oder mehr Würfe pro Jahr

Die Allgemeinen Verwaltungsvorschrift erfüllt damit das Gesetz zu dem Europäischen Übereinkommen vom 13. November 1987
zum Schutz von Heimtieren Vom 1. Februar 1991 (BGBl. II S. 402)

Begriffsbestimmungen gemäß Übereinkommen
(1) Der Ausdruck Heimtier bezeichnet ein Tier, das der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner eigenen Freude und als Gefährten hält oder das für diesen Zweck bestimmt ist.
(2) Der Ausdruck Handel mit Heimtieren bezeichnet alle in größerem Umfang getätigten, auf Gewinnerzielung gerichteten ordentlichen Handelsgeschäfte, die mit einem Wechsel des Eigentums an Heimtieren verbunden sind.
(3) Der Ausdruck gewerbsmäßige Zucht und Haltung bezeichnet die überwiegend auf Gewinnerzielung gerichtete Zucht oder Haltung in größerem Umfang.

Unternehmer und Gewerbe

Unternehmer ist wer wer ein Geschäft zu einem Zweck abschließt das zu seiner gewerblichen oder selbständigen beruflichen Tätigkeit gehört. Käufer und Verkäufer sind entweder Verbraucher oder Unternehmer. Eine Zuordnung zu einer dieser Gruppen ist zwingend. Die Unternehmereigenschaft trägt das Merkmal der offenen und planmässigen, selbstständigen Tätigkeit. Bei einer bezweifelten Unternehmereigenschaft muss der Unternehmer beweisen nicht als Unternehmer gehandelt zu haben.

Ob bei einer Unternehmereigenschaft eine Gewinnerziehlungsabsicht notwendig ist, ist juristisch unklar. Eine Gewinnerziehlungsabsicht kann auch dann vorliegen wenn tatsächlich keinerlei Gewinne erwirtschaftet werden, denn der Grundgedanke der Gewinnerziehlungsabsicht liegt in einer Trennung zwischen echten karitativen Tätigkeiten und dem Unternehmerbereich.

Die gängige Praxis ist im Bereich der Homepagebetreiber zu finden. Alleine durch ein einziges Werbebanner ist die Gewinnerziehlungsabsicht gegeben und damit wird aus dem Hobby Homepage eine gewerbsmäßige Tätigkeit die gleichzeitig die Anmeldung eines Gewerbes notwendig macht..

Hierzu auch ein BGH Urteil vom 29.03.2005 - Az. VIII ZR 173/03
Die Unternehmerstellung i.S.d. §§ 474 I, 14 BGB setzt nicht ein mit Gewinnerziehlungsabsicht geführtes Gewerbe voraus. Das Schutzbedürfnis des Verbrauchers ist nicht geringer zu bewerten, wenn dem Verkäufer, der am Markt als Unternehmer auftritt, die Absicht der Gewinnerzielung fehlt.
 

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