Einleitung Katzenzucht

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Katzenfan

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Die Katzenzucht hat eine ganze Reihe von Rassen aus der Hauskatze herausgezüchtet. Teilweise wurden auch Wildkatzenrassen in die domestizierte Katze eingekreuzt. Hieraus ergaben sich Rassen wie Bengalen, Savannah oder Pixiebob.

Manche Rassen entstanden ohne Zutun des Menschen durch eine spontane Genmutation: die Manx-Katze, diverse Rexkatzen oder die Sphynx. Der Mensch hat hier "nur" den Gendefekt zur Rasse gemacht und stabilisiert. Andernfalls hätten diese Rassen höchstwahrscheinlich nie Bestand gehabt (wobei die Manx hier ein Beispiel dafür gibt, dass auch ein Semiletalfehler in einer Rasse ohne menschliches Zutun deren Bestand nicht unbedingt gefährden muss).

Die Katzenzucht hat eine Reihe unterschiedlicher Katzenrassen hervorgebracht, die allerdings einander deutlich ähnlicher sehen als die Hunderassen. Im Gegensatz zum Gebrauchshund, dessen Aufgaben unterschiedlicher Natur sind (Hatz- oder Windhund, Dachs- und Fuchshund, Hütehund, Vorstehhund, sogar für die Bärenjagd hat man Hunde gezüchtet!), hatte die Katze immer nur zwei Aufgaben, und zwar den Kornspeicher vor Mäusen und Ratten zu schützen und auf der Couch zu schnurren. Deshalb ergab sich auch nicht die Notwendigkeit für extrem unterschiedliche Rassen.

Ein Gutteil der Katzenrassen entstammt der europäischen Hauskatze, auch Europäisch Kurzhaar oder kurz EKH genannt, und einer asiatischen Kurzhaarrasse (vielleicht Orientalisch Kurzhaar oder Siam. Da die Siam aber durch das rezessives Gen cs bestimmt wird, ist die OKH wahrscheinlicher.) „Moderne“ Rassen sind aber häufig Mischrassen amerikanischen Ursprungs, da die amerikanischen Katzenzüchter sehr experimentierfreudig sind. So haben diese in der Regel die American Shorthair als eine ihrer „Entstehungsrassen“ (wobei diese höchstwahrscheinlich wieder von der EKH abstammt).

Die langhaarigen Rassen haben nach genetischen Untersuchungen wohl die Türkischen Katzen (Türkisch Angora, Türkisch Van) als Urahnen. Die Unterscheidung nach Halblanghaar und Langhaar ist nur durch die lange anhaltende Selektion der Perser auf lange Haare gerechtfertigt. Der genetische Hintergrund ist bei beiden Haarkategorien derselbe (rezessives Gen l [klein "L"])

Extreme Züchtungen können negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Tiere haben, was in einigen Fällen dazu führt, dass diese unter tierschutzrechtlichen Gesichtspunkten (§ 11b des deutschen Tierschutzgesetzes) bedenklich sind. Als Beispiel ist hier die oft auftretende Taubheit bei weißen Katzen zu nennen und natürlich die zum „Rassemerkmal“ aufgebauten Merkmale Schwanzlosigkeit (Manx) und Kurzschwänzigkeit (die verschiedenen Bobtails), die gefalteten (Fold) oder gekräuselten (Curl) Ohren, die Haarlosigkeit (Sphynx) und die Verkürzung der Gliedmaßen (Munchkin).
 

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