Kehlkopftumor bei neunjährigem Kater, was tun?

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karolina62

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Hallo, vielleicht kann mir jemand Rat geben.


Mein neunjähriger, riesengroßer und sehr stattlicher Kater Emil, dem bislang nie etwas fehlte, erhielt nach einer endoskopischen Untersuchung unter Narkose vorgestern die Diagnose eines Tumors an der rechten Stimmritze.



Die Tierklinik hat keine Biopsie gemacht. Es hieß, der Tumor sei aufgrund der ungünstigen Stelle auf jeden Fall inoperabel, egal, ob gut- oder bösartig.
Angefangen hat alles damit, dass Emil immer schlechter miauen konnte, schließlich gar nicht mehr. Dann gab er
beim Schnurren ganz seltsame Töne von sich und manchmal beim Fressen machte er so einen seltsamen Schnalzlaut.



Es hieß, ich solle ihn einfach beobachten und wenn er nicht mehr frisst und apathisch wirkt, einschläfern lassen.


In einer anderen Tierklinik bestätigte man mir die Inoperabilität des Tumors, meinte aber, man könne es mit Kortison versuchen. Das könne den Tumor etwas schrumpfen lassen.
Die erste Tierklinik meinte, mit entzündungshemmenden Mitteln solle man noch warten aufgrund der Nebenwirkungen.


Ich ließ ihm nun gestern Kortison (per Spritze) verabreichen. Die TÄ meinte, wenn es dem Kater darauhin spürbar besser gehe innerhalb von drei Tagen, könne man an eine weitere Gabe, dann Langzeitkortison, denken.


Nun bin ich unschlüssig, denn es hat sich mit der Spritze nicht wirklich was verändert. Emil frisst noch recht gut und wenn er schläft, macht er keine Atem- bzw. Röchelgeräusche.
Aber wenn er schnurrt, klingt es übel, und manchmal, nicht oft, aber manchmal, hustet er heftig. Man spürt, dass er in bestimmten Positionen den Tumor als Fremdkörper spürt und loswerden will.


Weiß irgendjemand evtl. naturheilkundliche Methoden, wie man den Tumor vielleicht etwas zum Schrumpfen bringen könnte. Emil wirkt ansonsten so gesund und sieht überhaupt nicht krank aus. Er ist leider auch etwas übergewichtig, weil er so gerne frisst.


Mir bricht das Herz, wenn er in seinem stattlichen Zustand sterben muss, weil ein Geschwür ihm die Luft abschneidet.


Wäre sehr dankbar um eventuelle Tipps.
 

romulus

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Ich ließ ihm nun gestern Kortison (per Spritze) verabreichen. Die TÄ meinte, wenn es dem Kater darauhin spürbar besser gehe innerhalb von drei Tagen, könne man an eine weitere Gabe, dann Langzeitkortison, denken.

Eine schreckliche Diagnose - GsD hast Du ja schon eine Zweitmeinung eingeholt, dazu hätte ich auch unbedingt geraten bei dieser Diagnose.
Er hat das Cortison erst gestern bekommen und die TÄ erwartet eine Besserung der Symptome innerhalb 3 Tagen.
Bitte warte diesen Zeitraum ab, Cortison hat sich in solchen Situationen seit langem bewährt und Du solltest die Wirkung unbedingt abwarten, ehe Du nach Alternativen suchst (die es vermutlich nicht gibt).
Ich hoffe sehr, dass das Cortison seine erwartete Wirkung schnell entfaltet und Ihr noch eine lange Zeit miteinander habt - der Tumor kann ja genauso gut gutartig sein und sich mit dem Cortison lange in Schach halten lassen!
 
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karolina62

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Hallo Romulus,


danke für deine Antwort. Die Tierärztin meinte, diese Art von Kortison-Spritze sei erstmal keine Depot-, also Langzeitverabreichung, und sollte von daher innerhalb von etwa drei Tagen spürbar Wirkung entfalten. Hast du evtl. Erfahrungen mit der Wirkung von Kortison bezüglich Schrumpfung eines Tumors?
Für mich ist es unvorstellbar schwer, einen ansonsten kern gesunden, immer hungrigen (nach wie vor) Kater einschläfern lassen zu müssen, weil ein Tumor ihm demnächst die Atmung und das Schlucken unmöglich machen wird.
Wenn er schnurrt, strengt ihn das sehr an, das spüre ich. Da reißt er immer das Maul auf und hört dann auf, versucht es wieder und hört wieder auf.
Ansonsten merkt man ihm kaum eine Behinderung beim Atmen an.



Ich will nicht, dass er leidet, und weiß einfach nicht, wann ihn erlösen.


Noch scheint er so viel Lebensfreude zu haben.


Weißt du, ob "theoretisch" so ein Geschwür sein Wachstum in Einzelfällen auch einstellen könnte?


Danke für deine Anteilnahme.
 
Julchen94

Julchen94

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Das ist sehr unschön.
Cortison kann vielleicht das Wachstum verlangsamen oder den Tumor etwas verkleinern - aber so genau weiß ich das auch nicht.
Mit Naturheilkunde wirst Du sicherlich nichts tun können. Das funktioniert nicht.

Es ist wie bei uns Menschen. An irgendeiner Stelle wächst ein Tumor und kostet uns dann das Leben. Und man kann nichts tun wenn nicht operiert werden kann.

Du kannst nur schauen, wie lange er noch Lebensqualität hat. Wenn ihm der Tumor irgendwann die Luft abdrückt musst Du handeln.
Ich weiß, dass das sehr schwer ist, wenn er ansonsten kerngesund ist.
Aber eine andere Wahl wirst Du nicht haben.



Es tut mir sehr leid.:cry:
 

karolina62

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Ganz furchtbar für mich, weil ich einfach nicht weiß, wann ich ihn euthanasieren lassen soll, wenn ihm das Schnurren so schwer fällt.
Er putzt sich gerade hingebungsvoll und frisst wie ein SCheunendrescher, was er immer schon tat. Durch Kortison hat er angeblich noch mehr Appetit.
Ich könnte einfach nur heulen. So eine Last. Vor nicht mal vier Jahren habe ich schon meinen geliebten Kater Karlchen wegen Krebs verloren und fürchte, ich habe ihn zu spät gehen lassen. Diese Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt ist schrecklich schwer.


Danke!
 

Nika

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Meine Hündin hatte ein inoperables Übergangsepithelkarzinom in der Harnröhre, sie reagierte mit einen absoluten Harnröhrenverschluss. EIne auf sie zugeschnittene Chemo vertrug sie nicht, auf das Medikament reagierte sie mit heftigsten Magenblutungen.

Wir hatten nur die Alternative Cortison. Um es einzusetzen, musste sie eine Woche durch die Bauchdecke mittels Blasenpunktion katheterisiert werden, bis das Cortison griff.

Durch die hoch dosierte Gabe verringerte sich kurzfristig der Umfang des Tumors wieder so weit, so dass sie Urin lassen konnte. Ich habe KEIN Langzeitkortison gegeben, sondern täglich. Ich glaube, das gibt man auch nicht mehr. Ich würde es auf keinen Fall in der Form verabreichen.

Das Cortison drängt das Tumorgewebe kurzfristig zurück, die Nebenwirkungen waren bis auf den Durst, guten Appetit und das vermehrte Trinken nicht tiefgreifend.

In unserem Fall konnte ich ihr leider nur 4 gute Wochen schenken, dann war der Tumor wieder so angeschwollen, dass die Harnröhre wieder komplett verschloss. Sie hatte sich so gefreut, als wir in die Praxis fuhren. Dort haben wir noch gespielt, sie war so fröhlich und voller Vertrauen, als ich sie töten ließ. Es hat mir das Herz gebrochen.
 
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karolina62

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Hallo Nika, da fließen gleich wieder die Tränen, wenn ich das lese.
Danke für deine Antwort.
Die Chefin der Tierklinik hatte tägliche Kortisontabletten vorgeschlagen, sollte die erste Spritze anschlagen. Nur bei Eingabeschwierigkeiten der Tabletten wäre das Depotkortison in Frage gekommen. Dass man es nicht mehr gibt, sagte sie nicht.
Aber wenn du schreibst, dass im Fall deiner Hündin das Kortison nur wirksam war, indem es direkt über einen Katheter verabreicht wurde, weiß ich nicht, ob ich mir die Tabletten sparen soll.
Aber würde mir eine erfahrene Tierärztin dann überhaupt Tabletten vorschlagen? Bin sehr verunsichert, auch weil es offenbar nur ganz kurzfristig hilft, wie du ja erleben musstest?
Emil atmet ganz ruhig beim Schlafen und Gehen und Fressen, nur beim Schnurren ist es ihm sehr unangenehm. So kann ich ihn gar nicht mehr Streicheln, weil er dann sofort anfängt, zu schnurren und sich dann dreht und wendet.

Ob ich ihn deswegen jetzt schon erlösen sollte?
 
Julchen94

Julchen94

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Oh man... das ist wirklich schlimm.


Meine Hündin Maxi-Julchen hatte Lungenkrebs. Sie bekam auch etliche Wochen Kortison. Sie hat gelebt, bis sie noch ein fünf Markstück großes Stück Lunge frei hatte zum Atmen. Bis dahin ging es ohne Probleme. Dann lag sie da und zog den Kopf lang und das Luft holen fiel schwer. Ich habe sie dann sofort gehen lassen.

Nur drei Monate später folgte ihr Mann Einstein... es war die Hölle.


Edit: Bei Maxi habe ich Kortisontabletten verwendet. Das ging ganz gut.
 
Julchen94

Julchen94

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Ich finde es noch zu früh. Du musst ihn einfach gut beobachten.
Du kennst ihn und Du wirst spüren wenn es nicht mehr geht.
Ein bisschen Zeit habt ihr hoffentlich noch.
 

karolina62

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Danke, Julchen, wie schrecklich, was du da auch erleben musstest. Diese Bilder kriegt man ja leider nie mehr aus dem Kopf.
Es hilft mir sehr, nicht alleine zu sein mit diesem Schicksal, am Ende bleibt dann aber doch immer das eigene Leid....
Diese dauernde Anspannung beim Beobachten des Tieres ist so eine Last. Damals, als mein Kater Karlchen Krebs hatte, war ich auch körperlich im Lauf der Monate total em Ende, weil ich Tag und Nacht in Unruhe und Sorge und unsicher war.
Weißt du, welche Kortisontabletten das in deinem Falle damals waren?


Vielen Dank für deine Antwort!
Gruß
Heike
 
Julchen94

Julchen94

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Ich hatte damals Prednisolon Tabletten.

Festgestellt haben wir das im Juni, gestorben ist sie im März des folgenden Jahres. Sie hatte während der Zeit 2 x eine Lungenentzündung, aber sonst ging es echt gut mit ihr - außer das ständige Pinkeln durch das Cortison.

Und ich musste tagsüber arbeiten und war vier Stunden am Stück weg.

Solange konnte sie das nie halten...:cry:
 

karolina62

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Was für eine Belastung für euch beide (Mensch und Tier)!
Ich bin mir einfach unschlüssig, ob ich das mit dem Kortison machen soll, zumal es ja auch Nebenwirkungen hat.
So schwer, da richtig zu entscheiden.
Da warst du sicher auch absolut am Ende seelisch und körperlich. Das reißt einen als Tierliebhaber ja so dermaßen runter. Und man kann es nur wenigen erzählen, weil einen die meisten für verrückt erklären, für ein Tier so viel zu empfinden.
 
Julchen94

Julchen94

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Ich habe seit 20 Jahren Tiere und es ist jedes Mal grausam, sie gehen zu lassen. Die Liste meiner Verluste ist ellenlang.

Ich mache mich auch gerne verrückt, versuche aber auch durchzuatmen und ruhig zu bleiben. Als mein Herzenskater Calvin starb, hatte ich frei und habe 10 Tage bei ihm gesessen und ihm was vorgesungen und ihn angelächelt, auch wenn es mich innerlich zerrissen hat. Diese Zeit war wichtig und schön.

Die Tiere spüren unsere Unruhe und Verzweifelung - versuch etwas ruhig zu bleiben und lächele ihn an wenn er bei Dir liegt.



Meinst Du nicht, dass in dem Fall die Nebenwirkungen von Cortison total egal sind? Was sollen die denn noch anrichten... - es kann ihm eigentlich nur helfen.
 

karolina62

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Ja, du hast Recht. Was du schreibst, hilft mir sehr, dass Tiere unsere Verzweiflung spüren und wir ihnen einfach das Beste noch mitgeben sollten. Mir fällt (egoistischerweise) so schwer, dass ich ihn nicht mehr streicheln kann wegen seiner Schnurrproblematik. Das ist wirklich sehr bitter für mich. Du verstehst das!


DANKE!
 
Julchen94

Julchen94

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Ich weiß nicht - ich würde ihn trotzdem ein bisschen streicheln, ein kleines bisschen. Das ist doch so für Euch beide nichts, vor allem wenn nicht mehr viel Zeit bleibt.
Ich verstehe das gut - die Situation ist einfach nur sch.....:cry:
Ich habe das einmal erlebt, dass ich einen Kater gehen lassen musste, der vorne noch gesund war - und hinten kaputt. Ich fand es auch ganz schrecklich. Es war so sinnlos...
 
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karolina62

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Ja, ich versuche das mit dem Streicheln. Und mit ihm zu reden, wie du schriebst. Wenn man ein Tier zu sich holt, hofft man reflexhaft, dass es alt bei einem werden darf und dann friedlich von selber einschläft.
Ist leider nur selten so.
Toll, dass du trotz all der leidvollen Erfahrungen immer wieder Tiere aufgenommen hast!!!
 
Julchen94

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Vielleicht wächst es ja ganz langsam weiter oder verkleinert sich noch ein bisschen - ich wünsche es Euch.



Ja - aber so langsam ist das vorbei mit neuen Katzen.

Baghira starb vor 2,5 Monaten, Ming ist 18 Jahre. Mir reicht es jetzt irgendwie.

Ich habe immer nur alte Tiere aufgenommen. Dieses ständige Sterben zermürbt einen irgendwann.



Vom Bauch her würde ich sagen, dass meine beiden Teenies irgendwann die einzigen sein werden, sie noch da sind. Ob ich noch mal zwei neue Katzen aufnehme.....::?
 

karolina62

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Das denke ich mir auch jedesmal, weil der Schmerz immer so groß ist und die Belastung und ja auch die Kosten...., aber dann habe ich die Leere immer einfach nicht ausgehalten. Man bräuchte einige Zeit, um sich daran zu gewöhnen und sein Leben wieder mehr auf andere Möglichkeiten (ohne Tiere) auszurichten. Diese Zeit habe ich nie ausgehalten.
Tatsächlich fahre ich schon seit Jahren nicht mehr in den Urlaub wegen meiner Katzen.

Außer Emil habe ich noch eine und die beiden verstehen sich, obwohl aus unterschiedlichen Tierheimen prächtig.


Verstehe ich richtig, dass du noch zwei jüngere Katzen hast??? Sind die hoffentlich bislang gesund?
 
Julchen94

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Angel und Luntik sind drei Jahre alt - bis jetzt sind sie bis auf die normalen Kleinigkeiten gesund.

Eigentlich hatte ich immer vier - aber ich weiß nicht ob ich das nochmal mache. Aber wenn ich die alten nicht nehme, wer macht es dann...::?
Deswegen habe ich es immer wieder getan. Aber es ist so schwer.

In den Urlaub fahre ich schon, ich habe sehr gute Katzensitter. Obwohl mir das zu Lebezeiten von Baghira echt schwer gefallen ist. Ich war immer unruhig die ersten Tage.
 

karolina62

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DAs finde ich wirklich ganz toll, dass du immer die älteren nimmst. Richtig, wer nimmt sie sonst. Mit den jüngeren hat man anfangs weniger Probleme (bis auf "Spielschäden", aber man ist nie gefeit vor Krankheiten. Und die älteren zeigen sich so dankbar, wenn man sie aus den Tierheimen holt, habe ich schon festgestellt. Vier sind wirklich viel. Vermutlich wird man, wenn man wieder von so einem Katzenschicksal liest, schnell wieder weich.
Ich darf vom Mietvertrag her nur zwei Katzen halten. Sonst hätte ich wohl auch mehr....
Danke dir nochmal sehr für deinen Rat!
 
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