Geschwollene Tonsillen und Schluckbeschwerden - und nichts schlägt an

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kittekatz

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Und mal wieder ein Eintrag von mir.

Uri hat nun seit ca. 10 Monaten die Hyperkalzämie, wahrscheinlich schon länger, denn im Februar wurde sie ja erst entdeckt und da war sie schon recht hoch. Der Megaösophagus ist nach wie vor da, in ein paar Wochen lasse ich mal wieder ein Kontrollröntgen machen, diesmal wieder mit Breischluck.

Ich hatte noch einmal eine komplettes Hyperkalzämieprofil machen lassen, ich stelle es hier der Vollständigkeit halber mit ein.
Calcium und ionisiertes Calcium ist vorbildlich, er ist also mit einer dreiviertel Pred täglich gut eingestellt. Ich denke, ich könnte auch bald mal wieder einen Versuch mit einer halben/einer dreiviertel/einer halben/einer dreiviertel machen.

Der PTH und PTH-rP-Wert sind völlig verquer. Nicht interpretierbar. Und das musste ich leider selbst herausfinden, denn die Tierärztin hat es nicht mal für nötig behalten, mich selbst anzurufen, sondern sie hat nur ausrichten lassen, ich solle ein CT machen lassen. Die Schwester, die mich anrief, hatte noch dreimal keine Ahnung, wusste garnicht, was die Werte bedeuten und war nicht hilfreich. Okay, dass die Schwester keine Ahnung hat, damit komme ich noch zurecht. Aber dass ich 60 Euro nur fürs Blutabnehmen und Verschicken bezahle und dann nochmal 125 Euro an das Labor und die Ärztin nimmt sich nicht die Zeit, mal mit mir zu sprechen, enttäuscht mich maßlos. Die hat den rP-Wert gesehen, und dass er zu hoch ist und hat überhaupt nicht gesehen, dass das gar nicht stimmen kann, weil der PTH auch zu hoch ist, was auf einen Hyperparathyreoidismus hinweisen würde. Deshalb liess sie ausrichten, ich solle das CT machen, weil sie jetzt davon ausgeht, er hat Krebs. Das finde ich unglaublich. Wenn sie die Werte so merkwürdig wie ich findet, da ruft man doch mal beim Labor an, oder? Und wenn ich sogar sehe, dass die Werte nicht stimmen können, warum dann nicht eine studierte Veterinärin mit großer Erfahrung, wie sie auf ihrer Webseite schreibt?

Ich war nach dem Anruf der Praxis erstmal total durch den Wind und habe geweint. Dann habe ich noch stundenlang auf die Mail mit den Ergebnissen gewartet, musste zwischenzeitlich nochmal drängeln. Als ich die Ergebnisse dann sah, kam mir meine viele Recherche zugute, denn ich konnte mich erinnern, dass PTH und PTH-rP eigentlich nie gleichzeitig zu hoch sein können. Ich habe dann das Labor Alomed angerufen, was das Profil anbietet und dort ganz nett darum gebeten, den Laborarzt sprechen zu dürfen, es war dann sogar der Chef. Und der war so freundlich, mich aufzuklären, dass die beiden Werte nicht interpretierbar sind, ich sagte ihm dann, ob denn auf der Probe vermerkt war, dass der Kater Cortison bekommt, und er verneinte es.

Er sagte dann, unter Cortison kann man die beiden Werte vergessen, zumal der rP-Wert auch nicht besonders hoch sei, er würde empfehlen, beide Werte nicht in die diagnostische Bewertung einzubeziehen.

Na super. Da fahre ich extra in eine onkologische (!) Praxis, die kennen nicht mal das PTH-rP, obwohl es ein Tumormarker ist und immer mitbestimmt werden sollte bei einer Hyperkalzämie, dann haben die keine Ahnung, wie man mit dem Probenset umgeht, da musste ich das Labor auch nochmal bitten, das zu erläutern und dann kriege ich nicht mal eine ordentliche Auswertung. Der Laborarzt sagte, er würde in der Praxis auch nochmal anrufen, was er sicherlich auch getan hat. Ich habe von der Praxis bis heute keinen Anruf erhalten.

Was sagt Ihr dazu? Mich bestätigt das mal wieder in meiner langjährigen Erfahrung mit Tierärzten. Gute, kompetente Fachleute sind da GANZ GANZ RAR.

Nun bin ich so schlau wie vorher. Fakt ist: Das geht nun seit Januar, jetzt ist November. An ein Karzinom glaube ich irgendwie nicht mehr, denn selbst unter Cortison sind die Überlebensraten kurz. Der Kater hat den Megaösophagus, er ist manchmal etwas verschleimt, muss sich erstmal "einschnurren" und schluckt phasenweise. Allerdings scheint mir, dass es besser ist, seitdem ich SEB gebe. Und ja, Ihr Lieben, ich hab es getan, trotz des enthaltenen Kalziums. Er bekommt morgens 5 ml, abends etwas weniger als 5 mg Omep, da will ich ein wenig reduzieren, aber nicht ganz weglassen erstmal.

Vor dem CT scheue ich mich, ich habe kaum noch Geld und ich will jetzt erstmal schauen, ob ich ihn dochmal einem guten Arzt vorstellen kann. Dazu muss ich recherchieren.

Danke fürs Zulesen. Also dem Uri geht es ganz gut, toi toi toi. Es ist halt kalt draußen und er mag nicht so gern raus. Die Giardien sind super überstanden, er hat zugenommen und ist halt ansonsten ein älterer Herr mit Spondylose.
 

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kittekatz

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Ich finde es total schade, dass ich keine Antworten bekomme. Naja, ich nutze den Thread jetzt halt als Tagebuch....


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vilma

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Hi, ich verstehe das, man möchte ja schon Feedback bekommen. Ich nehme an, das Thema ist so komplex, dass kaum einer was dazu zu sagen weiß.

Ich lese hier aber immer mit und freue mich echt, dass es Uri soweit gut geht!

Das Erlebnis mit der onkologischen Praxis ist mehr als frustrierend. Von Fachärzten erwartet man was anderes...
 

kittekatz

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Heute ist der 4.1.18, Uri nimmt seit Mitte November die reduzierte Dosis von einer halben/einer dreiviertel Tablette Prednisolon im Wechsel. Das Omep habe ich um 1 gramm reduziert auf ca 4 gramm eine Stunde vor dem Cortison. Er bekommt in der Regel morgen 5 ml Ulmenrinde-Sirup.

Er hat immer mal wieder Phasen mit mehr Schleim im Hals, schluckt dann auch mehr und/oder leckt sich das Mäulchen. Mir scheinen diese Phänomene aber immer vorübergehend zu sein. Wir hatten Anfang Dezember nochmals ein Röntgenbild, was erfreulicherweise zumindestens an diesem Tag einen etwas zurückgebildeten MÖ anzeigte. Ich will auf jeden Fall spätestens im März wieder eines machen lassen, um den Verlauf zu dokumentieren. Ich hatte durch den Schleim und das Gebrumme und das am Anfang sehr seltsame Schnurren (klingt manchmal wie Luftnot oder Quietschen, wird aber nach einigen Sekunden ganz normal) Sorge, dass es evtl. doch eine Neubildung irgendwo gibt, insbesondere am Thymus. War aber gar nicht, alles gut dargestellt und dort, wo es sein soll. Die Ärztin ist der Meinung, ein Krebs wäre jetzt nicht mehr wahrscheinlich nach einem Jahr.

Ende Januar lasse ich erneut den Kalzium-Wert prüfen und den Langzeit-Zuckerwert wegen des Cortisons.

Er ist weiterhin Giardienfrei. Da er seit Mitte Dezember immer wieder leichte Blutauflagen am Stuhl hat, habe ich alles an Parasiten (ohne Befund) testen lassen. Zur blutauflage habe ich ein Posting verfasst. Ich hoffe, das gibt sich wieder.

Insgesamt bin ich zufrieden. Er hat sich an das kalte Wetter gewöhnt und geht täglich mindestens einmal (wenn auch kurz) raus. Sein Fell ist schön, er hat seit einem Jahr (vor einem Jahr ging das alles los) endlich wieder zugenommen ist und bei propperen 5,7 kg. Ich wünsche mir sehr für 2018, dass er bei uns bleibt und noch viel Lebensqualität hat und ich freue mich, dass wir das alles bis jetzt so gut gemeistert haben. Das war ja alles nicht klar.

Ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, mir mit den Cortisongaben etwas zu überlegen. Das kann ja auch nicht ewig weitergehen. Mal sehen, wie der Wert aussieht Ende des Monats und ob man nochmal etwas reduzieren kann. Ich möchte mich etwas mit Biphosphonaten beschäftigen, das wäre nebenwirkungsärmer. Wobei er das Pred sehr gut verträgt, glaube ich... Manchmal träume ich davon, ich kriege ihn nochmal medikamentenfrei. Das wäre mein größter Wunsch.
 
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kittekatz

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Uri ist am 4.5.18 gestorben. Ich hatte mich, nachdem er ab Ende Januar immer schlechter lief und es immer nur noch Aufs und Abs gab und ich mehr und mehr das Gefühl hatte, er hat Gleichgewichtsprobleme, für ein MRT entschieden.

Dort stellte sich heraus, dass er einen Tumor im Kopf hat und auch das Rückenmark befallen ist. Ich habe mich entschieden, ihn nicht mehr aufwachen zu lassen. Seine Prognose wäre schlecht gewesen, und ich wollte ihm Schmerzen ersparen, die er vermutlich schon hatte. Auch hatte er ein paar Tage vorher einen kurzen Krampfanfall, das wäre in Zukunft verstärkt aufgetreten. Der Arzt sagte, er hätte Druck auf dem Hirn gehabt, und Druck auf dem Hirn heißt üblicherweise Schmerzen.

Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, weil er noch nicht so weit war, dass es richtig schlimm war. Ich konnte es nicht übers Herz bringen, ihn wieder mit nachhause zu nehmen, zu hoffen, dass er sich mit seinem schweren Befund von der Narkose erholt und dann jeden Tag zu bangen, dass ich ihn auch nicht quäle.

Das ist schon alles furchtbar traurig: Anfang Januar habe ich noch gehofft, ich kann vielleicht das Cortison sogar mal absetzen. Dass es sich so gestaltet, habe selbst ich unverbesserliche Pessimistin nicht angenommen.

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Julchen94

Julchen94

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