Jules und seine Anämie

  • Ersteller des Themas tapine
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tapine

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Hallo,

ich würde mich freuen wenn ihr mir über die Behandlung eurer Katze bei Anämie was sagen könntet. Welches ESS wurde gespritzt und wie war die Wirkung, ich hoffe das hier einige
sind die diese Behandlung schon gemacht haben.
Es geht mir um einen Erfahrungsaustausch, auf Tanyas Seite hab ich selbst schon alles gelesen, den Link brauche ich also nicht mehr.
Ich überlege welches wir für Jules nehmen sollen und meine Tierärztin hat es noch nie angewandt.
Hab hier auch hier und da mal gelesen, ja Anämie dann brauch er ESS, aber mehr auch nicht. Wer kann mir also mehr dazu sagen und wie es bei seiner Katze gewirkt hat, was sie bekommen hat und wie lange?
Wäre toll wenn ich hier Antworten bekäme..

Danke und viele Grüße
Christine
 
Flori-Cat

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Leider kann ich Dir da gar nicht helfen. Wir haben bei der Anämie seinerzeit mit Anabolikum gearbeitet.
 

tapine

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Schade, irgendwie ist es überall das gleiche. Vorher hab ich ständig gehört das haben wir auch bei der Anämie gespritzt und jetzt kommt nirgends eine Antwort......
Ich bin morgen mit Jules beim Tierarzt und hoffe das meine Tierärztin helfen kann, es geht ihm überhaupt nicht gut. Er ist lethargisch, geht nur noch zur Toilette und dann sofort wieder auf sein Bücherregal und liegt dort den ganzen Tag. Er lässt sich streicheln, aber kein schnurren, fressen mag er auch nicht wirklich, seine Werte müssen schlecht sein.
ich überlege die ganze Zeit ob ich ihn erlösen soll, wann ist da die richtige Zeit? Es wird nie die richtige geben und ihn so zu sehen macht mich fertig. Ich bin nur noch am heulen, seit 3 Tagen als würde mir mein Unterbewusstsein sagen wollen das es Zeit ist für ihn.
Warum kann er nicht einfach einschlafen, ich hätte mir gewünscht mit ihm einen schönen Tag zu haben, bevor ich das entscheide, aber so wirklich schmusen will er nicht, er lässt es sich gefallen. Es ist alles anders als ich es wollte.
Ich hab mir so sehr gewünscht das er es noch bis ins nächste Jahr schafft, das ich nicht mein drittes Tier dieses Jahr noch verliere. Hab versprochen ihn nicht zu quälen und doch hab ich ihn gestern zwangsernährt. Mir hat so das Herz geblutet, aber er musste doch was essen.
Dieses Sterben auf Raten ist das schlimmste für mich, immer denken es wird besser, aber das waren nur Tage. Wir kämpfen seit dem 23.07. diesen Jahres und ich merke das auch mir die Kräfte schwinden, das auch ich nicht mehr kann. Aber ich darf ihn doch nicht einfach aufgeben?
Es tut mir so leid, ich will nicht jammern, aber es zerreißt mich gerade. Ich schaue ihn an. Er sitzt da oben, den Kopf weggedreht zur Wand zu. Ich glaube er mag noch nicht mal trinken.
Ich hoffe wieder das wenn ich morgen aufstehe, alles besser ist und die Tierärztin sagt, mit dem EPO schaffen wir das. Ehrlich gesagt glaube ich es nicht wirklich und ich fürchte mich davor das ich ihn nicht mehr mit nach Hause bringe....... aber es darf nicht um mich gehen........auch wenn es noch so weh tut.
Warum darf er gerade mal 7 Jahre werden, die meisten bekommen sowas wenn sie älter sind, er ist so ein liebes Kerlchen.

Vielleicht ist morgen alles besser.........vielleicht ......
 
Sporsel

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Hallo,

es tut mir leid, dass es deinem Schatz so schlecht geht. 😭
Ich kenne jetzt eure Krankengeschichte nicht und weiß den Grund seiner Anämie daher nicht.

Aber zum Epo: Unser Kater Lenny (18) hatte durch das Fibrosarkom eine Anämie entwickelt. Da er noch aktiv an allem teil nahm und auch noch selber fraß (wenn auch nicht viel), haben wir uns für Epo entschieden. Allerdings wussten wir auch, dass wir ihm und uns nur etwas Zeit dadurch schenken konnten. Geheilt werden konnte er damit nicht.
Anfangs mussten wir alle 2 Tage in die Klinik für die Spritze, dann 2x die Woche. Für Lenny waren diese Besuche zum Glück nicht zu stressig, ansonsten wäre das eine Qual gewesen.
Nach den Spritzen ging es ihm immer besser, er fraß auch mehr und konnte noch ein paar schöne Sonnentage auf seinem heißgeliebten Balkon genießen.

Aber nach ca. 6 Wochen konnten wir der Anämie nicht mehr entgegen wirken (es ging ihm nach der Spritze nicht besser und die Blutwerten waren noch schlechter ). Wir haben deshalb die Therapie abgebrochen und die letzten Tage mit dem Kater genossen ohne Klinikstress. 4 Tage später fraß Lenny dann nicht mehr und wir haben ihn gehen lassen.

Ich drücke dich ganz dolle und hoffe, dass es mit Epo besser wird. ❤ 7 ist wirklich noch sehr jung.

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Trulla-la

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Hallo Christine
Es tut mir sehr leid was du so beschreibst und wie elend es dir damit geht.
Jules leiden sehen und nicht recht wissen was tun ist einfach extrem schwer. ::knuddel

Leider kann ich dir auch nicht wirklich helfen. Alles was ich zu Epo weiß ist nur angelesen, keine eigene Erfahrung.
Habe aber jetzt Morti-Petra kontaktiert und um ihr melden gebeten.
Dann kannst du noch schauen ob du Miarelle per PN oder Mail erreichst. Sie hat ihrem Opa Romeo ja auch Epo gegeben.

Drücke die Daumen das ihr noch etwas Zeit geschenkt bekommt.
 
Sporsel

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Ich wollte mal vorsichtig anfragen, was die TA gesagt hat. 🙁

Daumen sind gedrückt.

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mortikater

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Hallo Christine,

persönliche Erfahrungen mit EPO habe ich leider nicht, aber so weit ich weiß, ist EPO das Miitel der Wahl bei Anämie.

Wie sind denn die Nierenwerte, Kreatinin und Harnstoff? Man muss ja alles im Zusammenhang sehen. Sieben Jahre ist wirklich kein Alter, in dem man eine Katze gehen lassen möchte. Es tut mir sehr leid, dass 2016 so ein schlimmes Jahr für Dich ist.
 

tapine

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Sorry schon mal für den langen post

Jules hat gestern Vormittag seine letzte Reise angetreten. Ich hab gehofft und geweint und überlegt und morgens als ich ihn sah..........so dünn, verklebt am Mäulchen von seinem letzten Fressen am Vortag, ein Hinterbeinchen verklebt. Er roch aus dem Mäulchen......schlimm. Die Werte waren definitiv wieder sehr schlecht und die Giftstoffe suchten sich den Weg über Zähne/Zahnfleisch. Im war kotzübel seit 3 Tagen und keine Möglichkeit ihm eine Tablette zu geben. Er tat mir leid, drehte sich beim schmusen weg und wollte nur seine Ruhe.
Auf dem Weg zum Tierarzt wieder gemault und im Wartezimmer so geschmust mit meiner Hand in seiner Box, wie schon lange nicht mehr.
War das sein Abschied von mir?
Meine liebe Tierärztin war erschrocken als sie ihn sah, er hatte in den letzten 6 Wochen nochmal 500gr abgenommen, obwohl ich, außer die letzten 3 Tage, davon ausging das er gut gefressen hat. Anscheinend konnte er es aber nicht mehr verwerten und seine Kraft schwand.
Ich hab ihr gesagt das ich überlegt hab ihn zu erlösen, was wir noch tun können. Sie hat ihn untersucht Blutdruck noch höher (Blutdrucktabletten hat er nicht mehr genommen) ein Herzgeräusch kam nun noch dazu.
Er war dehydriert, trotz täglicher Infusion, er war wieder in einer Krise......hätte bleiben müssen. Ich hab nur geweint......hab überlegt wie ich das gerade jetzt im Jahresendgeschäft schaffen soll. Ich muss mehr arbeiten und bin weniger zuhause. Meine Angst das er einen Nierenkollaps bekommt während ich nicht zuhause bin. Es ging ihm einfach so schlecht und im Behandlungsraum, hat er mich nicht mehr angeschaut. Wie Brave im April, ich glaube er wie sie auch wussten das es Zeit ist zu gehen und ich wusste es auf einmal auch.
Ich hab zur ihr gesagt, das ich ihn nicht mehr quälen will, keine Zwangsernährung, Spritzen, Infusionen, Tierarztbesuche um vielleicht noch ein paar Wochen mehr Zeit zu haben. Ich konnte ihn jetzt gehen lassen, in Würde, ohne Schmerzen (hoffentlich) ohne Qualen.
Es war die schlimmste Entscheidung meines Lebens! Ich hab so gehofft sie nicht treffen zu müssen. Bei der Beruhigungspritze ist er nochmal zu mir gekommen, hab ihn zuerst getragen und ihn dann auch meinen Schoss gesetzt, dann auf seine Decke auf dem Tisch und da wollte er liegen bleiben.
Wir haben uns viel Zeit gelassen und ich hab ihn lange geschmust und mit ihm geredet. Angeschaut hat er mich nicht mehr, an mir vorbei geschaut hat er und aus dem Fenster. Bei der letzten Spritze, hat es keine 10 Sekunden gedauert und er war für immer eingeschlafen. Mein Baby.........als ich zuhause ankam, dachte ich es zerreißt mich. Überall alles von Jules, in jeder Ecke, jede Schranktür, überall Kanülen, Spritzen, Medikamente, Futter, alles.
Meine letzte Katze, Mijou (die älteste) hat nun ihre Aufgabe begonnen. Sie kam dieses Jahr viel zu kurz, weil ständig was anderes war.

23.04. der Tod von Brave ( Lebertumor, musste sofort erlöst werden)
15.07 der Tod von Samson ( Mein Seelenkater, zuhause bei mir in meinen Armen, wahrscheinlich Herzinfarkt, gestorben)
22.07. Diagnose Jules todkrank 4tes Stadium CNI, Anämie, Intensivtherapie für ihn.

Jetzt ist ihre Zeit und sie hat mich heute morgen nur angemauzt wenn ich traurig war, wird wieder aktiver und möchte jetzt ihre Beachtung die sie so lange vermisst hat. Sie ist jetzt meine neue Aufgabe um den Schmerz zu überwinden.

2016 war wirklich nicht mein Jahr, ich hab viel einstecken müssen, viele Verluste, ich hab alles geschafft ohne zu zerbrechen, hätte ich nie gedacht das ich so stark bin. Ich will einfach nur das dieses schlimme Jahr schnell vorbei ist und ich gestärkt ins neue Jahr gehen kann und hoffentlich etwas mehr Glück habe und vor allem meine Mijou ( 13 Jahre) noch lange gesund bei mir sein darf.

Liebe Grüße Christine und Mijou,
 
mortikater

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Liebe Christine,

es tut mir schrecklich leid, aber ich glaube, Du hast die richtige Entscheidung getroffen. Eine CNI in diesem Stadium verhindert, dass die Katze sich noch wohl fühlt und Jules hat Dir gezeigt, dass er nicht mehr wollte. Irgendwann sind alle lebensverlängernden Maßnahmen nur noch Quälerei und das hat keiner verdient.

Ich habe auch 2014/2015 drei Katzen in vier Monaten gehen lassen müssen und weiß, was für eine Hölle das ist. Ich wünsche Dir viel Kraft und lass Dich von Mijou trösten. ::knuddel

Leb wohl, Du hübscher kleiner Jules, jetzt bist Du schon im Regenbogenland...
 
Sporsel

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Es tut mir so leid. Fühl dich liebevoll umarmt. 😢 Du hast dich richtige Entscheidung getroffen.

Gute Reise kleiner Schatz ❤




So ein schlimmes Jahr. 😟 Uns ging es mit Lenny und Krümel ja ähnlich. Innerhalb von 9 Monaten ... und mit Lisa seitdem eine Baustelle nach der anderen.


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lux aeterna

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Auch ich glaube, dass Du die richtige Entscheidung getroffen hast: Bei Rufus war es 2013 ähnlich - in der Tierklinik hat er noch einmal geschnurrt und sich streicheln lassen, danach hat er sich von uns abgewandt; es war wie ein Abschied, und ich wusste dann wie Du, dass er diese Welt damit hinter sich gelassen hat. Die Spritze war dann nur die letzte Erlösung.

Ich wünsche Dir viel Kraft. Mijou wird Dir helfen. ::l

R.I.P. Jules, Du wunderschöner Kater

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Flori-Cat

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Es war sicher die richtige Entscheidung, auch wenn Dir das Herz gebrochen ist :cry:

Jules ist nun im Regenbogenland, ohne Schmerzen. Du wirst ihn immer vermissen, genau, wie Deine anderen Schätze (ich habe 2014 innerhalb von 4 Monaten 2 Katzen verloren, es war einfach nur furchtbar.... und ist es immer noch:cry:)

Mijou und Du, Ihr werdet gemeinsam trauern und gemeinsam die Kraft für Euer weiteres Leben finden.::knuddel
 

tapine

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Lange war ich nicht mehr hier, heute schreibe ich etwas wg Mijou weil sie wahrscheinlich Arthrose hat und stolpere über meinen letzten Beitrag hier, lese ihn und schaue auf den Lieblingsplatz von Jules und fühle alles wieder, diesen Schmerz, diese Hilflosigkeit. Alles wieder da als wäre es gestern gewesen. ich vermisse dich immer noch Jules, wieder laufen die Tränen, wie damals.........Mijou liegt auf ihrem Platz und nun hat sie alle anderen Katzen überlebt <3
 
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CNI 24

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