Blinde Katze

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kittybrandenburg

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Wir haben eine von Geburt an blinde Katze. Sie ist jetzt 13 Jahre alt.
Sie fand sich bis jetzt sehr gut im Haus zurecht.
Neuerdings fängt sie einfach an zu schreien und mauzen. Verliert leicht die Orientierung. Zum Benutzen ihrer Toilette muss sie animiert werden.
Das gleiche gilt für ihren Fressnapf.
Gibt es jemanden der Erfahrungen mit blinden Katzen hat?
Für Tipps und Info´s wäre ich dankbar.
 
lux aeterna

lux aeterna

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Westfalen
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Ja, ich!

Die momentane Entwicklung muss nicht kausal mit ihrer Erblindung zusammen hängen. Sie ist vom Alter her jetzt etwa einem ca. 70-75jährigen Menschen vergleichbar, und alte Säugetiere haben typische Altererscheinungen:

Die Sinne lassen nach, die Augen werden schwächer, der Geruchssinn, das Gehör lassen nach. Letzeres ist für eine blinde Katze natürlich fatal, weil sie die Erblindung nicht mehr gut kompensieren kann.

Das Gedächtnis lässt nach. Demenz gibt es auch bei Tieren, auch das erhöht die Orientierungslosigkeit: Was wollte ich in diesem Zimmer? Wo sind die anderen?

Lasst Sie bitte gründlich beim Tierarzt durchchecken, alte Tiere sollten so einen Check-Up auf jeden Fall bekommen, weil Katzen im Alter zu degenerativen Erkrankungen der Organe neigen, oft Zahnprobleme haben, und andererseits gesundheitliche Probleme lange gut verbergen können.

Ich vermute, sie schreit & maunzt, weil ihre Sinne nachlassen und sie sich über Gehör und Geruch nicht mehr gut orientieren kann. Trotzdem sollte unbedingt abgeklärt werden, ob eine Erkrankung vorliegt: Also großes Blutbild machen lassen, Zahncheck, evtl. Reflexe auf Geräusche testen.

Gründe für lautes Miauen bei alten Tieren können sein:

- Schmerzen allgemein, besonders chronische Altersschmerzen bei Arthrose usw.
- Kopfschmerzen oder Bluthochdruck
- Frieren (die Oldies frieren tatsächlich leichter als junge Katzen, wie wir auch)
- Hunger (falls Futter nicht immer verfügbar ist)
- Durst (CNIchen & Diabetikern)
- Angst und Verwirrung bei beginnender Demenz
- Taubheit
- Degenerative Veränderungen bestimmter Nervenzentren im Hirn (anfallartgies, eher kehliges Schreien, über das die Katze keine Kontrolle zu haben scheint)

Diese Punkte führt die Tierärztin Sabine Schroll in ihrem hervorragenden Buch über Katzen-Oldies auf - ich kann es nur jedem, der Oldies hat, empfehlen: https://www.amazon.de/Lauter-reizende-alte-Katzen-Krankheiten/dp/3735797636

Ist sie sonst körperlich noch fit und einfach alterstypisch tüddelig, solltet Ihr ihren Radius begrenzen bzw. weitere Klos / Näpfe aufstellen, so dass sie leichter findet, was sie sucht.

Falls sie schwerhörig ist, viel und laut mit ihr sprechen, dann weiß sie, wo Ihr seid.
 
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