Kopf oder Bauch?

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Dietmar

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Vor etwa einem halben Jahr ist bei meinem Mitbewohner Henry Diabetes diagnostiziert worden. Seitdem bekommt er Insulin gespritzt. Da die Fahrt zur Tierärztin ihn immer enorm anstrengt, wollte ich nach einigen Wochen die Messung der Blutzuckerwerte zu Hause vornehmen. Das hat natürlich nicht vom ersten Tag an geklappt, und es war deutlich zu merken, wie genervt er war. Und dann ist es das erste Mal passiert - er hat mir einen dicken Haufen in die Wohnung gesetzt (das zeitliche Zusammentreffen ist mir aufgefallen, aber das bedeutet vielleicht nicht, dass es da auch einen ursächlichen Zusammenhang gibt, oder?).
Es kam dann öfter vor. Meist fand ich die Bescherung, wenn ich von der Arbeit nach Hause kam. Dann ist mir ein saublöder Fehler unterlaufen, als er einmal am Wochenende in meinem Beisein ansetzte - ich dachte, ich spinne, bin zu ihm hin, hab ihn gepackt und auf sein Klo getragen - natürlich ist er sofort abgehauen.
Dann kamen die Handwerker. Ich habe mir eine neue Küche einbauen lassen, und das war leider mit viel mehr Aufwand und Lärm verbunden, als uns lieb war. Für ihn bedeutete das Gestank, Lärm, ein Teil der Wohnung nicht zugänglich - und er hat immer häufiger in die Wohnung gemacht.
Bis hierhin spricht alles für Protestverhalten. Ich hatte gehofft, dass er sich wieder einkriegen würde, wenn die Arbeiten vorüber sind. Das ist allerdings nicht passiert.
Es hat sich verschärft. Er setzt jetzt nicht mehr einen Haufen irgendwo hin. Er rennt dabei panisch durch die Wohnung. Er springt dabei herum. Einmal kam ich nach Hause und fand Kot oder Kotspritzer im Flur, in der Küche, auf einem Küchenstuhl, an der Wand, auf der Mikrowelle und im Wohnzimmer.
Ich lebe schon lange mit Katzen zusammen, habe so etwas aber noch nie erlebt.
Mittlerweile setzt er auch Urin in der Wohnung ab. Zwar benutzt er dafür in der Regel noch seine Katzenklos, aber es kommt auch vor, dass das woanders passiert. Das sind keine Markierungsgeschichten, er hockt dabei auf der Stelle wie auf seinem Klo.
Und dabei habe ich jetzt auch etwas beobachtet, was ich so noch nie erlebt habe: Er hat einen großen Bach in die Küche gemacht, und gleich anschließend hat er geschissen - der erste Haufen kam mit den letzten Tropfen, und dann ist er losgestürmt und hat das ganze wieder in der Wohnung verteilt. Und gestern morgen habe ich etwas ähnliches erlebt, da war er zum Pinkeln auf dem Klo, hat dort auch den ersten Haufen abgesetzt und ist dann wieder losgerast.
Natürlich war ich zwischenzeitlich bei der Tierärztin, sie hat nach meinen Schilderungen auf Stress getippt, mir Feliway mitgegeben - das ihn wirklich ruhiger macht. Aber das Problem hat es nur soweit gemildert, als er weniger Durchfall-Erscheinungen hat, was das Beseitigen seiner Hinterlassenschaften erleichtert.
Und jetzt die Frage, deretwegen ich das hier alles schildere: Hat jemand von Euch schon mal ähnliches erlebt? Ich bin mir total unschlüssig, ob das ein psychisches Problem ist, worauf die Begleitumstände schliessen lassen, oder ein physiologisches, das vielleicht auf den Diabetes zurückzuführen ist, oder dass es ihm Schmerzen bereitet und deshalb dieses seltsame Rasen, das gleichzeitige Absetzen von Kot und Urin, oder Inkontinenz, dass es losgeht, bevor er ein Klo erreichen kann.
Ich möchte ihn behandeln lassen, aber ich bin mir im Moment total unschlüssig, ob ich weiter zur "normalen" Tierärztin gehe oder zu einer Tierverhaltenstherapeutin, die hier in der Nähe praktiziert.
Schon jetzt danke für Euer Interesse

Dietmar
 
Leira

Leira

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Hallo Dietmar,

das ist ja ein Riesenproblem!
Ich lasse mal alle Deutungsversuche außen vor und empfehle die Einschaltung der Tierverhaltenstherapeutin, die in Deiner Nähe ihre Praxis hat.
Natürlich muss Henry auch tierärztlich weiter betreut werden, zumal in Deinem Beitrag von Durchfall die Rede ist.

Alles Gute für Deinen Kater.
 

Tsatziki

Guest
Hallo Dietmar, das ist wirklich sehr unerquicklich.....wie alt ist denn dein Kater ? Sollte es rein psychisch sein und mit dem täglichen Spritzen zusammenhängen, würde ich es durchaus als Protestverhalten deuten. Jedoch ist koten ausserhalb des Katzenklos eher untypisch dafür. Benutzt er denn sein Katzenklo überhaupt ? Versuchen kannst du es, Katzenminzetropfen auf das Katzenklo zu träufeln, das hatte bei einer Freundin mit ähnlichen Problemen geholfen. Gegen den Durchfall kann ich wärmstens Globulis empfehlen. Nux vomica D6. 3 Globulis täglich. Bevor ich eine "Tierthrerapeutin"
einschalten würde, wäre mein erster Gang zur Bioresonanzdiagnostik. Leider ist diese Methodik noch recht unbekannt. Ich fahre dafür immer nach Oberursel zu Fr.Dr.Röhl 150 km. Bin aber sehr begeistert davon. So wurde z.B. bei meinem Kater eine Kardiomyopathie diagnostiziert und er bekam Hammerbetablocker und schlief nur noch. Nach einem halben jahr bin ich zu Fr. Röhl gefahren und es kam heraus, dass er nicht herzkrank, sondern eine Kehlkopfentzündung hat, die nach 14 tagen ausgeheilt war. Ich hoffe,dass ich Dir helfen konnte.
 

cjh27

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Hi Dietmar mit Henry, HERZLICH WILLKOMMEN hier ::w::w

Da habt ihr wirklich ein Problem :(:(, meine Hochachtung dafür das ihr nicht einfach kapituliert habt, es muß sehr unschön sein nach Hause zu kommen und nicht zu wissen ob die Wohnung noch sauber ist.

Macht er denn immer wieder an den gleichen Stellen hin oder wechseln die Stellen? Es gibt warscheinlich keine anderen Hinweise auf eine Erkrankung wie z.B. Schlittenfahren, oder? Habt ihr eine Kot und Urinprobe mal untersuchen lassen?

Du solltest anfangen Tagebuch zu führen- wann hat er etwas gemacht, was war an dem Tag los. Das dürfte der Tierverhaltenstherapeutin sehr weiterhelfen.

Um deine Frage zu beantworten: ich würde zuerst zum normalen Tierarzt gehen- und wenn dieser nichts findet zum Tierverhaltenstherapeut.

lieber Gruß

christine
 

cjh27

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einschalten würde, wäre mein erster Gang zur Bioresonanzdiagnostik. Leider ist diese Methodik noch recht unbekannt. Ich fahre dafür immer nach Oberursel zu Fr.Dr.Röhl 150 km. Bin aber sehr begeistert davon.
... sie ist nicht nur recht unbekannt sondern auch wissenschaftlich nicht nachgewiesen! Diese Methode hat keine nachweisbare Wirkung und als Diagnosemittel eignet sich die Bioresonanzgeräte ebenso wenig!


So wurde z.B. bei meinem Kater eine Kardiomyopathie diagnostiziert und er bekam Hammerbetablocker und schlief nur noch. Nach einem halben jahr bin ich zu Fr. Röhl gefahren und es kam heraus, dass er nicht herzkrank, sondern eine Kehlkopfentzündung hat, die nach 14 tagen ausgeheilt war. Ich hoffe,dass ich Dir helfen konnte.
Mit einer Kardiomyopathie ist nicht zu spaßen und bei einer solchen Diagnose sollte der erste Gang zu einem erfahrenen Tierkardiologen führen- mit dem man dann die Behandlung bespricht.

Die Bioresonanzdiagnostik ist nicht dazu geeignet um Herzerkrankungen (!) zu diagnostizieren oder gar zu behandeln. Das müßte ein Bioresonanzdiagnostiker eigentlich besser wissen- seriös ist das nicht :?

Christine
 

Tsatziki

Guest
Ich kann nur über meine eigene Erfahrung darüber berichten und unser Kater lebt nun seit 8,5 jahren ohne Medikamente und es geht ihm sehr gut....
Unsere Tierärztin geniesst eine hervorragenden Ruf und weit über das Bundesland Hessen hinaus kommen " hoffnungslose" Felle zu ihr, weil ihre Besitzer gute Erfahrungen mit ihr gemacht haben.
Mein Mann ist Arzt und war sehr, sehr skeptisch damals. Mittlerweile empfiehlt er sie mit ruhigem Gewissen und wir erhalten positive Feedbacks.
Wenn ein Tier krank ist, ist erste Weg selbstverständlich zum Veterinärmediziner, da gebe ich dir Recht. Alles weitere muss man selbst entscheiden.
 

Dietmar

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Erst mal danke

für die Antworten, sie haben mir geholfen, das mit dem Tagebuch ist ein guter Tipp.
Es kann ja keine Tierärztin nachvollziehen, was hier abgeht, und deshalb muss ich es ihr so genau wie möglich sagen.
Aber irgendwie geht mir die Kraft verloren. Gestern nacht hat er mir auf den Wohnzimmertisch gemacht und dann den Rest in der Bude verteilt, und heute vormittag, als ich mein Frühstück zubereitete wieder...
Ich bin explodiert.
In dem Moment hasse ich ihn.
Und fünf Minuten später schäme ich mich für dieses Gefühl.
 

cjh27

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Aber irgendwie geht mir die Kraft verloren. Gestern nacht hat er mir auf den Wohnzimmertisch gemacht und dann den Rest in der Bude verteilt, und heute vormittag, als ich mein Frühstück zubereitete wieder...
Ich bin explodiert.
In dem Moment hasse ich ihn.
Und fünf Minuten später schäme ich mich für dieses Gefühl.
Hi,

das ist ganz normal und sehr verständlich. Ich wünschte ich könnt euch irgendwie helfen :cry:

christine
 

dien

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Hallo Dietmar,

ich würde den Kater noch einmal sehr genau untersuchen lassen. Habt ihr vielleicht einen Katzenspezialisten in Eure Nähe?
Vielleicht hat er auch Schmerzen beim Kot absetzen. Durch eine Geschwulst o.ä. Ist er mal geröngt oder geschallt worden?


Liebe Grüße
Nadine
 

Elmo

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Hallo,

In dem Moment hasse ich ihn.
Und fünf Minuten später schäme ich mich für dieses Gefühl.
Oh - ich kann dieses Gefühl bzw. diesen Gefühlswechsel so gut nachvollziehen!

Ich habe einen chronisch kranken Kater der, als wir ihn bekommen haben so neben der Kappe war, dass er nicht in ein Klo hinein gehen konnte. Natürlich hat er anderswo hingemacht, aber er hat es gelernt, auch ins Klo zu gehen. Das ist etwa 6 Jahre her.

Vor etwa drei Jahren hatte er nach dem Verzehr einer gammeligen Maus eine Salmonellose - und begann seinen Kot irgendwo abzusetzen. Ok, Erkrankung geheilt, und anschliessend (also als der Durchfall weg war, war es wieder in Ordnung) - seine Haufen fanden wir nur sehr selten einmal an der falschen Stelle. Und seit ungefähr einem halben Jahr hat er begonnen ohne irgendwelche sonstige Erkrankungen (wobei - er ist wie gesagt ohnehin chronisch krank) fast täglich einmal einen Haufen irgendwo hin zu machen. Dazu kommt, dass er Epileptiker ist und bei seinen Anfällen dann Urin quer durch die Wohnung spritzt...
In unserer letzten Wohnung hatten wir noch Teppich liegen, den hat er natürlich vollkommen ruiniert - das ist uns hier erspart geblieben, aber den Urin überall, den bekommt man troz sehr guter Reiniger nicht rückstandslos weg, sehe ich zumindest so.
Es gibt Momente, in denen mir Quari irgendwie nicht mehr leid tut und ich Lust habe ihm den Hals umzudrehen (mit eigenen Händen). Und wenn ich mich bei dem Gedanken ertappe, dann tuts mir sofort total leid und natürlich schäme ich mich ebenfalls. Daher kenne ich dieses Wechselspiel sehr gut.

Ich kann dir eigentlich nur eines raten. Versuche die Ursache für seinen Durchfall zu finden und diese zu beseitigen. Hast du schon einmal eine Sammelkotprobe beim TA abgegeben und in ein Labor schicken lassen (falls nicht, tu das doch einmal und bestelle ein "grosses Kotprofil")? Wenn es möglich ist (Futterumstellungen sind für Katzen mit Diabetes ja immer etwas heikel) dann stell deinen Kater auf Rohfutter um (du musst aber wirklich sehr aufpassen dabei, denn selbst zubereitetes Rohfutter wirkt irgendwie ganz anders auf den Insulinspiegel, so dass Katzen während der Umstellung bisweilen unterzuckern), denn das führt in der Regel dazu, dass die Tiere sehr schöne, feste und beinahe geruchslose Haufen (mehr so "Köttel") produzieren die du zügig und fast rückstandfrei entfernen kannst.
Mir ist schon klar, dass das Problem damit nicht beseitigt wird. Aber es ist für mich ein grosser Unterschied, ob ich Durchfallspritzer überall abwische, oder feste Kotmurmeln einsammel - das macht das Leben doch leichter.

Liebe Grüße
Andrea
 

angoeth

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Hallöchen,
zwar habe ich derartige Erfahrungen nicht machen müssen, und sicherlich ist es für Dein Katerchen ebenso belastend wie nervig. Ich finde, wenn du momentweise mit Zorn und Abneigung auf das Geschehen reagierst, ist das eben menschlich- du kommst ja immer wieder auf den richtigen Punkt zurück!!!!

Wenn also für spontanes urinieren und koten keine gesundheitlichen anhaltspunkte zu finden sind, zum Beispiel Bauchweh als Nebenwirkung des Indulins (wo spritzt du es ihm? habe gehört, dass im Ohr die Aufnahme für den Körper besser sei, und besser resorbiert wird) Da würde ein zeitlicher zusammenhang eventuell weiterhelfen das rauszufinden.

sicher ist er durch all die Veränderungen sehr verunsichert und Katzen können sehr sehr nachtragend sein. Manchmal hilft da ein Flüstergespräch und dass man sich bei seiner Katze entschuldigt für all die Unannehmlichkeiten.
Was mir ansonsten dazu einfällt wäre, es eventuell mal mit Bachblüten zu versuchen. Bei meinem Hund haben die sehr gut geholfen, seine Aggressionen und seine Überheblichkeit abzumildern, die Notfalltropfen waren für Fussel in den letzten Tagen eine große Hilfe.
Es gibt auch fertige Mischungen als Globuli für Tiere, wenn man sich selber mischen (noch) nicht zutraut. Es kommt oft auch schnell eine "Antwort" darauf. Du kannst die Globuli mit Wasser auflösen, und auch tröpfchen weise ins Fell geben, wo er sie aufleckt, Trinkwasser und Futter ist auch unbedenklich.

Wünsche Euch gute Beserung
LGe
Angy mit Fussel
 
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